"Optische" Mängel beim Neubau - kein Anrecht auf Nachbesserung

  • Hallo zusammen,

    ich hoffe, dass ich mit meinem Thema hier richtig bin. Ich habe vor Kurzem ein Neubau erworben und die Abnahme vor Kurzem vollzogen. Bei zwei Mängel, meiner Meinung nach, gab es vom Baustellenleiter den Hinweis, dass ich keinen Anspruch auf Nachbesserung hätte. Ich würde gerne eure Meinung hierzu hören. Folgende Punkte sind betroffen:

    1. Die Dichtung an der Glasscheibe der Haustür ist eingedrückt.

    2. Am Vorgartenschrank ist die Farbe um die Schraubenköpfe abgegangen (ca. 2 mm Dick um die Schraubenköpfe)

    Leider habe ich keine Bilder zu den Mängeln machen können und leider darf die Baustelle momentan nicht betreten werden.

    Ich habe aber versucht Beispiele im Internet zu finden. Anbei findet ihr 4 Bilder. Die Bilder "Haustür" und "Vorgartenschrank" zeigen meine tatsächliche Haustür und Vorgartenschrank. Die Verglasungsdichtung wie in Bild "verglasungsdichtungen" an der Haustür ist am oberen Rand ( ca. 10 cm) sehr unschön. Diese sieht "eingedrückt" aus, als ob diese in sich gedreht ist. Hat man hier als Kunde wirklich keinen Anspruch auf Nachbesserung? Dieser Fehler fällt besonders bei der Haustür sehr auf.

    Beim Vorgartenschrank und dem Gartenschrank, welcher genau so aussieht wie der Vorgartenschrank, gibt es ca. jeweils 3 Schrauben, bei denen die Schrauben zu feste angezogen worden sind. Dies führte dazu, dass die Farbe um die Schrauben abgegangen ist. Es sieht ähnlich wie im Bild "abgesplittert" aus.

    Ich hoffe, dass ihr mir bei diesem Thema helfen könnt.

  • Ich habe vor Kurzem ein Neubau erworben und die Abnahme vor Kurzem vollzogen.

    WAS wurde wann abgenommen? Im Zusammenhang mit Deiner Aussage, dass die Baustelle nicht betreten werden darf , könnte ich mir nur vorstellen, dass irgendwelche Teilleistungen zur Abnahme anstanden.

    Wurden die beiden von Dir bemängelten Punkte mit in das Abnahmeprotokoll aufgenommen?

    Hast Du die Abnahme alleine gemacht?


    Du musst wissen, dass das Wort "Mangel" bei den meisten Firmen reflexartig eine Abwehrhaltung hervorruft, schließlich geht es um Aufwand und Kosten. Optische Mängel zu bewerten ist sehr schwierig, wobei in Deinem Fall der augenscheinlich optische Mangel auch einen Einfluss auf die Lebensdauer haben könnte (Fehlende Lackschicht -> Rost).


    Werden "fertige" Produkte verbaut, dann kann man sich über den Hersteller noch Informationen besorgen, für die Gewährleistung ist jedoch der "Verkäufer" bzw. Montagebetrieb (Dein Vertragspartner) zuständig.

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  • Rein rechtlich ist die Abnahme eher als Vorabnahme zu verstehen. Die Übergabe folgt am 17.11.2020 und erst dann findet Beweislastumkehr und die Schlüsselübergabe statt. Die Punkte wurden nicht aufgenommen, da diese nicht als "Mängel" angesehen worden sind. Bei der Übergabe wird ein neues Protokoll erstellt. Ich habe die Abnahme mit meiner Freundin gemacht. Ürsprünglich wollten wir einen Gutachter mitnehmen, aber leider wurde vom Bauträger eine maximale Anzahl von 3 Personen inkl. Baustellenleiter wegen Corona vorgeschrieben. Wir waren bereits mit dem Bauträger in Diskussion bezüglich dieser Regelung, aber die einzige Lösung, die uns vorgeschlagen wurde, war, die Abnahme auf nächstes Jahr zu verschieben. Das kam für uns nicht in Frage.

  • Oder ein Bauträgervertrag?

    Mir war nicht ganz klar, dass es einen Unterschied zwischen Kaufvertrag und Bauträgervertrag gibt. Es handelt sich um ein Bauträgervertrag. Die Übergabe findet Mitte November statt.

  • Die Punkte wurden nicht aufgenommen,

    Bei der Abnahme gibts nicht - wird nicht aufgenommen - weil eine Abnahme ein einseitiges, also nur von DIR vorzunehmendes Rechtsgeschäft ist.

    Das könntest Du theoretisch auch Sonntag nachmittag am Kaffeetisch machen.

    Laß Dich mal vom Anwalt beraten, was eigentlich Deine Rechte und Pflichten sind!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ... Punkte wurden nicht aufgenommen, da diese nicht als "Mängel" angesehen worden sind.

    Die Abnahme einer Leistung ist ein einseitiges Rechtsgeschäftes des Käufers. Das heißt, DU als Käufer legst fest, was Du bemängelst. Der Verkäufer bietet sich häufig als "Sekretär" an, dies Mangelpunkte (für die Käufer) in einem Abnahmeprotokoll zu notieren. Dabei ist rechtlich völlig egal, was er wie aufschreibt, denn das Protokoll muß am Ende vom Käufer unterschrieben werden. Und das Fehlende kann der Käufer dann auch immer noch (so) ergänzen, wie er will. Wenn der Verkäufer als Schreibender bestimmte Punkte nicht aufnehmen will, kannst Du ihn auch wegschicken und die Schreibarbeit selbst übernehmen oder die nicht aufgenommenen Punkte selbst ergänzen.


    Solche versuche, Käufer einzuschüchtern und Mängel durch "Nichtaufschreiben" nicht zu dokumentieren und so garnicht erst aktenkundig zu machen sind häufiger anzutreffen.


    Du solltest die von Dir bemängelten Punkte zusammen mit illustrierenden Fotos selbst aufschreiben (lassen) und dem Verkäufer zusenden.

    Ich habe die Abnahme mit meiner Freundin gemacht. Ürsprünglich wollten wir einen Gutachter mitnehmen, aber leider wurde vom Bauträger eine maximale Anzahl von 3 Personen inkl. Baustellenleiter wegen Corona vorgeschrieben.

    Da die Abnahme ein Rechtsakt ist, der durch den Käufer vorgenommen wird, ist die Anwesenheit des Verkäufers / Werkleistenden entbehrlich, Deine aber nicht. Und selbstverständlich kannst Du Dich ebenso technisch wie juristisch bei der Abnahme begleiten lassen.


    Ich kann nur empfehlen, die Mangelliste erst nach gemeinsamer Besichtigung mit einer sachverständigen Person zu erstellen (bzw. von dieser erstellen zu lassen) und dann dem Verkäufer zuzustellen.


    Lass Dich nicht einschüchtern! Du solltest sowohl technischen als auch juristischen Sachverstand hinzuziehen. Das kostet jeweils vermutlich ca. 500,- €, dürfte aber Deine Situation drastisch verbessern.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bei der Abnahme gibts nicht - wird nicht aufgenommen - weil eine Abnahme ein einseitiges, also nur von DIR vorzunehmendes Rechtsgeschäft ist.

    Das könntest Du theoretisch auch Sonntag nachmittag am Kaffeetisch machen.

    Laß Dich mal vom Anwalt beraten, was eigentlich Deine Rechte und Pflichten sind!

    Ok, vielen Dank. Werde ich machen.

  • Die Abnahme einer Leistung ist ein einseitiges Rechtsgeschäftes des Käufers. Das heißt DU als Käufer legst fest, was Du bemängelst. Der Verkäufer bietet sich häufig als "Sekretär" an, diese Punkte (für die Käufer) in einem Abnahmeprotokoll zu notieren. Dabei ist rechtlich völlig egal, was er wie aufschreibt, denn das Protokoll muß am Ende vom Käufer unterschrieben werden. Und das Fehlende kann der Käufer dann auch immer noch ergänzen. Wenn der Verkäufer als Schreibender bestimmte Punkte nicht aufnehmen will, kannst Du ihn auch wegschicken und die Schreibarbeit selbst übernehmen oder die nicht aufgenommenen Punkte selbst ergänzen.

    Vielen Dank. Das ist gut zu wissen.

  • Da die Abnahme ein Rechtsakt ist, der durch den Käufer vorgenommen wird, ist die Anwesenheit des Verkäufers / Werkleistenden entbehrlich, Deine aber nicht. Und selbstverständlich kannst Du Dich ebenso technisch wie juristisch bei der Abnahme begleiten lassen.

    Die Rechtsprechung geht meines Wissens sogar noch einen Schritt weiter: Sie sagt, der Käufer ist i.A. Laie und muss die Chance haben, sich von einem Fachmenschen beraten zu lassen. Sprich Gutachter/in.

    Wird das verweigert, wird der Erwerber in seinen Rechten fundamental beschnitten und eine Rechnung z.B. wäre nicht fällig

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  • Die Rechtsprechung geht meines Wissens sogar noch einen Schritt weiter: Sie sagt, der Käufer ist i.A. Laie und muss die Chance haben, sich von einem Fachmenschen beraten zu lassen. Sprich Gutachter/in.

    Wird das verweigert, wird der Erwerber in seinen Rechten fundamental beschnitten und eine Rechnung z.B. wäre nicht fällig

    Vielen Dank. Ich werde zur Übergabe einen Gutachter mitnehmen. An sich wird ein Gutachter nicht verweigert. Dieser darf erscheinen, wenn einer von uns beide nicht zur Abnahme/Übergabe erscheint. Wir finden dies trotzdem nicht in Ordnung, da sowohl meine Partnerin als ich Eigentümer des Hauses sind, aber da stellt sich der Bauträger quer und nach dieser Abnahme ist ein Gutachter zwingend erforderlich.

  • An sich wird ein Gutachter nicht verweigert. Dieser darf erscheinen, wenn einer von uns beide nicht zur Abnahme/Übergabe erscheint.

    nochmals

    Da die Abnahme ein Rechtsakt ist, der durch den Käufer vorgenommen wird, ist die Anwesenheit des Verkäufers / Werkleistenden entbehrlich, Deine aber nicht. Und selbstverständlich kannst Du Dich ebenso technisch wie juristisch bei der Abnahme begleiten lassen.

    Du begehst das Objekt mit Partnerin und SV. Der Verkäufer wartet solange draußen.


    Es gibt aber ausreichend hygienisch akzeptable Lösungen: Alle Fenster offen, MNS, Abstände > 2,0 m ...


    Es ist offensichtlich, dass der Verkäufer Euch die Abnahme möglichst schwer machen will. Das ist nicht zulässig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich kann auch nur empfehlen, zusätzlich zum Sachverständigen einen Rechtsanwalt (Fachanwalt für privates Baurecht) zur Abnahme mitzunehmen.

    Was das kostet sparst Du Dir möglicherweise hinterher x-fach an Gerichtskosten wieder ein. Es geht schließlich um sehr viel Geld.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • Die Abnahme durch den Käufer könnte ja so aussehen:

    Wie oben vorgeschlagen: Käufer, Käuferin und Gutachter, Verkäufer bleibt draussen. Danach (der Fairness halber?) eine 2. Runde mit Verkäufer, Gutachter und Käufer oder Käuferin-das müsstet ihr dann ausknobeln. Somit wäre der Corona-Argumentation des Verkäufers entsprochen.

  • Hallo zusammen,

    ich möchte mich nochmal melden und den derzeitigen Stand berichten. Alle Mängel an der Tür wurden nach der Übergabe beseitigt und die an den Schränken wurden aufgenommen und werden noch beseitigt.
    Nun ergibt sich aber ein neuer Mangel, welcher im Protokoll aufgezeichnet ist. Ich habe zum Haus das komplette Gäste-WC + Diele und Badezimmer erworben (Fliesenarbeiten + Sanitärgegenstände + Montage). Insgesamt hat das Gäste-WC ca. 6.000 € gekostet, das Badezimmer 10.000 € gekostet. Das Problem sind die Silikonfugen, die sehr schlecht gezogen sind und die Abschlussleisten an der Badewanne und an der Ablage. Die Fugen wurden bereits zweimal nachgebessert und die Leisten bereits abgeschliffen, aber zufrieden bin ich noch immer nicht. Teilweise ist es sogar schlimmer als vorher. Für mich ergibt sich die Frage, was man Verlangen und Erwarten kann. Für mich sieht das aber alles andere als professionell aus und ich befürchte, dass diese nicht richtig abdichten. Evtl. ist Fugenschimmel hier ein Thema? Ich wollte dies gerne in diesem Forum fragen, da hier Personen unterwegs sind, die von dieser Materie mehr Wissen haben als ich. Im Anhang habe ich viele Bilder in PDFs hinzugefügt. Ich bedanke mich schon mal in Voraus.

    Mit freundlichen Grüßen
    Pat

  • Hallo

    also ich bin keine Schmierprofi aber die Silikonfugen sehen teilweise schon echt übel aus

    War das ne Fachfirma, welche das gemacht hat ? Kann ich mir kaum vorstellen


    ne interessante Frage ist ( welche ich auch nicht beantworten kann ) ...wo beginnt der optische Mangel bei solchen Fugen und was ist (optisch) tolerierbar ??

  • Hallo

    also ich bin keine Schmierprofi aber die Silikonfugen sehen teilweise schon echt übel aus

    War das ne Fachfirma, welche das gemacht hat ? Kann ich mir kaum vorstellen


    ne interessante Frage ist ( welche ich auch nicht beantworten kann ) ...wo beginnt der optische Mangel bei solchen Fugen und was ist (optisch) tolerierbar ??

    Hallo,
    laut der deutschen Reihenhaus war es eine Fachfirma und ein "professioneller" Fliesenleger ist vor Ort gewesen.