Luft-Wärmepumpe mit aktiver Kühlungsfunktion - Erfahrungen

  • Hallo zusammen,

    in diesem Thread hatte ich angefragt, welche Einstellungsmöglichkeiten eine KWL-Lüftung bietet, um die Raumtemperatur im Sommer zu regulieren.


    In den letzten heißen Nächten (Tage mit 36°+) konnte ich die abendliche Raumtemperatur mittels der KWL dahingehend positiv beeinflussen, dass ich über die Zeitsteuerung die höchste Einstellungsstufe (= größter Luftaustausch) in die Nachtstunden legte (wodurch kühle Außenluft nach innen gelangt), während tagsüber die Anlage im Minimalbetrieb auf Abluft läuft. Das ist noch nicht der optimale Ansatz, jedoch konnte durch kurzes Stoßlüften am Morgen und Verschattung der Fenster die Raumtemperatur in der Wohnung auf ca.22- 23° gehalten werden.


    Nun ist das im Grunde für die meisten Räume akzeptabel, allerdings wünsche ich mir im Schlafzimmer noch einen etwas kühleren Wert. Eine Klimaanlage ist für uns hier keine Option. Allerdings verfügt unsere Luft-Wärmepumpe über eine aktive Kühlfunktion. In Kombination mit meiner PV-Anlage überlege ich mir, diese Funktion künftig zu verwenden, um tagsüber über die FBH zu kühlen anstatt nachts die Lüftung über Bezugsstrom auf Hochtouren rennen zu lassen. Es stünden laut Hersteller noch kleinere Anpassungsarbeiten (Abdichtungen, Verdichter) mit Kostenrahmen von ca. 2500€ an.


    Meine Frage ist, ob jemand über Erfahrungen mit dem Einsatz einer Wärmepumpe im Kühlmodus verfügt? Kühlt diese spürbar die Raumtemperatur ab?


    LG

    Chrisy

  • ja, ich habe damit Erfahrungen. Allerdings habe ich meine Erfahrungen mit Sole-Wasser-Wärmepumpen gemacht, nicht mit Luft-Wasser-Wärmepumpen, also einem anlagenseitig komplett anderen physikalischen Prinzip der Wärmepumpe, der sog. passiven Kühlung. Insofern weiß ich nicht, ob ich Dir helfen kann. Ja, die Anlage kühlt. Wir halten damit bei tagelangen Außen-Temperaturen um 35°C die Lufttemperatur in unsren Haus mit einer vollverglasten Südfassade auf im Mittel 23° C.


    Was ist genau Deine Frage?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die Infos,


    die Frage hierfür ist, in welcher Form diese Kühlfunktion auch tatsächlich wirkt. Ich gehe davon aus, dass wir zukünftig öfters mit längeren Hitzeperioden zu tun haben werden. Da ist eine brauchbare Kühlfunktion ein Wohlfühlfaktor. So wie du es beschreibst, bringt diese Kühlung derzeit das in etwa gleiche Ergebnis wie meine Lüftungsanlagenstrategie.


    Mich würde interessieren, ob ein solches System auch in der Lage ist, auf 20-21° tagsüber herunterzukühlen (bei verschatteten Fenstern, heruntergefahrener Lüftungsanlage). Ein möglicherweise hoher Energieverbrauch wäre in meinem Falle in Kombination mit einer PV-Anlage ein nachrangiges Thema. Dazu wäre jedoch eine Aussage von jemandem mit Luft-Wasser-Wärmepumpe in meinem Fall sicherlich hilfreich.

  • Deine Frage ähnelt ein wenig der nach der erreichbaren Höchstgeschwindigkeit eines PKWs mit einer bestimmten Motorleistung, wobei Du es auf 0,5 km/h wissen möchtest. Die Frage wird Dir so niemand beantworten können, weil zahlreiche Parameter betrachtet werden müssen, die hier noch nicht benannt sind:

    • vorhandener sommerlicher Wärmeschutz
      • Verschalung durch Bäume
      • außenliegender Sonnenschutz
      • Sonnenschutz der Verglasung (div. Eigenschaften)
      • Kubatur und Geometrie des Gebäudes
      • Wärmedämmung
    • innere Kühllasten
    • Möglichkeiten der Nachtauskühlung
    • aktive Kühlleistung der Wärmepumpe
    • ...

    Es wird ausgerechnet werden müssen!


    (zum Vergleich: Meine Kühlung ist zwar in Gegensatz zu Deiner erwogenen nur ein passives System, arbeitet aber als Bauteil- bzw. Betonkernaktiveirung mit Deckenunterseite und - oberseite von 3,5 Stahlbetondecken (7-fache Grundfläche des Gebäudes!) Deine vermutlich nur über die einfache Estrichoberfläche und damit vermutlich die 2-fache Grundfläche des Gebäudes. Schon allein deshalb lassen sich beide Systeme kaum sinnvoll vergleichen.)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dachte mir schon, dass zu dieser Frage so pauschal keine Angabe gegeben werden kann. ;-)


    Mir geht es zunächst einmal eigentlich nur darum zu erfahren, ob Nutzer solcher Systeme sich damit zufrieden zeigen

    oder diese im Nachhinein eher auf andere Lösungen (z. B. Split-Klimaanlage) setzen würden.

    In deinem Fall entnehme ich, dass du mit deiner Konfiguration zufrieden bist - obgleich die Systeme bei uns unterschiedlich sind.

  • Ja, wir sind zufrieden mit unserer Konstellation, aber sie ist - wie geschrieben - etwas komplett anderes und insofern eigentlich nicht vergleichbar. Und die Zufriedenheit hängt natürlich immer von der passenden Dimensionierung und der richtigen Nutzung ab.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Unser SirSydom und JanRi kühlen meines Wissens nach so. Oder habe ich wieder mal was überlesen?

    Allerdings halt im ganzen Haus. Wir hatten fast die ganze Zeit max 24°, außer jemand hatte Fenster/Rollo offen stehen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • auf 20-21° tagsüber herunterzukühlen

    Dieser Wunsch dürfte der Knackpunkt sein. Um eine RT von 20°C zu erreichen, braucht es niedrige Kühlwassertemperaturen, und man bewegt sich schnell im Taupunktbereich. Je nach Verlegeabstand und Bodenbelag, liefert eine FBH als Kühlfläche bei 4K mittl. Untertemperatur gerade mal um die 10W/m² an Kühlleistung. Ob diese ausreicht die Kühllast zu decken das wäre zu überprüfen, und wie schon geschrieben, Taupunkt ist auch ein Thema. Luft mit 24°C und 60% rel. Luftfeuchtigkeit ergibt einen Taupunkt von etwa 16°C.

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    .

  • Meine Frage ist, ob jemand über Erfahrungen mit dem Einsatz einer Wärmepumpe im Kühlmodus verfügt? Kühlt diese spürbar die Raumtemperatur ab?

    Ja. Der Kühleffekt ist deutlich spür- und messbar. Schau mal hier:

    Kühlen mit FBH und WP

    Allerdings macht es einen großen Unterschied ob mit Fliesen oder Holz/Teppich.


    Es bleibt aber das Problem mit der relativen Luftfeuchtigkeit. Einerseits macht es die unangenhem, zweitens verhindert sie eine weitere Kühlung (Taupunkt!) mit der FBH.



    In Kombination mit meiner PV-Anlage überlege ich mir, diese Funktion künftig zu verwenden, um tagsüber über die FBH zu kühlen anstatt nachts die Lüftung über Bezugsstrom auf Hochtouren rennen zu lassen. Es stünden laut Hersteller noch kleinere Anpassungsarbeiten (Abdichtungen, Verdichter) mit Kostenrahmen von ca. 2500€ an.

    Also für 2.500€ extra.. ist es nicht wert. Vor allem wenn du ja nur das Schlafzimmer kühlen willst.

    Da häng dir lieber für n 1.000er ne Klima-Split rein. Die entfeuchtet dann auch.


    Also Ideallösung empfände ich eine Kombination. Die Kühlung per FBH für die Grundlast (und dank Phasenverschiebung auch Nachts, wenn mit tagsüber mit PV gekühlt wird) und Klima-Split an zentraler Stelle zum entfeuchten und für die Spitzenlast.

  • Hallo,


    (zum Vergleich: Meine Kühlung ist zwar in Gegensatz zu Deiner erwogenen nur ein passives System, arbeitet aber als Bauteil- bzw. Betonkernaktiveirung mit Deckenunterseite und - oberseite von 3,5 Stahlbetondecken (7-fache Grundfläche des Gebäudes!) Deine vermutlich nur über die einfache Estrichoberfläche und damit vermutlich die 2-fache Grundfläche des Gebäudes. Schon allein deshalb lassen sich beide Systeme kaum sinnvoll vergleichen.)


    Bei uns ist es auch "nur" der Estrich und auf dem großen Spitzboden kommt eine einseitige Dachschrägenheizung (bzw. hier "Kühlung") dazu, sowie in den beiden Bädern jeweils eine Wandheizung. BKA haben wir leider nicht, würde ich mit dem jetzigen Wissen immer verbauen.


    Bei konsequenter Nutzung (also quasi rund um die Uhr laufen lassen) hat das aber bei passiver Kühlung auch ausgereicht, um 23C zu halten.


    Die VL-Temperatur liegt dabei bei uns bei etwa 18C.


    Wenn du wirklich auf 20-21 C runterkommen willst, dann dürfte das den Aufwand deutlich erhöhen, weil du dann auch entsprechend weiter mit dem VL runter musst (was eine LWP mit aktiver Kühlung ja locker kann). Das wiederum erzeugt dann ein Kondensatproblem an den Leitungen und eventuell auch Kühlflächen.


    Wenn es dir NUR um das Schlafzimmer geht: Was spräche denn dagegen, da eine Kühldecke (Trockenbauelemente mit "Heiz"rohren) einzubauen und die dann mit der Aktivkühlung zu versorgen (sprich, den Rest des Hauses an den Verteilern abdrehen, könnte man bei vorhandener Einzelraumregelung auch automatisieren)? Das beschränkt das Kondensatproblem dann auf wenige Leitungen und diesen Raum.


    Wenn du das ganze Haus aktiv auf 20-21C runterkühlen willst, brauchst du viel Energie. Unser WMZ zeigt für diesen Sommer bereits 1924 KWh an, die wir gekühlt haben (etwa mehr als 200 Quadratmeter Wohnfläche). Bei einer aktiven Kühlung wäre das je nach AZ etwa 1/4 bis 1/3 dieser Menge als Strom - für 23C. PV nutzt da nur teilweise, denn nur mit FBH ohne BKA muss das rund um die Uhr laufen, um zu funktionieren. Bei einer Passivkühlung mit 20-30 W ist das vertretbar, aktiv eher nicht. Wenn du auf 20-21 willst, brauchst du nochmal mehr. Für einen einzelnen Raum wäre das natürlich wesentlich weniger.

  • Ok, danke für eure Rückmeldungen. Hier sind gute Hinweise drin, die es zu bedenken gilt. Ich werde die kommenden Tage Rücksprache mit meinem Bauleiter halten, mal sehen, was dieser zu berichten hat.