Wasserschaden in Neubau

  • Nachdem unser Neubau in 6 Monaten fast fertig gestellt wurde und eigentlich immer trocken war, ist es jetzt zu einem Wasserschaden gekommen. Der Kaltwasser-Auslass für die Badewannenstandarmatur war nicht fest verschraubt und leckte nachdem die Wasserversorgung angeschlossen wurde. Eine Leckprüfung und Abdrehung vor der Wasseruhr wurde am FreitagMittag nicht mehr durchgeführt. Am Samstagvormittag wurde von uns der Schaden festgestellt. Wasser war Im HWR durch den Kabelschacht in den Schaltschrank gelaufen. Panzersicherungen ausgelöst und kein Strom mehr. Estrichheizprogramm aus. Ca. 2qm große Wasserpfütze im Bad über dem HWR. Wasser tropft aus allen Deckenauslässen unter dem Bad. Wieviel Wasser könnte jetzt auf der Betondecke verbleiben und zu Schimmelbildung führen. Habe 2 Kondenstrockner im Einsatz. Im OG keine Wasserspuren mehr zu erkennen. Aber im EG steigt an der Wand im HWR und der daneben liegenden Küche zwischen Estrich und Wand im Putz die Feuchtigkeit ca. 10 cm auf. Reicht Lüftung und Fußbodenheizung im Estrichprogramm aus um alles zu trocknen und Schimmelbildung zwischen Betondecke, StyroporDämmung und Estrich zu verhindern???:pfusch:

  • Reicht Lüftung und Fußbodenheizung im Estrichprogramm aus um alles zu trocknen und Schimmelbildung zwischen Betondecke, StyroporDämmung und Estrich zu verhindern??? :pfusch:

    Nein, reicht defininitiv nicht. Denn zwischen Estrich und Rohdecke befindet sich ja noch die Dämmschicht.

    Professionell trocknen lassen, indem heiße Luft unter die Dämmung geblasen wird und die Kondenstrockner dann die aufgefeuchtete Luft trocknen.

    Zwischendurch und hinterher alles gut messen lassen und dokumentieren.

    Hat denn der für das Malheur Verantwortliche schon seine Haftpflichversicherung informiert?

    In der Elektroverteilung ist auch umfangreich zu trocken, zu prüfen und teilweise auszuwechseln. Ebenso ist das EG auf Schäden zu untersuchen.

    Das wird wohl eine größere Baustelle...

    Frage ist auch nach der Abdichtung unter der Wanne zu stellen. Regulär hätte das Wasser gar nicht durchlaufen dürfen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Reicht Lüftung und Fußbodenheizung im Estrichprogramm aus um alles zu trocknen und Schimmelbildung zwischen Betondecke, StyroporDämmung und Estrich zu verhindern???:pfusch:

    Hierauf sollte man differenziert antworten: Bei einem nennenswerten Wassereintrag ist eine professionelle Trocknung grundsätzlich immer sinnvoll. Estrichtrocknung allein über Luftbewegung und Wärme im Raum funktioniert rein (bau-) physikalisch betrachtet allenfalls bei noch nicht abgedichteten / belegten Estrichen und dauert dann relativ lange - außer bei relativ geringen Feuchtigkeitsmengen.


    Aber kommen wir zum anderen Punkt:

    Schimmelbildung zwischen Betondecke, StyroporDämmung und Estrich ... verhindern

    Schimmelpilze leben von / zersetzen organischem/s Material. Nur wo es

    • Material organisch-biologischen Ursprungs
    • ausreichend Feuchtigkeit
    • die richtige Temperatur
    • weitere erforderliche Lebensbedingungen gibt

    gibt, siedeln sich (Schimmel-) Pilze an.


    Ohne organisches Material kann es auch unter optimalen Umweltbedingungen keine (Schimmel-) Pilzansiedlung geben! Keines der hier genannten Materialien

    ... Beton ... Styropor ... Estrich ...

    ist für sich als Subtrat für Schimmelpilze geeignet. Weiterhin sind frischer Beton und Zementestrich mit pH-Werten um 12,5 so hoch alkalisch, dass es auf ihnen auch bei sonst idealen Bedingungen meistens nahezu keimfrei ist. (Für die Handdesinfektion reicht ein pH-Wert der Seife von 9,0 - 10,0 völlig aus, siehe "AHA"-Regeln zur Prophylaxe von Corona-Viren!). Allerdings können auf ihnen ab- oder in ihnen eingelagerte Materialien biologischen Ursprungs von Schimmelpilzen zerstört werden. Das heißt, dass in rein diesem Aufbau in den ersten Jahren nach Einbau und solange ausschließlich sauberes Trinkwasser eingetragen wurde, keine Gefahr einer (Schimmel-) Pilzbildung besteht. Es gab vor einigen Jahren eine Untersuchung dazu, wieviele Keime in einem solchen Aufbau unmittelbar nach Wassereintritt, bei der Trocknung und nach der Trocknung vorhanden waren bzw. zurückblieben. Es war praktisch keine Erhöhung der Anzahl der koloniebildenden Einheiten feststellbar. Ich meine, dies in "Der Bausachverständige" gelesen zu haben, bin mir aber nicht sicher.


    Das Geschriebene gilt aber nur dann und der Schaden bleibt nur dann so klein und überschaubar, wenn

    • Estrich und Beton relativ neu sind (ca. 2 - 3 Jahre nach Einbau)
    • weder fäkalhaltigen Abwässer oder sonstiges biolog.-organ. Materialien zugelaufen sind
    • im feuchten Bereich oder unmittelbar angrenzend keine Materialien wie Dämmschichten aus nachwachsenden Rohstoffen, Gipskartonplatten oder andere biolog.-organischen Materialien eingebaut sind und nennenswert Feuchtigkeit aufnehmen konnten.

    Insofern liest sich dieser Fall erfreulicherweise weniger kritisch und je nach Menge der eingetragenen Feuchte könnte man es auch mit weniger aufwändigen Maßnahmen die Feuchtigkeit wieder schadlos entfernen. Dies sollte fachkundig am Objekt entschieden werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.