Geruch und asbesthaltiger Mörtel Schornstein

  • Ich bitte euch noch mal um Einschätzung zu folgenden Sachverhalten.

    Vorab bitte ich euch jedoch, nett und sachlich zu bleiben. Ich weiß selbst,dass ich bzgl dieses Themas eine vielleicht zu übertriebene Angst habe, aber ich bemühe mich schon um das Beseitigen dieser "Baustelle".


    Mich beschäftigen und sorgen folgende Sachverhalte

    1. Seit einiger Zeit haben wir einen unangenehmen Geruch in unserer Mietwohnung, nicht sehr stark,aber doch bemerkbar. Aufgefallen ist er vorrangig erst seit der begonnenen Heizperiode. Wir konnten die Quelle ausfindig machen: die Schornsteine. Diese sind jedoch nicht mehr in Benutzung (außer evtl für die Heizung? Das weiß ich nicht) und verputzt.

    Der Geruch ist eher stechend/beißend (mein Mann meint rauchig,rußig) und an manchen Tagen mehr, an anderen weniger. Kann das auf eine Versottung der Schornsteine hinweisen?

    Es kann auch Regen/Feuchtigkeit in den Schornstein gekommen sein und dadurch der Ruß angefangen haben zu riechen.

    Besteht dabei eine Gesundheitsgefahr für uns in der Wohnung? Durch den neuen Putz, der vor unserem Einzug angebracht wurde (die Hausverwaltung meinte mal es sei mineralischer Putz ) kam wieder Feuchtigkeit an den Schornstein, wodurch dieser Geruch entstehen kann.


    Unsere Hausverwaltung ist leider sehr schlecht erreichbar und auf viele Fragen kommt keine Reaktion.


    2. Der zuständige Schornsteinfeger meint, dass die Schornsteine alle entweder zu DDR Zeiten oder später erneuert wurden. Baujahr des Hauses wird vermutlich in den 30er Jahren gewesen sein. Nun kommen diesbezüglich wieder bei mir Bedenken. Ich habe gelesen, dass zu DDR Zeiten für fast alle Schornsteine asbesthaltiger Mörtel verwendet wurde. Könnt ihr das erfahrungsgemäß so bestätigen? Meine Angst ist: in unserer ganzen Wohnung wurde ja vor unserem Einzug der Putz erneuert. (Laut hausverwaltung wurde mineralischer putz angebracht, grobkörnig, keine Tapete drüber) Falls der alte Putz und Mörtel vom Schornstein in der Wohnung also asbesthaltig war und bei der Sanierung abgeschlagen und dann erneuert wurde, dann hat sich der ganze Asbeststaub ja beim Abschlagen des alten Mörtels/Putzes in der Wohnung niedergelassen. Ich geh mal davon aus,dass das nie beprobt wurde. Wir sind die ersten, die die Wohnung neu bezogen haben. Besteht in diesem Szenario eine Gesundheitsgefährudung für uns, denn die Asbestfasern haben sich dann ja vermutlich in der ganzen Wohnung verteilt?


    Ich würde mich sehr freuen, wenn ihr dazu eure Einschätzung geben würdet.

  • Selbst wenn asbesthaltiger Mörtel in der DDR verwendet worden wäre, so ist der jetzt ungefährlich, weil er ja gebunden ist und der neue Putz ist darüber. Also keine Gefahr mehr. Das Asbest was evtl frei gelegt wurde, das habt ihr beim Putzen schon beseitigt. Das Bisserl was noch übrig sein könnte, dürfte kaum noch von Belang sein. Wenn es Asbest gab.


    Was Du machen kannst? Einen Abstrich des Hausstaubes machen, da wo sich Staub angesammelt hat und diesen in ein Labor einschicken. Und wenn Du nirgends Staub findest, dann hast Du eh schon alles aufgewischt, dann passiert eh nix mehr. Mehr kannst Du jetzt nicht machen. Alles andere ist nur Hysterie. Also machen und dann reden wir weiter.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke dir! Den alten Staub haben wir vor dem Einzug natürlich schon abgewischt, gesaugt etc.

    Aber natürlich sammelt sich im Alltag immer wieder neuer Staub an - Wie in jeder Wohnung. Das ist wohl unvermeidlich. Lohnt es sich dann noch,diesen zu beproben?

  • Kostet nicht viel. Mach halt. Wenn es negativ ausfällt, was ich vermute, dann beruhigt es dich auf jeden Fall.



    Das mit dem Geruch ist jetzt was anderes. Da muss der Schornstein ja noch offen zur Wohnung sein. Wird der alte Schornstein als Abluftschacht verwendet?

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  • Das mit dem Geruch ist jetzt was anderes. Da muss der Schornstein ja noch offen zur Wohnung sein.

    nein, muss er nicht. Fast alle Wandbaustoffe sind durchlässig für Feuchtigkeit und diese bringen dann Geruchsstoffe mit sich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Also der ist komplett verputzt. Und v.a. bei Regen ist der Geruch stärker, habe ich das Gefühl. Der Geruch gelangt direkt durch den Putz


    Zur Wohnung direkt ist also nichts offen, wie das auf dem Dach oder im Keller aussieht weiß ich gar nicht. Auf dem Dachboden sehe ich auch keine Öffnungen. Er ist stillgelegt.

    Oder verstehe ich die Frage falsch?

  • nein, muss er nicht. Fast alle Wandbaustoffe sind durchlässig für Feuchtigkeit und diese bringen dann Geruchsstoffe mit sich.

    Und das bedeutet was? ist damit eine gesundheitliche Gefährdung durch PAK etc möglich?

  • Wollte ich nur geklärt haben. Haben andere Mieter auch den Geruch?


    Auf jeden Fall ist das eine Sache für den Vermieter. Und da beginnt dann die Juristerei an.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ich werde mal rumfragen im Haus.

    Wir haben aber neuen Putz dran,der ja wieder Feuchtigkeit mit sich gebracht hat. Die anderen haben Tapete. Da könnte ich mir vorstellen,dass die mehr Geruch zurück hält.


    Ob er oben abgedeckt ist,weiß ich nicht. Kann ich das selbst raus finden?


    Der Geruch ist ja das eine..lästig aber evtl noch tolerabel für die Zeit die wir hier sind. (Bauen momentan selbst) Ich habe aber 2 kleine Kinder und bin derzeit schwanger. Da beunruhigt mich eher der gesundheitliche Aspekt.

  • Wir haben aber neuen Putz dran,der ja wieder Feuchtigkeit mit sich gebracht hat. Die anderen haben Tapete. Da könnte ich mir vorstellen,dass die mehr Geruch zurück hält.

    nein, kaum!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kann mir denn jemand was zur gesundheitlichen Belastung und Schadstoffbelastung durch den Geruch und die austretenden Stoffe sagen? PAK? Oder mit was ist dabei zu rechnen?

  • Kann mir denn jemand was zur gesundheitlichen Belastung und Schadstoffbelastung durch den Geruch und die austretenden Stoffe sagen?

    Nein. Weil wir so wenig wie Du wissen, WAS da riecht.

    Kann von der toten Ratte bis Kohlenwasserstoffverbindungen alles sein

    Oder mit was ist dabei zu rechnen?

    Raumluftanalyse machen lassen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Kann mir denn jemand was zur gesundheitlichen Belastung und Schadstoffbelastung durch den Geruch und die austretenden Stoffe sagen? PAK?

    Selbst wenn wir den Geruch übertragen bekämen (wird von meinen Displays leider nicht unterstützt) wäre dies eine ziemliche Leistung. Ich kenne niemanden, der aus der Ferne Gerüche anhand von Bildern sicher erkennen kann.


    Da braucht es eine Schadstoffanalyse!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • PAK treten nicht aus. Solange die Temperatur nicht steigt findet da (außer bei Naphtalin) praktisch keine Verlagerung statt. Alle anderen sind bei Raumtemperatur nicht bzw. fast nicht flüchtig.

  • PAK treten nicht aus. Solange die Temperatur nicht steigt findet da (außer bei Naphtalin) praktisch keine Verlagerung statt. Alle anderen sind bei Raumtemperatur nicht bzw. fast nicht flüchtig.

    Danke! Kannst du erfahrungsgemäß sagen, welche Geruchsstoffe da austreten könnten, wenn der Schornstein so beißend oder rauchig riecht? V.a. bei Nässe? Oder was das sein könnte,was wir da riechen?


    Mir ist schon klar, dass ich hier keine 100 prozentige Analyse erwarten kann,aber wir werden doch nicht die Ersten sein, die davon betroffen sind und eventuell hat jemand Erfahrung,mit welchen Stoffen dabei zu rechnen ist?

    Geld für eine Schadstoffanalyse wollte ich für die wenigen noch verbleibenden Monate in dieser Wohnung nicht unbedingt ausgeben, allerdings habe ich wie erwähnt 2 kleine Kinder und bin schwanger und da wäre es beruhigend zu wissen, ob da gesundheitsgefährdende Stoffe austreten könnten oder ob es "nur" eine Geruchsbelästigung ist. Ich hätte einfach gern mehr Wissen, um abwägen zu können, was wir jetzt tun können bzw.müssen.

  • ... hat jemand Erfahrung,mit welchen Stoffen dabei zu rechnen ist? ... habe ich wie erwähnt 2 kleine Kinder und bin schwanger und da wäre es beruhigend zu wissen, ob da gesundheitsgefährdende Stoffe austreten könnten oder ob es "nur" eine Geruchsbelästigung ist. Ich hätte einfach gern mehr Wissen, um abwägen zu können, was wir jetzt tun können bzw.müssen.

    Dann lass

    eine Schadstoffanalyse

    ne Analyse

    machen! Hurtig!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wir ziehen in 3 bis 4 Monaten wieder aus. Ich möchte gern abschätzen, ob es noch verhältnismäßig ist für die Zeit. Dafür wäre es aber nett, wenn ihr mir helfen würdet, aufzulisten, um welche Stoffe es sich da handeln könnte.

  • wir ziehen in 3 bis 4 Monaten wieder aus. Ich möchte gern abschätzen, ob es noch verhältnismäßig ist für die Zeit. Dafür wäre es aber nett, wenn ihr mir helfen würdet, aufzulisten, um welche Stoffe es sich da handeln könnte.

    Ist er verhältnissmässig 3-4 Monate sorgenfalten zu schieben, oder sich 3-4 Monate einen evt vorhanden Giftstoff 10h am Tag auszusetzen?

    Wir wissen es NICHT.

    Deine Entscheidung, deine beurteilung, dein Risiko.

    Was man tun kann, wurde ja schon desöftern klar erwähnt.

    Es hapert an der Entscheidungskraft.

    Aber wie wäre es, mal einen Fachmann/frau nur anzurufen der in Ihrem Gebiet tätig ist um zu fragen was das kost und wie lang es dauert bis er eine Ergebniss liefern kann. Das würde nochmal die Sinnhaftigkeit klarer darstellen. Denn wenn die Ergebnisse der Analyse erst in 3 MOnaten kommen, ist es aus meiner Sicht, eh wurscht. Wirds aber was innerhalb der nächsten 4-6 Wochen, wäre es vertretbar, jenachdem was bei der vorortanalyse schon ausgeschlossen werden kann.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Also mir fällt da nix gefährliches ein, was routinemäßig im Schornstein zu vermuten wäre.

    Aber die einfachste Auskunftsquell wäre doch der Schorni.

    Ich hab mich jetzt nochmal umgehört. Und zwar geht durch den einen stinkenden Schornstein (Stube) die Heizung. Auf dem Dach befindet sich ein Edelstahlrohr. Er ist also noch in Benutzung und es fällt auf, dass je mehr es gegen abend geht, es mehr riecht. Ich vermute, dass es mit dem Heizen zu tun hat.

    Der Vormieter nahm den Geruch von diesem Schornstein nicht wahr,nur an einem anderen in der Wohnung (Kinderzimmer), welchen ich nicht bis kaum rieche.

    Dadurch, dass er nun doch noch aktiv ist, können da doch PAK s austreten? Und lassen die sich "weglüften"? Ich lüfte 2-3 mal am Tag.

    Der andere Schornstein, der auch riecht (Flur), ist wohl nicht mehr aktiv. Dennoch ist der Geruch wahrnehmbar. Wie sieht es damit aus,wenn er stillgelegt ist?

    Der Schornsteinfeger unternimmt außer 2x im Jahr fegen leider nix. Und eine Raumluftanalyse ist sehr teuer, dafür dass wir nur noch 2-3 Monate hier wohnen werden. Und dann käme eine Sanierung für uns wohl eh zu spät. Noch dazu das Gestreite mit dem Vermieter :( Wegziehen ist leider aufgrund der Wohnlage in kurzer Zeit auch nicht möglich.

    Ich muss sagen, dass ich nun aber doch allerhand Panik bekommen habe, falls da doch Pak s austreten können. Je nach Konzentration sind die ja v.a. für unsere Kinder extrem gefährlich und krebserregend.

    Ach ich hab Schiss und weiß nicht weiter.

  • KatMat weisst du da mehr?

  • Bei einer vernünftigen Verbrennung entstehen keine PAK bzw. in unbedeutenden Konzentrationen. Und wenn ein Edelstahlzug im Schornstein ist können eigtl auch keine PAK aus ehemaliger Nutzung "ausgewaschen" werden.

    Was man sich vorstellen kann ist, dass durch die zunehmende Erwärmung des Schornsteins im Lauf des Tages dort (noch) vorhandene PAK und andere mittelflüchtige Stoffe mobil werden.

    Wenn andere Leute das aber nicht wahrnehmen können die Konzentrationen auch nicht allzu hoch sein.

  • Vielen Dank für die Erklärung.

    Kannst du erklären, wie der Geruch von solchen Pak ist? Und wie du die gesundheitliche Belastung einschätzen würdest?

  • die Älteren von uns kennen den Geruch noch vom Straßenteeren in den frühen 1960ern.

    Aktuell kann man das noch riechen, wenn man bei heißem Wetter an einer alten Bahnstrecke mit impränierten Holzschwellen entlanggeht (oder an alten Telefonmasten).

    Die gesundheitliche Belastung kann ich nicht quantifizieren; sie ist aber bei minimalern Konzentrationen und nur gelegentlicher Exposition mit Sicherheit gering bis vernachlässigbar.

  • Danke. In dem Alter bin ich noch nicht. Riecht es also eher in die Richtung Teer oder Benzin?

    Eine geringe Exposition wäre das in unserem Fall allerdings nicht, da wir ja in dieser Wohnung über ein halbes Jahr gelebt haben.