Herausgabe Statik bei GU/GÜ

  • Wir bauen mit GU/GÜ und unterschreiben in wenigen Tagen die Ausführungsplanung.


    Der GU/GÜ sagt, er gebe üblicherweise die Statik erst mit Hausübergabe dem Bauherren. Nach meiner Meinung scheint mir das nach neuem Recht verspätet.


    Frage: Wann haben wir Anspruch auf Herausgabe der Statik (gerne hätten wir die Statik bevor wir die Ausführungsplanung unterschreiben)? Grund: Wir möchten Details sehen und von einem externen Sachverständigen den Bau begleiten lassen. Dieser Sachverständige macht auch die KFW55 Baubegleitung.

  • Ob ein Recht auf Übergabe der Statik besteht, weiß ich nicht, bezweifele es aber. Denn: der GU/ GÜ hat die Statik (so denke ich) beauftragt und bezahlt. Es ist quasi seine Statik. Andererseits fragt man sich natürlich warum er diese Euch nicht zugänglich machen sollte.


    Nach der Hausübergabe gibt es ja keine Möglichkeiten der Einflussnahme, der Korrektur.


    Für die KfW55 - Baubegleitung dürfte die Statik vielleicht nicht von zentraler Bedeutung sein (Wärmebrückennachweis?), allerdings die Werk- u. Detailplanung (in die die Statik dann ja auch wieder einfließt).


    Zur Freigabe der Werkplanung. Das höre (und lese) ich immer wieder. Der Bauherr soll die Werkplanung unterzeichnen/ freigeben.


    Dies ist m.E. in Ordnung, wenn es um gestalterische Dinge geht (Fenstergrößen, Raumgrößen usw.). Da ist es natürlich gut und richtig nochmals drüber zu schauen. 4 Augen sehen mehr als 2.


    Aber eine Werkplanung enthält ja so viel mehr. So Vieles, das der Laie weder kennt, noch weiß (oder wissen müsste).


    Höhenlage (ließ mal "Pinchos" Strang hier im Forum....never ending story...Höhe um ca. 1,60m falsch, wenn ich mich recht erinnere), Details (Traufe, Sockelanschlüsse,...), banale Dinge wie Fußbodenaufbauhöhen (wie soll der Laie wissen ob richtig oder nicht?) usw. usf.


    Das ist in etwa so als wenn Du einen Kühlschrank kaufst und er Hersteller dir vorher die Konstruktionspläne zur Gegenzeichnung übergibt. Funktioniert der KS dann später wegen Konstruktionsfehler nicht, dann wird Dir der Hersteller die von Dir freigezeichneten Pläne milde lächelnd vorlegen.


    Also: Wenn Freigabe Werkpläne, dann den Baubegleiter intensiv drüberschauen lassen (nicht zwischen Tür und Angel, sondern Pläne mitnehmen, in Ruhe durchschauen). Oder vermerk, dass nur Raumgrößen, Fenstergrößen usw. freigezeichnet werden, Dinge, die man versteht, die man beurteilen kann.

  • Wir bauen mit GU/GÜ und unterschreiben in wenigen Tagen die Ausführungsplanung.


    Der GU/GÜ sagt, er gebe üblicherweise die Statik erst mit Hausübergabe dem Bauherren. Nach meiner Meinung scheint mir das nach neuem Recht verspätet.


    Frage: Wann haben wir Anspruch auf Herausgabe der Statik (gerne hätten wir die Statik bevor wir die Ausführungsplanung unterschreiben)? Grund: Wir möchten Details sehen und von einem externen Sachverständigen den Bau begleiten lassen. Dieser Sachverständige macht auch die KFW55 Baubegleitung.

    § 650 n BGB

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Heißt das, wenn eine Behörde niemals nicht keinen Nachweis für die Einhaltung der öffentlich-rechtlichen Anforderungen, z.B. Statik bis Gkl. 3, verlangen wird, muss der Unternehmer die auch nicht dem Bauherren übergeben?

    Nach meinem laienhaften Verständnis: Nein, das heißt es nicht. Es gibt keine Bedingung, dass die Behörde diese Unterlagen angefordert haben muss, sondern nur, dass der Nachweis damit geführt werden kann.

    Ja nun, Wolfgang, die Unterlagen, die für die Behörden benötigt werden (ist für mich zB Bauantragsunterlagen). Statik?

    Ja, denn wie soll der Nachweis der Übereinstimmung mit dem EC2 ... sonst erbracht werden?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Es gibt keine Bedingung, dass die Behörde diese Unterlagen angefordert haben muss, sondern nur, dass der Nachweis damit geführt werden kann.

    Warum sollte dieser Nachweis jemals geführt werden müssen, wenn nicht bis zum Abschluss eines BV?

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • Warum sollte dieser Nachweis jemals geführt werden müssen, wenn nicht bis zum Abschluss eines BV?

    Keine Ahnung. Ich habe nur vorgetragen, was im Gesetz steht. Grundsätzlich erscheint mir dies auch sinnvoll, weil die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben für den privaten Auftraggeber anders nicht prüfbar ist.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • "...diejenigen Planungsunterlagen zu erstellen und dem Verbraucher herauszugeben, die dieser benötigt, um gegenüber Behörden den Nachweis führen zu können, dass die Leistung unter Einhaltung der einschlägigen öffentlich-rechtlichen Vorschriften ausgeführt werden wird. "


    Interpretiere ich als Nichtjurist folgendermaßen:


    Der Verbraucher muss in der Lage sein, dem Amt nachzuweisen zu können, dass er nach den Vorschriften baut.

    (stabil, tragfähig, brandsicher, absturzsicher uns so )


    zu können = er muss es nicht zwingend, aber auf Nachfrage vom Amt muss er. Er muss es nicht persönlich, er kann eine Fachkraft beauftragen.


    Das kann er aber nur, wenn er die Statik und die Ausführungspläne hat.


    Der Bauherr muss auch kontrollieren können, ob der Bauunternehmer die Bauvorschriften einhält und nach den genehmigten Unterlagen baut. Auch das kann der Bauherr nur, wenn ihm die Statik und die Ausführungspläne vorliegen. Es muss es nicht zwingend selber prüfen können, aber auch eine von ihm beauftrage Fachkraft kann nur prüfen, wenn die Unterlagen vorliegen.


    Wir bauen mit GU/GÜ

    Da es ein GU/GÜ ist und kein Bauträger hat der GU/GÜ zwar den Auftrag für das gesamte Objekt inklusive Planung, aber der Bauherr ist immer noch der Auftraggeber und der Bezahler. Dass der GU einen Subunternehmer für die Statik bemühen muss ist sein Problem. Der Bauherr hat die Statik/Ausführungsplanung beim GU mitbestellt, sie ist Teil des Auftragsumfangs und für die spätere Nutzbarkeit essentiell wichtig.

    Zur Planung gehört auch der Energieausweis / EnEV-Nachweis und das Lüftungskonzept.


    Da es ein GU/GÜ ist, gibt es i.d.R. keinen bauüberwachenden Architekten. Der GU überwacht sich quasi selber.


    Am Ende der Leistung - und vielleicht auch zwischendurch - möchte der GU ja auch eine Abnahme haben. Wie soll der Bauherr z.B. prüfen, ob die tragende Bewehrung auch so eingebaut wurde, wie es die Statik erfordert?


    Wahrscheinlich sind auch Abschlagszahlungen nach erbrachten Teilleistungen vereinbart.

    Die Statik und die Ausführungsplanung wäre eine der Teilleistungen und die sollte vor Baubeginn vorliegen.

    Der GU kann ja durchaus vereinbaren, dass nach dem Vorliegen der kompletten Statik und der Ausführungspläne / Detailpläne eine Abschlagsrechnung gestellt wird, in welcher die anteiligen Kosten enthalten sind.


    Bei einem Bauträger wäre das etwas Anderes. Hier kauf der Kunde 1 Stück Haus - eins pauschal. Hier bekäme er zusammen mit dem fertigen Haus auch die dazugehörigen Unterlagen.



    Von daher: der Bauherr bzw. ein Vertreter muss in der Lage sein, die auszuführenden Arbeiten zu prüfen und kontrollieren zu können.

    Ansonsten nimmt der Bauherr später ungeprüft die bauliche Anlage ab. Um das mal übertrieben zu sagen: er kauft einen ungeöffneten Karton, kann den Inhalt nicht prüfen aber mangels dauerhafter Verbindung zum Grundstück auch nicht umtauschen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • ... ich würde mich kurz und knapp auf die "Verkehrssitte" berufen.

    Ich habe das Geld, was Du willst. Weise mir doch bitte nach, dass Du mir das liefern willst was Du mir schuldest (was vertraglich vereinbart ist).


    Damit sollte kein seriöser Unternehmer ein "Problem" haben.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • oder anders herum:

    Welchen triftigen Grund sollte ein Unternehmer haben, die rechtzeitige Herausgabe der Statik und der Ausführungsplanung zu verweigern ?


    Die Statik ist objektbezogen, kann also nicht anderweitig verwendet werden. Der Vertrag zwischen Bauherr und GU ist geschlossen - der Bauherr kann also mit der Statik auch nicht zu einem anderen Bauunternehmer gehen und danach bauen lassen. So what?


    Wenn der GU die Unterlagen nur widerwillig herausrückt - warum diese Geheimniskrämerei?

    Nachfragen, was er zu verbergen hat!

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Nachfragen, was er zu verbergen hat!

    Mist, jetzt haben Sie mich erwischt. Na gut, ich habe ...

    Meinst Du wirklich, der reagiert SO? :lach:

    Eher so: Zu verbergen? ICH? Nichts. Alles in Butter bei Ihrem Bau. Ich will mir nur bauernschlaue Nachfragen ersparen.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Ralf Dühlmeyer


    Richtig


    Bei uns gab es auch keine Statik was er herausgegeben hat.Erst auf verlangen vom Privaten Sachverständiger.


    Zum Teil sind solche Statikpläne mit Standardinhalte,gepaart mit die vom Bauvorhaben.Die würden nur Fragen aufwerfen.


    z.B haben wir folgendes dort wiedergefunden.


    Laut den Statikpläne hätte wir eine unterbodenplatten Dämmung.Die aber im Werkvertrag nicht auftaucht.Geht man aber zu den Verträge von T&C,dann findet man aber dort bei den KFW 70 Häuser diese Unterbodenplattendämmung.


    Weiter geht es zum Dachaufbau mit den ganzen Balken.Das was da in den Statikpläne steht,hat mit der tatsächlichen Ausführung nichts zutun.


    So geht es mit fast allen Punkten weiter.

    Das ganze sind wohl Standard Vordrucke die davon ausgehen,das euer Haus auf ebenem Grundstück steht.Und mit besten Bodenverhältnissen.


    Die Statikpläne könnten also zu ärger führen.

    Wir hätten sie glaub nie bekommen,wenn der P-SV nicht danach gefragt hätte

  • Zum Teil sind solche Statikpläne mit Standardinhalte,gepaart mit die vom Bauvorhaben. Die würden nur Fragen aufwerfen.
    [...]
    Die Statikpläne könnten also zu ärger führen.

    Da fragt man sich doch, wonach dann gebaut wird.

    Nach den Statikplänen vom Nachbarhaus von vor 3 Jahren ?

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Da fragt man sich doch, wonach dann gebaut wird. Nach den Statikplänen vom Nachbarhaus von vor 3 Jahren ?

    Ja, sowas gibt's wirklich! :lach:


    Am tollsten fand ich vor einigen Jahren eine angebliche Typenstatik, nach der seit angeblich fast zwanzig Jahren Gewächshäuser in D gebaut wurden. Der angebliche Ersteller weigerte sich aber, zu unterschreiben, dass die aktuellen normativen Vorgaben eingehalten würden. Nach einer erheblichen Vergrößerung aller Hohlprofile gab es dann plötzlich auch die Unterschrift des (angeblichen) Aufstellers der Statik - unter einen neuen Statik. Von dem Gewächshaus stehen in D mehrere hundert Stück. Nach der Statik hatte angeblich vorher noch nie jemand gefragt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Typenstatik ist ja OK.

    Eine eindeutige Statik „von .... bis“ wäre auch OK - um nicht jeden Zenti Wandverschiebung oder Stützweitenänderung neu rechnen zu müssen. Muss halt nur passen.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)