Kellerausbau

  • Hallo zusammen,


    auch wenn der letzte Thread im Unterforum eigentlich das gleiche Thema behandelt, ist die Sachlache bei mir durch die Perimeterdämmung hoffentlich eine andere. Deswegen auch der neue Thread.


    Ich möchte einen Teil des Kellers unserer 20 Jahre alten Doppelhaushälte zum Hobbyraum auszubauen und benötige hier etwas Beratung. Es handelt sich um einen Beton-Keller mit schwarzer Wanne und (teilweiser) Perimeterdämmung (60mm). Teilweise, da die andere Doppelhaushälfte bisher nicht gebaut wurde. An dieser Außenwand fehlt die Dämmung.







    Der Keller ist hier etwa 120cm mit Erdreich bedeckt.



    Hier der Plan des Kellers selbst:







    Meine Wunschvorstellung ist es die Wand zwischen "Hauswirtsch.-Raum" und "Keller" zu entfernen und die Wand zur "Diele" zu begradigen. Da wären wir auch schon bei der ersten Frage: Ist das aus eurer Sicht ohne Weiteres möglich? Die Wände existieren in der Form auch nur im Keller und scheinen, für den Laien, nicht tragend zu sein.



    Angenommen das klappt alles so wäre der Nächste Punkt die Außenwand: Wie gehe ich mit dieser um? Gerne würde ich hier auch Unterputzsteckdosen und Netzwerkkabel verlegen, das dürfte im Beton etwas schwierig werden. Mein erster Gedanke war daher Verkleiden mit Gipskarton. Scheinbar im Keller ja aber nicht unbedingt die beste Idee. Gilt das aber auch mit der Perimeterdämmung und wenn ich eine Dampfbremse anbringe? Wie könnte ich außerdem vermeiden den kompletten Betonkern mitzuheizen?

    Was mache ich an der ungedämmten Außenwand? Macht es Sinn hier mit Calciumsilikat-Platten zu arbeiten? Könnte man diese einschlitzen und dahinter Leitungen verlegen?



    Dann ist da noch die Sache mit den Fenstern (Man verzeihe das Chaos auf den Bildern, wir sind nach 6 Monaten Renovierung vor 4 Wochen Eingezogen, da hatte das noch keine Priorität...):







    Gibt es hier eine Lösung diese einfach durch "richtige" Fenster zu erstezen?



    Viele Fragen, ich hoffe nicht zu viele.



    Danke und viele Grüße

    Sebastian

  • Punkt 1 :

    Niemand kann aus der Ferne und ohne Kenntnis der Statikpläne sagen welche Wand tragend ist und welche nicht

    Im Plan ist die Wand mit 11,5 eingezeichnet... das deutet darauf hin dass die Wand eher nicht tagend ist...aber wer weiss wie gut Plan und Wirklichkeit übereinstimmen ==> lass das von einem Fachmann Vorort klären


    Punkt 2 : Man könnte zb ne Installationswand machen und dahinter die Leitungen verlegen...als quasi ne Vorsatzwand

    aber Vorsicht mit Dämmung im Keller an der innenseite ...das müsste bauphysikalisch gut geplant und umgesetzt werden


    Punkt 3 :

    Fenster kann man natürlich tauschen gegen was Besseres...

    Schwieriger wirds wenn das Fenster auch grösser werden soll.... aber geht natürlich auch ...

  • Die Frage ist welche Nutzung ist vorgesehen. Evtl. müssen größere Fenster rein, wegen zweitem Rettungsweg und sowieso wegen der 10% Regel von Fensterfläche bezüglich der Grundfläche.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Hallo und Danke für eure Antworten!

    Punkt 1 :

    Niemand kann aus der Ferne und ohne Kenntnis der Statikpläne sagen welche Wand tragend ist und welche nicht

    Im Plan ist die Wand mit 11,5 eingezeichnet... das deutet darauf hin dass die Wand eher nicht tagend ist...aber wer weiss wie gut Plan und Wirklichkeit übereinstimmen ==> lass das von einem Fachmann Vorort klären


    So eine Antwort hatte ich schon befürchtet ;)


    11,5 cm ist die Wand wirklich, außerdem wurde der 45°-Teil in dem die Türen sind wohl nachträglich eingebaut. Die obere Reihe Steine ist recht lieblos reingequetscht. Macht es Sinn beim ursprünglichen Architekten nachzufragen nach den Statikplänen, oder wird sowas in aller Regel nicht aufbewahrt? Bei den Bauunterlagen ist leider nichts zu finden.


    Zu Punkt 2:

    Könnte man eine solche Wand als Gipskartonwand machen? Aluprofile und impregnierte Platten drauf? Oder geht man hier besser anders vor?


    Zu Punkt 3:

    Die Größe passt für mich. Das ganze soll eine Art "Medien-Raum" werden. Ich möchte den Raum in erster Linie als Heimkino und zum Musikhören nutzen. Außerdem noch für meine Videospielsammlung. Da braucht es in aller Regel kein Tageslicht. Allzuviele Menschen werden sich dort auch nicht gleichzeitig aufhalten. Mir gehts hier eher um Schall- und Wärmedämmung.


    Die bisherigen Stahlfenster sind auf eine art Rahmen geschraubt, der in den Beton eingegossen scheint. Ist sowas eine Art "Standard", sodass man die Fenster einfach vom Rahmen schrauben kann und durch andere erstezen kann? Oder muss dieser Stahlrahmen raus?


    Viele Grüße

    Sebastian

  • Könnte man eine solche Wand als Gipskartonwand machen? Aluprofile und impregnierte Platten drauf?

    Das "Alu" ist verzinktes Stahlbech und mit den "imprägnierten" Platten meinst Du vermutlich "GKBI" (Gipskarton, imprägniert, dort unter "Spezielle Verwendung" -> Feuchträume.) Dort steht dann das, was ich Dir sinngemäß auch schreiben würde:

    Gipsbaustoffe sind im dauerfeuchten Bereich nicht beständig und verlieren ihre Festigkeit. Hier werden alternativ Zementfaserplatten eingesetzt. ...

    Oder geht man hier besser anders vor?

    Ja, siehe oben: Diese Platten heißen dann "H2O-Powerpanel" oder "Aquapanel" oder ähnlich und sind wasserdampfdicht und dauerhaft nässebeständig. Nur diese würdiger ich in Kellerräumen einsetzen. Weshalb? Weil ich weiß, wie toll GK-Platten schimmeln können, wenn sie feucht werden und weil Keller immer 'mal feucht werden.

    Macht es Sinn beim ursprünglichen Architekten nachzufragen nach den Statikplänen, oder wird sowas in aller Regel nicht aufbewahrt? Bei den Bauunterlagen ist leider nichts zu finden.

    Ich kenne es so, dass der Bauherr einen Satz bekommt. Beim Statiker nachfragen ist sinnvoll. Ich hebe statische Nachweise nicht mehr auf Papier auf.


    Kellerräume zu Aufenthaltsräumen zu machen ist baurechtlich wie auch bauphysikalisch herausfordernd, denn Jura wie Physik möchten beachtet werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ungedämmten (6 cm Perimeterdämmung WLG 040 sind quasi ungedämmt) Keller zu Wohnzwecken (Heimkino = wie Wohnen) ausbauen ist bauphysikalisch Turnen am Hochreck! Nichts für DIY und Baumarkt"beratung". Es sei denn, man hat Geld zuviel. Aber dann würd ich lieber Spenden. Es gibt so viele soziale Einrichtungen, die das Geld mit Kusshand nähmen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ... Keller zu Wohnzwecken ... ausbauen ist bauphysikalisch Turnen am Hochreck! Nichts für DIY und Baumarkt"beratung". ..

    Ein Keller ist ein Keller und bleibt ein Keller. Aus einem Trabbi einen Porsche bauen mag möglich sein, nur wüsste ich nicht wie ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Da wird doch kein Porsche draus gebaut? Loide, ich sehe hier einen Keller, der gelegentlich mal für einen netten Fernsehabend genutzt werden soll. 20 Jahre, also BJ 2000.


    1) Unterputzdosen in die Betonwand sind nicht zielführend. Bitte alles Aufputz.


    2) Die Kabel kannste verkleiden. Wenn Du ganz sichergehen willst, dass sich nichts hinter der Verkleidung bildet, dann lass eine Seite frei.


    3) Ich sehe einen Heizkörper: Heizen und Lüften ist wichtig, wenn sich Menschen im Raum aufhalten. Stichwort höhere Luftfeuchtigkeit.


    4) Fluchtweg ist notwendig: Die Fenster sind 80 x 60 cm, was leider nicht ausreicht (zu klein), aber auch weil die BRH zu hoch ist.


    5) Fenstertausch: Das sieht nach Einscheiben-Verglasung aus? Das zu tauschen gegen eine Zweischeibenverglasung wäre ohnehin geschickt. Dabei könnte man sich gleich den Statiker dazuziehen, ob man die Fensterfläche vergrößern kann und auch gleich klären, ob man->


    6) die Wand rausrupfen kann. Der Grundriss ist an der Stelle ohnehin - ohne Worte -

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung