Neuer Estrich leider zu tief verlegt

  • Hallo zusammen,


    es geht weiter. Der Estrichleger hat gestern in einem Stockwerk komplett 15mm zu tief aufgehört. D. h. der Estrich ist 15mm unter der für das Parkett benötigten Zielhöhe.


    Welche Möglichkeiten der Korrektur gibt es nun?


    Bodenaufbau von Unten:

    - Beton

    - Styropor Dämmung

    - Fußbodenheizung

    - Zementestrich erdfeucht eingebracht


    Danke für Tipps, erste Idee ist wohl Fliesspachtel (was ist das?) nach der Trocknung.

  • Der Estrichleger hat gestern in einem Stockwerk komplett 15mm zu tief aufgehört. ... Welche Möglichkeiten der Korrektur gibt es nun?

    Nivelliermasse oder Ausgleichsmasse aufbringen (lassen).


    Bei einer erforderlichen Schichtstärke von 15 mm dürften die Kosten dafür allerdings deutlich höher liegen als der Rück- und korrekte Wiedereinbau von Zementestrich. Insofern: Mangelrüge an den Estrichleger und den Bauzeitenplan um eine gute Woche verlängern / verschieben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Rückbau des Zementestrich? Kann mir als Laie kaum vorstellen, wie das gehen soll. Da kommt die Fußbodenheizung doch gleich mit raus...


    Anscheinend möchte der Estrichbauer ja eine Art Ausgleichsmasse einbringen. Genannt würde Fliesspachtel. Ich weiß allerdings nicht, werde fragen müssen, was das sein soll.


    Was wären denn geeignete Ausgleichs- oder Nivelliermassen? Sind irgendwelche qualitativen Einbußen (Stabilität oder ähnliches) zu befürchten?

  • Rückbau des Zementestrich? Kann mir als Laie kaum vorstellen, wie das gehen soll.

    Pneumatischer Bohrhammer ohne Drehung / Boschhammer ... oder ganz klassisch mit Meissel und Fäustel

    Da kommt die Fußbodenheizung doch gleich mit raus ...

    Nicht unbedingt, wenn man vorsichtig arbeitet. Reparaturen an geschädigten Heizschlangen werden ja auch so gemacht. Aber selbst das dürfte billiger sein als die Nivelliermasse, die pro 10 mm mit ungefähr dem dreifachem Preis für den Estricheinbau zu Buche schlägt, bei Dir also ungefähr dem vier- bis fünffachen Estrichpreis. Das Material ist einfach sündhaft teuer und meines Wissens auch nicht billiger zu kriegen. Keine Ahnung, ob es da noch irgendwelche Tricks gibt.

    Anscheinend möchte der Estrichbauer ja eine Art Ausgleichsmasse einbringen. Genannt würde Fliesspachtel. Ich weiß allerdings nicht, werde fragen müssen, was das sein soll.

    Ja, will er jetzt, wird er aber bei 15 mm kaum bezahlen wollen - wollte jedenfalls in meiner Umgebung noch nie einer.

    Was wären denn geeignete Ausgleichs- oder Nivelliermassen?

    Das wissen die Bodenleger jeweils für ihre Oberflächen (nicht die Estrichleger!)

    Sind irgendwelche qualitativen Einbußen (Stabilität oder ähnliches) zu befürchten?

    Mir sind außer dem astronomischen Preis keine bekannt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Für was hast du eigentlich einen Planer/Architekten als Überwacher?

    Oder täusche ich mich da mit deinen Themen bisher? :thumpsdown:


    Vor allem Frage ich mich, wie man bei festgelegten und kommunizierten Höhen so pfuschen kann, aber naja gibt halt welche, die können...:rulez::pfusch:

  • erste Idee ist wohl Fliesspachtel (was ist das?) nach der Trocknung.

    Und was sagt die Fußbodenheizung dazu? Ist denn die Überdeckung der Rohre überhaupt ausreichend? Ist der Estrich als ganzes zu tief oder ist er zu dünn? Wenn zu dünn... wer garantiert, dass das hält? Wenn als ganzes zu tief... wer garantiert, dass die Berechnung der FBH dann noch passt, wenn da noch Spachtel (Wärmeleitfähigkeit?) drauf kommt?


    Für was hast du eigentlich einen Planer/Architekten als Überwacher?


    Ich frage mich, wie man das hinbekommt. Bei uns gab es einen Meterriss für die Zielhöhe, den mehrere Beteiligte (nicht nur der Estrichbauer) mehrfach kontrolliert haben. Der wurde dann per Laser in alle Räume übertragen und genau danach gebaut. Tatsächlich habe ich das selbst auch nochmal nachgemessen, ehe es losgegangen ist.

  • Leute, macht doch nicht immer meinen Bauleitenden Architekten so rund. Der ist immerhin ständig vor Ort, betreibt Bautourismus im Rahmen seiner Möglichkeiten und qualmt eine mit den Handwerkern :D


    Nun gut, mir kann es egal sein, wie teuer das Beheben dieses nächsten Fauxpas ist. Der Rückbau erscheint mir aber risikobehafteter, als der Einsatz von geeigneter Ausgleichsmasse. Wenn die Amateure da jetzt mit schwerem Abriss Gerät rumfuchteln sehe ich Fensterrahmen, Leitungen usw. in großer Gefahr. Geflickte Heizungsrohre möchte ich auch nicht.


    Guter Tipp: ich werde den Parkettverleger kontaktieren und ihn nach seiner Empfehlung fragen.


    Wie löse ich die Frage mit der Fußbodenheizung, also ob das mit der Wärmeleitfähigkeit passt? Also der Estrich ist quasi zu 15mm zu dünn, um die passende Endhöhe für das Parkett zu erreichen. Ich denke nicht, dass der Aufbau darunter anders/tiefer ist, als geplant. Ob der Estrich nun ZU dünn ist, weiß ich nicht. Diese Frage werde ich mal stellen. Bauleiter wird garantiert wieder abwiegeln...


    Hat jemand von euch Erfahrung mit derartigen Nacharbeiten beim Estrich?

  • Wie dick ist der Estrich denn? Je nach Material gibt es in den a.R.d.T. dazu bestimmt Mindestdicken.


    Wärmeleitfähigkeit: Datenblatt von dem Spachtelzeugs besorgen und die Wärmeleitfähigkeit mit der von Estrich vergleichen.


    Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass ein erfahrener Estrichleger wirklich eine zu dünne Schicht macht. Gerade erdfeucht eingebrachter Estrich ist ja nichts, was man einfach nur hinschüttet, das ist viel Handarbeit, bei der er das Werk die ganze Zeit vor der Nase hat. Miss mal den Aufbau darunter und vergleich ihn mit den Plänen.

  • ... seufz ...

    • vernünftig instandgesetzte Heizungsrohre sind kein Problem.
    • 15 mm Ausgleichsmasse sind finanziell normalerweise keine ernsthafte Option. Dafür kannst Du Dir mind. ca. zweimal komplett neuen Estrich einbauen lassen - inkl. Rückbau des vorherigen und ein halbes Dutzend Reparaturmuffen für die Heizleitungen. Die Heizleitungen wären aber vermutlich auch gerade noch so mit drin. Wenn der Estrich erstmal abgebunden hat, also nach mehr als zwei - drei Tagen, lassen sich die Leitungen vermutlich nicht mehr retten.
    • Estrich und einfache Mauerwerkswände sind einfach so billig, dass sich Reparaturen daran nur selten lohnen.
    • Als Daumenwert müssen Zementestriche als Heizestriche über der Oberkante Leitung 45 mm stark sein, also insgesamt mindestens gute 60 mm. Ich kenne niemanden, der Estriche um 15 mm überdimensioniert, einfach so. Insofern muss der Estrich vermutlich eh 'raus, weil er nicht den Anforderungen der a.R.d.T. erfüllt.
    • Die Wärmeleitfähigkeit der Ausgleichs- bzw. Nivelliermassen ist normalerweise kein Problem, wenn dann die von Belägen.

    Hat jemand von euch Erfahrung mit derartigen Nacharbeiten beim Estrich?

    Ja, ich. Das Ergebnis habe ich Dir jetzt noch einmal geschrieben. Ich habe den Eindruck - entschuldige bitte die offenen Worte - Dich interessieren diese Erfahrungen aber nur dann, wenn sie Deine Meinung bekräftigen. Das tun meine Erfahrungen leider nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • JanRi


    Ich werde der Sache nochmal weiter auf den Grund gehen. Ist schon peinlich.


    Der Aufbau unter dem Estrich ist aber für die Fehlersuche in unserem Fall eher egal. Der Estrich muss ja eine ziemlich exakte Zielhöhe erreichen. Wenn der Estrichleger dann (sollte er machen) beim prüfen feststellt, er kann die Mindestdicke nicht erreichen, weil der Aufbau unter dem Estrich zu hoch ist, dann meckert er. Ggf. auch, wenn er 30cm dicken Estrich machen soll. Aber Ansonsten sehe ich nicht, warum der Untergrund das Problem sein sollte, außer er wäre nach dem Estrichverlegen abgesackt.


    Jedenfalls wird der Fehler ja gar nicht bestritten. Aber nach wie vor: einfach peinlich.

  • Ja, ich. Das Ergebnis habe ich Dir jetzt noch einmal geschrieben. Ich habe den Eindruck - entschuldige bitte die offenen Worte - Dich interessieren diese Erfahrungen aber nur dann, wenn sie Deine Meinung bekräftigen. Das tun meine Erfahrungen leider nicht.

    Entschuldige, es kam dann falsch rüber von mir. Ich denke, dass man mittlerweile sagen kann, dass unser Neubau in vielen Punkten beschissen läuft. Leider ist man als privater Bauherr mit hohen finanziellen Belastungen schnell in einer extremen Abhängigkeit und steckt schnell tief in der braunen Pampe.


    Jedenfalls schätze ich eure Meinungen und Hilfen sehr. Das Ganze Thema Dach habe ich nur mit euch aufdecken können. Leider läuft dieses Problem ja auch noch.


    Sofern der Estrich nicht die Mindesthöhe hat 45mm bzw. insgesamt 60mm, ist er also schon grundsätzlich zu bemängeln. Und, wenn ich dich richtig verstehe, kann das auch nicht durch 15mm Nivelliermasse technisch gesehen wieder behoben werden.


    Denn es ist ja so, dass ich ja nicht die Kosten für die Nivelliermasse trage. Wenn diese so extrem teuer ist, aber der Estrichleger selbst vorschlägt, das Ganze so zu lösen für uns kostenneutral, dann habe ich damit kein Problem. Sofern es technisch geeignet ist einen qualitativ gleichwertigen Zustand herzustellen.


    Einen Rückbau werde ich daher nicht aus wirtschaftlichen Punkten vorschlagen. Nur, wenn das technisch der einzige Weg ist, den geschuldeten Zustand zu erreichen.


    Der Estrich liegt morgen 48 Stunden und ein Rückbau würde wohl nicht vor nächster Woche stattfinden. D. h. die Fußbodenheizung wäre hinüber. Diese hat aber das vierfache vom Estrich gekostet. Ich denke daher, dass sich das auch wirtschaftlich dann irgendwann nicht mehr lohnt mit dem Rückbau.


    Hinzu kommt, dass ich bei einem Rückbau, neben den Gefahren für die anderen Sachen wie Fenster etc., auch mit einer größeren Zeitverzögerung rechne, als mit dem Einbringen von Nivelliermasse. Oder sehe ich das falsch?

  • Sofern der Estrich nicht die Mindesthöhe hat 45mm

    ... ich kann gerade nicht nachblättern, aber die 45 mm sind meiner Erinnerung nach schon seit 3-5 Jahren nicht mehr Stand der Technik.


    Welcher Aufbau war denn geplant und welcher wurde realisiert?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Sofern der Estrich nicht die Mindesthöhe hat 45mm bzw. insgesamt 60mm, ist er also schon grundsätzlich zu bemängeln. Und, wenn ich dich richtig verstehe, kann das auch nicht durch 15mm Nivelliermasse technisch gesehen wieder behoben werden.

    So ist es. Ich wüßte nicht, wie man das nachträglich mit relativ zum Neubau erträglichen Kosten reparieren könnte. Es kommt natürlich auf die genauen Anforderungen und die Planung an, die man noch einmal prüfen müsste.

    Denn es ist ja so, dass ich ja nicht die Kosten für die Nivelliermasse trage. Wenn diese so extrem teuer ist, aber der Estrichleger selbst vorschlägt, das Ganze so zu lösen für uns kostenneutral, dann habe ich damit kein Problem. Sofern es technisch geeignet ist einen qualitativ gleichwertigen Zustand herzustellen.

    Das ist es aber nicht. Eine Nivelliermasse dient dem geringfügigen Höhenausgleich, nicht einer statisch wirksamen Verstärkung. Dafür fehlt ihr m.E. die Haftzugfestigkeit und die Druckfestigkeit. Insofern wäre es technisch unmöglich, damit auch nur einen gleichwertigen Zustand herzustellen, von einem mangelfreien Zustand - auf den Du eine Anspruch hast - ganz abgesehen.

    Einen Rückbau werde ich daher nicht aus wirtschaftlichen Punkten vorschlagen. Nur, wenn das technisch der einzige Weg ist, den geschuldeten Zustand zu erreichen.

    Du brauchst keine Rückbau vorschlagen, sondern nur Mangelfreiheit verlangen (nicht: "beinahe fast so ähnlich wie mangelfrei", sondern einfach nur "mangelfrei"), das ist dann implizit - meines bisherigen Wissens - eine Aufforderung zum Rückbau, siehe oben.

    Der Estrich liegt morgen 48 Stunden ...

    Wenn man derartige Probleme feststellt, heißt es, die Beine in die Hand nehmen, denn der Schaden wird Stunde für Stunde größer. Die meisten Handwerker verstehen das. Ein Estrichleqer kam vor einem guten Monat auf einer meiner Baustellen nach 5 Minuten Bedenkzeit von allein drauf und machte ganz schnell seinen Estrichboy leer und sauber.

    ... und ein Rückbau würde wohl nicht vor nächster Woche stattfinden.

    Schlecht, denn jedes Zögern lässt den Schaden größer werden!

    Ich denke daher, dass sich das auch wirtschaftlich dann irgendwann nicht mehr lohnt mit dem Rückbau.

    Das muss Dich doch nicht interessieren, da Du eine mangelfreie Leistung erwarten kannst. Aber manchmal muss man Ausführenden sehr deutlich machen, welches Risiko sie durch weiteres Abwarten eingehen. "Das wollen Sie doch nicht". Das ist übrigens die ureigenste Aufgabe Deines Bauleiters / Objektüberwachers! Wenn der das nicht für Dich regelt, ist er Dir gegenüber in der Mitverantwortung - mindestens zu 50 % - so als juristischer Laie gedacht, jedenfalls.


    Das ist doch genau der Ansatz, den der Estrichleger verfolgt, um mit seinem aufwändigen :pfusch:durchzukommen!

    Hinzu kommt, dass ich bei einem Rückbau, neben den Gefahren für die anderen Sachen wie Fenster etc., auch mit einer größeren Zeitverzögerung rechne, als mit dem Einbringen von Nivelliermasse. Oder sehe ich das falsch?

    Dazu schrieb ich schon oben in meinem ersten Post dieses Fadens:

    Insofern: Mangelrüge an den Estrichleger und den Bauzeitenplan um eine gute Woche verlängern / verschieben.

    Noch ein Ansatz, um mit dem :pfusch: weiterzumachen: "Die Verzögerung wollen Sie doch nicht. Kommense, wir kippen Ihnen de jute Ausgleichsmasse da druff und dann können Se nächsten Monat einziehen. Wäre doch schade um jede Verzögerung!" ("Vor allem aber um unser Geld und unsere Zeit, wenn Sie das Zeug doch nehmen. Sie sparen 1 Woche und leben dann den Rest Ihres Lebens mit dem Mist und wir sind unseren Ärger los.")

    Hinzu kommt, dass ich bei einem Rückbau, neben den Gefahren für die anderen Sachen wie Fenster etc., ... rechne ...

    Die müssen eben ausreichend geschützt werden -> Aufgabe Bauleiter!

    ... auch mit einer größeren Zeitverzögerung rechne, als mit dem Einbringen von Nivelliermasse.

    Und schon bist Du bereit, auf eine Mangelbeseitigung zu verzichten und begnügst Dich mit einem nicht einmal halbseidenen Versuch, die Mängel nur zu kaschieren!


    Hast Du ein Haus nach den a.R.d.T. bestellt oder ein Haus in Anlehnung an etwas auf den ersten Blick so ähnliches wie die a.R.d.T.? :eek:


    Oder noch einmal anders: Gibst Du Dich nach Bestellung des teuersten Gerichts auf der Speisekarte auch zum vollen Preis mit TK-Pommes und TK-Currywurst direkt aus der Mikrowelle zufrieden, weil das schneller geht, man auch gut satt wird und dann kein Geschirr in die Spülmaschine muss, die heute schon ausgeschaltet wurde? Ah, Du kommst auf den Gedanken, Dir als Entschädigung lieber noch einen Schnaps oder einen Espresso auf Kosten des Hauses geben zu lassen? Na dann ...


    "X/ oder :rulez: ?" Ist hier die Frage!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • in einem Stockwerk

    Über welche Fläche reden wir hier?


    Ich vermute mal, der Estrichleger hat sich schon etwas dabei gedacht, als er Nivelliermasse vorgeschlagen hat. Die Kosten können Dir als Kunde egal sein, und ich bin mir sicher, der Estrichleger zahlt keine Apothekenpreise für das Material, wie das in manchen Baumärkten der Fall ist, wo die Preise eher auf Kleinmengen ausgelegt sind. Seine "Rechnung" könnte daher etwas anders aussehen.


    Einen Estrich mit FBH ausbauen, da ist der Aufwand und das Risiko für Schäden sehr hoch. Das macht man nur wenn man keine andere Wahl hat. Mit der richtigen Ausgleichsmasse wird die Nutzbarkeit, zumal im häuslichen Bereich, nicht eingeschränkt, aber dafür gibt es ja Datenblätter (Druckfestigkeit etc.). Auch das Verhalten der FBH wird sich kaum verändern, in vielen Fällen ist größere "Estrichmasse" sogar erwünscht. Die Wärmeleitfähigkeit um die 1W/(mK) unterscheidet sich nicht wesentlich von der Wärmeleitfähigkeit des Estrich, und bei 10-15mm Schichtdicke wird sich das in der Praxis sowieso nicht bemerkbar machen.


    Ich suche noch nach Argumenten, die aus Deiner Sicht gegen eine Ausgleichsmasse sprechen könnten, aber mir fällt nichts ein. Natürlich könntest Du argumentieren, dass Du das so nicht bestellt hast, und dann ewig über Toleranzen diskutieren, und ob diese Lösung nun gleichwertig ist. Ich könnte mir so einen Streit verkneifen, mir wäre ein funktionierendes Ergebnis wichtiger.


    Wer ist für wann mit dem Funktions-/Belegreifheizen beauftragt?

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    .

  • ich hab im OG Parkett und im Bad und Waschraum Fliesen. Da das Parkett 5mm mehr Aufbau braucht und ich die Verlegung des Parkett selbst vergeben habe, wollte ich den Estrich 5mm dünner ausgeführt haben als die beiden anderen Räume, bzw. Bad und Waschraum 5mm mehr.


    Leider wurde es dann genau andersrum gemacht.


    Am Ende wurde dann 1cm Ausgleichsmasse angewendet. Mit der Folge, dass die Türen dann am Ende nicht passten, der Schreiner dann absägen musste, was widerrum zu ausgefranzten Rändern führte..

  • Was spricht denn dagegen, mal schnell mit einem Zollstock ("Gliedermessstab") zur Baustelle zu eilen und zu messen, wie dick der Estrich wirklich ist?


    Dann muss man nicht weiter herumtheoretisieren... vielleicht ist er ja so dünn, dass er gar nicht mehr der Norm entspricht, so dass sich damit jegliche Diskussion sowieso erledigt hat.


    Wenn er die normale Dicke hat, dann muss wohl der Unterbau zu dünn sein. Dann wäre zum einen spannend, ob die Dämmung darunter einfach so dünner ausgeführt werden kann (wenn es darunter kalt ist, dann spielt das sehr wohl eine Rolle). Zum anderen müsste der Statiker klären, was die Decke zu der zusätzlichen Belastung sagt. Wenn man 7,5 cm Estrich + Ausgleichsmasse statt 6 cm Estrich hat, dann ist das ja auch deutlich schwerer.

  • SirSydom ich habe es bei dir so verstanden, dass das Ergebnis zu hoch war und damit die Lichte-Türhöhe zu gering. Das wäre bei uns ja nicht der Fall.


    Skeptiker und R.B. das sind jetzt genau die gegenüberstehenden Vorgehensweisen. Ich tendiere gerade zur zweiten Variante, weil ich bei uns sonst eigentlich jedes zweite Gewerk Rückbauen und Neumachen lassen müsste. Wirklich katastrophal, was teilweise abgeliefert wird. Dach steht kurz vor einem Rechtsstreit, weil auch kein Schuldbewusstsein vorhanden ist. Naja... daher versuche ich schon, wenn es mir keine Nachteile bringt, den Weg des geringeren Widerstandes zu gehen.


    Also sind knapp 115qm. Es ist das EG mit offenem Wohn-, Ess-, Kochbereich, Flur, Vorrat, Gäste-WC. Das Aufheizprogramm soll in drei Wochen starten und drei Wochen dauern. Gibt ein genaues Protokoll vom Parkettverleger dafür. Auszuführen vom Heizungsbauer. Nivelliermasse soll danach erst kommen.


    de Bakel Welche Estrich-Stärke geplant war, weiß ich gerade nicht, werde ich erfragen. Ich werde morgen selbst nachmessen, was wir für eine Stärke jetzt haben. Müsste zwei, drei Stellen geben, an denen der Fußbodenaufbau quasi frei liegt. Heißt das, dass 45mm Mindestüberdeckung nicht mehr sein müssen?

  • das sind jetzt genau die gegenüberstehenden Vorgehensweisen.

    Wolfgang macht mit seiner Einschätzung sicherlich nichts falsch, nach meiner Meinung muss man halt manchmal abseits von Normen denken Es läuft halt nicht alles perfekt in der Praxis, aber das bedeutet noch nicht den Weltuntergang. Ich garantiere Dir, schicke ein Dutzend SV durch Deine Baustelle und Du kannst jedes Gewerk verklagen. Dann bist Du die nächsten 10-15 Jahre mit Klagen beschäftigt, und danach kannst Du das Haus abreißen.


    Jetzt erst einmal kühlen Kopf bewahren, den "Mangel" erforschen, und dann prüfen, ob der Lösungsvorschlag des Estrichlegers sinnvoll ist. Ich würde diesen Vorschlag nicht automatisch ablehnen und auf Rückbau pochen. Eine Ausgleichsmasse ist jetzt keine so exotische Lösung, dass man ihr von vornherein kritisch gegenüber stehen, bzw. sie ablehnen sollte.

    Das Aufheizprogramm soll in drei Wochen starten und drei Wochen dauern. .............Nivelliermasse soll danach erst kommen.

    In meinen Augen sinnvoll. Dann wird sich zeigen, ob der Estrich seinen Aufgaben gewachsen ist. Nachträglich die Nivelliermasse aufbringen finde ich auch gut, weil damit die Trocknung des Estrich nicht behindert wird (je nach Nivelliermasse ist diese relativ "dicht", sollte man aus dem Datenblatt entnehmen können).

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    .

  • Wer hatte die Dämmlage im Auftrag?

    Was für ein FBH System? (Noppen, Tackernadeln)


    Ich gebe zu Bedenken:


    Ein Estrich und FBH lassen sich nicht mit chirurgischer Präzision rückbauen, selbst wenn man sich viel Zeit lässt. Also muss bis auf die Dämmlage alles raus, evtl. auch ein Teil der Dämmung. Dann alles neu aufbauen, (Dämmung), Folie,/Noppenplatten, FBH-Rohr, Druckprüfung, Estrich, das dauert, selbst wenn die Handwerker Gewehr bei Fuß stehen. Dann beginnen wieder die 28 Tage, sofern nicht mit Chemie nachgeholfen wird, der Estrich könnte schüsseln usw.


    Wäre der Aufbau deutlich zu hoch, dann könnte ich verstehen, dass ein Rückbau in Erwägung gezogen wird, aber bei 10 oder 15mm zu wenig?

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  • Was bedeuten denn 10 - 15mm zu wenig in der Praxis?


    Ich will das jetzt nicht schönreden, aber wir sollten doch versuchen das ganze möglichst einfach zu beheben.


    Erste Frage daher: Hat der Estrich seine korrekte Mindestüberdeckung (bei ZE-Estrich 45mm)? Wo fehlen die 10 - 15mm (also zu wenig Unterbau oder zu wenig Estrich)?


    Da diese Höhe ja im ganze EG nicht passt hast Du erst einmal (gro0ße Freude?) 10 - 15mm mehr Wohnraumhöhe. Bei normalen Zimmertüren ist das kein echtes Thema, die Zargen überdecken so etwas idR (außer bei Blockzargen zB). Etwas ausgleichen kann man auch mit dem Bodenbelag. Bei Fliesen etwas mehr Fliesenkleber mit einer entsprechenden Zahntraufel. Und/ oder mit stärkeren Fliesen (10mm, statt 8mm). oder wenn Parkett kommt mit 15mm Parkett, statt 12mm (alles nur Einzelbeispiele). Und man kann natürlich etwas durch eine Fließspachtel ausgleichen (zB 3 - 5mm). In der Summe der einzelnen Maßnahmen kommt man da schon ein ganzes Stück weiter. Und wenn am Ende dann immernoch ein paar mm fehlen, ist das doch nicht so dramatisch, ja vielleicht sogar ein kleines Plus (mehr Raumhöhe).


    Lediglich beim Übergang zur Treppe muss man aufpassen. Kann man hier noch anpassen oder nicht?


    Ich sehe in 10 - 15mm zwar keine handwerkliche Glanzleistung, jedoch kann man einiges beheben, einiges aber auch einfach lassen (vermutlich).


    Nachtrag: Gerade gelesen: 15mm Parkett. Warum nicht solches mit 18mm (beispielhaft)?

  • Falls es zu einer Instandsetzung kommen sollte (statt weg-und-neu), würde ich prüfen, ob an Stelle einer Nivelliermasse/Fließmörtel besser ein zementgebundener (teilweise) kunststoffvergüteter Instandsetzungsmörtel geeignet wäre.


    Bei diesen Instandsetzungsmörteln düften die technischen Eigenschaften denen eines Zementestrichs sehr nahe kommen und auch das Trocken des Estrichs sollte weniger gebremst werden, als bei einem Verlaufsmörtel.


    Auch diese Mörtel sind nicht billig, aber gut zu verarbeiten. ggf. ist ein Haftgrund aufzutragen, aber das stünde dann im Datenblatt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • R.B. , es geht mir keineswegs um's Rechthaben oder darum, auf Teufel komm 'raus einen Rückbau zu fordern. Ein Zementestrich wurde (lt. Aussage TS) um 15 mm zu dünn hergestellt (inzwischen: liegt möglicherweise auch nur zu niedrig). Für Zementestriche sehen die a.R.d.T. vom Nutzungszweck abhängige Mindestdicken vor, weil unterhalb dieser mit hoher Wahrscheinlichkeit Risse / Brüche der Estrichplatten auftreten werden. Da Zementestriche üblicherweise nicht nennenswert dicker hergestellt werden, als erforderlich und da sie mit einer Toleranz von +/- 5 mm geplant und hergestellt werden, ist eine Unterschreitung der Sollstärke um 15 mm (also mind. 10 mm mehr als zulässig) kritisch, denn hier sind Risse zu erwarten. (Wer es selbst im Detail nachlesen möchte: Merkblätter von beton.org.) Nur darum und um die Sichtbarkeit der Risse im aufgerissenen Parket / gebrochenen Fliesenbelag geht es. Und dafür gibt es meines Wissens keine unter normalen Bedingungen bezahlbaren Ausgleichsmassen, die Überlastungsrisse verhindern können. Eine Überschreitung der Nenndicke hingegen wäre tendenziell sehr viel unkritischer, vermutlich egal, da sie nur zu einer längeren Trocknungszeit führt. Als Daumenwert für beheizte Zementestriche nach Norm kann man annehmen, dass sie unter 45 mm Estrichüberdeckung der Heizleitungen fast immer zu dünn sind. Bei Wohnnutzungen können auch 55 mm oder (selten) mehr erforderlich sein. Ich kenne in Wohnräumen keine Norm-Aufbauten, die als schwimmende Heizestriche mit geringeren Stärken auskommen. Die Aussage von de Bakel

    ... aber die 45 mm sind meiner Erinnerung nach schon seit 3-5 Jahren nicht mehr Stand der Technik.

    ist insofern korrekt, als dass die a.R.d.T. (nicht der Stand der Technik!) eben in vielen Fällen mehr fordern, aber gerade nicht weniger.


    PCC-Mörtel wären denkbar, würden aber auch ein drastisches Aufrauen der Oberfläche erfordern und sind schon rein dem Materialpreis nach derartig teuer, dass sie noch deutlich weniger eine Option darstellen dürften, als Nivellier- oder Ausgleichsmassen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ein Zementestrich wurde (lt. Aussage TS) um 15 mm zu dünn hergestellt

    Ich hatte es so verstanden, dass er zu niedrig eingebaut wurde (weil z.B. zu wenig Unterbau/ WD/ TSD/ what ever). Ist der Estrich, geplant mit 45mm Überdeckung, um 15mm zu dünn, sieht die Sache natürlich anders aus!


    Passt einfach die Fußbodenhöhe um 15mm nicht (die Estrichstärke und Güte ansonsten aber schon), so würde ich andere Sanierungslösungen vorschlagen. Siehe #21

  • Das wichtigste ist jetzt, das irgendwer den Vergleich Soll - Muss - Ist macht und der TE den hier mitteilt. Eine AUSGLEICHSmasse - egal wie teuer - ist immer eine zweite Schicht, die keinen Kraftverbund mit dem Estrich eingeht und somit keine Mindestdickenunterschreitung (das Muss) heilen kann

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ich hatte es so verstanden, dass er zu niedrig eingebaut wurde (weil z.B. zu wenig Unterbau/ WD/ TSD/ what ever).

    Das wäre nach meinem Verständnis aber auch immer ein erheblicher Mangel, dann wäre nämlich zu wenig Trittschall- / Wärmedämmung eingebaut worden. Aber dann ließe sich der Estrich in der Tat auffüttern!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Thomas B Leider können wir keine Einzelmaßnahmen machen, die das noch heilen würden. Parkett mit 15mm Stärke ist bereits bestellt und angezahlt. Der Verleger (gleichzeitig Hersteller) des Parketts bietet auch keine anderen Stärken an. Dazu kommt, dass wir das Parkett ja auch optisch ausgesucht haben und daher ein Umschwenken eigentlich keine Option ist.

    Hinzu kommen Schwellen (Haustür, Terrasse, bodentiefe Fenster) und die Treppe (bereits eingebaut), an denen nichts mehr geändert werden kann.


    Ich habe bereits die Bauleitung angewiesen die Überdeckungsmaße zu prüfen, werde das aber morgen auch noch tun. Für den gesamten Fußbodenaufbau im EG waren 18cm vorgesehen auf der Betondecke. Das UG (Hanglage) darunter ist ein komplettes Wohngeschoss. Also thermisch weniger kritisch.


    Melde mich zurück, sobald ich nähere Informationen über die Stärke der Dämmung und des aktuellen Estrich habe. Soweit ich es bisher hier verstehe: sollte die Überdeckung der FBH unter 45mm liegen, gibts nur noch den Rückbau.

  • Eine AUSGLEICHSmasse - egal wie teuer - ist immer eine zweite Schicht, die keinen Kraftverbund mit dem Estrich eingeht und somit keine Mindestdickenunterschreitung (das Muss) heilen kann

    Ein PCC - richtig verarbeitet - geht sehrwohl einen Verbund mit dem Untergrund ein. Darum wird er auch eingesetzt, um z.B. an Betonbauteilen die Betondeckung zu erhöhen bzw. wiederherzustellen und auch für Betoninstandsetzungen an tragenden Betonbauteilen.


    Natürlich darf man hier die Preise nicht von den Kleinsgebinden aus dem Baumarkt nehmen, da bei Abnahme von 1 oder 2 ganzen Paletten sicherlich ein anderer Preis angeboten wird.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Ist der dann auch in der Lage, die Zug- und Biegekräfte (mit) zu übernehmen, die die ggf. fehlende Höhe aufgenommen hätte? Beton schwindet ja bei einer Instandsetzung nicht mehr (wesentlich) und Biegekräfte wie in einem Estrich treten auch nicht auf.

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