Freigabe der Ausführungsplanung bei GU/GÜ

  • GU/GÜ möchte von mir die Freigabe für die Ausführungsplanung. Allerdings ist dieser nicht bereit die Ausführungsplanung für die Dachterrasse zu erstellen und sagt, diese würde später durch den Dachdecker gemacht werden. Auf meinen Einwand, dass ich dies doch Aufgabe des GU/GÜ bzw. des Architekten (ist ein anderes Unternehmen, jedoch die gleiche Person) sei, welcher durch diesen bezahlt wird und ich hierfür auch eine Abschlagleistung bezahlt habe, wurde nur lapidar erwidert: Diese Leistung würde nicht durch den GU&GÜ geschuldet.


    Somit kann ich gar nicht überprüfen, wie der Aufbau der Dachterrasse ist und wie Detailfragen gelöst sind. Ein Dachdecker aus diesem Forum sah schon Probleme bei der Erstellung - somit ist es für mich von entscheidender Bedeutung, wie der Aufbau ist und Detailfragen gelöst sind.


    Frage: Habe ich einen Anspruch gegenüber dem GU/GÜ auf eine komplett ausgearbeiteten Ausführungsplanung? Oder muss ich gar blanko unterschreiben und Details können offen bleiben?

  • Frage: Habe ich einen Anspruch gegenüber dem GU/GÜ auf eine ausgearbeitete Ausführungsplanung?

    Antwort: Du hast Anspruch auf das, was im Vertrag vereinbart ist. Wenn das nicht eindeutig ist, müssen es die Juristen auslegen. Das kann schon vor Baubeginn den ersten Prozess bedeuten.

    Ich mein, vielleicht schmeisst der GÜ dann die Brocken hin und Du wärst frei.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • GU/GÜ möchte von mir die Freigabe für die Ausführungsplanung. Allerdings ist dieser nicht bereit die Ausführungsplanung für die Dachterrasse zu erstellen und sagt, diese würde später durch den Dachdecker gemacht werden.

    Sind diese Dachdeckerleistungen im "Lieferumfang" des GU/GÜ oder wird der Dachdecker separat beauftragt?

  • Frage: Habe ich einen Anspruch gegenüber dem GU/GÜ auf eine komplett ausgearbeiteten Ausführungsplanung?

    Vor einigen Jahren hat ein inzwischen hier im Forum nicht mehr regelmäßig schreibender Fachanwalt für Bau- und Architektenrecht mir diese Frage ganz knapp und eindeutig beantwortet: Nein. (Der entsprechende Faden ist nicht öffentlich und kann deshalb hier nicht verlinkt werden. Glaubt es mir also einfach.)


    Welche Unterlagen Dir ausgehändigt werden müssen (und welche nicht), regelt § 650 n BGB:


    :rulez:

    Erstellung und Herausgabe von Unterlagen


    (1) Rechtzeitig vor Beginn der Ausführung einer geschuldeten Leistung hat der Unternehmer diejenigen Planungsunterlagen zu erstellen und dem Verbraucher herauszugeben, die dieser benötigt, um gegenüber Behörden den Nachweis führen zu können, dass die Leistung unter Einhaltung der einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften ausgeführt werden wird. Die Pflicht besteht nicht, soweit der Verbraucher oder ein von ihm Beauftragter die wesentlichen Planungsvorgaben erstellt.


    (2) Spätestens mit der Fertigstellung des Werks hat der Unternehmer diejenigen Unterlagen zu erstellen und dem Verbraucher herauszugeben, die dieser benötigt, um gegenüber Behörden den Nachweis führen zu können, dass die Leistung unter Einhaltung der einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften ausgeführt worden ist.


    (3) Die Absätze 1 und 2 gelten entsprechend, wenn ein Dritter, etwa ein Darlehensgeber, Nachweise für die Einhaltung bestimmter Bedingungen verlangt und wenn der Unternehmer die berechtigte Erwartung des Verbrauchers geweckt hat, diese Bedingungen einzuhalten.

    Der Anwalt Ralf Wortmann schreib damals sinngemäß weiter, dass es darüber hinaus nur einen durchsetzbaren Anspruch gibt, dass das Werk (hier: Gebäude) bei der Abnahme den a.R.d.T. entspricht. Hierfür braucht es aber keine vorherige Planung. Kurz: Die Einhaltung der a.R.d.T. zum Zeitpunkt der Abnahme allein ist nachzuweisen, Planung ist freiwillig.

    Oder muss ich gar blanko unterschreiben und Details können offen bleiben?

    Nein, das mußt Du nicht. Meiner juristischen Laienmeinung nach ist eine derartige Unterschrift sogar ein völlig untauglicher Versuch, Dir eine inhaltliche Verantwortung zu übertragen, die Du als Laie überhaupt nicht fachlich übernehmen kannst. Blanko geht das schon garnicht, weil Du es nicht extern inhaltlich überprüfen lassen kannst. Du sollest hierzu dringend eine/n Fachanwalt/in für Bau- und Architektenrecht hinzuziehen, ganz dringend!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich glaube es laufen gerade 4 treads.

    GU/GÜ möchte von mir die Freigabe für die Ausführungsplanung.


    Unser Walmdach soll eine Dachneigung von 22 Grad bekommen. Die Regeldachneigung der Dachziegeln (Turmalin) beträgt 25 Grad.


    Dazu irgendwas von Filigrandecke und Nichtplanung des Flachdachbereichs.


    Sorry, der GU/GÜ hört sich vieleicht "super" an, nur das das nicht super ist, solltest Du spätestens jetzt erkannt haben.


    Nimm Dir eine/n UNABHÄNGIGE/N Fachmann/frau zur Seite, der/die DICH unterstützt. Er/Sie sind jeden Cent wert!


    P.S.: Entschuldigung an alle Divergenten. Die sind natürlich eingeschlossen ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Habe nun auch mal die diversen Stränge quergelesen. Ist ein bisschen viel für vor dem eigentlichen Baustart, oder nicht?


    Im Einzelnen:


    Decke 22cm statt 26cm. Finde ich jetzt nicht so dramatisch. Das es mit einer 22er Decke wohl kaum wird gehen können, war zwar abzusehen, aber wenn es seitens des GU/GÜ keine Statik gibt, kann man vom einreichenden (nicht planenden!) Architekten hier auch keine korrekte Angabe erwarten /verlangen.


    Die 4cm lassen sind auch als Bauteil für sich genommen egal (genehmigungsrechtlich!). Für eine Baugenehmigung ist es wichtig: Traufhöhe, gebäudehöhe, Dachneigung usw. Die 4cm zu viel könnte man auf vielerlei Wege wieder eindampfen: FB-Aufbau geringer und Rohbaulichte geringer, schon passt das Gesamtmaß wieder. Das alles muss der GU/ GÜ sich ausdenken (=planen).


    Von daher ist eine Freigabe einer Werkplanung auch unsinnig (womit wir wieder bei diesem Strang wären), weil er damit ja verlangen würde, dass Ihr etwas freigebt, was von der Baugenehmigung abweicht. Auch ansonsten könnt Ihr wenig freigeben. Raumgrößen und Fenstergrößen gerne. Den Rest nicht.


    Ist jetzt schon klar, dass Vieles fehlt ( Dachaufbau Flachdach), so wäre eine Freigabe nochmals unsinniger, weil Ihr dann ja einer unfertigen Planung die Vollständigkeit bestätigen würdet.


    Alles in allem ein denkbar schlechter Start in das Abenteuer.


    Nochmal zum FD-Aufbau: Dieser sollte klar sein, denn danach richtet sich auch die Geländerhöhe. Und wenn der FD-Aufbau höher wird.....ich muss das jetzt nicht fertig ausformulieren, oder?