Bewehrung an Kelleraußenwand erkenn- und sichtbar

  • Hallo Zusammen,

    ich hoffe hier auf gute Ratschläge.


    Gebaut wird ein EFH. Aktuell wird der Keller errichtet.

    Neben den unzähligen Kiesnestern entlang der Bodenplatte (die mit Betonspachtel zugekleistert wurden) ist jetzt in einem Abschnitt die horizontalverlaufende Bewehrung zu erkennen.

    An einer Stelle schaut diese sogar hervor. Anbei drei Bilder.


    Behebung durch Bauunternehmen sieht vor:

    - Betonspachtel an der sichtbaren Bewehrung

    - Anschließend erfolgt die sowieso vorgesehene Bitumenabdichtung (Lastfall nicht drückendes Wasser, Drainage...)


    Laut Bauunternehmen kann dadurch keine Feuchtigkeit und oder irgendwelche Gase wie CO2 die Bewehrung erreichen, also Rostet nichts.


    Nur zu meiner Frage: Reicht es tatsächlich einfach nur Bitumen aufzutragen? Fängt das die zu geringe Betondekung auf?

    Wenn nicht, was wäre die alternative? Bewehrung freilegen, Sandstrahlen, Korrosionsschutz auftragen und erneut zuspachteln?

  • Kann keiner was dazu sagen?

    Konkrete Frage lautet: wie geht man vor wenn die Betondeckung nicht vorhanden ist bzw. wenn sogar die Bewehrung zu sehen ist? Betrifft ca. 2.5m2.

    Reicht hier eine einfache Bitumendickbeschichtung? Was wären Alternativen?

  • Alleinig die Frage des Korrosionsschutztes bringt dich nicht weiter. Statische Frage wäre Zielführender bzw Wichtiger. Ergo Statiker interviewen

    zu selbigen gibt es einen Thread hier im Forum des selbiges Leid beklagt.!

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Konkrete Frage lautet: wie geht man vor wenn die Betondeckung nicht vorhanden ist bzw. wenn sogar die Bewehrung zu sehen ist? Betrifft ca. 2.5m2.

    Die Betonüberdeckung ist grundsätzlich erforderlich, um die Einhaltung unterschiedlicher Anforderungen sicherzustellen:

    • SOLL-Position Bewehrungsstahl einhalten (-> Standsicherheitsnachweis könnte sonst nicht mehr funktionieren)
    • Hitzeschutz des Stahls bei Feuer
    • Korrosionsschutz des Stahls gegen Feuchtigkeit
    • Wasserdichtigkeit (bei Dir gerade nicht, da keine weisse Wanne)

    Reicht hier eine einfache Bitumendickbeschichtung?

    Wogegen soll die (kunststoffmodifizierte) Bitumendickbeschichtung helfen? Beim Einhalten der ersten beiden Punkte hilft sie sicher nicht.

    Was wären Alternativen?

    Nicht eine "Alternative" im Sinne von "andere Möglichkeit", wohl aber im Sinne von "fachgerechte Vorgehensweise" wäre eine fachgerechte Betonsanierung. Die möchte geplant werden und Planung meint hier nicht "da schmieren wir was drauf und dann sieht das niemand mehr, kommt doch eh noch Dreck davor!"

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich glaube nicht, dass das Problem nur an diesen 2 qm anliegt. Das wird schon die ganze Wand betreffen. Da musst Du ein Fachingenieurbüro für Betonsanierung anrufen und sie mal gucken lassen. Die untersuchen die Wand und den Keller. Die werden dann wohl zumindest die ganze Wand aufbuddeln. Wenn Du Pech hast, muss der ganze Keller saniert werden. So aus der Ferne ist das eigentlich der einzige Rat den man geben kann.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Die Betonüberdeckung ist grundsätzlich erforderlich, um die Einhaltung unterschiedlicher Anforderungen sicherzustellen:

    • SOLL-Position Bewehrungsstahl einhalten (-> Standsicherheitsnachweis könnte sonst nicht mehr funktionieren)
    • Hitzeschutz des Stahls bei Feuer
    • Korrosionsschutz des Stahls gegen Feuchtigkeit
    • Wasserdichtigkeit (bei Dir gerade nicht, da keine weisse Wanne)

    Wogegen soll die (kunststoffmodifizierte) Bitumendickbeschichtung helfen? Beim Einhalten der ersten beiden Punkte hilft sie sicher nicht.

    - bzgl. Standsicherheit frage ich morgen Mal die Statikerin. Halte ich aber eher für unkritisch. Laut Bauunternehmen ist mehr als genug Baustahl verbaut.

    - Hitzeschutz fällt auch weg. An der Kelleraußenseite kann es schließlich nicht brennen.

    - Wasserdicht: fällt weg weil keine Weiße Wanne

    - Korrosionsschutz: das ist der Knackpunkt der mir Kopfzerbrechen macht. Korrodieren tut es wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff den Stahl erreichen. Tut es das wenn eine Schwarzabdichtung drauf ist? Laut Bauunternehmen nicht... Und selbst wenn das passieren sollte: der Beton ist dank Schwarzabdichtung konserviert und hoch alkalisch.

  • - bzgl. Standsicherheit frage ich morgen Mal die Statikerin. Halte ich aber eher für unkritisch. Laut Bauunternehmen ist mehr als genug Baustahl verbaut.

    Ich mag diese Sprüche einfach nicht mehr hören und schon garnicht lesen! Schon bei qualitativ nur durchschnittlicher Statik ist genau soviel Stahl verbaut, wie rechnerisch benötigt wird. Nennenswerte Reserven gibt es allenfalls durch differenziertere Betrachtung.


    Ich überlasse das Thema lieber den Tragwerksplanern hier im Forum.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • - bzgl. Standsicherheit frage ich morgen Mal die Statikerin. Halte ich aber eher für unkritisch. Laut Bauunternehmen ist mehr als genug Baustahl verbaut.

    - Hitzeschutz fällt auch weg. An der Kelleraußenseite kann es schließlich nicht brennen.

    - Wasserdicht: fällt weg weil keine Weiße Wanne

    - Korrosionsschutz: das ist der Knackpunkt der mir Kopfzerbrechen macht. Korrodieren tut es wenn Feuchtigkeit und Sauerstoff den Stahl erreichen. Tut es das wenn eine Schwarzabdichtung drauf ist? Laut Bauunternehmen nicht... Und selbst wenn das passieren sollte: der Beton ist dank Schwarzabdichtung konserviert und hoch alkalisch.

    Du hast für Dich doch schon entschieden. Das war schon irgendwie in der Frage klar.

    Warum fragst DU noch nach.


    Was bei Dir vorliegt ist Pfusch. Nur das willst DU nicht lesen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich überlasse das Thema lieber den Tragwerksplanern hier im Forum.

    Dann will ich mich mal äußern ;)


    Das wesentliche zur Aufgabe der Betondeckung wurde von Skeptiker bereits gesagt, auf folgenden, in meinen Augen wesentlichen Punkt möchte ich aber nochmal explizit hinweisen:


    Die Aufgabe der Betondeckung ist es, einen ausreichenden Verbund zwischen Beton und Bewehrung sicherzustellen. Dieser Verbund wird benötigt, damit Zugkräfte aus dem Beton in den Betonstahl eingeleitet werden können, wodurch das Bauteil überhaupt erst als Stahlbetonbauteil wirken kann. Um einen ausreichenden Verbund zwischen Bewehrung und Beton zu erreichen, muss die Betondeckung mindestens so groß wie der Durchmesser der Bewehrung sein und zwar unabhängig davon, ob es sich um eine Bewehrung aus der Standsicherheit oder der Gebrauchstauchlichkeit handelt.


    Wenn die Bewehrung nun noch sichtbar ist, kann man mit annähernd 100% Sicherheit davon ausgehen, dass die Betondeckung kleiner als der Bewehrungsdurchmesser ist, wodurch kein ausreichender Verbund vorhanden ist, wodurch die Bewehrung ihre Aufgabe nicht vollständig übernehmen kann, wodurch man sich die Bewehrung quasi auch hätte sparen können (wenn es die Statik denn hergeben würde).


    Da reicht es auch nicht, außen noch etwas Mörtel auf die Wand zu schmieren. Eine Schwarzabdichtung hat gleich gar keinen Effekt und entspräche im Übrigen auch nicht den a.R.d.T., wenn sie zur Verhinderung von Bewehrungskorrosion planmäßig eingesetzt werden würde.


    Ich mag diese Sprüche einfach nicht mehr hören und schon garnicht lesen! Schon bei qualitativ nur durchschnittlicher Statik ist genau soviel Stahl verbaut, wie rechnerisch benötigt wird. Nennenswerte Reserven gibt es allenfalls durch differenziertere Betrachtung.

    Wenn wir schon bei qualitativ durchschnittlichen Statiken sind...


    Auch eine qualitativ überdurchschnittliche Statik weist nur eine "ausreichende" Standsicherheit nach, keine gut oder sehr gute, sondern eine ausreichend. In Schulnoten gemessen, entspricht die Standsicherheit eines Gebäudes also immer der Note 4, womit die Prüfung also gerade so bestanden wurde. Alles andere wäre im Prinzip auch unwirtschaftlich...

    :);):bier::lach:

  • Statikerin sagt: nicht kritisch, da 1. genügend Bewehrung vorhanden und 2. Die geringe Betondeckung befindet sich auf der Außenseite. Wäre die Betondeckung auf der Innenseite zu gering könnte es mit dem Erddruck Probleme geben.


    Weiterhin sagt Sie: Durch die Bitumenabdichtung erfolgt die Betoninstandsetzung nach dem W Prinzip: es wird Wasser vom Beton ferngehalten. Das ist ein probates Mittel und wird auch so in den DAfStB-Richtlinien beschrieben.

    "Durch diese Maßnahme wird der Wassergehalt im Beton reduziert und ein Fortschreiten der Korrosion behindert. Anforderungen an die Mindestbetonüberdeckung bestehen bei der Anwendung dieses Instandsetzungsprinzips nicht."


    Was sagt Ihr zum W Prinzip?

  • Was sagt Ihr zum W Prinzip?

    nachlesen kann man es hier unter Punkt 3.1.2. "Instandsetzungsprinzip W", Begrenzung des Wassergehalts im Beton


    Auch beim wiederholten Durchlesen finde ich nichts, was der Aussage aus statischer Laiensicht offensichtlich widerspricht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ist das eine unabhaengige Statikerin, oder die Statikerin des Bauunternehmens?

    Unabhängige Statikerin, beauftragt vom Bauunternehmen...


    Freitag kommt DEKRA mit einem Eisenscanner, dann sehen wir wie groß die Fläche tatsächlich ist.

    Ich bin selbst mal mit einem Magneten entlang gefahren und würde schätzen: Betondeckung unter 5mm ca. 0.3m2, unter 10mm ca. 1.5m2 Wandfläche.

  • beauftragt vom Bauunternehmen...

    Dann ist sie NICHT unabhängig!



    Und nochmal - Autoprüforganisationen mit Buchstabenkürzeln haben im SV-Bereich (Nicht nur bei mir) einen denkbar schlechten Ruf.

    Reine Theorhetiker ohne Erfahrung (Ahnung?) von Baugeschehen und Praxis.

    Dementsprechend ist deren "Standing" beiden Pfuschern.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen