Selbstkompostierendes Dach

  • Hallo,


    ich habe einen Neubau (Doppelhaushälfte, noch in der Gewährleistung) mit einem selbstkompostierenden Pultdach / Kaltdach in Berlin mit erheblichem Schimmelbefall. Da Bauträger und Bauunternehmer nicht in die Hufe kommen, nähere ich mich dem Thema Ersatzvornahme und brauche einen Sanierungsplan(er) in Berlin.


    Vermutlich muss das Dach mehr oder weniger runter. Ein Gutachten zu Ist-Zustand und Mängeln gibt es schon. Es fehlt der Sanierungsplan.


    Ich suche also einen Fachmann, der

    - sich mit Schimmelsanierung auskennt (Vorgaben der Berufsgenossenschaft Bau DGUV 201-028, DHBV-Merkblatt 02/15/S1, UBA-Leitfaden),

    - aufschreibt, wie das Dach aufgebaut werden muss und wie dieser Zustand ausgehend vom Ist-Zustand herzustellen ist,

    - die Arbeiten überwacht und abnimmt.


    Falls sowas hier erlaubt ist: Irgendwelche Empfehlungen für Berlin?


    Danke







  • ich habe einen Neubau (Doppelhaushälfte, noch in der Gewährleistung) mit einem selbstkompostierenden Pultdach / Kaltdach in Berlin mit erheblichem Schimmelbefall.

    Herzlich willkommen im Forum!

    Ein Gutachten zu Ist-Zustand und Mängeln gibt es schon.

    Wurde die Ursache für den Befall mit Pilzen eindeutig identifiziert und gefunden? Handelt es sich nur um "Schimmel"Pilze oder evtl. um holzzerstörende Pilze?

    Es fehlt der Sanierungsplan.

    Wenn die Schadensursache sicher feststeht, ist die Planung der Sanierung kein großes Ding - vorausgesetzt, der Umfang des Schadens wurde auch bereits abschließend - z.B. durch Bauteilöffnung - geklärt.


    Und bevor man an eine Sanierung geht, sollte dieses Vorgehen mit einem Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht abgestimmt sein, denn die Schilderung

    ... noch in der Gewährleistung ... da Bauträger und Bauunternehmer nicht in die Hufe kommen ...

    klingt nach einem juristisch noch nicht abgeschlossenen Konflikt und da kann jede nennenswerte bauliche Veränderung während der Gewährleistungsdauer die Position des Anspruchstellers (also Deine!) erheblich verschlechtern. Und es sollte von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt auch ge- und Dir dann erklärt werden, welche Kosten einer Ersatzvornahme auf welchem Weg wieder zurückgeholt werden können bzw. müssen, um nicht ein unerwünschtes und vor allem nicht selbst zu stemmendes finanzielles Risiko einzugehen. (Liegt bspw. eine Gewährleistungsbürgschaft vor und reicht diese voraussichtlich zur Deckung der Kosten aus?)

    Ich suche also einen Fachmann, der


    - sich mit Schimmelsanierung auskennt (Vorgaben der Berufsgenossenschaft Bau DGUV 201-028, DHBV-Merkblatt 02/15/S1, UBA-Leitfaden),

    - aufschreibt, wie das Dach aufgebaut werden muss und wie dieser Zustand ausgehend vom Ist-Zustand herzustellen ist,

    - die Arbeiten überwacht und abnimmt.

    Es geht also um die Ausschreibung

    1. des erforderlichen Rückbaus
    2. ggf. der erforderlicher Schutz- und Sicherungsmaßnahmen
    3. der Schimmelsanierung
    4. der Wiederherstellung des Dachs

    die Einholung von Angeboten, die Begleitung der Vergabe der Leistungen und abschließend die Objektüberwachung einschließlich Rechnungsprüfung, richtig?

    Falls sowas hier erlaubt ist: Irgendwelche Empfehlungen für Berlin?

    Planerisches Hochreck ist das normalerweise nicht, wenn man weiß, was man tut und sich das Objekt vorher genau angeschaut hat. Möglicherweise sollte das Sanierungskonzept aber von einem darauf spezialisierten Holzgutachter kommen. Ich kann einen empfehlen. Dieser macht aber nur Gutachten + Sanierungsvorschlag fürs's Holz, mehr nicht. Die Ausschreibung, Vergabe, Bauleitung überlässt er Dritten.


    Ich selbst habe schon mehrfach die Sanierung von Dächern und Holzbalkendecken mit erheblichen Substanzschäden und auch Schadstoffsanierungen in B für Einzeleigentümer, Hausverwaltungen / WEGs und öffentliche Auftraggeber fachtechnisch begleitet und komplett abgewickelt. Insofern: Melde Dich bei Interesse für weitere Informationen gerne über die Kontaktdaten in meinem Profil bei mir.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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    Einmal editiert, zuletzt von Skeptiker () aus folgendem Grund: Nachsatz ergänzt

  • Ja, die Leistungen sind so richtig beschrieben. Es sei denn, der Bauträger rührt sich noch. Ich glaube aber nicht, dass das Bauunternehmen das kann, ohne dass sie jemand an die Hand nimmt. Also auch dem Fall wäre ein Planung erforderlich, die man dann dem Bauunternehmer oder Bauträger aufs Auge drücken müsste. Somit bliebe in dem Fall die Planung und Überwachung. Rührt sich der Bauträger nicht, muss ich natürlich vorher das Geld eintreiben, was - wen er unwillig ist - auch etwas dauern kann (Gericht).


    Das Dach ist natürlich nur an einigen Stellen geöffnet worden aber Mängel sind u.a. Dämmung nicht ordentlich verlegt, schlampig verlegte Dampfsperre (Dampfsperre oder -bremse richtig?), unzureichender Abstand im Dach für die Dämmung + Hinterlüftung und Weiteres.


    Der Bauunternehmer hatte mal einen Holzsachverständigen mit, der aber nur Feuchtigkeit gemessen und geguckt hat und meinte: Holz abschleifen und behandeln.

  • Wie in meinem Post oben bereits ergänzt: Die Kostenübernahme und die gesamte rechtliche Situation sollte zuerst von einer Fachanwältin oder einem Fachanwalt bewertet werden, bevor man weitere Schritte geht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ...dann wird das die nächsten fünf Jahre sowieso nichts... :pistole:

    das will ich mal nicht hoffen =o


    da das Gutachten aber nun seit November letzten Jahres vorliegt und Bauträger und Bauunternehmen sich der Sache bisher nicht ernsthaft angenommen haben, muss ja mal was geschehen


    ich war bei einem Fachanwalt für Baurecht und der meinte: letzte, angemessene Frist setzen und dann habe ich eigentlich automatisch das Recht zur Ersatzvornahme. dann muss mir ein Experte (z.B. der damalige ö.b.u.v. Sachverständige) darlegen, was eine Mängelbeseitigung kosten würde und den Betrag soll ich dann vom Bauträger einfordern. und wenn der nicht will, geht es vors Gericht

  • das will ich mal nicht hoffen =o

    völlig fernab der Realität ist das nicht. Bis Du das Geld tatsächlich hast, vergehen - selbst wenn eine Versicherung besteht und diese grundsätzlich für sich intern eine Zahlungspflicht erwarten sollte - sicher mehrere Jahre, denn keine Versicherung wird widerstandsfrei freiwillig zahlen. Die ist ihren Aktionären verpflichtet und die wollen Dividende, nicht zufriedene Streitgegner.

    ... habe ich eigentlich automatisch das Recht zur Ersatzvornahme. ...

    Schon, aber Du hast noch lange nicht das Geld vom Streitgegner auch tatsächlich bekommen.

    dann muss mir ein Experte (z.B. der damalige ö.b.u.v. Sachverständige) darlegen, was eine Mängelbeseitigung kosten würde ...

    Muss er das? Ist er damit von Dir bereits beauftragt, als Privatsachverständiger? Dann muss sich Dein Streitgegner der Auffassung des Privat-SV ja auch nicht unbedingt anschließen, sondern wird vielleicht selbst einen SV bestellen, der dann auch wieder einige Wochen (Monate) zur Begutachtung benötigt. Oder ist der SV als Gerichtssachverständiger von einem Gericht bestellt worden? Wenn ja, in welcher Art von Verfahren?

    ... und den Betrag soll ich dann vom Bauträger einfordern. und wenn der nicht will, geht es vors Gericht

    Und schon sind wir - ohne Dich entmutigen zu wollen - bei drei bis fünf Jahren.

    ... Bauträger und Bauunternehmen sich der Sache bisher nicht ernsthaft angenommen haben ...

    Beim Kauf vom Bauträger hast Du doch eh nur Ansprüche an den Bauträger.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • natürlich muss der Sachverständige nicht - das war unglücklich formuliert. ich muss mir die Angaben besorgen


    laut Kaufvertrag könnte ich an den Bauunternehmer herantreten, wenn z.B. der Bauträger pleite geht