Garagenbau, Fragen zum bau, Dämmung, Begrünung

  • Ich überlege, eine Garage zuzubauen. Steht alleine fernab vom Haus.


    Geplant ist eine ganz einfache Variante. Ich denke an (15er) mit Beton ausgegossene Schalsteine (Betonholblock) innen und außen verputzt, das Dach mit einer Sparren-Holzkonstruktion.

    Ein Holzstadel scheidet aus, weil es an der Nachbarsgrenze ist und somit E60-Brandschutz vonnöten. Daher muss ich zumindest 2 Wände mauern, dann halt gleich alle. Ziegel wären eine Alternative, kann ich aber kostenmäßig und von der Sinnhaftigkeit her nicht abschätzen.


    Die Garage würde etwa 9*8 Meter und dient nur zum Abstellen. Kein Winterbetrieb, wo ein Auto nass abdampft, da nur meine Oldtimer drinnen stehen, die bei schlechten Wetter nicht bewegt werden (Wenn doch, sind sie in der Hausgarage).


    Die konsultierte Fachfrau meinte allerdings:
    Dämmung sollte ihrer Meinung nach sein, Wände zumindest 8 cm und Dach auch (Mineralwolle), sonst ist es bei Wetterumschlägen etc. schlecht mit dem Innenraumklima. Ist das wirklich nötig?

    Ich würde natürlich ein paar Lüftungsgitter und Kippfenster vorsehen.

    Betreffend des Estrichs: obervergütet / mineralölbeständig, evtl. gepflügelt. Grube eher nein.


    Außenbewuchs würde ich mir wünschen, da ansonsten fassadenschädigend mit Bepflanzplatten oder "grünen Wänden", ich will das etwas dezenter gestalten.

    Ich mags nicht zu aufwendig, aber mich vor allem dann nicht ärgern was nicht bedacht zu haben.

    Kann mir wer da Erfahrungswerte bezüglich Dämmung und Begrünung geben?


    Danke,
    Ciaoliviero

  • das Dach mit einer Sparren-Holzkonstruktion.

    und wie gehts nach den Sparren weiter?

    Flach, geneigt, mit Attika oder ohne, Trapezblech, Bitumen, Folie... ??


    Je nach Aufbau / gewünschter Optik wird Beton nicht wesentlich teurer. Zumindest war das bei mir so. Wobe 8x9 ist schon ne Ansage, ich hab nur 7x8 und ne 25er Decke.

  • Außenbewuchs würde ich mir wünschen, da ansonsten fassadenschädigend mit Bepflanzplatten oder "grünen Wänden", ich will das etwas dezenter gestalten.

    Den Satz verstehe ich nicht. Befürchtest Du, dass Fassadenpflanzen die Fassade schädigen und was sind "Bepflanzplatten" und was ist "Außenbewuchs"?

    Ich habe selbst 35 Jahre Erfahrung mit wildem Wein, direkt und ohne Rankhilfe an einer Südfassade. Wenn Du was wissen willst, frag ruhig.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Zwischenplatten verstehe ich auch nicht.


    ThomasMD : Ich wäre jedenfalls an Erfahrung mit wilden Wein interessiert.

    Einfach aus der Erfahrung mit Efeu bei der Sanierung von altem Mauerwerk, der schließlich unterarmdick Fugen und Mauerwerk gesprengt hat. Aber dennoch finde ich aus ökologischer Sicht ein Begründen vorteilhaft.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Meine persönliche Erfahrung mit wildem Wein besagt, dass intakter Putz und Maurerwerk in den vergangenen 35 Jahren überhaupt nicht geschädigt wurde. Das Gegenteil ist der Fall: Da die Fassade während der Vegetationszeit vor Sonne und Regen geschützt ist, ist der begrünte Fassadenteil farblich noch frischer als der unbewachsene Teil.

    Den Wein habe ich 1985 nach langen Diskussionen mit den übrigen Hausbewohnern selbst gepflanzt. Vor ein paar Jahren war das 4-geschossige Haus in der Lokalpresse auch als grünstes Haus Magdeburgs erwähnt.

    Die gleichen Beobachtungen habe ich auch mit Efeu gemacht. Hässlich sehen diese Fassaden erst aus, wenn die Ranken abgerissen werden, weil dann die Haftorgane als schwarze Punkte am Putz kleben bleiben.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Interessant. Ich hätte jetzt gewarnt vor Efeu, aus der Erfahrung mit dem Mauerwerk heraus. Muss mal nach Bildern schauen.


    Wird der Wein beschnitten? Wie sieht es am Dach aus? Da hat der Wein /Efeu ja die Eigenschaft, sich gerne wo rein zu zwängen, wo er sich nicht hingehört.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • Man muss die Fenster jährlich freischneiden, damit die Triebe, die sich "nicht die Regeln halten" nicht verholzen und zum Hauptast für die weiterlaufenden Triebe werden, sonst verkahlen später Flächen an der Fassade. Das ist so, als wolltest Du aus einem Baumstamm in der Mitte ein Stück rausschneiden.

    Das Haus hat ein Flachdach und erstaunlicherweise war dort dann in 15m Höhe Schluss mit dem Wachstum.

    Kritisch kann es für ein Regenfallrohr werden, wenn sich ein Trieb zwischen Rohr und Wand schummelt und nach 20 Jahren zum armdicken Ast entwickelt.

    In unserem Fall ist das bei einem 70er PVC-Rohr passiert. Das ist aber bis heute nicht kaputtgegangen sondern nur etwas von der Wand abgedrückt. Also entweder aufpassen oder nach 40 Jahren mal das Rohr erneuern.

    Worüber reden wir hier? Es ging um eine Garage 😁




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Da stehen Oldtimer drin:eek: Des muss scho passen!


    Aus dem Bauch raus: Die Oldtimer sollten witterungsgeschützt stehen und werden im Winter eh nicht gefahren. Da würde ich keine Dämmung oder ähnliche Dreibastigkeiten nehmen. Evtl ein Fenster für Lüftung noch einplanen.


    Ich hätte jetzt von Begrünen abgeraten, aber der Thomas hat mich bekehrt:thumbsup:. Denn meine Sanierung damals war eine Sandsteinmauer, die jahrzehntelang mit Efeu bewachsen war und um den hatte sich nie einer gekümmert. Das sind ganz andere Voraussetzungen. Pflege muss halt sein und aufpassen, wo das Zeug hinwächst.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • wow.

    Ist das eine Pflanze?

    Nö das sind drei. Ursprünglich hatte ich nach Beratung durch einen Landschaftsgärtner 4 St. gepflanzt, aber eine ist eingegangen und die anderen drei haben die Lücke okupiert.

    Ungefähr drei Jahre noch dem Pflanzen trocneten die alten Grundmauern ab. Rechts auf dem Bild, um die Ecke, konnte wegen des Gehweges nichts gepflanzt werden. Dort sind die Wände auch immer noch feucht. Horizonztalsperre gibt es nur eine und die liegt 20 cm unter der Kellerdecke, so dass die Wohnungen trocken sind. Interessant ist aber, wie die Wurzeln einen alten Bau trockenlegen können.


    Ich muss direkt jetzt nochmal hinfahren. Im Herbst sieht das Haus auch immer toll aus.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Dämmung sollte ihrer Meinung nach sein, Wände zumindest 8 cm und Dach auch (Mineralwolle), sonst ist es bei Wetterumschlägen etc. schlecht mit dem Innenraumklima. Ist das wirklich nötig?

    Wärmedämmung sorgt dafür, dass der Wärmedurchgang gebremst wird, also dass z.B. ein geheizter Raum langsamer auskühlt oder dass Sonneneinstrahlung die Wände nicht so stark aufheizt.

    Wird die Garage geheizt?

    Stört es die Autos, wenn es im Winter -10°C und im Sommer 30+°C in der Garage hat?


    Wärmedämmung kann auch dafür sorgen, dass Bauteile "warm gehalten" werden, damit daran keine/weniger Luftfeuchtigkeit kondensiert.

    Zum Beispiel Außenwände bei Wohnräumen oder Dächer bei Verlade-Einrichtungen. Hier will man verweiden, dass Wasser von warmen Fahrzeugen verdunstet, an der Unterseite vom kalten Dach kondensiert und später auf die zu verladenden Güter tropft.


    Der Feuchtigkeitseintrag in eine Garage dürfte bei einer Oldtimereinlagerung sehr gering sein, wenn die Fahrzeuge als "Schönwetterfahrzeuge" genutzt werden.

    Sind draußen mehrere Tage über 30°C wird es auch in einer gedämmten Garage sehr warm - ohne Kühlung.

    Ebenso wird es auch im Winter kalt in der Garage, wenn nicht geheizt wird.


    Selbst unser Fahrradschuppen, in den regelmäßig auch regennasse Fahrräder eingestellt, trocknet wieder.

    In den kritischen Monaten im Frühling und Herbst kann ja ab und zu ein Kondenstrockner in der Garage betrieben werden. Das wird sicher preiswerter als die Dämmung.


    Ganz anders sieht es dann aber aus, wenn geheizt werden soll.


    Und für die Begrünung:

    Ich würde auf Rankgitter mit ausreichend Abstand zu den Wänden setzen, dann sind auch die Wurzeln nicht so nah am Bauwerk und man kommt mit dem Arm und der Gartenschere auch mal hinter die Rankhilfe.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Die Oldtimer wird es bestimmt nicht stören wenn es mal kalt mal warm ist. Nur feucht darf es nicht sein und das ist es im Normalfall nicht. Es wurden schon einige Oldtimer in alten Schuppen gefunden, die weder gedämmt noch nach heutigen Maßstäben gegen Feuchtigkeit geschützt waren, die noch völlig intakt waren. Wenn man an den Dingern im Winter basteln will, dann will man es natürlich warm haben. Aber das will er ja anscheinend nicht, wie ich es verstanden habe. Sonst wäre eine Hebebühne wünschenswert. Ich würde nicht groß dämmen. Ist nicht nötig.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Vielen Dank für Eure Anregungen und Tipps!


    Stand momentan:


    Länge 10m, Breite 6,70 / 8,60 (Außenmaße)

    Unterste Reihe Betonschalsteine

    darauf 25er Thermoziegel mit normalem Putz, Belüftungsöffnungen.

    Tore doppelflügelig mit Glas oben und 2 Fenster hinten

    Dach Pultdach, möglichst geringer Winkel (5%). Weniger wäre mir lieber.


    Ich habe auch mal dort angefragt, was das kostet:

    Produktübersicht: BRUCHAPaneel

    Falls so ein Brandschutzdach nicht so teuer ist und ich mir diese Brandüberschlagsmauer zum Nachbarn damit sparen könnte, wäre das eine Überlegung wert. Sonst scheinen diese Paneele auch nicht schlecht zu sein, gibt es auch in meiner Länge.


    lg Oliver

  • du hast keinen planer, keinen plan, wenig ahnung, versuchst dich aber trotzdem als planer.

    Zumindest ist das mein Eindruck. Viel Glück, das wirst du brauchen.

    So würde ich das nicht sehen.

    a) Ich habe eine Baumeisterin in der Gasse, die mein Vorhaben bei der Gemeinde einreicht und mit der ich das erörtert habe.

    b) Ein alter Freund von mir ist Architekt, der zeichnet die Pläne (hat er schon)

    c) Ein Freund von mir hat gerade so etwas gebaut.

    d) Ein Bekannter von mir ist Dachspengler.

    e) ein "Nachbar" würde alle Mauerarbeiten übernehmen, einer im Ort macht Erdbewegungen.


    Ich muß allerdings unerwartete Gemeindeabgaben für Aufschließung zahlen, das bringt etwas mehr Kostenkontrolle als geplant.

    Und ob ich die Garage unbedingt brauche... eigentlich schon, was bleibt mir über.


    Das Hauptproblem sind allerdings die Divergenzen von a) - e). Kaum zu glauben, was jeder von denen besser weiß als der andere. Ist für den interessierten Laien faszinierend zu beobachten, vor allem die beiden Dipl-Ings a) und b).

    Daher versuche ich mich selbst auch schlau zu machen und Vor- und Nachteile abzuwägen. Ist ja kein Kernkraftwerk, das hier gebaut werden soll...

  • Das Hauptproblem sind allerdings die Divergenzen von a) - e)

    Ok, dann lag' ich falsch. Du hast nicht keinen Planer, sondern sogar 5, und jeder vertritt seine Meinung, auch wenn sie gar nicht kompetetent dafür sind. Da ist es natürlich eine gute Idee, noch zusätzlich im Forum so 3 bis 10 ergänzende Vorschläge mitzuberücksichtigen....

    Du kennst doch sicher den Spruch mit den vielen Köchen?

  • a) Ich habe eine Baumeisterin in der Gasse, die mein Vorhaben bei der Gemeinde einreicht und mit der ich das erörtert habe.

    b) Ein alter Freund von mir ist Architekt, der zeichnet die Pläne (hat er schon)

    c) Ein Freund von mir hat gerade so etwas gebaut.

    d) Ein Bekannter von mir ist Dachspengler.

    e) ein "Nachbar" würde alle Mauerarbeiten übernehmen, einer im Ort macht Erdbewegungen.

    Und wer koordiniert die fünf fachlich?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich glaube, jeder der nicht vom Baufach ist hat wohl dieses Problem der "Meinungsvielfalt". Das mit der nächsten Meinungsvielfalt im Forum war mir eh klar, aber man kann ja nicht genug hören. Aussieben muss man selber. Deswegen habe ICH die Koordination übernommen...


    a) hat die Verantwortung

    b) zeichnet den Plan nach Vorgabe von a)

    c) hat Tipps gegeben und ist aus dem Rennen.

    d) macht das Dach nach Vorgaben von a)

    e) macht das Mauerwerk nach Vorgaben von a)


    So bleibt es an a) und mir. Aber wie gesagt, es scheint mir jetzt bautechnisch keine übergroße Herausforderung zu sein. Nur halt was man vorher überlegt erspart man sich nachher...


    Danke, lg Oliver

  • ...Ich muss direkt jetzt nochmal hinfahren. Im Herbst sieht das Haus auch immer toll aus.

    War heute da. Ein Teil der Blätter liegt schon unten.





    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

    2 Mal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: doppelte Bilder gelöscht

  • Ups, da sind ja Bilder doppelt und in der falschen Reihenfolge.

    Das erste Bild zeigt den 50 Jahre alten Kratzputz, nachdem kürzlich Ranken abgerissen wurden. Es gibt an der gesamten Fassade nirgends Schäden.


    Ein weiteres Bild zeigt den massigen Stamm, der eine der drei Pflanzen versorgt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Danke.

    Was auf den Bildern nicht zu sehen ist:

    Der Besitzer, ein Zahnarzt aus Minden, lässt das Haus seit Jahren leerstehen, nachdem er das Dach voll PV-Module gepflastert hat.

    Scheint ihm zu reichen...




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow