Bodenaufbau Keller für Nutzung als Wohnraum

  • Hallo,

    ich möchte - nach Absprache mit meinem Tragwerksplaner - den Boden im Keller tieferlegen. Dazu möchte ich den bestehenden Rohfußboden aus 5 cm Beton und 5 cm Schotter entfernen und noch ca. 15 cm tiefer graben.

    Den Bodenaufbau habe ich dann so geplant:

    (Klicken zum vergrößern)

    Meine Probleme/Fragen sind:


    1. An der rot eingekreisten Stelle: Das Streifenfundament ist bis zu 10 cm breiter als die Steine. Da fast der gesamte Bodenaufbau sich zwischen den Streifenfundamenten befindet würde der Bodenbelag an den Rändern und bei den Türdurchgängen direkt auf dem Streifenfundament (bzw. der Abdichtung) aufliegen. Bzgl. Dämmung ist das ja eher suboptimal. Seht ihr da Möglichkeiten das zu entschärfen? Bodenbelag (geplant ist hauptsächlich Vinyl) direkt auf der Abdichtung ist sicher auch eher schlecht..


    2. Da sich die Horizontalabdichtung über der 1. Steinreihe befindet muss ich die Abdichtungsbahn (Knauf Katja Sprint) mit dieser verbinden und dann überputzen. Geht das überhaupt?


    3. Wie ist Eure Meinung zum Bodenaufbau? Verbesserungsvorschläge?


    Der Keller soll als Wohnraum genutzt werden, u.a. für ein Büro und ein Gäste-Zimmer. Daher soll auch eine Fußbodenheizung verbaut werden.

    Grund der Tieferlegung ist die geringe Raumhöhe (2,30 m ab OKRF), die keinen ordentlich Bodenaufbau erlauben würde. Dazu soll die Decke noch ca. 10 cm abgehangen werden, um Installationen unterzubringen (u.a. für KWL). Ziel-Raumhöhe ist 2,20 m. Baujahr des Hauses ist 1960.

  • Hallo,

    ich möchte - nach Absprache mit meinem Tragwerksplaner - den Boden im Keller tieferlegen. ... Der Keller soll als Wohnraum genutzt werden, u.a. für ein Büro und ein Gäste-Zimmer. Daher soll auch eine Fußbodenheizung verbaut werden.

    1. Sind bauplanungs- und bauordnungsrechtlich Aufenthaltsräume hier zulässig?
    2. Sind die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Aufenthaltsräume (baulicher Rettungsweg, Raumhöhe, Belichtung) baulich im Kostenrahmen umsetzbar? (Tipp: § 47 (1) BauO Berlin, da steht MIndestraumhöhe 2,5 m!)
    3. Ist die Umnutzung bereits beantragt und genehmigt?

    Wie ist Eure Meinung zum Bodenaufbau? Verbesserungsvorschläge? ... soll auch eine Fußbodenheizung verbaut werden.

    1. In Kellerräumen würde ich Gips- und Gipsprodukte vermeiden, denn am tiefsten Punkt eines Hauses sammelt sich ziemlich sicher immer wieder einmal Wasser, denn irgendwas passiert garantiert - irgendwann und dann ist das Material hin.
    2. Wo ist im Fussbodenaufbau die Fußbodenheizung dargestellt?
    3. Welchen Sinn hat eine als Trittschalldämmung ungeeignete Hochleistungswärmedämmung aus hartem Schaumkunststoff?
    4. Wie wird die Wärmedämmung der Außenwand hergestellt?

    Erst wenn alle 7 vorstehenden Fragen positiv bzw. schlüssig beantwortet sind, sollte man sich über die weiteren Details der Ausführung Gedanken machen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ...

    Erst wenn alle 7 vorstehenden Fragen positiv bzw. schlüssig beantwortet sind, sollte man sich über die weiteren Details der Ausführung Gedanken machen.

    als da beispielsweise wären

    * vorhandene Gründungstiefe (eventuell sind Unterfangungen erforderlich)

    * zu erwartende Grundwasserstände

    * Tragfähigkeit des vorgesehenen Unterbaus

    * vertikale Abdichtung (Die vorgesehene "Lösung" ist keine.)

    * ...

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Vielen Dank für Eure Antworten.

    Ist das in B ausreichend für einen Aufenthaltsraum? Gibt es einen vernünfitgen 2. Fluchtweg? (Grösse nach LBO) Was sagt der Planer zum Vorhaben?

    Entschuldigung, ich hatte vergessen zu erwähnen dass das Haus im Saarland steht (von der Großstadt geht's auf's Land).


    Gemäß Landesbauordnung gibt es für Aufenthaltsräume in diesem Gebäude keine Mindesthöhe.

    Fluchtwege sind ausreichend vorhanden: Treppe zu EG, Garagentor (Garage ist im Haus) und Fenster (4 von 5 mit den notwendigen Maßen für Rettungswege).

    Dem Tragswerksplaner habe ich erst letzte Woche alles geschickt. Nicht nur das, sondern noch ein paar andere statische Anpassungen. Das dauert, daher habe ich noch keine Rückmeldung zu meiner Idee.


    1. Sind bauplanungs- und bauordnungsrechtlich Aufenthaltsräume hier zulässig?
    2. Sind die bauordnungsrechtlichen Anforderungen an Aufenthaltsräume (baulicher Rettungsweg, Raumhöhe, Belichtung) baulich im Kostenrahmen umsetzbar? (Tipp: § 47 (1) BauO Berlin, da steht MIndestraumhöhe 2,5 m!)
    3. Ist die Umnutzung bereits beantragt und genehmigt?
    4. In Kellerräumen würde ich Gips- und Gipsprodukte vermeiden, denn am tiefsten Punkt eines Hauses sammelt sich ziemlich sicher immer wieder einmal Wasser, denn irgendwas passiert garantiert - irgendwann und dann ist das Material hin.
    5. Wo ist im Fussbodenaufbau die Fußbodenheizung dargestellt?
    6. Welchen Sinn hat eine als Trittschalldämmung ungeeignete Hochleistungswärmedämmung aus hartem Schaumkunststoff?
    7. Wie wird die Wärmedämmung der Außenwand hergestellt?

    Erst wenn alle 7 vorstehenden Fragen positiv bzw. schlüssig beantwortet sind, sollte man sich über die weiteren Details der Ausführung Gedanken machen.

    Zu 1: Ja


    Zu 2: Ja, siehe oben.


    Zu 3: Die Umnutzung ist verfahrensfrei.

    Zu 4: Zementfließestrich statt Calciumsulfat-Fließestrich war auch schon meine Überlegung. Das kläre ich mit der Estrichfirma ab.


    Zu 5: Hier eine aktualisierte Zeichnung:


    Zu 6: Ich komme günstig an 2. Wahl Dämmung, daher die Wahl von PUR um den Aufbau gering zu halten. Trittschalldämmung habe ich im UG nicht für nötig erachtet. Bist Du da anderer Meinung?


    Zu 7: Die Dämmung der UG-Außenwände ist noch nicht im Detail geplant, da die Maßnahme erst für übernächstes Jahr geplant ist.



    Gründungstiefe: Das Fundament hat eine nachgemessene Tiefe von 45 cm bei einer Innenwand, Außenwand möglicherweise tiefer (auch laut Darstellung in den Bauplänen, leider ohne Maße).


    Grundwasserstände: Bis mind. 4 m Tiefe dürfte kein Grundwasser vorhanden sein. Der Boden ist allerdings sehr lehmig, d.h. Lastfall wäre aufstauendes Sickerwasser.


    Vertikale Abdichtung: Abdichtung der Außenwände ist Bitumendickbeschichtung, welche übernächstes Jahr mit Dämmung der UG-Außenwände überarbeitet/erneuert werden soll.

  • Zu 6: Ich komme günstig an 2. Wahl Dämmung, daher die Wahl von PUR um den Aufbau gering zu halten. Trittschalldämmung habe ich im UG nicht für nötig erachtet. Bist Du da anderer Meinung?

    • 120 mm PUR sind nicht "gering", sondern ziemlich viel! Sie entsprechen thermisch geschätzt ca. 160 mm EPS.
    • Trittschalldämmung wirkt nicht nur vertikal, sondern auch horizontal
    • PUR ist aufgrund seiner hohen dynamischen Steifigkeit keine (Trittschall-) Dämmung
    • "günstig" ist beim teuersten verfügbaren Schaumkunststoff aber immer noch eine Aussage, die man mit konkreten Zahlen unterlegen sollte: EPS kostet momentan bei 100 mm Stärke rund 15 € / m2, PUR / PIR ca. 23 - 25 € / m2.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Gründungstiefe: Das Fundament hat eine nachgemessene Tiefe von 45 cm bei einer Innenwand, Außenwand möglicherweise tiefer (auch laut Darstellung in den Bauplänen, leider ohne Maße).

    bei 45 cm werden noch min. 25 abgegraben - Frag Deinen Tragwerksplaner mal nach Grundbruch

    Grundwasserstände: Bis mind. 4 m Tiefe dürfte kein Grundwasser vorhanden sein. Der Boden ist allerdings sehr lehmig, d.h. Lastfall wäre aufstauendes Sickerwasser.

    aufstauendes Sickerwasser bei lehmigem Boden - was sagt der Auftrieb (noch dazu bei nur 5 cm "Sauberkeitsschicht" und nahezu keiner Auflast)


    Aber spar Dir ruhig den Planer. Hast ja schon einen Statiker im Boot.

    Der Planer kostet nur und macht eh nur ein paar Zettel, mit denen man nichts anfangen kann.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

    • 120 mm PUR sind nicht "gering", sondern ziemlich viel! Sie entsprechen thermisch geschätzt ca. 160 mm EPS.
    • Trittschalldämmung wirkt nicht nur vertikal, sondern auch horizontal
    • PUR ist aufgrund seiner hohen dynamischen Steifigkeit keine (Trittschall-) Dämmung
    • "günstig" ist beim teuersten verfügbaren Schaumkunststoff aber immer noch eine Aussage, die man mit konkreten Zahlen unterlegen sollte: EPS kostet momentan bei 100 mm Stärke rund 15 € / m2, PUR / PIR ca. 23 - 25 € / m2.

    Ich bekäme 100 mm PUR, beidseitig alukaschiert, WLG 023, 2. Wahl für unter 12 € je m².


    Aufgrund Deiner Bedenken bzgl. Trittschall informiere ich mich noch weiter und überlege es mir.


    bei 45 cm werden noch min. 25 abgegraben - Frag Deinen Tragwerksplaner mal nach Grundbruch

    aufstauendes Sickerwasser bei lehmigem Boden - was sagt der Auftrieb (noch dazu bei nur 5 cm "Sauberkeitsschicht" und nahezu keiner Auflast)


    Aber spar Dir ruhig den Planer. Hast ja schon einen Statiker im Boot.

    Der Planer kostet nur und macht eh nur ein paar Zettel, mit denen man nichts anfangen kann.


    Ich höre da Ironie. Welcher Berufszweig wäre denn der richtige Planer dafür? Mein Tragwerksplaner ist für Baustatik und Bauphysik (auch Energieberatung), dachte das wäre ausreichend.

  • Mein Tragwerksplaner ist für Baustatik und Bauphysik

    Dann kann er auch Wärmebrücken berechnen.

    Frag Deinen Tragwerksplaner mal nach Grundbruch

    aufstauendes Sickerwasser bei lehmigem Boden - was sagt der Auftrieb (noch dazu bei nur 5 cm "Sauberkeitsschicht" und nahezu keiner Auflast)

    Ich schließe mich den Fragen an.


    Fundamente freilegen geht oft schon ohne Erddruck auf die Kellerwände in die Hose, siehe z.B. hier und hier. Wie soll das mit funktionieren?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Der Umbau ist doch a Schmarrn. Da gibts doch eine fette Wärmebrücke am Rand. Wenn man so etwas macht, dann bitte auch die Außenwände außen dämmen, bis runter zur Fundamentsohle. Dann könnte es funktionieren, wenn es ein Energieberater durch rechnet, abgesehen von der ganzen statischen Geschichte.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Außenwanddämmung ist ja auch geplant.


    Ich plane das nun erstmal mit meinem Ingenieur und habe Kontakt zu einer Geotechnik-Firma zwecks Bewertung des Bodens aufgenommen.


    Wenn dann ein Plan steht melde ich mich hier nochmal.

  • Bewertung des Bodens

    .. und des bemessungswasserstandes - obwohl, da gibts nichts zu bewerten, der ist wie er ist - manchmal nicht so, wie man ihn gerne hätte ;)

    wenn eh abgegraben wird, um zu dämmen, dann kann man auch abdichten.

    ich halte in so einem fall eine unzureichende abdichtung für wesentlich dramatischer, als die propagierte wärmebrücke - aber dazu kann (und soll) der kollege vor ort (bzw der architekt) was sagen.

  • eh abgegraben wird, um zu dämmen, dann kann man auch abdichten.

    1. Das abschnittsweise Arbeiten berücksichtigen


    2. Für die Fuge Fundament - neue Sohlplatte ist KEINE Abdichtug mehr (sinnvoll) möglich. Von daher ist der Wasser(höchst)stand schon interessant.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen