Reicht das reinigen der Drainage, oder muss das Haus frei gelegt werden?!

  • Hallo zusammen,


    ich habe mich nun etwas durch die Foren geklickt und hoffe mein Anliegen verständlich formulieren zu können und dabei schon vorab: Ich habe leider wenige Informationen und habe wirklich absolut keine Ahnung vom Bau, aber vllt kann ja irgendjemand die grundsätzliche Frage beantworten, oder die richtigen Denkanstöße geben.


    Zur Situation ist zu sagen, dass ich Mieter in einer Souterrain-Wohnung in einem 1989 erbauten Fertighaus bin. Um das Haus herum führt eine Drainage zu einer Sicker(?)grube welche unter der Terrasse meiner Wohnung liegt. Ich hatte in den letzten Jahren mehrmals Probleme mit Feuchtigkeit, da hieß es zuerst Lüftungsverhalten etc. als dann allerdings die Tapete bis zu den Knien schimmelte wurde eine andere Ursache gefunden, nämlich ein undichter Waschmaschinenanschluss im Waschraum des Vermieters, welcher an die Wohnung angrenzt. Die Trocknungsarbeiten und Renovierung waren aufwendig und langwierig, laut Trocknungsfirma hatte sich unter dem Boden ein kompletter See gebildet. Das Ganze ist jetzt 8 Monate her...und jetzt habe ich schon wieder Wasser in der Wohnung! Nach Starkregen bildete sich in der Ecke, welche unter der Terrasse meines Vermieters liegt, eine Wasserschicht und Verfärbungen an der Wand (kein Schimmel, hatte darauf bestanden keine Tapete mehr zu bekommen...) es kommt Wasser durch die Silikonfuge.


    Daraufhin hatten wir jemanden mit Hoch- Tiefbau Firma hier, der stellte fest, dass die Terrasse und Vorderseite des Vermieters sich deutlich gen Haus absenken (Terrasse bis zu ~10cm tiefer als früher, zu sehen an der ersten Stufe) die Kellertreppe zum Waschraum hat Risse => er würde einmal alles ausheben, von außen neu versiegeln (momentan Styropor(?) mit Bitumen) und die Drainage neu legen. Das ist meinem Vermieter offensichtlich zu aufwendig und teuer, was ich absolut verstehen kann, ihm ist jetzt die Idee gekommen, dass er die vorhandene Drainage ja noch nie(!!!) hat reinigen lassen und das ja vllt schon reichen könnte damit es bei mir nicht mehr feucht wird, zusätzlich wird er die schräge Terrasse neu verlegen lassen.


    Die Frage ist nun also: Kann das tatsächlich schon reichen und ist die Abdichtung von außen nicht in jedem Fall beschädigt? Ich meine, ich kann auf 1-2 Monate Baustelle vor der Haustüre auch verzichten, meine Angst ist nur, dass ich im Oktober/November wieder die Feuchtigkeit hier stehen habe und man dann nicht so leicht an jemanden kommt der diese Aufgabe erledigen kann, dass er jetzt sofort jemanden an der Hand hatte war purer Zufall .


    Vielen Dank im Voraus


    Matthias

  • Wenn Wasser durch das Mauerwerk ins Haus dringt, ist vielleicht die Drainage verstopft, in jedem Fall aber die Vertikalabdichtung jetzt geschädigt. Die müsste also erneuert werden.

    Dazu den Keller ABSCHNITTSWEISE freilegen, nicht alles auf ein Mal ausbuddeln. Blöd, aber geht nicht anders!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • ... Das ist meinem Vermieter offensichtlich zu aufwendig und teuer, was ich absolut verstehen kann, ihm ist jetzt die Idee gekommen, dass er die vorhandene Drainage ja noch nie(!!!) hat reinigen lassen und das ja vllt schon reichen könnte damit es bei mir nicht mehr feucht wird, zusätzlich wird er die schräge Terrasse neu verlegen lassen. ...

    Das ist rumdoktorn und beseitigt nicht die eigentliche Ursache, die nicht (mehr) funktionsfähge Abdichtung.


    Es kann unter Umstaden vorübergehend "helfen". Das liegt dann aber nicht an einer erfolgreichen Sanierung sondern am Zusammentreffen glüklicher Umstände.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Als Mieter der du bist, ist es doch Sache des Vermieters dafür zu sorgen, dass deine Wohnung trocken bleibt. Wen er damit beauftragt oder wie und wann es letztendlich gemacht wird, würde ich an deiner Stelle nicht versuchen zu beeinflussen. Ich würde eher versuchen das Ganze durch Mietminderung zu beschleunigen.


    Viele Grüße M.

  • Das ist rumdoktorn und beseitigt nicht die eigentliche Ursache, die nicht (mehr) funktionsfähge Abdichtung.


    den Keller ABSCHNITTSWEISE freilegen, nicht alles auf ein Mal ausbuddeln. Blöd, aber geht nicht anders!

    Danke für die Antworten, genau das hatte ich befürchtet.

    Wen er damit beauftragt oder wie und wann es letztendlich gemacht wird, würde ich an deiner Stelle nicht versuchen zu beeinflussen. Ich würde eher versuchen das Ganze durch Mietminderung zu beschleunigen.

    Danke für die Antwort und natürlich ist es ab der Meldung des Schadens seine Aufgabe. Ich möchte allerdings eine dauerhafte Lösung herbeiführen und hier möglichst stressfrei leben. Da, so glaube ich, momentan nur eine Mietminderung von ~10% in Frage kommt (was sowohl für meinen Vermieter als auch mich fast irrelevant wäre) bis es dann tatsächlich irgendwann anfängt zu schimmeln, versuche ich lieber mit dem Argument der beschädigten Vertikalabdichtung irgendwie auf meinen Vermieter einzuwirken.

  • Dritten zu erklären, wie sie einen Mangel beseitigen sollen, dessen Ursache man selbst nicht sicher kennt, ist :pfusch:.


    Übernimmst Du die Kosten dafür, wenn sich die von Dir vorgeschlagene Sanierung als Verschlimmerung herausstellt?


    Als Mieter kannst und solltest Du Dich darauf beschränken, umgehende Mangelbeseitigung unter möglichst exakter Schilderung und Beleg der einzelnen Symptome zu fordern, mehr nicht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Dritten zu erklären, wie sie einen Mangel beseitigen sollen, dessen Ursache man selbst nicht sicher kennt, ist :pfusch:

    Von "erklären" kann hier keine Rede sein, da hier allerdings 2 Foristen darauf hingewiesen haben, dass die eingeschlagene Richtung meines Vermieters den Mangel ziemlich sicher nicht dauerhaft beseitigt, kann ich ihn da ja wohl unverbindlich drauf hinweisen?! Wir haben ein gutes Verhältnis, trinken ein paar Mal pro Woche ein Feierabendbier zusammen und er hat selber absolut keine Ahnung von der Thematik. Wenn das Gespräch z.B. dazu führt einen anderen Experten zu Rate zu ziehen um sich abzusichern, wäre imho schon einiges gewonnen, wenn der dann sagt Drainage reinigen reicht, fänd ich das super...

    Übernimmst Du die Kosten dafür, wenn sich die von Dir vorgeschlagene Sanierung als Verschlimmerung herausstellt?

    Da entzieht sich mir der Sinn, was genau soll da verschlimmert werden und inwiefern ist die Sanierung von mir vorgeschlagen, zur Erinnerung, der Vorschlag kam von einem Mann mit Bauunternehmen und 2 Foristen? Am Ende muss mein Vermieter das entscheiden, aber mit ihm da nicht wenigstens nochmal drüber zu reden halte ich für beinahe fahrlässig.

    Als Mieter kannst und solltest Du Dich darauf beschränken, umgehende Mangelbeseitigung unter möglichst exakter Schilderung und Beleg der einzelnen Symptome zu fordern, mehr nicht!

    Das ist meine Pflicht als Mieter, korrekt, alles darüber hinaus kann man dennoch besprechen, ich sehe da irgendwie das Problem nicht, tut mir leid.