Energieausweis

  • Hallo zusammen,


    ich bin Laie und habe eine Frage zu Energieausweisen. Was ist, wenn der Ist-Wert größer als der Anforderungswert ist. Nehmen wir folgende Daten an:


    Energieausweis für Wohngebäude gemäß den §§ 16 ff. der Energieeinsparverordnung (EnEV) vom 18.11.2013.


    Endenergiebedarf dieses Gebäudes 90 kWh/(m² a) ( C )

    Primärenergiebedarf dieses Gebäudes 100 kWh/(m² a)


    Anforderungen gemäß EnEV

    Primärenergiebedarf: Ist-Wert 100 kWh/m² a) Anforderungswert 42 kWh/(m² a)

    Energetische Qualität der Gebäudehülle HT: Ist-Wert 0,41 W/(m² K) Anforderungswert 0,36 W/(m² K)



    Was bedeutet es, dass der Ist-Wert kleiner wie der Anforderungswert ist?

    Bedeutet dies, dass das Gebäude nicht nach den Anforderungen der EnEV gebaut wäre?


    Vielen Dank.


    Viele Grüße und einen schönen Tag zusammen.

  • Dafür, dass es 2019 gebaut wurde, ist der Wert aber nicht gerade berauschend. Hatte schon 50 Jahre alte Häuser die ähnliche Werte hatten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Kann man auf dem Bauamt erfragen nach welchem EnEV Standard das Gebäude zu errichten war bzw. steht das in der Baugenehmigung?

    Sollte in der Baugenehmigung stehen. Zumindest das Bauantragsdatum steht dort, und für alle Bauanträge nach 2016 ist die EnEV 2013 mit den ab 2016 geltenden Anforderungen maßgebend.


    Dieser Energieausweis liest sich für mich so, ob die Anforderungen nicht eingehalten sind. Die Ist-Werte müssen darunter liegen.


    Wie man 2019 noch ein Gebäude mit einer derart schlechten Hülle und hohem Endenergiebedarf bauen kann, ist mir im übrigen schleierhaft. Habe mal nachgesehen bei einem 4-FH von mir, Energieausweis 2019, Hülle 0815 Porenbeton, Heizung Gas/Solar, keine KWL: Primärenergiebedarf ca. 58 kWh/(m²a), Hülle HT' = 0,26 W/(m²K).

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Zumindest in H ist es so, das Du (einziger) Eigentümer sein musst oder vom Eigentümer/der WEG eine Vollmacht haben musst. Bei Vollmacht + Gebührenbescheid der Kommune o.ä. nicht älter als 3 Monate, sonst ists Essig mit gucken.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo zusammen,


    also der Bauträger hatte mir folgendes zukommen lassen. Ich nehme an, dass es die Baugenehmigung ist.


    Jetzt ist es so, dass das Gebäude aus zwei Teilen besteht. Der eine Teil wurde entkernt und saniert (daher Umbau) und dann wurde nochmal ein neues Gebäude (mit dem gleichen Grundriss) gebaut in dem ich wohne (Neubau).


    Zählt das Datum der Antragsstellung dafür welcher EnEV gültig ist oder das Daum an dem die Genehmigung erteilt wurde? Müsste nicht wenigstens die EnEV gelten, die in dem Energieausweis angegeben ist?


    Ja ich finde die Werte auch nicht gerade berauschend und daher ist für mich wichtig zu klären ob ich die Wohnung so abnehme oder nicht. Denn für den Fall, dass die EnEV nicht eingehalten wurde die hätte eingehalten werden müssen wäre das ja vermutlich ein größerer Mangel. Jedoch möchte ich den Bauträger nicht zu unrecht beschuldigen und versuche mich zuvor richtig zu informieren.

  • Das Schreiben ist keine Baugenehmigung, sondern bestätigt lediglich die Vollständigkeit aller für die Erteilung einer Genehmigung erforderlichen Unterlagen. Auf positiven Freistellungsbescheiden oder Baugenehmigungen steht ausdrücklich drauf, dass sie eben dieses sind.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Das Gebäude ist ja neu... da gilt natürlich die aktuelle Enev ( welche übrigens ab Sonntag nicht mehr gilt )


    Zum Bauantrag gehört eigentlich auch ne Enev Berechnung...also nicht der Energieausweis

    Früher hat man Wärmeschutzberechnung dazu gesagt

    Hast Du sowas ?


    Aber was war eigentlich die ursprüngliche Frage bzw das Problem ???

  • Ähm, moment, ich lese Anbau an Bestand. Der alte Teil wurde saniert und ein neuer angebaut, oder?


    PS: Da ist trotzdem irgendwo ein Knoten drin.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Jetzt ist es so, dass das Gebäude aus zwei Teilen besteht. Der eine Teil wurde entkernt und saniert (daher Umbau) und dann wurde nochmal ein neues Gebäude (mit dem gleichen Grundriss) gebaut in dem ich wohne (Neubau).

    Hä, du wohnst in einem eigenständigen Neubau, also mit eigene Hausnummer usw.? Es gibt ein weiteres Gebäude (wie alt?), welches den gleichen Grundriss hat. In welchem weiteren Zusammenhang stehen die Gebäude?


    Es ist nämlich so, dass wenn du in einem sanierten Altbau wohnen würdest, die Werte des Energieausweis ok seien können. Wenn es sich, sagen wir, um ein Gebäude handelt welches auf ein bestehendes Gebäude aufgestockt wurde, es sich also faktisch um ein Gebäude handelt (nach EnEV) dann würde der Energieausweis für das gesamte Gebäude gelten (Neubau und sanierter Altbau zusammen). Die Werte könnten dann auch ok sein.


    Für einen Neubau sind die Werte nicht ok. Damit wäre gegen geltendes Recht, wahrscheinlich, verstoßen worden.

  • Die Sache ist die: Ich habe eine Wohnung von einem Bauträger gekauft. Offen ist noch der Punkt, dass ich bisher noch keinen Energieausweis gesehen/erhalten habe. Da ich beim Kauf wusste, dass es kein KFW 40 Haus etc. habe ich dem Bauträger geglaubt als er mir gesagt hat, dass der Energieausweis noch in Arbeit ist. Ich bin auch davon ausgegangen, dass ein neues Gebäude gewisse Standards erfüllen muss. Jetzt seht noch die letzte Rate offen. Diese möchte der Bauträger noch haben. Daraufhin habe ich ihm gesagt, dass noch der Energieausweis offensteht. Diesen hat er mir jetzt gesendet (sieht man oben). Allerdings kam es mir komisch vor, dass es die genannten Abweichungen gibt.


    Es gibt zwei Gebäude A und B. Das eine (A) wurde 2000 im Rohbau fertiggestellt und dann ist der Bauträger verstorben. Das Grundstück mit dem Rohbau hat der neue Bauträger gekauft und Gebäude A etwas umgebaut. Er meinte, dass für das zweite Gebäude was nicht begonnen wurde bereits eine Baugenehmigung vorgelegen haben soll und dass diese immer wieder verlängert wurde. Das zweite Gebäude (B) wurde dann 2019 gebaut. Kann es daher sein, dass keine aktuelle EnEV für das zweite Gebäude / den Neubau gilt, da er eine alte Baugenehmigung hatte und diese immer wieder verlängert hat? In der Baugenehmigung steht doch aber „Neubau“.

  • Dann gehören die beiden Gebäudeteile zusammen und der Energieausweis hat beide Teile zusammen erfasst? Naja, dann kann es so aussehen. Würde man beide extra berechnen, könnte der Altbau noch schlechter da stehen, dafür der Neubau heute übliche Werte zeigen.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Nein, für das andere Gebäude A ("alte") hat einen eigenen Energieausweis. Ich hatte in dem Ingenieursbüro angerufen und gefragt was der andere Energieausweis ausgibt. Da wurde mir mitgeteilt, genau das gleiche nur anstelle von B steht dort A. Also von den Werten her kein Unterschied.


    Ja ich weiß, irgendwie ist da der knoten drin bzw. vielleicht "stimmt" an der Sache auf den ersten Blick gefühlt was nicht.

  • Also nochmal...dem oder einem Energieausweis darfst du keine große Bedeutung geben...ka kann alles Mögliche drin stehen

    Enegieausweis ist gut, wenn er richtig und sinnvoll gemacht ist ...


    Wenn das Gebäude ein Gebäude ist dann gibt es auch einen Ausweis ...

    Ausweis gilt immer für das Gebäude und nicht für einen Teil davon


    In deinem Falle würd ich ehe die Enev Berechnung verlangen welche eigentlich existieren muss bei den Bauunterlagen


    Ist das jetzt dein Haus ??

    Wenn ja ..lass doch mal einen kompetenten Energieberater kommen der sich das alles Vorort anschaut...auch die Unterlagen

  • Zählt das Datum der Antragsstellung dafür welcher EnEV gültig ist oder das Daum an dem die Genehmigung erteilt wurde? Müsste nicht wenigstens die EnEV gelten, die in dem Energieausweis angegeben ist?

    Die EnEV ist ein Gesetz. Da ist für Bauvorhaben die einen Bauantrag benötigen, das Datum des Bauantrags entscheidend. Da lese ich bei dir etwas von 1998? Wie kann das zu einem Neubau von 2019 passen?


    Für Baubestimmungen ist das noch komplizierter. Soweit ich das weiß, ist hier der Zeitpunkt der Abnahme entscheidend. Zur Abnahme sollte das Gebäude den dann geltenden Anforderungen (a.R.d.T.) entsprechen. Ändern sich Baubestimmungen im Bauzeitraum (z.B. DIN-Normen), ist mit dem Bauherrn abzustimmen, wie weiter zu verfahren ist. Es müssen evt. entstehende Kosten aufgezeigt werden, die in der Folge der Änderungen entstehen.


    Ein Energieausweis muss übrigens direkt nach Fertigstellung des Gebäudes ausgestellt werden. Dieser zeigt dann den tatsächlich gebauten Zustand des Gebäudes. Es kann nämlich sein, dass während der Bauzeit Umplanungen nötig werden. Natürlich sind die Anforderungen der EnEV immer einzuhalten. Wenn aber z.B. eine Sole-WP geplant war, aber eine Bohrung sich als unmöglich herausstellt und somit die Heizungstechnik angepasst werden muss auf vielleicht Brennwert und Solar oder was auch immer. Dann würde der Energieausweis am Ende andere Werte als der Wärmeschutznachweis zur Baugenehmigung ausweisen. Beide müssten aber die Anforderungen der EnEV (GeG) einhalten.


    Kann man da nachlesen (gilt für dich nur indirekt, da du den Ausweis ja hast):


    BBSR Homepage - Ausstellungszeitpunkt


    Off-Topic:

    Fun Fact zum GeG: Unsere Programme um die Nachweise zu Rechnen werden bestimmt bis nächstes Jahr noch nicht nach GeG rechnen können. Das bedeutet Einzelabsprachen mit den Bauämtern. Ich liebe es.

    Die KfW Anforderungen beziehen sich übrigens noch bis Mitte nächsten Jahres auf die EnEV.

  • Da lese ich bei dir etwas von 1998? Wie kann das zu einem Neubau von 2019 passen?

    Das hat er in #19 erklärt und könnte m.M.n. passen.

    Die Frage die (für mich) bleibt: Wie schafft man es 2019 noch, mit so schlechten Werten zu bauen? Wie sieht der Wandaufbau aus?

  • Die EnEV ist ein Gesetz. Da ist für Bauvorhaben die einen Bauantrag benötigen, das Datum des Bauantrags entscheidend. Da lese ich bei dir etwas von 1998? Wie kann das zu einem Neubau von 2019 passen?

    Weil ursprünglich zwei Gebäude A und B geplant waren. Der damalige Bauträger ist verstorben, nachdem er Gebäude A im Rohbauzustand hatte. Bauträger 2 hat das ganze gekauft und dann teile des Rohbaus entfernt (Holzkonstruktionen) und das ursprünglich geplante Gebäude A + B ca. 2019 zuende/neu gebaut.

    Könnte es so nicht sein, dass die Baugenehmigung noch vom Jahr 1998 Gültigkeit hatte und das zweite Gebäude B was zwar nie begonnen aber schon genehmigt war damit keine EnEV erfüllen muss?

  • Das zweite Gebäude (B) wurde dann 2019 gebaut. Kann es daher sein, dass keine aktuelle EnEV für das zweite Gebäude / den Neubau gilt, da er eine alte Baugenehmigung hatte und diese immer wieder verlängert hat? In der Baugenehmigung steht doch aber „Neubau“.

    Das hab ich noch nie erlebt. Wenn er echt nach dem Stand von 1998 gebaut hat dann hat er zumindest gegen die anerkannten Regeln der Technik verstoßen. Interessanter Fall.


    Ich muss mich oben korrigieren, es ist der Zeitpunkt der Antragstellung (Baugenehmigung) entscheidend. Nicht das Datum des Bauantrags.

  • Das hat er in #19 erklärt und könnte m.M.n. passen.

    Die Frage die (für mich) bleibt: Wie schafft man es 2019 noch, mit so schlechten Werten zu bauen? Wie sieht der Wandaufbau aus?

    Die Außenmauern sind zumindest in Gebäude B (neuer Bau) 24er Porotonsteine. Dann ist ca. 7 cm dick eine Styropordämmung drauf. Kommt das mit den schlechten Werten hin?

  • Keine Ahnung. Was sagen die Architekten dazu?

    Ich denke, ich werde morgen nochmal versuchen das Bauamt anzurufen und Akteneinsicht zu erhalten. Nur dann weiß ich den Zeitpunkt der Antragstellung der Baugenehmigung und kann weiteres sagen.


    Ja ist alles irgendwie eine komische Sache finde ich....