Fenstersturz bei Klinker mit verzinktem Winkel oder Beton

  • Der Maurer möchte bei unserem Haus die Fensterstürze auf Stahlwinkel errichten, da er für einen Betonsturz immer einen Kranwagen mieten müsste (wir bauen demnächst mit GU/GÜ), weil der Betonsturz zu schwer sei.


    Davon bin ich nun gar nicht begeistert, da die Architektin mir einst auf das Thema Betonsturz positiv geantwortet hatte (da stand vermutlich der günstigste Maurer noch nicht fest).


    Frage:


    1) Gibt es hierzu eine Idee, wie man das optisch retten kann?

    2) Wäre es nicht möglich das EG zu mauern und alle Fensterstürze an einem Tag mit einem gemieteten Kranwagen zu setzten? Ebenso später einmal nochmal beim OG? Maureer sprach davon bei jedem Fenster sofort einen Kranwagen zu benötigen.

  • Da stand zu diesem Thema nichts. Somit darf der GU/GÜ die günstigste Methode anwenden. Jedoch sagt der GU/GÜ, dass man alles anpassen kann, was man will (ob es jetzt eine spezielle Dämmung ist z.B. Holzfaser vs. Glaswolle usw.). Ich hatte das mit der Architektin einst besprochen und sie sagte, dass der Maurer später dann die Stürze beauftragen würde und ich mich nicht darum kümmern müsse (ich hatte vom Klinkerhersteller Firmen genannt bekommen, welche die Stürze mit dem Klinker herstellen können - deshalb diese Antwort).


    Nun sagt die Architektin plötzlich, es werden Stahlwinkel eingebaut und erinnert sich nicht mehr an unser Gespräch.

  • 1) Gibt es hierzu eine Idee, wie man das optisch retten kann?

    Sorry für die Laienfrage, ich kann mir noch nicht mal vorstellen, wie Stahlwinkel als Stürze aussehen. Hast Du mal ein Bild?


    Edit: Ah, es geht um Klinker. Den gibt's bei uns im Süden praktisch nicht, deshalb bin ich wohl noch nie darüber gestolpert.

  • Wenn Du Fertigteilstürze wolltest und die Architektin das wusste, ist Ihre LP 6 mangelhaft.

    Ich mein, das ist sie sowieso, wenn sie keine konstruktive oder statische Überdeckung der Öffnungen ausschreibt.


    Klar, gegen Aufpreis kann man alles machen. Und den wird der Bu fordern. Fertigteilstürze sind nämlich erheblich teurer als ein blöder verzinkter Stahlwinkel. Das wäre Schuld der Architektin.

    Kann die Kollegin überhaupt irgendwas jenseits der LP 4?

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  • Ich denke, er meint den "Sturz" über dem Fenster bei einer Klinkervormauerschale. Bei uns ist das auch mit Stahlwinkeln gebaut:



    Hier ein Bild aus meinem Wespenthread. In der Perspektive sieht man das deutlich, in normaler Ansicht nimmt man es quasi nicht wahr. Der "Sturz" darüber aus Klinkern ist natürlich nur einfach hochkant draufgemauert.

  • Kann die Kollegin überhaupt irgendwas jenseits der LP 4?

    Es ist eine angestellte Architektin des GU/GÜ. Das Problem ist, dass wir eine Sonderplanung beauftragt hatten und das Unternehmen alles an Aufträgen an Land gezogen hat hat, was es konnte. Obwohl es offensichtlich zu 98 % seine Typhäuser verkauft. Jetzt haben wir ein Problem, was beiderseits die Stimmung nicht positiv verbessert.

  • Wenn Du Fertigteilstürze wolltest und die Architektin das wusste, ist Ihre LP 6 mangelhaft.

    Ich mein, das ist sie sowieso, wenn sie keine konstruktive oder statische Überdeckung der Öffnungen ausschreibt.

    Du gehst wohl von einer selbst beauftragten Architektin aus, aber...



    (wir bauen demnächst mit GU/GÜ)

    es ist wohl eher die Architekton des GÜ, nehme ich an.

  • Ich denke, er meint den "Sturz" über dem Fenster bei einer Klinkervormauerschale. Bei uns ist das auch mit Stahlwinkeln gebaut:

    Genau eine solche Variante möchte Maurer des GU/GÜ verbauen. Wir aber nicht.


    mangelhaft.

    Ich mein, das ist sie sowieso, wenn sie keine konstruktive oder statische Überdeckung der Öffnungen ausschreibt.

    Ich gehe davon aus, dass der Betonsturz deutlich schwerer ist, als die Stahlvariante.

    Frage: Verstehe ich die Aussage somit richtig, dass dies statisch ebenso hätte berücksichtigt werden müssen?

  • Dann nenn sie bitte nicht Architektin, denn das ist eine geschützte Berufsbezeichnung! So darf sich nur nennen, wer einen Kammereintrag hat!

    Sorry, da bin ich pi****, ferade wenn es um solche "Leuchten" geht!

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  • Sorry, da bin ich pi****, ferade wenn es um solche "Leuchten" geht!

    Da habe ich volles Verständnis. Weitere Häuser werde ich definitiv mit Architekten bauen und nicht mehr mit GU/GÜ.


    Nun eine Frage zu einem Lösungansatz:


    Wir bauen mit nachfolgenden Klinker (siehe Foto). Hat jemand eine solche "Umrandung/Umfassung" schon einmal gesehen. Damit könnte man das "Problem" vermutlich "wegretuschieren".

  • Ich gehe davon aus, dass der Betonsturz deutlich schwerer ist, als die Stahlvariante.


    Warum sollte sie?


    Ein bisschen vermutlich schon, aber wenn du die Dichte von Beton (2,4) mit der von Klinkern (etwa 1,6-1,8) vergleichst und bedenkst, dass das zu füllende Volumen (bei uns ist an der Stelle eines Klinkersturzes ja die Schicht aus senkrechten Klinkern), dann ist das nicht soviel mehr. Gut, das Gewicht der Stahlarmierungen kommt noch dazu, aber insgesamt ist das von "deutlich schwerer" doch ein gutes Stück entfernt.

  • Eine studierte Architektin, die bei einem GÜ angestellt ist, darf man nicht Architektin nennen?

    Dann nenn sie bitte nicht Architektin, denn das ist eine geschützte Berufsbezeichnung! So darf sich nur nennen, wer einen Kammereintrag hat!

    Wie nennt man dann Architekten ohne Kammereintrag?

  • Warum sollte sie?

    Sorry, aber wenn Du den Unterschied dazwischen nicht kennst, dann halt Dich aus der Debatte raus. Sie sind schwerer! Und nicht bloß 1 oder 2 Kilo.


    Auf dem <<<foto kannman nicht viel erkennen, aber wen ich das richtig gesehen habe, dann ist sowas bei Holzfassaden üblich. Das braucht aber Detailplanung und da hab ich bei Eurer Nicht Bauleitrin erhebliche Zweifel.

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  • Man kann gemauerte Klinkerstürze auch bewehren, siehe z.B. hier. (Keine Werbung, nur Ausführungsvariante. Die Suchmaschine des geringsten Misstrauens bringt auch andere Hersteller mit zugelassenen Systemen zum Vorschein.)

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    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Auf dem <<<foto kannman nicht viel erkennen, aber wen ich das richtig gesehen habe, dann ist sowas bei Holzfassaden üblich. Das braucht aber Detailplanung und da hab ich bei Eurer Nicht Bauleitrin erhebliche Zweifel.


    Entschuldigung! Der Wandaufbau des gezeigten Fotos ist wie folgt: 17,5 Kalksandstein, 18er Kerndämmung, vielleicht 1 cm Luft, 9 cm Klinker (Format:290x90x52 mm)290x0x90x52 mm290x90x52 mm

  • Off-Topic:

    Eine studierte Architektin, die bei einem GÜ angestellt ist, darf man nicht Architektin nennen?

    Nein, rein formal nur, wenn sie Kammermitglied ist.


    Sie lässt sich mit ihrem erworbenen Studienabschluss ansprechen, wenn es ihr wichtig ist - was nur sehr selten passiert.


    Dagegen, dass sich angestellte "Nicht-Kammermitglieder" Architektinnen nennen, wird kaum jemand vorgehen, aber legal ist es nicht.


    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Man kann gemauerte Klinkerstürze auch bewehren, siehe z.B. hier. (Keine Werbung, nur Ausführungsvariante. Die Suchmaschine des geringsten Misstrauens bringt auch andere Hersteller mit zugelassenen Systemen zum Vorschein.)

    Habe gerade mit dem vorgenannten Anbieter des aus Betonrippenstahl bestehenden Systems telefoniert. Leider funktioniert dieses NICHT bei unserem Klinkerformat (290x90x52 mm). Die Höhe von 52 mm sei nicht zugelassen (nur 71). Wir wollten im Läuferverband klinkern lassen, da eine Grenadierschicht merkwürdig bei diesem Format aussieht. Ich war so glücklich über den Hinweis und nun wieder bei Null. ....

  • Ein Fenstersturz ist eines der Bauteile, die immer einer Detaillierung bedürfen, ganz besonders aber bei einer wärmegedämmten Vormauerschale wie bei euch. Dazu sollte es mindestens eine Außenansicht mit eingestrichelten Rohbaukanten und eine steingenaue Ansicht geben! Liegen diese Pläne vor? Wieso kümmert sich die Architektin nicht darum?


    Der sind hoffentlich solche Produkte wie die der Fa. Modersohn bekannt!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • eigentlich meinte ich den hier und mit denen lässt sich jedes Sturzfertigteil herstellen, wirklich jedes! Und wenn ich mich richtig erinnere, ist verzinkter Stahl als Abfindung von Vorsatzschalen unzulässig.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • eigentlich meinte ich den hier und mit denen lässt sich jedes Sturzfertigteil herstellen, wirklich jedes!

    Außer bei Fertigteilen ist aber der Stahlwinkel immer sichtbar. Bewehrte Grenadierstürze funktionieren aber gerade ohne sichtbare Stahlteile.

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  • Wir wollten im Läuferverband klinkern lassen, da eine Grenadierschicht merkwürdig bei diesem Format aussieht.

    DAS sagt der TE zu Roll-/Grenadierschichten.

    Ein betoniertes Fertigteil bei einer 52er Steinhöhe? Da bleibt ja entweder vom Stein nix über oder es passt kein Beton sauber rein

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  • Ein betoniertes Fertigteil bei einer 52er Steinhöhe? Da bleibt ja entweder vom Stein nix über oder es passt kein Beton sauber rein

    Funktioniert nur mit Riemchen. Da die aber i.d.R. aus einem anderen Brand kommen als die Klinker, werden sie (etwas) anders aussehen und aus der Fassade herausstechen. (Das gleiche beträfe Fertigteile mit werksseitigen Riemchen).


    Die Alternative wäre Riemchen schneiden aus ganzen Klinkern und auf einen Betonsturz kleben. Das wird nur bei den unteren Außenecken kein optisches Highlight.


    Bei Läuferschichten als Sturz sehe ich keine Alternative zu einem sichtbaren Stahl(winkel).

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