Eintrag Grundbuch 50:50 bei geerbtem Haus (Formalitäten)

  • Hallo zusammen,
    ich hätte noch eine Frage für die ich einen Experten-Rat bräuchte:


    Meine Partnerin (wir sind nicht verheiratet) hat ein Haus mit [definition=52,1]Grundstück[/definition] geerbt. Nun möchten wir beide im [definition=52,0]Grundbuch[/definition] stehen (50:50) bevor wir mit der Sanierung beginnen. Dafür würde meine Partnerin von mir die Hälfte des Vermögenswertes "erhalten". Ich würde den Betrag natürlich nicht in bar überweisen, sondern schriftlich/vertraglich festhalten, dass ich den entsprechenden Anteil in die Sanierung des Hauses investiere. (Jeder zahlt den gleichen Anteil für die Sanierung des Hauses und ich zusätzlich den Betrag um 50% des Grundstücks zu "erwerben")


    Meine Frage: wie gehen wir vor damit das ganze sauber geregelt ist? Setzen wir eine entsprechende Vereinbarung selbst schriftlich auf und nehmen das mit zum Notar wenn es um den Grundbucheintrag geht, womit das ganze offiziell wäre?


    Wären für Tipss dankbar, wie sowas üblicherweise über die Bühne geht?


    Danke und Gruß
    Tom

  • Setzen wir eine entsprechende Vereinbarung selbst schriftlich auf

    ich denke nicht , dass ihr in der lage seid , alle fallstricke , die dieses thema beinhaltet überhaupt zu erkennen , geschweige denn sauber auszuformulieren .
    sowas ist für einen rechtswissenschaftler schon ein schwieriges thema .

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • genaueres wird dir der notar deines vertrauens mitteilen.


    ansonsten geht das in richtung rechtsberatung hier!

  • Guten Morgen.


    Da es hier letzten Endes um ein [definition=52,1]Grundstück[/definition] geht, das (teilweise) übertragen werden soll, kommt Ihr um einen notariellen Vertrag nicht herum, wenn am Ende alles gültig sein soll. Die angedachten (privaten) schriftlichen Vereinbarungen zwischen Dir und Deiner Lebensgefährtin wären ohne den Notar "formnichtig". Deshalb: 1. Termin mit Notar vereinbaren, um alles wesentliche durchzusprechen und dann später 2. notariellen Vertrag unterzeichnen. Die Notargebühren fallen in jedem Fall an, deshalb gleich von Anfang an auch dessen Beratungsleistung in Anspruch nehmen.


    Gruß
    --
    Fomes


    P.S. Das Skript/Makro/Dings, das Keywords im Forum mit Definitionen hinterlegt, ist offenbar fehlerhaft implentiert worden.

  • Am Notar kommt Ihr bei Grundstücksübertragungen nicht vorbei. Zudem gebe ich zu bedenken, dass Du ja Deiner Freundin ein halbes Haus abkaufen willst, also sind so Themen wie Grunderwerbsteuer und Spekulationsfristen zumindest mal kurz anzudenken, weiter stellt sich natürlich die Frage ob selbst genutzt oder vermietet und wie und ob und wer die Sanierungskosten steuerlich unterbringen kann.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Ok, Danke für die Hinweise. Wir werden mal einen Termin beim Notar machen. Um die 3,5% Grunderwerbssteuer werd ich wohl nicht herumkommen.

  • So ganz nebenbei ... ich halte von Grundstücksgemeinschaften nicht die Bohne.
    Meins, deins und ganz wenig unser .... erspart jede Menge Streit.


    Im Falle einer Trennung hilft ein *unser [definition=52,1][definition=53,1]Grundstück[/definition][/definition] mit Haus drauf* kein Stück weiter.
    Zudem muss klar sein, dass bei einem gemeinsamen [definition=52,1][definition=53,1]Grundstück[/definition][/definition] immer beide den Hals in der Haftungsschlinge haben.
    Ziemlich viel Geschiss für eine ideelle Hälfte und einen immer nur in Geld gerichteten Anspruch.


    Braucht aus meiner Sicht kein Mensch.
    Kann man auch anders regeln ....


    Gruß
    Achim Kaiser

  • Wie denn anders regeln?
    Wem das [definition=52,1]Grundstück[/definition] gehört, dem gehört auch das Haus darauf.
    Ich investiere keine X00.000€ in ein Haus, das mir dann per [definition=52,0]Grundbuch[/definition] nicht mal anteilig gehört.

  • Wem das [definition=52,1][definition=53,1]Grundstück[/definition][/definition] gehört, dem gehört auch das Haus darauf.

    Nach meinen sehr bescheidenen Rechtskenntnissen ist das so isoliert gesagt falsch. So gibt es beispielsweise Grundstücke, die in Erbpacht bebaut werden und bei diesen wird explizit zwischen Grundeigentum und Immobilieneigentum unterschieden. (Dass diese Information In der Sache auch nicht weiterhilft, ist mir bewußt!)

    mit Gruß aus Berlin vom Skeptiker


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  • Wenn ich den Eingangsbeitrag richtig verstanden habe, dann hat das Haus gar keinen Wert? Du schreibst ja nur von 'Hälfte der Sanierung und Hälfte des Grundstücks ".
    Ich denke,hier wäre erst einmal eine professionelle Wertermittlung gefragt.

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  • Wir haben den Bodenrichtwert bei der Gemeinde erfragt und orientieren uns daran. Das Haus an sich hat einen vernachlässigbaren wert, der sich in der Höhe der Abrisskosten bewegen dürfte. Aber du hast Recht, ein exaktes Wertgutachten liegt noch nicht vor.

  • Wem das [definition=52,1][definition=53,1]Grundstück[/definition][/definition] gehört, dem gehört auch das Haus darauf.

    Welche Hälfte gehört dir dann denn ? ... Die obere, untere, rechte oder linke ? man kann auch diagonal teilen.


    Im Falle einer Trennung (und nur der Punkt dürfte relevant sein) stellste dann fest ... haste
    *vorher* nicht schon an *nachher* gedacht, heisst *trennbar* gebaut ... wird das nix mit *meins*.
    Du hast immer *nur* ne ideelle Hälfte und im Grenzfall nen Anspruch auf *Geld*.


    Du kannst als *50% Grundstückseigentümer* das [definition=52,1][definition=53,1]Grundstück[/definition][/definition] weder alleine beleihen, verkaufen oder sonst irgendwie verwerten. Für *alles* brauchst die Unterschrift deines Co-Piloten ... und haften tust sowieso fürs gesamte Elend.


    Wenn *meins* so wichtig ist, dann mach ne Realteilung und bau ein Doppelhaus drauf mit Wanddurchbruch ;).
    Den kann man später (im schlechtesten Fall) auch wieder zumauern.


    Unter meinen Kreditverträgen stand auch immer nur 1 Name .... ganz bewusst.


    Man kann sowas auch im Innenverhältnis per Vertrag regeln einschl. der Spielregeln bei ner Trennung. Dann wirds meistens kein Notverkauf unter Zeitdruck weil der gegnerische Anwalt den Finger dahin legt wo´s weh tut und eine vernünftige Einigung nicht möglich ist weil einer bockt .... spart oftmals Geld, Nerven und Zeit.


    Schon die Kohle für den Notar und die Grunderwerbssteuer würden mich ärgern.
    Dann lieber nen knackigen Vertrag vom RA für ein Bruchteil der Kosten ..... und den Rest verbauen.
    Manchmal - wenns richtig schlimm kommt und eng wird - kanns auch sehr von Vorteil sein wenn nicht beide in der Haftungsmühle gefangen sind ....


    Gruß
    Achim Kaiser

  • Welche Hälfte gehört dir dann denn ? ... Die obere, untere, rechte oder linke ? man kann auch diagonal teilen.

    die hälfte mitten drin, die andere hälfte drumherum gehört seiner frau!

  • Achim hat ein paar wichtige Punkte angesprochen, darüber würde ich mir ernsthaft Gedanken machen. Nicht dass der Name im [definition=52,0]Grundbuch[/definition] letztendlich völlig wertlos ist und mehr Nachteile mit sich bringt als Vorteile.

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  • Richtig, ein interessanter Denkanstoß, den wir berücksichtigen werden. Danke dafür!
    Dass mein Name im [definition=52,0]Grundbuch[/definition] nicht mehr wert ist als Geld (50% des verkaufswertes), war mir schon klar.

  • wenn es nur so einfach wäre. Worst case blockiert ihr euch gegenseitig, die Hütte wird zwangsverwertet, und ihr kriegt evtl. Nur die Hälfte vom Verkehrswert, und jeder einzelne somit nur noch ein Viertel.
    Die Bank wird sowieso Beide komplett in die Haftung nehmen, wenn einer nicht mehr zahlen kann /will dann darf der Andere den Kopf hinhalten.
    Das sind nur ein paar Punkte von Vielen.

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  • Moin.


    Ich weiß ziemlich sicher, dass eine 50:50 Eigentumsteilung per Grundbucheintragung durchaus auch viele Vorteile für beide Eigentümer haben kann. Stichwort Sicherheit für denjenigen, der zwar mitwohnt, aber nicht im [definition=52,0]Grundbuch[/definition] stehen würde. Außerdem schafft eine Vermeidung von Kompetenzgefällen in Bezug auf das [definition=52,1]Grundstück[/definition] Waffengleichheit für den (aktuell unwahrscheinlichen!) Fall einer Trennung. Die nur einseitige Betrachtung ausschließlich der Nachteile hilft dem TO/TE hier aus einen simplen Grund nicht weiter: Wir kennen nicht seine Gesamtsituation. Die Kenntnis darüber ist jedoch unumgänglich für einen sinnvollen und zielführenden Ratschlag. So wenig wie Ihr Bauexperten ohne Kenntnis des gesamten Bauwerks inklusive aller energetischer Details eine Vorabbetrachtung des Heizkostenbedarfs machen würdet, so wenig Sinn macht es an dieser Stelle für Eigentumsratschläge.


    Nichts für ungut.


    Gruß
    --
    Fomes

  • Auch mal andere Faktoren mit einbinden.


    Was ist z.B. mit einem Insolvenzrisiko? Wer mit einem kleinen Geschäft/Nischengeschäft oder einem Geschäft mit hohen Haftungsrisiken selbstständig ist, verliert dann im Haftungs-/Insolvenzfall seinen Anteil voll und der/die andere hat ein Problem.


    Hier kann es sinnvoll sein, auf den mit dem höheren Risiko behafteten Miteigentümer nur eine "Sperrminorität" von wenigen Prozent einzutragen.
    Der/die andere kann nicht hinter dem Rücken verscherbeln, muss aber im worst case nur wenig Geld in die Hand nehmen, um die Immobilie in der Familie zu halten.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo,


    da das Haus "wenig bis Abbruchwert" hat, sehe ich die gemeinsame Planung als nicht allzu kompliziert.
    Wenn nach der Erbschaft formell der 50%ige Anteil des Grundstücks vom nicht erbenden Lebenspartner ausgeglichen wird, erstellen die Lebenspartner dann gemeinsam quasi einen Neubau.
    Das machen viele viele Tausende Lebensgemeinschaften auch ...


    "Die Verwertung" des Hauses bei Trennung der LG ist/würde/wird sowieso immer schwierig .. aber das ist bei Scheidungen nicht anders.


    LG

  • Wir sind beide Angestellte, Insolvenz ist also kein akutes Risiko.
    Wir werden mit dem Notar die Vor- und Nachteile der beiden Optionen besprechen: Entweder 50:50 oder sie 100% und ein entsprechender vom Anwalt aufgesetzter Partnerschaftsvertrag, der auch mir Sicherheit gibt. Wie gesagt, nur an der Grundsteuer wird es nicht scheitern, die macht mich nicht arm (sehr ländliche Gegend).


    Thema gemeinsame Finanzierung: nein, wir hatten noch kein Gespräch bei der Bank, ich habe nur eine grundlegende Frage:
    Wir (nicht verheiratet) möchten den Kredit zu gleichen Teilen begleichen. Welche Variante ist zu empfehlen?
    1. Nur eine Person nimmt den Kredit auf und wir vereinbaren vertraglich, dass die andere Person den entsprechenden Anteil des Gehalts monatlich an den anderen zahlt. (Nachteil: vermutlich bekommen wir einen ungünstigeren Zinssatz, da offiziell nur ein Gehalt (vermutlich meins weil höher) gewertet wird?)
    2. wir nehmen den Kredit gemeinsam auf -> vermutlich besserer Zinssatz, aber gesamtschuldnerische Haftung als Nachteil, wobei das eher die von der Bank bevorzugte Variante sein dürfte.

  • Das wird von den Einkommensverhältnissen abhängen ,uund wie die Bank das Risiko bewertet

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  • Ich: ca. 3.000 Netto, sie ca. 2.000 Netto, keine Kinder (geplant). Keine Schulden, ansonsten kein Grundbesitz o.ä.

  • je nach umbaukosten und Kapitalbedarf gehe ich davon aus, dass die Bank auf jeden Fall Beide mit in's Boot nimmt.
    Pauschal lässt sich das nicht sagen, dazu müsste man jetzt alle Zahlen prüfen, was die Bank mit Sicherheit machen wird. Für das Bankgespräch solltest Du das vorbereiten, spätestens wenn es um Details gehen soll.

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