Flachdach Fensterabdichtung mit Bitumen plus Flüssigkunststoff, oder wie?

  • Hallo zusammen,


    unser Ärger mit dem Dach ist vermutlich bekannt. Jedenfalls sind wir gerade in den Gesprächen, wie man was überarbeitet. Dazu hätte ich eine technische Frage:


    Wir haben Flachdachfenster von Velux und ein paar Dachdurchdringungen (Lüftung usw.). Bei den Fenster ist der Verschlag die umlaufend mit Flüssigkunststoff bis über die Bitumenbahnen abzudichten. Ist das gut, oder sollte man besser "nur" mit Bitumenbahnen (nehmen wir mal eine korrekte Ausführung an) abdichten? Für letzteres bräuchte man noch das Zubehör von Velux mit den Kappleisten. Aber daran soll es nicht scheitern. Ich frage mich was der qualitative Unterschied zwischen den Methoden ist.


    Danke!

  • Ich habe letztes Jahr bei mir 8 Velux Konkav-Flachdachfenster selbst eingebaut und würde immer wieder Flüssigkunststoff und Gewebe in Kombination mit den Kappleisten nehmen.


    Im Neubau kann man selbstverständlich auch Bitumenbahnen nehmen, aber die sind sehr viel schwerer sauber anzubringen und schadensträchtiger.


    Lüfter und kleinere Durchdringungen immer mit Flüssigkunststoff, da fallen die höheren Materialkosten überhaupt nicht ins Gewicht.

  • Nein, hatte alles von Alfa genommen.
    Bauder soll aber top sein.

    Habe folgen Komponenten genutzt:

    808 Alfa proteXos Grundierung 2,5 Liter - VE1 -1 Stück
    819 Alfa proteXos Vlies 35 cm 50 m - VE1 - 1 Stück
    818 Alfa proteXos ETAG Flüssigabdichtung 1K 3,5 kg - VE2 - 3 Stück

    227 Alfa proteXos Vlies-Ecken - Außenecke - VE3 - 20 Stück


    Die Außenecke kann man sich auch selbst aus dem Vlies schneiden, aber da du eh nur ein Fenster einbaust, spielen die 4 Ecken keine Rolle.
    Als erstes kommt die Grundierung auf den Kunststoffrahmen des Fensters und die gesäuberte Dachabdichtung, kurz antrocknen lassen.

    Dann sehr satt mit etwa 20cm Abstand zum Rahmen mit Flüssigabdichtung einpinseln und anschließend die Ecken anbringen und das Vlies anbringen.

    Sehr geholfen hatte mir das nachfolgende Video:

  • Wow, danke für die ausführliche Erläuterung und die Bilder!


    Noch eine Frage: die Kappleisten von Velux brauche ich in jedem Fall auch bei Flüssigkunststoff? Dachte, die braucht man "nur", wenn man mit den Bitumenbahnen das Fenster komplett abdichtet.

  • ... das Armierungsvlies habe ich am Ende im feuchten Zustand mit den Kappleisten verschraubt, so hast du eine absolut wasserdichte Abdichtung.

    Ich bin ja kein Dachdecker, habe aber einmal eine Anwenderschulung eines großen Flüssigkunststoffanbieters mitgemacht. Da die Anarbeitung an aufgehende Bauteile ja gerade unabhängig von einem Anpressprofil funktionieren soll, erscheint mir die dieses Anpressen überflüssig. Ich bin aber 'mal gespannt, was die DDM wie stefan ibold , Elopant oder Kalle dazu schreiben.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich bin ja kein Dachdecker, habe aber einmal eine Anwenderschulung eines großen Flüssigkunststoffanbieters mitgemacht. Da die Anarbeitung an aufgehende Bauteile ja gerade unabhängig von einem Anpressprofil funktionieren soll, erscheint mir die dieses Anpressen überflüssig. Ich bin aber 'mal gespannt, was die DDM wie stefan ibold , Elopant oder Kalle dazu schreiben.


    Wird natürlich nicht unbedingt notwendig sein, da man ja auch bei anderen aufgehenden Durchdringungen wie Dachlüfter und Entlüftungsrohren auch nur anarbeitet.


    Hatte die Kappleisten als "Hosenträger" zum Gürtel montiert.

  • Die Kappleisten werden bei einer Abdichtung mit Flüssigkunststoff nicht benötigt. Ich frage mich aber, warum man bei einem Neubau/Neuabdichtung eine Einfassung mit Flüssigkunststoff wählt? Gleiches gilt für Strangentlüfter u.ä.

  • Ich bin aber 'mal gespannt, was die DDM wie stefan ibold , Elopant oder Kalle dazu schreiben.

    Ich weiß gar nicht wo ich anfangen soll....


    Zum Video nur auf die Schnelle was mir negativ aufgefallen ist:


    Kein Anschleifen von Kunststoffflächen, Kein Grundierung der Bitumenbahn/ Kunststoffe, keine Abklebung der Fläche, Vliesüberdeckung zu gering, Sauberkeit am Arbeitsplatz, zu viel Material über Vliesende vorgelegt. - Danach habe ich aus gemacht, also keine Ahnung was da noch alles witziges folgt. (PS Wie kann man als ehrbarer Dachdecker ein scheiß Blaumann anziehen?)


    Im Neubau kann man selbstverständlich auch Bitumenbahnen nehmen, aber die sind sehr viel schwerer sauber anzubringen und schadensträchtiger.

    Ist quatsch. Es steht in der Flachdachrichtlinie - ja es ist nur eine Emfpehlung! - dass Anschlüsse aus dem gleichen Werkstoff hergestellt werden sollten. Wo also kein zwingender Grund vorliegt, ist dies auch zu beherzigen. An einem Türanschluss, der aufgrund der Lage kaum sinnvoll mit Bitumen einzudichten ist hat FSK seine Berechtigung. Oder an anderen Anschlüssen. Eine Lichtkuppel gehört sicherlich nicht dazu.



    enke ja, das Armierungsvlies habe ich am Ende im feuchten Zustand mit den Kappleisten verschraubt, so hast du eine absolut wasserdichte Abdichtung.

    Womit der oberer Abschluss der Abdichtung zerstört wurde. Wie soll der FSK auch ausreagieren können, wenn man in die frische Masse eine Kappleiste setzt. Was passiert jetzt? Die Längenausdehnung der Alu-Kappleiste überträgt sich auf Vlies und Abdichtung.


    Da die Anarbeitung an aufgehende Bauteile ja gerade unabhängig von einem Anpressprofil funktionieren soll, erscheint mir die dieses Anpressen überflüssig.

    Dann hast Du nicht genau hingehört :p. Flüssigkunststoff-Anschlüsse sind nur dann nicht zu verwahren, wenn der Untergrund ausreichend tragfähig ist. Bestes Beispiel: Ein Nachträglich hergestellter FSK-Anschluss auf einer Putzfassade mit Alt-Anstrich. Kann nicht funktionieren. Also ja, FSK-Anschlüsse sind unter Umständen ebenfalls mit einer Kappleiste zu verwahren.

    Dachdecker [ˈdaχˌdɛkɐ] - Jemand der basierend auf ungenauen Daten, die von Leuten mit fragwürdigem Wissen zur Verfügung gestellt werden, präzise Rätselraten kann. Siehe auch; Zauberer, Magier

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  • Weil unser Bastelkonig lieber DIY-Kram empfiehlt. Bloß weil er selber das in Bitumen nicht kann.

    Mit Bitumen habe ich keine Erfahrungen bisher, hätte in meinem Fall aber auch keinen Sinn ergeben, da ich in Teilbereichen auch EPDM auf dem Dach liegen habe......


    Eigentlich müsste man dir den Expertenstatus aberkennen, k.A. was du für Probleme hast, aber jedem Thread stänkerst du nur rum...


    Kann mich noch gut an den Estrich Thread erinnern, nur am rummeckern und klugscheissern, am Ende kam der Betonexperte hat die bisherige Konstruktion für gut befunden und es kamen 9cm faserbewehrter Estrich und KEINE wie von dir als unbedingt unausweichlich gepriesene Betonplatte.

    ("O-Ton" vom Betonexperten, war "Da gehört Estrich hin, eine Betonplatte hat dort nichts verloren, da der Beton zu stark schwindet und am Ende auch nicht stabiler wäre)


    Mittlerweile ist schon ein 3/4 Jahr rum und auf dem Estrich fährt ein 3 Tonnen Schubmaststapler und täglich Hubwagen, ohne dass es einen Riss gab.


    Bei einem Neubau nimmt man natürlich das gleiche Material wie der Rest des Dachs, nachträglich eingebaut, insbesondere von Neulingen ist Flüssigkunststoff jedoch die deutlich bessere Wahl.


    Im übrigen sind noch alle 8 Dachkuppeln "dicht" und werden es wohl auch bis zu meiner Rente in 30 Jahren sein. 😂

  • Im übrigen sind noch alle 8 Dachkuppeln "dicht" und werden es wohl auch bis zu meiner Rente in 30 Jahren sein. 😂

    Es geht in diesem Forum i.d.R um die korrekte Darstellung einer Ausführung nicht darum ob etwas trotz Fehler "dicht" ist. Sondern viel mehr die Wechselwirkung warum etwas gemacht wird, wie es in den a.R.d.T beschrieben ist.


    Ich kann auch viel außerhalb dessen bauen, davon werde ich aber nicht weniger angreifbar was die objektive Bewertung nach a.R.d.T anbelangt.

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