Hätte man doch geplant - halt...

  • das verantwortliche Planungsbüro möchte lieber nicht mit uns sprechen

    Da könnte ja dem Gesprächspartner aus Versehen herausrutschen "... Herr x vom Amt y wollte das so. Unsere Bedenken wurden ignoriert...."

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Das Video sah ich schon vor einigen Tagen und wunderte mich über diesen gigantischen Schulbus. Der hat ja ganz extreme Schleppkurven. Aus meiner Umgebung kenne ich nur deutlich kleinere Schulbusse, aber was heißt das schon.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bei Euch wird die Schülerbeförderung vermutlich mit Bussen des öffentlichen Nahverkerkehrs durchgeführt (auch privat betriebenen).

    Das auf dem Video sieht aber nach Reisebus aus. Die haben meist deutlich grössere Überhänge

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Richtig. Ich kenne es aber nur so. Weshalb schmuddelige Kinder in einen teuren Reisebus setzen, den sie nur kaputt spielen?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Im ländlichen Bayern wird die Schulbeförderung weitgehend mit ganz normalen Reisebussen lokaler Busunternehmen gemacht - idR auch als ÖPNV Linie, aber praktisch nur von Schülern genutzt.

  • Weshalb schmuddelige Kinder in einen teuren Reisebus setzen, den sie nur kaputt spielen?

    1.) sind Kinder gar nicht SO schmuddelig (wenn sie sich in gepflegter Umgebung bewegen)

    2.) ist es für den Unternehmer vielleicht wirtschaftlicher, einen erhöhten Unterhaltsaufwand in Kauf zu nehmen als Extra Fahrzeuge für den Schülertransport anzuschaffen, die die meiste Zeit die Reifen eckig stehen. (Nachmitag/Ferien)

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  • Im ländlichen Bayern wird die Schulbeförderung weitgehend mit ganz normalen Reisebussen lokaler Busunternehmen gemacht - idR auch als ÖPNV Linie, aber praktisch nur von Schülern genutzt.

    So ähnlich ist es bei uns auch. Viele Linien werden durch private Unternehmen bedient, und die setzen ein was gerade auf dem Hof steht. Im Vergleich zu einem Niederflurbus wirkt er allein schon durch seine Höhe natürlich ziemlich wuchtig.


    Hinzu kommt, dass die Länge der Busse in den vergangenen Jahren etwas gesteigert wurde. Da wird es langsam eng in der 15 oder 18m Klimakammer. Die Hersteller wollen wohl die Lücke zwischen den Solo- und Gelenkbussen schließen, und so sind die ehemals ca. 12m Länge schon längst Geschichte.

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  • 1.) sind Kinder gar nicht SO schmuddelig (wenn sie sich in gepflegter Umgebung bewegen)

    2.) ist es für den Unternehmer vielleicht wirtschaftlicher, einen erhöhten Unterhaltsaufwand in Kauf zu nehmen als Extra Fahrzeuge für den Schülertransport anzuschaffen, die die meiste Zeit die Reifen eckig stehen. (Nachmitag/Ferien)

    Die Zeiten ändern sich offensichtlich. Vor vierzig Jahren wurden die Kinder aus der Umgebung der südostniedersächsischen Großstadt in der ich aufwuchs, noch mit den ältesten und runtergekommensten Bussen der lokalen privaten Busunternehmen in die Schulen gefahren. Der schlechte Zustand der Busse war ein Dauerbrenner und das Argument aller Unternehmen dafür war, dass die Schüler die Busse stark beschädigen und der Einsatz neuer Fahrzeuge deshalb völlig indiskutabel sei, die könne man danach nicht mehr für Fernreisen mit anspruchsvollen erwachsenen Fahrgästen einsetzen. Außerdem würde die Schultaschen die empfindlichen und teuren Sitze beschädigen. Dort, wo die öffentlichen Verkehrsbetriebe fuhren, war alles normal, nur die separat beauftragte Schülerbeförderung war hoch problematisch. Echte Reisebusse waren damals in der Schülerbeförderung überhaupt nicht denkbar. Und so (Stadtbusse oder eher alte und kleinere Reisebusse) kenne ich es auch aus meinen Urlauben in MV noch aus der Gegenwart.


    Mit war im Video deshalb der ungewöhnlich groß erscheinende Bus und modern erscheinende Bus aufgefallen (ich kenne mich da nicht mit den Details aus, kann also arg daneben liegen) und ich hatte mich gefragt, ob das wirklich ein Schulbus ist, oder ob da in Ostfriesland jemand dem Planungsbüro oder dem Landrat mit allen Mitteln eins auswischen will. Aber wenn die Busse über die Flächen schwenken, auf denen Kinder warten, geht das natürlich überhaupt nicht. Vielleicht war eher das das Problem. Auf jeden Fall gab's da Planungsmängel. Die darf ein Planungsbüro natürlich nie zugeben - schon allein, weil es sonst seinen Versicherungsschutz verliert.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Weshalb schmuddelige Kinder in einen teuren Reisebus setzen, den sie nur kaputt spielen?

    Die spielen auch neue Straßenbahnen und S-Bahnen kaputt - wenn sie wollen würden.


    Ich glaube auch nicht, dass für den Schülerverkehr die 4- oder 5-Sterne Coaches eingesetzt werden.

    Und wenn der Bus erst mal über eine Million km hinter sich hat aber äußerlich gut gepflegt wurde, kann man ihn auch für Schülerfahrten degradieren und für Schulklassen-Tagesausflüge, Ferienlager-Zubringer, Klassenfahrten-Taxi, usw.


    Möglicherweise war auch der Busunternehmer etwas bockig, und um zu zeigen wie doof die anderen sind, schickt er den größten Oschi den er auf dem Hof stehen hat.

    Gruß
    Holger
    --
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  • Meine (mir von Lehrkräften und Hauswarten bestätigte) Beobachtung ist, das so eine Einstellung eine selbsterfüllende Prophezeihung ist.

    Neu gebaute/sanierte Räume in Schulen waren immer dann von viel Vandalismus betroffen, wenn gegen kleine Beschädigungen oder Schmierereien nicht unverzüglich vorgegangen (=behoben/beseitig) wurde.

    Nach dem Motto: Warum soll ich HIER noch pfleglich behandeln? Kommt darauf auch nicht mehr an.

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  • Meine (mir von Lehrkräften und Hauswarten bestätigte) Beobachtung ist, das so eine Einstellung eine selbsterfüllende Prophezeihung ist. Neu gebaute/sanierte Räume in Schulen waren immer dann von viel Vandalismus betroffen, wenn gegen kleine Beschädigungen oder Schmierereien nicht unverzüglich vorgegangen (=behoben/beseitig) wurde.

    Das erkläre ich meinen Bauherrn auch immer so. Trotzdem habe ich im Schülertransport noch nie einen so großen und schicken Bus gesehen! Aber In Ostfriesland haben sie anscheinend massig Geld. Wir in Berlin sind ja sprichwörtlich arm ...

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Aber In Ostfriesland haben sie anscheinend massig Geld. Wir in Berlin sind ja sprichwörtlich arm ...

    In B brauchte es doch auch massig Geld um Transportinfrastruktur gängig zu machen.

    Vielleich war der Argumentationstrag in O.Land "Der koscht dann nur"

    Eigentlich ist auf dem land der abstand Busunternehemer und pol Entscheidungträger ja nicht so groß.

    Die Kapazität wird ausdrücklich bestellt.

    Vielleich überzeugte auch der hübsche Entwurf und die Animation:D

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    Das auf dem Video sieht aber nach Reisebus aus. Die haben meist deutlich grössere Überhänge

    Auf dem Land werden oft Reisebusse als Schulbusse verwendet. Das was der beauftragte Unternehmer eben gerade so auf dem Hof stehen hat.



    Skeptiker Wir sind ab und zu mit schicken Busen in die Schule gefahren worden, auch mal mit Oldtimern, oder was eben greifbar war. Aber wirklich abgerotzt waren die Busse nie. Naja Bodenseeregion ist nicht gerade arm... :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Auf dem Land werden oft Reisebusse als Schulbusse verwendet.

    Das ist offensichtlich regional seeeeeehr unterschiedlich. In Ostfriesland (und auch andernorts) mag es so sein. In Mecklenburg ist es außer auf "Fernlinien" unüblich, in Niedersachsen kommt es auf den Betreiber an.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Man muss ja eigentlich vom größtmöglichen Bus ausgehen, denn es kann ja durchaus mal vorkommen, dass ein Fahrzeug defekt oder anderweitig außer Betrieb (oder außer Reichweite) ist und dann kommt eben ein Werkstattersatzwagen oder ein angemietetes Fahrzeug, dass mindestens xx Personen transportieren darf.


    Schein evtl. ein ähnliches Thema zu sein wie die Garagenverordnung und die Stellplatzgrößen, die auch nicht mehr so recht zur Realität passen, wie die alten Schleppkurven auf den Folien, die in dem verstaubten Ordner abgeheftet sind.


    Wir lassen ab und zu mal die Zufahrten für industieelle Freiflächen von einem Straßenplaner prüfen. Der lässt dann im AutoCad die Fahrzeuge "übers Blatt" fahren, ähnlich wie hier gezeigt:

    (z.B. ab 8:00 min)

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Schleppkurven bekommt man doch von den Herstellern. Da muss man sich nicht an die alten Schleppkurven von Anno Dazumal halten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Schleppkurven bekommt man doch von den Herstellern. Da muss man sich nicht an die alten Schleppkurven von Anno Dazumal halten.

    Äh, sich an die Schleppkurven eines Herstellers zu halten entspricht etwa der Ableitung der allgemeinen Richtigkeit einer Bauweise aus den Festlegungen eines Systemanbieters / Herstellers für seine Produkte. Die Übernahme der aktuellen Schleppkurven der FGSV hingegen ist nicht ganz so doof, da diese im Bereich Straßenplanung - und - bau die a.R.d.T. sind. (Die FGSV entspricht im Bereich Straßenbau dem DIN und ist auch als e.V. organisiert). Die Schleppkurven der FGSV finden sich gegen Bezahlung hier. Darin steht u.a.:

    Dem technischen Regelwerk entsprechend entworfene Verkehrsflächen sind im Allgemeinen für alle nach der StVZO für den öffentlichen Verkehr zugelassenen Fahrzeuge problemlos befahrbar.


    Bei Abweichungen von den Regelwerken ( z.B. infolge Flächenknappheit) oder nachträglichen Ein- und Umbauten (z.B. Möblierung oder Bepflanzung) ist es zweckmäßig, die Befahrbarkeit zu prüfen.


    Zu diesem Zweck waren in einigen Regelwerken der FGSV (EAE 85/95, EAHV 93, RAS-K-1) Schleppkurven enthalten. Vor einiger Zeit wurden in der EU die zulässigen Abmessungen und Gewichte harmonisiert. Aufgrund der dabei festgelegten i.d.R. größeren Abmessungen waren die bisher zugrunde gelegten Bemessungsfahrzeuge nicht mehr repräsentativ und die Schleppkurven z.T. nicht mehr anwendbar. Es wurden deshalb neue Bemessungsfahrzeuge entwickelt und neue Schleppkurven für 13 typische Fahrzeugklassen ( Pkw bis Lz) unter Berücksichtigung technischer Neuerungen (Nachläuferachsen, Niederflurtechnik) abgeleitet ( jeweils 2 unterschiedliche Fahrweisen), die im Maßstab 1:250 in der vorliegenden Sammlung enthalten sind. Dazu kommen ein kurzer erläuternder Text zu den zugrunde liegenden Hintergründen und Annahmen, eine tabellarische Übersicht mit den wichtigsten Daten für die Bemessungsfahrzeuge sowie Hinweise zu den verfahrensbedingten Toleranzen bei der Anwendung der Schleppkurven.

    Meine Interpretation: Wäre in Ostfriesland nach R2 geplant und gebaut worden, würde es passen. Es scheint ein klarer Planungsmangel und dann auch ein Ausführungsmangel vorzuliegen ... oder der Busunternehmer hat einen sehr, sehr kuriosen Bus, der nicht der StVZO. Ich gebe zu, für einen flotten Video-Beitrag in einer Satiresendung ist das ein wenig zu kompliziert. Aber so ist es nun einmal mit der Realität.


    Off-Topic:

    OT 1: Nein, als Architekt muss man nicht selbst mit den passenden Schleppkurven planen, aber man muss wissen, dass es sie gibt und wen man beim Bauherrn zur Planung anfordern muss.


    Off-Topic:

    OT 2: FGSV in der Wikipedia. Daraus:

    Derzeit (Stand Mai 2020) finden in der Geschäftsstelle Berlin umfangreiche Renovierungsmaßnahmen statt, da eine Reaktivierung noch im Jahr 2020 geplant ist.

    Skeptiker ahnt schon, dass es eher Frühjahr 2021 werden wird, er macht nämlich mit seinem Büro den Umbau der Geschäftsstelle, welche in Zukunft einen nennenswerten Teil des Tagungsbetriebes in der Hauptstadt abwickeln wird.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Bushaltestellen, wie sie heutigen Fahrzeuggrößen und Sicherheitsansprüchen genügen, können nach meiner sehr persönlichen Erfahrung in den meisten Fällen quasi nur noch auf der grünen Wiese errichtet werden.

    Im innerörtlichen Bereich gibt es so viele Einschränkungen (Einmündungen, Einfahrten, Erfordernis für Gehwegabsenkungen, erforderliche Fußgängerüberwege, erforderlicher Sicherheitsabstand von Kurven etc.), dass die "normgerecht" erforderlichen Längen in Verbindung mit dem häufig berechtigtem Anspruch nach barrierefreiem Ausbau der Haltestellen innerhalb geschlossener Ortschaften in sehr häufigen Fällen nicht umzusetzen sind.


    Ich kann mich an eine Ortsdurchfahrt mit ca. 1,8 km Länge erinnern, die bisher drei Bushaltestellen je Fahrtrichtung hatte. Nur eine von den insgesamt sechs Haltestellen hätte man tatsächlich nach den gestellten Ansprüchen umbauen können, wenn man diese aber dann nach außerhalb der Ortschaft verschoben hätte.

    Also hieß es, einen Kompromiss zu finden. Der hätte dann gelautet, zwar die erforderlich hohen Borde zu verwenden, aber unter der Einschränkung, dass die Haltebucht deutlich kürzer ist, als es die "Norm" erfordert hätte...

    Und dann findet sich irgendjemand, der solche Videos dreht und online stellt, um die Planer zu verunglimpfen...

    sorry, das musste sein!

  • Bei uns macht man erst gar keine Einbuchtungen für den Bus. Der Bus hält auf der Straße und die Autos müssen warten. Der Platz ist schlicht nicht vorhanden. Keinen Bus fahren lassen, nur weil die normgerechten Bushaltestellen nicht möglich sind, ist keine Option.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...