Grundleitungsplan - Abwasserabführung und Höhenplanung

  • Hallo liebe Experten am Bau,

    ich stelle hier eine Frage, die ich schon in einem Laienforum gestellt hatte. da die Resonanz dazu nicht besonders groß war, versuche ich es hier nochmal. Ich hoffe, ihr könnt mir hier helfen.


    Zum Thema:

    Ich habe einen Vorabzug der Ausführungsplanung des mir von meinem GÜ zugeteilten Bauleiters erhalten. Das wird alles nochmal nach Fertigstellung der Statik angepasst sofern nötig und dann finalisiert. Bis dahin habe ich Zeit selbst zu überlegen ob das alles so sinnvoll ist wie es ist.

    Ihr seht unten zunächst einen Lageplan (aus Bauantrag) und einen Ausschnitt aus dem Grundleitungsplanentwurf des Bauleiters. Zum besseren Verständnis habe ich auch nochmal den Grundriss des EGs aus dem Vorabzug der Ausführungsplanung mit angehangen.

    Achtung die Pläne haben eine unterschiedliche Ausrichtung, ich habe aber jeweils die Nordpfeile neu eingefügt.
    Im Grundleitungsplan habe ich das GFL-Recht (Lageplan planoben) als rot-/orangefarbenes Rechteck eingefügt.

    Wie ihr seht sieht der Entwurf vor, dass die Abwasserleitungen zusammengeführt und nach planunten also zum Hinterliegernachbar, also von der Straße weg, geführt werden sollen. Ich müsste dann einen Richtungswechsel mehr mit der Abwasserhauptleitung vornehmen.

    Argumentation seitens des Bauleiters war, dass die Leitungen immer auf dem kürzesten Weg unter der Bodenplatte rausgeführt werden sollen weil man da nie wieder rankommt. Das leuchtet ein. Wenn ich mir jedoch anschaue, wo sonst die Leitungen runterkommen (rote Kreise), ist das doch eigentlich gar nicht der durchschnittlich kürzeste Weg, oder? Es gibt mehr Abflussleitungen, die näher zum GFL-Streifen liegen, lediglich der Abfluss für die Küche wäre weiter weg. In Anbetracht des dann längeren Leitungswegs der Hauptleitung und des zusätzlich nötigen Richtungswechsels, wäre dann nicht eine Ausführung nach planrechts (im Grundleitungsplan) bzw. planoben (im Lageplan) sinnvoller?

    Zweites Thema ist die Höhe der Abwasserleitung. Hier ist die Höhe der Durchführung aus der Bodenplatte auf ca. 70cm gesetzt (muss noch erfragen in Bezug zu welcher Höhe - ich nehme an Bodenplatte, aber OK oder UK?). Ist ja an sich wohl eine Standardhöhe für Abwasserleitungen, aber in Anbetracht dessen, dass der vorgesehene Leitungsweg über das GFL geht, was gleichzeitig die gemeinsame Zufahrt für meinen Nachbarn und mich ist, also eine befahrene Strecke, wird ja empfohlen tiefer zu gehen und zwar nachdem was ich so lese 150 cm. Sollte ich das dem GÜ schon jetzt mitteilen oder ist es möglich eine weitere Stufe vor dem GFL-Streifen zu machen?

    Insbesondere weil der vorhandene Abwasserschacht (siehe westliche Ecke auf dem Lageplan) genutzt werden soll und bis dahin eine gute Strecke von ca 40m zurückgelegt werden muss ist die Frage nach der tatsächlich unbedingt nötigen Höhe interessant.

    Der Abwasserschacht ist ungefähr 1,8m tief. Das geht also ungefähr genau auf, aber nur wenn ich auf der von mir präferierten Seite des Hauses anfangen kann. Muss ich nochmal ums Haus rum, komme ich zu tief am Abwasserschacht an.

    Habt ihr Ideen, Vorschläge oder Hinweise?

    Danke und Gruß


    Tolentino

  • Passt scho. Er hat das durchaus sinnvoll gemacht. Ansonsten ginge die Entwässerungsleitung quer oder längs durchs ganze Haus, gerade das was man ja nicht will. Die Leitung ist komplett draußen im Garten und wenn es Probleme gibt, kannst Du jeder Zeit da ran, ohne viel Brimborium.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo Frau Maier,

    das klingt ja schonmal beruhigend, Allerdings will ich ja auch nicht quer oder längs durchs ganze Haus ich will nur einfach nicht nach planunten sondern nach planrechts vom HWR aus, weil da ja die Leitungstrasse zur Straße und letztlich zum Abwasserschacht ist. Ist das wirklich schlechter?


    Ich hänge nochmal den ganzen Plan kommentiert an, vielleicht wird's so klarer...

  • Ich halte es nach zweimaligem Anschauen für gehupft wie gesprungen, will sagen, es macht keinen nennenswerten Unterschied.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wie baut man denn die Leitungen unter einer Zufahrt am besten auf?

    Ich habe im Netz folgendes gefunden:

    - bei besonderer Belastung mindestens 1,5m Tiefe.

    - Graben wo man das Abwasserrohr mittig verlegen kann

    - Gefälle 1-2%

    - immer aufwärts legen

    - 10cm Sand unterm Rohr (keine Hohlräume!)

    - bis 40 cm unter Oberfläche mit Füllsand aufschütten , lagenweise verdichten oder mit Wasser einschlämmen (gilt das mit den 40cm auch bei 1,5m Einbautiefe?)

    - restliche 40cm mit Erde auffüllen und lagenweise verdichten


    Ok, aber was wenn man noch Trinkwasser, Strom und TV-Kabel reinlegen will?

    Trinkwasser und Abwasser dürfen wohl übereinander gelegt werden, aber nicht dichter als 1m nebeneinander.


    Gibt es spezielle Rohre die einfach mehr aushalten (KG 2000?)?

    Kann man dann weniger Einbautiefe wagen?


    Danke und Gruß


    Tolentino

  • Tolentino


    letztendlich entscheid der Übergabeschacht wie weit man runter kann. Das ist das überhaupt bestimmende Maß aller dinge bei der Abwasseranlage. Dies und nur dies entscheidet letztendlich ob dein Bau eine Entwässerung im Keller bekommt oder nicht.

    Es bringt NICHTS, sich darüber zu verkopfen wie man am besten alle Leitungen im Hof legt. Das entscheidest nicht du, sondern der Versorger. TEL/STROM/GAS/WASSER. Und die werden einen Teufel tun und alles übereinander legen.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • chieff der Abwasser-Übergabeschacht ist etwa 1,8m tief.

    Trinkwasser Versorger interessiert sich nur bis zum Übergabeschacht. Strom und Kabel lassen Leerohrverlegung in Eigenleistung zu. Von da habe ich ja auch die übereinanderlegung, zumindest bei den bwb. Zu Strom und Kabel habe ich diesbezüglich nichts gefunden. Ich weiß aber, dass zumindest bei uns im visuell wo gerade alle Abwasserrohre erneuert werden, im gleichen Graben innerhalb 1m Breite Strom, Gas, Trink- ggf Abwasser übereinander liegen.

    Vielleicht gelten in Berlin einfach andere Vorschriften wegen der dichteren Bebauung?

    Danke und Gruß

  • Alles gut und recht, aber es ist unerheblich was der Versorger zulässt, wichtiger ist, was er fordert und was eingehalten werden muss.


    Man hat hier da gefühl, Erdabreiten wären Sandkastenspielerei und nur ein nebenschauspiel.

    Lasst das von Fachfirmen machen die sich damit auskennen. Es macht keinen Sinn sich das versuchen reinzulesen, weil man dann nur auf 1-2 Punkte konzentriert und den rest unerkannt verpennt. Ergo alles nochmal auf Anfang und neu. oder irgendwelche schmierigen Kompromisse eingehen....

    orrr, ich könnt mir da schon jetzt die Haare raufen.

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Ja, aber meine erste angesprochene Fachfirma, mein GÜ, flößt mir mit seinem Erstentwurf nicht gerade das Vertrauen ein, das große Ganze im Blick zu haben. Siehe Ausführung Abwasser auf die dem Abwasserschacht entgegen gesetzte Seite des Hauses, obwohl eine nähere Variante auch möglich wäre...

    was wäre denn eine geeignete Fachfirma? Ein TGA-Büro? gleich Tiefbauunternehmen?


    Danke und Gruß


    Tolentino

  • ... Siehe Ausführung Abwasser auf die dem Abwasserschacht entgegen gesetzte Seite des Hauses, obwohl eine nähere Variante auch möglich wäre...

    Naja, nur geschätzt, Dein "Weg" scheint annähernd genauso lang zu sein wie der vom Unternehmer geplante ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • was wäre denn eine geeignete Fachfirma? Ein TGA-Büro?

    Ja, aber Du wirst momentan vermutlich in B kein Büro finden, das sich einer solch sehr überschaubaren Aufgabe annehmen würde.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • 5 m und ein Richtungswechsel weniger.


    Ok also sind Tiefbauer die richtigen Ansprechpartner? Wie finde ich heraus, ob die was taugen und das große Ganze im Blick haben?


    Danke und Gruß


    Tolentino

  • Ach, des isch doch g'hupft wie g'sprunge wo Du die Leitung entlang führst. Beide Varianten geben sich nichts und somit hat die von Bauleiter gemachte Version keinen Mangel und ist OK so. Ein Bogen mehr oder weniger ist egal. Wo Du jetzt ein Vertrauensverlust sieht erschließt sich mir nicht. Dein GU wird die Vorgaben des Versorgers kennen und macht das schon.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ok also sind Tiefbauer die richtigen Ansprechpartner?

    Naja, hier in B eher weniger. Die Versorger beauftragen i.d.R. spezialisierte Betriebe für Rohrleitungsarbeiten oder Leitungsverlegung, keine allgemeinen Tiefbauer. Einige Installateure / Brunnenbauer machen es auch mit. Dafür sollte der GU eine bewährte Adresse haben. Und einen GU beauftragt man doch nicht, um dann parallel Einzelgewerke zu vergeben.

    ... das große Ganze im Blick haben ...

    Architektinnen und Architekten und natürlich auch gute GÜ. Wenn dieser GÜ das nicht hat, ist er vielleicht der falsche, aber ich sehe das bisher nicht.

    ... mein GÜ, flößt mir mit seinem Erstentwurf nicht gerade das Vertrauen ein, das große Ganze im Blick zu haben. Siehe Ausführung Abwasser auf die dem Abwasserschacht entgegen gesetzte Seite des Hauses, obwohl eine nähere Variante auch möglich wäre...

    Ich verstehe Dein Misstrauen hier nicht. Der Ansatz ist nicht offensichtlich unsinnig, ungeeignet, falsch, ... was auch immer. Möglicherweise gibt es ja Gründe wie Zugänglichkeit, Anfahrbarkeit ... was auch immer, die dafür sprechen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es kann sein, dass die Baustraße freigehalten werden muss. Da habe ich tatsächlich noch nicht dran gedacht. Guter Hinweis.

    Im übrigen hat der GÜ bis jetzt den Abwasserschacht überhaupt nicht beachtet.

    Alle Medienanschlüsse sind für ihn bauseits zu erledigen. Der hat gar kein Interesse daran das auszuführen. Er empfiehlt uns auch keinen seiner Subs dazu.

    Daher mein Misstrauen.

    Er weiß, dass wir den GFL-Streifen als gemeinsame Zufahrt planen. Er müsste wissen, dass man dann die Leitungen tiefer legen muss (von mir recherchierte Empfehlung: 1,5m) er könnte wissen, dass der Abwasserschacht in der westlichen Ecke des Grundstücks ist und sich somit der Anschluss als ganz schön knapp darstellt, sodass jeder Meter Umweg zählt.


    Das Richtungswechsel bei der Abwasserleitung egal sind, hätte ich nicht gedacht, danke für den Hinweis.

  • uagh, Warum dann überhaupt GÜ / GU?


    (Allgemein gesprochen) Ich wundere mich wieder, warum man einem GU/GÜ beauftragt und dann selber wieder nach Auftragsvergabe unzufridden ist mit dem GÜ/GU. Das wäre doch eigentlich der Sinn des GÜ/GU. Ich vergebe alles an eine Hand und kann mich auf meinen mist konzentrieren und hab keinen Stress.

    Und nun wieder mal ein enttäuschter AG , wobei noch nicht mal richtig angefangen wurde. *oarh*

    :lach: Leute, kennt Ihr Quarantäne-Kaffee? Der ist wie normaler Kaffee aber mit Vodka drin und ohne Kaffee. :D

  • Ja, das war der Sinn des GÜ/GU, gerade als Laie. Was Mannheim als Laie nicht in Vorfeld erkennen kann ist ob der spezifische GU/GÜ den oben auch wirklich alles abnimmt.

    hier in meinen spezifischen Fall ja anscheinend nicht. Und Schwupps muss ich mich kümmern. Der will sich ja anscheinend gar nicht mal gegen Geld kümmern möchte nur die einfachen schnellen Sachen machen.

    ist wohl das Schicksal der Käufer in einem Verkäufer - Markt...

  • ... ist ob der spezifische GU/GÜ den oben auch wirklich alles abnimmt. ... hier in meinen spezifischen Fall ja anscheinend nicht. ...

    Wenn man von der Sache etwas versteht und die Leistungsbeschreibung Punkt für Punkt durchgeht, kann man das vorher schon erkennen. Aber genau an dem Sachverstand soll ja beim GÜ-Modell gerade gespart werden, weil der nur unnötig kostet ... und beim GÜ alles aus einer Hand inklusive ist.


    Falls es Dich tröstet: Die Koordination der Herstellung der Hausanschlüsse gehört auch nicht zu den Grundleistungen nach HOAI, welche ein damit (Grundleistungen) beauftragter freier Fachplaner im Rahmen seines Pauschalhonorars abwickelt. Auch dann gäbe es also leichten Frust.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Wobei ein Architekt schon die Sinnhaftigkeit prüft. Klar rechnet er nicht alles nach, aber aus Erfahrung sieht man schon was Sinn macht und was nicht.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...