Ziegelsteinmauer Innen (erbaut ca. 1940) mit versandeten Fugen soll verfestigt werden. Aber wie?

  • Hallo zusammen,

    ich stehe zur Zeit vor der Herausforderung, einen großen Raum als Wohnraum nutzbar zu machen.

    Aktuell ist die Wand noch verputzt aber der Putz ist wellig, gerissen, großflächig abgeplatzt und vermittelt mir nicht den Eindruck, dass man auf die 2-5cm dicke Putzschicht noch mehr auftragen sollte.

    Ein Bausachverständiger, Mitarbeiter im Bauarkt empfehlen das Entfernen des Putzes und auskratzen der Fugen mit anschließender Grundierung und Neuverfugung. Auch meine Recherchen im Internet brachten mich zum Entschluss, dass dies die beste Lösung ist.

    So kann ich auch schauen, in welchem Zustand sich die Mauer befindet und verlasse mich nicht auf einen Zustand, den ich hinter dem Putz kaum einschätzen kann.

    Nun habe ich den Putz stellenweise entfernt und sehe eine Mauer mit abgeschlagenen Kanten (Wird durch meine Meißel-Tätigkeit natürlich auch nicht besser!) und 1-4c, dicken versandten Fugen. Durch beinfachen auskratzen der Fugen mit der Drahtbürste würde ich alle Ziegelsteine aus dem Gefüger herauslösen können, so weich sind die Fugen.

    Es handelt sich um die Innenseite einer Mauer, außen ist die verputzt und der Putz sieht in Ordnung aus. Feuchtigkeitesschäden habe ich keine (Es handelt sich auch um eine Obergeschoss).

    Nun zu meinen Fragen:

    • Welchen Mörtel würdet Ihr verwenden? An der Außenseite finde ich viele Empfehlungen für Luftkalk (Als Fertigmischung kaum zu bekommen), ich würde bislang Kalk-Zementmörtel verwenden aber mittlerweile frage ich mich ob ich an der Innenseite nicht auch reinen Zementmörtel verwenden kann, der der Mauer vielleicht mehr Festigkeit bringen würde.
    • Hat jemand von Euch Erfahrung mit dem KSE basierten Chemikalien zum verfestigen von Gestein? Der Preis für 30 Liter von 800-1400 Euro pro 30 Liter finde ich extrem hoch (Alternativen?) so dass ich dies eigentlich bislang ausschließe. Bei 50qm Wandfläche kann ich die Wand für den Preis ja fast neu mauern lassen.
    • Angenommen ich bekomme das Verfugen hin so dass ich die Mauer als Sichtmauerwerk erhalten kann, was nehme ich dann zum Behandeln, so dass ich den Raum bewohnen kann (Abweisung von Schutz, so dass ich mal drüber waschen kann ohne gleich die Mauer abzutragen!)?

      Da habe ich viel gelesen von Klarlack auf Silikat-Basis, Tapetenkleister, Silikon oder Polymerlack. Irgendwelche Erfahrungen.

    Fotos habe ich auch:







  • Ich würde es als rustikales Sichtmauerwerk lassen. Darauf stehen heute viele, altes mit neuem zu verbinden. Ist eben eine Frage der Innenraumgestaltung, also Planung.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Danke für Eure Beiträge.


    Ich will sie ja als Sichtmauerwerk erhalten aber die Frage ist, wie ich die Wand dauerhaft vor dem Zerbröseln rette. Mindestens irgendwie diffusionsoffen "versiegeln" müsste man sie doch oder nicht?

  • Was willst Du erreichen? Mauermörtel ist meist entweder mit Zement oder mit Kalk gebunden. Er ist nie gebunden mit

    • Klarlack auf Silikat-Basis, Tapetenkleister, Silikon oder Polymerlack.

    Für die Standfestigkeit des Mauerwerks kannst Du diese Materialen also vergessen.

    Ein Bausachverständiger, Mitarbeiter im Bauarkt empfehlen das Entfernen des Putzes und auskratzen der Fugen mit anschließender Grundierung und Neuverfugung. Auch meine Recherchen im Internet brachten mich zum Entschluss, dass dies die beste Lösung ist.

    Also mach genau das!


    Der Rest ist Kosmetik.

    • was nehme ich dann zum Behandeln, so dass ich den Raum bewohnen kann (Abweisung von Schutz, so dass ich mal drüber waschen kann ohne gleich die Mauer abzutragen!)?

    Lange haben Menschen in rohem Ziegelmauerwerk gelebt. Dann haben sie irgendwann begonnen dieses zu verputzen. Braucht es da dritte Wege?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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