Gemauerte Zisterne trockenlegen

  • Guten Morgen,


    ich bin absoluter Baulaie und neu in diesem Forum. Sollte ich diesen Beitrag unter der falschen Kategorie abgelegt haben, bitte ich um Verzeihung.


    Meine Verlobte und ich beabsichtigen ein Haus zu kaufen und wir haben bereits eine passende Immobilie gefunden. Das Haus ist von 1960 und verfügt über eine gemauerte Zisterne, die unter dem Haus neben dem eigentlichen Keller gemauert ist. Die Zisterne ist inaktiv, der äußere Zugang vom Haus wurde vor ca 30 Jahren zubetoniert. Dazu wurde von Innen ein Holzverschlag angebracht und von außen mit Beton zugekippt. Der Holzverschlag wurde nicht entfernt und in der Zisterne steht Wasser. Wo das Wasser genau herkommt ist nicht bekannt, scheinbar/angeblich steht das Wasser bei unveränderter Höhe seit ca 30 Jahren in dem Raum. Probleme hat es bisher scheinbar auch nie damit gegeben.

    Da ich mich mit dieser Materie überhaupt nicht auskenne möchte ich in diesem Forum nach Rat fragen. Kann ich die Zisterne bedenkenlos los "ruhen" lassen, sollte dort etwas unternommen werden? Ich habe zur Sicherheit einige Bilder gemacht. Kann jemand sagen, ob die Ablagerungen an der Wand normal sind? Kann sich dort schimmel gebildet haben?

    Was ich mir persönlich gedacht habe ist, dass ich vor dem Kauf zumindest das Wasser abpumpen lasse und prüfe, ob sich hinter der Holzverschalung Hausschwamm gebildet hat, da ich die Kombination von Wasser und Holz bedenklich finde.


    VIelen Dank vorab.

  • Hallo,


    Also erstmal, Willkommen im Forum.


    Ich hoffe die Besteigung dieser Grube ist mit äußerster Vorsicht erfolgt, denn in jeglichen unbekannten Löchern im Boden kann sich allerlei Unsichtbares und geruchloses Gas ansammeln. Methan, Co, Co2, und weitere Faulgase. ect ect.


    Ich tendiere eigentlich zu sagen, wenn nicht absehbar ist, was mit so einem Loch geschehen soll, dann ist verfüllen immer die sichere Wahl. Denn Eigentum verpflichtet. Ergo Überlegen, was damit passieren soll.


    Allerdings seh ich Elektroleitungen und Klemmdosen darin. Für was die sind/waren, muss geklärt werden.

    Außerdem kann ich nicht nachvollziehen wie das ganze mit dem Haus in Zusammenhang steht. dafür das es eine reine Zisteren gewesen sein soll, ist das Bauwerk zu komplex aufgebaut. Aus diesem Grund, sind als allererstes Mehrere Plannungs und Forschungsarbeiten nötig um eineEndgültige Aussage/Entscheidung treffen zu können.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Vielleicht wollte man einen Kellerraum schaffen und der ist dann voll gelaufen. Ende Gelände. Zu gemacht und gut wars. :)

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Da auf den Bildern keinerlei innere Abdichtung zu sehen ist und das Mauerwerk auf auch den Bildern nicht nach (Kanal-) Klinker ausschaut, sowie aufgrund der Elektroinstallationen bezweifle mich, dass es sich um eine als Wasserbehälter geplante und ausgeführte Zisterne handelt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Vielen Dank erstmal für die Rückmeldungen. Ich habe die antworten zum Anlass genommen beim potenziellen Verkäufer nachzufragen. Mir wurde erneut bestätigt, dass der Raum als Zisterne diente. Die Elektroinstallationen sind nachträglich eingerichtet worden und versorgen die Gartenbeleuchtungen. Die Mauer links ist nur eine Trennung. Wozu sie ursprünglich diente ist nicht klar. Hier noch ein weiteres Bild, zur besseren Darstellung:


    Also sollte dieser Raum kein Ausschlusskriterium für den Kauf sein?

    Habe ein wenig die Befürchtung, dass dort versteckte Kosten auf mich warten. Insbesondere vor möglichem Hausschwamm habe ich Sorge.

  • ... Mir wurde erneut bestätigt, dass der Raum als Zisterne diente. ... Insbesondere vor möglichem Hausschwamm habe ich Sorge.

    Hausschwamm ist ein holzzerstörender Pilz. Wo kein Holz (und kein anderes organisches Material) vorhanden ist, kann kein Hausschwamm wachsen. In dem Raum sehe ich weder Holz noch and. org. Material.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wenn ich die vorherigen Posts richtig verstanden habe, befindet sich dahinter doch eine Betonwand, oder?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja genau. Ich bin nur davon ausgegangen, dass ein möglicher hausschwamm - wenn er denn im Holz entstanden sein sollte - sich dann auch in den Beton „übertragen“ kann. Zumindest las sich das bei einigen Foren im Internet so raus.
    aber wie gesagt, ich bin absoluter Baulaie und überhaupt nicht bewandert in diesem Bereich. Bin daher für jede Information Bzw Aufklärung dankbar!

  • Für eine Zisterne ein ganz schön übler Verhau.


    Ein Teil des Kellers ist diese Zisterne, oder? So habe ich es verstanden. Wenn Du es zum Keller ausbauen willst, wirst Du noch Geld rein stecken müssen. Das dürfte klar sein. Wie es sonst aussieht, kann man von hier aus nicht sagen. Kann sein, dass das stehende Wasser Grundwasser ist. Kann sein, dass das die Grundwasserlinie ist. Kann sein, dass immer wieder was dazu kommt, aber auch wieder abfließt. Wenn der andere Keller wirklich trocken ist, dürfte er gut abgedichtet sein. Fragt sich wie lange noch. Aber man weiß ja nichts wie es aussieht. Nimm dir doch einen Sachverständigen mit um das Haus anzusehen.

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  • Ja genau. Ich bin nur davon ausgegangen, dass ein möglicher hausschwamm - wenn er denn im Holz entstanden sein sollte - sich dann auch in den Beton „übertragen“ kann. Zumindest las sich das bei einigen Foren im Internet so raus.

    Hausschwamm ist ein Pilz, keine Virus. Er kann auch tatsächlich entlang von und durch (poröses / offenfugiges) Mauerwerk hindurch wachsen und entlang seiner Zellen Feuchtigkeit übertragen. Dass er durch fachgerecht hergestellten Stahlbeton hindurchwachsen kann, bezweifle ich, ohne dies aber genau zu wissen. Einen kostenlos verfügbaren aktuellen und sehr präzisen Text habe ich hier gefunden. Wie dieser Text zeigt, ist es in der Realität meist etwas komplexer, als in manchen Laien-Foren beschrieben.


    Das Wachstum von Hausschwamm hat aber immer nur wenige mögliche Ziele:

    • das Auffinden / Erschließen von Substrat (Nahrungssuche)
    • das Auffinden / Erschließen von Wasser (Wassersuche)
    • die räumliche Möglichkeit zur Ausbildung von Fruchtkörpern

    Da ohne Wasser Holz von Pilzen nicht zerlegt werden kann, ist es zur Vorbeugung / Bekämpfung immer erforderlich, die Feuchtigkeitszufuhr DAUERHAFT abzustellen, dann stirbt nach spätestens einem Jahr auch der Hausschwamm ab. Gibt es in dem Haus im Keller bzw. der Decke darüber nennenswerte Mengen verwertbares Holz in z.B. Form einer Holzbalkendecke? Ohne zerlegbares totes Holz gibt es ebenfalls keinen Hausschwamm.


    Dir ist hoffentlich bekannt, dass es auch noch weitere mögliche Schadstoffe in Gebäuden der 1960er Jahren geben kann: Asbestfasern, künstliche Mineralfasern ("KMF"), polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe ("PAK"), ... was auf jeden Fall für die Hinzuziehung einer sachverständigen Person und eine gemeinsame Besichtigung spricht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • NA bei so wenig Baufachwissen des TE, wäre dazu noch sher Ratsam, sich einen Bausachverständigen oder ähnlich mit an Bord zu holen.

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  • Danke Skeptiker, ein sehr umfangreicher Text, der auch einige Unklarheiten bei mir ausgeräumt hat.
    Abgesehen von dem Holzverschlag ist im Keller nirgends Holz verbaut.