Wer kennt sich mit DDR Bungalow aus

  • Hallo Gemeinde,

    Ich heiße Lee bin 32 Jahre jung und komme aus Thüringen. Wir hatten uns Anfang des Jahres ein Garten angeschafft mit Bungalow. Jetzt finde ich leider im Internet nichts über den Bautyp . Vielleicht kann hier jemand helfen, da ich zur Sanierung ein paar fachspezifische Fragen habe. Mfg Lee

  • Sieht aus wie die GL24.

    Kommt das mit den 24qm hin?

    Das war die erlaubte Standardgröße für Kleingärten.

    Eine Abweichung galt für Familien mit mehreren Kindern oder größerer Entfernung zum Wohnort. Hier durften es max. 30qm sein.

    Die Felder dürften 1,20 x 2,40m sein und der überdachte Freisitz zählte nicht zur Laubenfläche.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ja sind 30 qm und die Maße der Platten stimmen auch :thumbsup: Jetzt habe ich ein Problem mit der Sanierung. Die äußeren Platten von den Sandwichplatten haben Löcher . Ich möchte die Platten abmachen , Dämmung rein und neue Platten drauf bzw. Boden Deckel Schalung. Kann ich die äußeren Platten einfach von den Rahmen lösen ?

  • Nein, abmachen geht nicht.

    Du hast übrigens noch die alte Ausführung von vor ca.1980 mit Wabenkernplatten auch in den Außenwänden. Später wurden die Außenwände mit 6cm Styropor gedämmt. Aber in beiden Fällen sind die Hartfaserplatten mit der Füllung unlösbar verklebt.

    In Deinem Falle wurde wohl längere Zeit der Außenanstrich vernachlässigt und somit waren die nässeempfindlichen Hartfaserplatten ungeschützt der Witterung ausgesetzt.

    Dir bleibt wohl nur, außen ein dünnes WDVS aufzukleben, mit einem Putzträger zu armieren und zu verputzen, wenn Du nicht wieder ein Plattenmaterial aufbringen willst.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Also:

    ... Wabenkernplatten ... Hartfaserplatten ...

    und dazwischen Holzständer. Und diese sehr

    .... nässeempfindlichen ...

    Materialien waren

    ungeschützt der Witterung ausgesetzt.

    Sie haben also - zumindest zeitweise - Feuchtigkeit aufgenommen. Hartfaserplatten und Wabenplatten verlieren bereits bei einmaligem Feuchtekontakt ihre (eh schon sehr geringe) Festigkeit und werden bei ausreichender Wärme zum idealen Substrat für holzzerstörende Pilze.


    Insofern bezweifle ich, dass außer den Ständern noch ausreichend tragfähiges Material erhalten ist. Als Tragschicht für den Ansatz, ...

    außen ein dünnes WDVS aufzukleben, mit einem Putzträger zu armieren und zu verputzen ...

    halte ich das verbliebene Material jedenfalls nicht. Außerdem würde innenseitig eine Dampfbremse / -sperre fehlen. Das geht also eher in Richtung :pfusch:.


    Ich habe mir schon als SV und Kaufberater zwei "Bungalows" der selben Bauart und des selben Baualters in Brandenburg angeschaut. In beiden Fällen konnte ich eine Prüfnadel (Schaschlikspieß) an beliebigen Stellen durch die Wände und noch drastischer, quer durch die Schwelle schieben. Es würde mich wundern, wenn es bei Dir wesentlich anders wäre. Die Bilder sprechen dagegen.


    Aufgrund der damals extrem sparsamen Bauweise und des mangelhaften Unterhalts über 40 Jahre würde ich Dir - vorbehaltlich einer örtlichen Prüfung - von einer Renovierung der Wandaufbauten abraten und vorschlagen, allenfalls die Rahmen weiterverwenden. Da liegt dann aber der Neubau der bisher nicht massiv ausgeführten Teile ab Oberkante Bodenplatte bzw. Sockel näher.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also ich hab an manchen stellen schon probiert, die äußere Hartfaserplatte Vom Rahmen zu lösen und es ging relativ einfach . Könnte ich jetzt nicht wenn ich eine Platte Abnehme Und die Waben rausnehme dämmstoff reinmachen und mit einer neuen Platte wieder schließen ?sofern der Rahmen nicht geschädigt ist.

  • Könnte ich jetzt nicht wenn ich eine Platte Abnehme Und die Waben rausnehme dämmstoff reinmachen und mit einer neuen Platte wieder schließen ?sofern der Rahmen nicht geschädigt ist.

    Du benötigst bei einer Nutzung, die über die Sommermonate hinausgeht, auf der Innenseite eine durchgehende dichte Dampfbremse oder - sperre. Wie willst Du die einbauen? Und Du müsstest alle Rahmen vor der Bearbeitung prüfen, um Dir den Frust zu sparen nach drei Vierteln der Arbeit festzustellen, dass doch mehrere Rahmen erneut werden müssen. Und die äußeren Platten sind doch im bewitterten Bereich bestenfalls noch Weichfaserplatten, da sie angequollen sind und vermutlich bereits von Pilzen durchwachsen.


    Sorry, aber der Restwert der nicht massiven Bauteile geht hier klar gegen Null!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ok danke , es betrifft ja zum Glück nur zwei oder drei Felder. Was wäre da jetzt die beste effektivste Lösung?

  • Sodass ich draußen eine Boden Decken Schalung aufbringen kann?

    Was Du genau willst, verstehe ich nicht.


    Hinterlüftete Boden-Deckel-Schalungen benötigen eine durchgehende senkrechte Hinterlüftungsebene. Da die Traglattung horizontal verläuft, muss sie auf einer senkrechten Konterlattung montiert werden. Das macht bei sparsamer Ausführung:


    Schicht(Schicht-) Stärke (cm)
    Konterlattung
    3,0 - 3,5
    Traglattung
    3,0 - 3,5
    Schalung Boden
    2,1 (min)
    Schalung Deckel
    2,1 (min)
    Summe10,5 (min)


    eine Gesamtstärke von 10, eher aber 12 cm. Danach passt kein Anschluss (Fenster, Tür, Fallrohr) mehr!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ok darüber hab ich gar nicht nachgedacht. Was würdest du jetzt indem fall machen ? Also überhaupt unabhängig von der BDS . Was hätte ich für Alternativen?

  • ok darüber hab ich gar nicht nachgedacht.

    Das wiederum dachte ich mir schon. :D

    Was würdest du jetzt indem fall machen ? Also überhaupt unabhängig von der BDS . Was hätte ich für Alternativen?

    das schrieb ich schon:

    ... der Restwert der nicht massiven Bauteile geht hier klar gegen Null!


    ... Daher ... würde ich Dir - vorbehaltlich einer örtlichen Prüfung - von einer Renovierung der Wandaufbauten abraten und vorschlagen, allenfalls die Rahmen weiterverwenden. Da liegt dann aber der Neubau der bisher nicht massiv ausgeführten Teile ab Oberkante Bodenplatte bzw. Sockel näher.

    Um es ganz klar zu formulieren: Reiß' einfach erstmal alles über Bodenplatte / Sockel ab und baue neu auf. Mit etwas Glück lässt sich der Sockel retten und weiterverwenden. Für den Leichtbau oben dürfte es (vorbehaltlich einer örtlichen Besichtigung) kaum eine sinnvolle Sanierungsoption geben - wenn Du länger als 5 Jahre etwas davon haben willst.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ok danke für deine Hilfe, das wollte ich eigentlich vermeiden aber manchmal gibt es keinen anderen Weg .Hast mir sehr geholfen.

  • Um es ganz klar zu formulieren: Reiß' einfach erstmal alles über Bodenplatte / Sockel ab und baue neu auf.

    Das kann nach hinten losgehen! Nicht selten haben diese Bauten nur Bestandsschutz und dürfen nicht ersetzt, sondern nur instandgehalten/-gesetzt werden.


    Also bitte erst einmal erkundigen, ob das baurechtlich überhaupt möglich ist mit Abriss und Neubau.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Ja, meiner Ansicht nach sind sie aussteifend. Die Holzrahmen der Elemente haben keine weiteren Aussteifungen. Wenn beidseits die Hartfaserplatten fehlen, klappt der Rahmen zusammen.

    Solange die Konstruktion nicht durchnässt und wieder abgetrocknet ist, dürfte die intakte Innenschale für ausreichende Stabilität sorgen.

    In unserer damaligen Gartensparte haben mehrere Fertigteillauben mit einer neuen Außenhaut ein zweites Leben bekommen, und zwar vor über fünfundzwanzig Jahren, als die große Renovierungswelle durch den Verein rollte.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • vor über fünfundzwanzig Jahren, als die große Renovierungswelle durch den Verein rollte

    ich vermute anhand ähnlicher konstellationen, dass das auch gut war, weil mit zunehmender dauer von klimalasten an immer mehr geschädigten bauteilen steigt die zerstörungsgeschwindigkeit ;)


    was man mit genau diesem objekt macht, kommt auf die persönlichen anforderungen und möglichkeiten an - das beginnt (baurechtliche zulässigkeit vorausgesetzt) mit flickfassade + vhf (vhf ab gesamt 5cm, aber das ist ein thema für sich) und reicht bis hin zu mehr oder weniger intelligenten rückbau-/ersatzlösungen.

    zu den pers. anforderungen gehört einerseits die geldbeutelbeschaffenheit, andererseits die zu erwartende nutzungsintensität und als schnittmenge: die am wenigsten ungeeignete "sanierung".

    an rückbau würde ich zuletzt denken - vorher sollte da ein schwammerlsucher (holzschutzgutachter) tätig werden, weil die aussenoffenen gefache die eine oder andere überraschung enthalten können.

  • geldbeutelbeschaffenheit

    Off-Topic:

    ooch. Meiner ist wie 'ne große Tonne, oben offen mit viel Platz. Keine Einlasskontrolle. Aber der Füllstand ....

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)