RAL-Montage mit Schaum und ohne äußere Abdichtung

  • Hallo Forum,


    verkauft hat uns unser Fensterbauer laut Vertrag den Einbau der Fenster dermaßen, dass eine "Luftdichtheit gemäß der RAL-Norm" besteht. Tatsächlich sind die Fenster dann aber in allseitig schön mit Glattstrich versehene Labungen mit einem Schaum sowie innen mit einem rosafarbenen Dichtungsband eingebaut worden. Genaue Fabrikate sind mir nicht bekannt.


    Ich bin mir jetzt nicht ganz im Klaren darüber, ob das als "Luftdichtheit gemäß RAL-Norm" durchgeht. Die innere Luftdichtigkeitsebene scheint in Ordnung. Wenn ich es recht verstehe, ist die Verwendung von Schaum (anstatt z.B. Kompribändern) nicht von vornherein mit dem RAL-Leitfaden unvereinbar. Aber fehlt es nicht an der äußeren Lufdichtigkeitsebene? Liegt hier ein Mangel im Hinblick auf die vereinbarte Ausführung vor?


    Vielen Dank für Eure Meinungen hierzu!

  • Aussen gibt es keine "Luftdichtigkeitsebene". Aussen muss es winddicht und schlagregendicht sein. Nach den Bildern zu beurteilen wird wohl noch ein WDVS angebracht. Entsprechend wird wohl der Putzer die äussere Abdichtung mit entsprechenden APU-Leisten sowie Kompribändern herstellen.


    Gruß

  • Ja klar, da kommt noch Mineralwolle und Putz drauf. Aber der Putzer hat keine Anputzleisten im Leistungsprogramm (zumindest nicht ausdrücklich) und der Fensterbauer selbst hat eben RAL-Montage angeboten und sollte sie jetzt auch verbringen. In letzter Zeit sehe ich in der Gegend häufig Fenster, die außen umlaufend mit eine schwarzen Band (EPDM?) am Mauerwerk (oder Betonwand) festgemacht werden.


    Ansonsten in der Tat Denkfehler meinerseits: außen diffusionsoffen und innen diffusionsdicht heißt dann natürlich dass nur innen luftdicht ist.


    Eingebaut sind die Fensterrahmen übrigens außen bündig mit dem Mauerwerk. Führungsschienen für Rollläden und Raffstores ragen dann entsprechend hervor (werden dann aber in die Dämmebene einbezogen.

  • außen diffusionsoffen und innen diffusionsdicht heißt dann natürlich dass nur innen luftdicht ist.

    Nein, Luftdichtigkeit ist nicht gleich Wasserdampfdiffusiondichtigkeit!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • OK, wind- und diffusionsdicht habe ich in meinem Kopf durcheinander geworfen. Winddichtigkeit steht im Angebot, auf die Diffusionsdichtigkeit bin ich dann beim Suchen gestoßen. Mir ist klar, dass es keine "RAL-Norm" gibt. Der RAL-Montageleitfaden gibt aber doch - wenn ich es richtig verstehe - gewisse Ziele vor, die dann faktisch darauf hinauslaufen, bestimmte Montagevarianten als OK und andere als nicht OK anzusehen. Der Verweis auf "RAL-Norm" ist dann so zu verstehen, dass eine Montagevariante gewählt wird, die die Zielsetzungen erreicht. Ist das hier nun mit Schaum in der Labung und dem Dichtband innen der Fall oder fehlt auf jeden Fall außen noch etwas. Ob das dann der Fensterbauer oder der Putzer macht, kann erstmal dahinstehen. Das würden wir dann noch genau besprechen müssen.

  • Falsch. Aber total!

    1. Der RAL Leitfaden definiert Ebenen und Anforderungen an diese. Wie und von wem die zu leisten sind, definiert er nicht.

    2. Schaum zur Fugendämmung ist (auch nach RAL Leitfaden) absolut OK.

    3. Die äussere Schlagregendichtung ist KEINE selbstverständliche Nebenleistung von irgendwem Auch nicht vom Fenstereinbauer.

    4. Winddicht gibt es NICHT!


    PS.: Gilt NUR in der BRD (auch in den Grenzen von nach 1989)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Gibt es dafür eine schriftliche Quellenangabe? Danke

    Umgekeht wird ein Schuh draus: Es gibt KEINE physikalische Defintion von Winddicht. ( Z.B. Bis zu einem bestimmten Druck o.ä.)

    Wenn der SV es verwechselt, frag ihn mal nach der Definition. Viel Spass bei seinem Gestotter

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Was sagt dein Energieberater dazu ?

    Den hatte ich vor den Ferien schon aufgefordert, den Einbau zu beurteilen. Muss jetzt nach den Ferien aber noch einmal wegen einer formalen Reaktion nachfassen.


    Falsch. Aber total!

    1. Der RAL Leitfaden definiert Ebenen und Anforderungen an diese. Wie und von wem die zu leisten sind, definiert er nicht.

    Das war jetzt eigentlich schon genau das, was ich mit zu erreichenden Zielsetzungen meinte und weswegen ich schrieb, das es "faktisch" auf eine beschränkte Anzahl tatsächlich bestehender Montagevarianten hinausläuft, die geeignet sind, diese Zielsetzungen zu erfüllen. Dass diese Montagevarianten nicht als solche vom RAL-Leitfaden vorgegeben werden, war mir gerade bewusst. Insofern vermag ich in diesem Punkt nicht ganz zu verstehen, warum ich das "total" falsch verstanden haben soll.

    2. Schaum zur Fugendämmung ist (auch nach RAL Leitfaden) absolut OK.

    Danke für die Bestätigung dieses Punktes, den ich auch immer so begriffen habe.


    3. Die äussere Schlagregendichtung ist KEINE selbstverständliche Nebenleistung von irgendwem Auch nicht vom Fenstereinbauer.

    Aber ist sie nach RAL-Leitfaden eine äußere Ebene notwendig, die der Anforderung "schlagregendicht" entsprechen muss? Oder braucht es keinerlei äußere Ebene. Daher rührt ja mein Problem.


    Ich glaube, aus den bisherigen Antworten herauszulesen, dass die Montage so voll in Ordnung ist und grundsätzlich keine weiteren Maßnahmen erforderlich sind. Man möge mich entschuldigen, wenn ich das falsch verstanden haben sollte.

  • Nochmal: Der RAL Leitfaden gilt NUR im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland! Auch nicht in Ö oder CH! Du aber gibst an, ausserhalb dieser zu bauen. Keine Ahnung, welches Recht bei Dir gilt!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Nochmal: Der RAL Leitfaden gilt NUR im Gebiet der Bundesrepublik Deutschland! Auch nicht in Ö oder CH! Du aber gibst an, ausserhalb dieser zu bauen. Keine Ahnung, welches Recht bei Dir gilt!

    Der "gilt" auch in Deutschland nur, insoweit das vereinbart ist. Bei uns ist es eben entsprechend vereinbart (siehe das wörtliche Zitat eingangs), so dass diese Absprache auch einzuhalten ist.

  • Nein. Der RAL Leitfaden fasst die in D gültigen Fachregeln in einem Werk zusammen, erleichtert also die Arbeit - mehr nicht.

    . Bei uns ist es eben entsprechend vereinbart (siehe das wörtliche Zitat eingangs),

    Wenn darin wirklich was von RAL Norm steht (die es nicht gibt), ist die Frage, wasdie Juristen daraus machen. Das ist in NL sicher was anderes als in Patagonien

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • nun es gibt immer noch sowas wie die 'allgemein anerkannten Regeln der Technik'

    unabhängig von Normen und Gesetze oder sonst was .....

    Von einem Fachmann...egal welches Gebiet...erwartet man dass er /sie diese Regeln kennt und befolgt

  • die 'allgemein anerkannten Regeln der Technik'

    Mittlerweile heissen die nur noch "anerkannte Regeln der Technik", aRdT genannt.

    Und wieviele Fenstereinbauer in D kennen und beachten die? %-Zahl reicht mir. Ich würde auf eine einstellige Zahl tippen!

    Selbst vom Gericht bestellte SV haben damit so ihre Probleme!

    Wie die in anderen Ländern aussehen - keine Ahnung.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • De Ralf hat durchaus Recht. Der RAL Leitfaden beruht doch auf die in Deutschland gültigen DIN Normen. In anderen Ländern gelten aber andere Normen, bzw sind andere Normen gerichtsrelevant. Von daher ist es ein Unsinn in Österreich einen Einbau nach der RAL-Fiebel zu verlangen. Man müsste eher den Einbau nach den entsprechenden Ö-Normen verlangen und in der Schweiz entsprechendes.



    Die Frage bleibt dann, nach welcher Norm die Reichsbürger bauen? :D

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ist es eigentlich richtig, dass nur RAL-zertifizierte Betriebe den "Einbau nach RAL" anbieten dürfen?

    Jain. "RAL zertifizert" ist m.W.n. geschützt. Nach dem RAL Leitfaden kann jeder montieren, der ist schließlich frei zugänglich.

    "Einbau nach RAL" ist wahrscheinlich eine Grauzone. Der Betrieb behauptet ja (hoffentlich) nicht zu Unrecht, er sei RAL zertifiziert. Wahrscheinlich reicht es, wenn im Büro eine Leitfaden-Ausgabe von 1994 (Ausgabe 1) vor sich hin staubt. (Mittlerweile ist die -ich meine - 7. Auflage aus 3/2020 gültig)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen