Weg bei Anlieferung beschädigt

  • Hallo,


    mich würde mal Eure Einschätzung zu folgendem Sachverhalt existieren:

    - Zuweg (Gemeinschaftseigentum) von Straße zu meinem Haus wurde mit einem Stapler befahren, der Material für eine bei mir arbeitende Firma angeliefert hat

    - Stapler sank im Weg neben einem Abwasserschacht ein, Gehwegplatten gebrochen usw.

    - Dabei zeigte sich, dass der Gehweg teilweise unterspült war

    - Wasserwerke und Polizei waren vor Ort

    - Die Firme für die die Anlieferung war hat den Schaden so gut es ging repariert (Weg verfüllt, 2 neue Platten besorgt usw.)

    - Ich habe erst davon erfahren als schon alles wieder hergerichtet wurde.


    Nun ist der Weg weiter abgesackt. (der Weg wurde bei der ersten Behebung nicht abgerüttelt).

    Ich habe mich heute an den Lieferanten gewendet, da lt. Aussage der Firma für die das Material geliefert wurde, die damit eigentlich gar nix zu tun haben....

    Der Firmeninhaber schätzt die Situation aber nach eigenem Ermessen als schlecht ein, da der Weg unterspült war und er hätte "jederzeit" einbrechen können. Es gibt auch Fotos von der kaputten Stelle wo man ganz klar einen Holraum erkennen kann. Diese Fotos wurden auch an den Lieferanten kommuniziert.


    Lt. Nachbarn war hier vor Jahren mal eine Unterspühlung in der Nähe der Stelle (Wasserrohrschaden) die wohl damals vom Versorger behoben wurde.

    Der Weg um den Abwasserschacht ist in den letzten Jahren bereits von sich aus um ca 2-3cm abgesackt. Es war also quasi eine "Vorschädigung" erkennbar. Ich hatte vor Monaten einmal bei den Stadtwerken nachgefragt ob der Weg angehoben werden kann um auch eine Beschädigung des Abwasserschachtes zu verhindern. Aussage dort war "Ihr Weg, Ihr Problem - wir machen da nix!"

    Der Stapler hat dann scheinbar sprichwörtlich das Fass zum überlaufen gebracht.


    Nun frage ich mich....

    - Der Weg darf lt. Last im Grundbuch nur mit Handwagen befahren werden. Hällt sich natürlich keiner dran und alle Miteigentümer entladen auch mal ihre KFZ. An die Handwerker-Firma war kommuniziert, das hier "mit schwerem Gerät" (gemeint LKW) der Weg nicht zu befahren ist. Natürlich gibt es das nicht schriftlich. Was dem Lieferanten gesagt wurde - keine Ahnung.

    - Kann der Lieferant - also der Schadensverursacher - einfach sagen "Ja hallo? Holraum war da - da kann ich doch nix für - ist dein/euer Problem - ich zahle da gar nix!". Ich habe ihn heute kontaktiert, werde aber vor Montag mit keiner Reaktion rechnen können.

  • Was soll der Lieferant denn bezahlen?

    Der AN von dir hat den Schaden schon grob behoben den der Lieferant "verursacht" hat.


    Was auch immer die Nachbarn tratschen, es ist mit vorsicht zu geniesen. Plötzlich ist der Rohrbruch 10m entfernt gewesen.

    Ist dein AN mit Kosten auf dich zugekommen?


    Nebenbei:

    Es ist typsich, das ein Schacht irgendwann man aus dem boden "wächst", wenn dort keine Hohen Lasten gefahren werden. Das Erdreich um den Schacht wurde mehrmals bewegt und auch verdichtet. trotzdem kommt es dann gerade bei dünnen Belägen nach Jahrzehnten zu leichten verwerfungen im Belag. Ganz abhängig von der Bodenbeschaffenheit und qualität des Einbaus.


    Fraglich ist nun aus meiner Sicht. Wer übernimmr die Kosten, wenn es ohne Zutun dritter zu dieser Absenkung kommt?

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Der Schaden wurde behoben - das stimmt. 2 Wochen später ist die "behobene Stelle" aber etwas abgesackt und die Platten kippeln und stehen etwas schräg - haben sich also gesetzt. Darum gehts mir. Wer die intiale Behebung bezahlt ist mir aktuell noch nicht klar..... Die Frage ist somit auch, ob die Versicherung des Lieferanten den Schaden anerkennt...

  • Also für mich liest sich das eher so, als ob der Lieferant den Schaden nicht verursacht hat, sondern höchstens "aufgedeckt".

    Und - da sind wir wieder beim Thema von letztens - für Schadenersatz muss grundsätzlich ein Verschulden vorliegen. Vorsätzlich war es sicher nicht.

    Fahrlässig? Unter Außerachtlassung der im Verkehr erforderlichen Sorgfalt?

    Wenn es ein beschilderter Gehweg war der mit einem Kraftfahrzeug befahren wurde? VIelleicht. Aber eigentlich war es dann immer noch nicht die Ursache.


    Dünnes Brett das alles.


    Ich fände es nicht fair, es dem Lieferanten (oder dem AN, oder dir) aufzubrummen.

    Dem Versorger noch eher, aber das nach Jahren nachzuweisen...

    Für mich ein Fall für den Eigentümer, also die WEG.

    Jo, das wird Ärger geben.

  • Naja, so weit wollte ich jetzt nicht gehen, der Lieferant hat den Schaden durch unerlaubtes befahren erzeugt, vielleicht nur zu 1/3, aber er hats.

    Unabhägig von der Schadenshöhe jetzt einfach mal so gesagt.


    Der Schaden ist eh aus meiner vermutungssicht sehr Überschaubar.

    Etwas Sand, Paar Platten und etwas arbeitszeit. Das geht in der EG unter und jeder Versicherte wird meckern weil SB mit drin ist.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Mal ein anderer Ansatz: "Wo gehobelt wird da fallen Späne" sagt ein altes Sprichwort. Wenn Olli keine Handwerker beauftragt hätte wäre das wahrscheinlich auch nicht passiert. Ein paar Betonplatten und ein bischen Sand kann man für relativ wenig Geld kaufen. Warum nicht ein nettes Briefchen an die Nachbarn schicken mit der Mitteilung: "Gemeinsames Grillen und nebenbei die kaputten Platten gemeinsam austauschen. Wer hilft mit?" - Das fördert vielleicht die gute Nachbarschaft und beseitigt den Schaden. ImZweifelsfall würde ich wegen ein paar Euronen auch kein Fass auf machen (außer beim Grillen :thumbsup: ) . Sondern, wenn es meine Handwerker waren, das bischen Killefitz selbst wieder instand setzen.

    Wenn ich mir nur ansehe wie viele mögliche Beteiligte es hier gibt, wäre mir persönlich der Stress die alle ins Boot zu holen für "12 Mark fuffzich" viel zu viel Energie die ich da rein stecken müsste. Allerdings weiß ich aus meiner Tätigkeit als SV auch um welche Kleinigkeiten sich gestritten wird und wo am Ende die Gerichtskosten mehr ausmachen als der Schadenersatz.

    It doesn´t make sense to hire smart people and tell them what to do; we hire smart people so they can tell us what to do.

    Steve Jobs

  • Ich gehe davon aus, dass Fußwege - wie hier in B - auch am Schadensort in NRW nur mit einer bestimmten maximalen Radlast befahren werden dürfen. Gerade bei den Rädern der hoch belasteten Achsen von Flurförderfahrzeugen werden diese sehr schnell überschritten. Aufgrund der unzulässigen Belastung wäre es dann völlig egal, ob im Boden weitere Mängel bestanden. Reparaturen an Pflasterungen öffentlicher Straßen und damit auch Gehwege dürfen in B nur von bestimmten Firmen ausgeführt werden - aber hier scheint es ja um einen Privatweg zu gehen, wie MPI richtig angemerkt hat.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich bin davon ausgegangen, dass der Weg der WEG gehört.

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    Steve Jobs

  • Dem Trockenbauer wurde das mitgeteilt. Ob der Lieferant das auch wusste? Ich weiss es nicht. Ich wusste ja nichtmal, dass da ein Lieferant Dinge anliefert... Es gibt aber natürlich nichts schriftlich oder verlässliche Zeugen oder so. Das ist halt mal erwähnt worden.....


    Der Weg gehört der WEG. Wenn es hart auf hart kommt setz ich mich selber mit 2 Säcken Sand hin und hebe die 8 Platten selber an. Den Stress mit der WEG tu ich mir nicht an. Sind auch viele jenseits der 70 dabei - da ist nix mehr mit "wir machen das zusammen". Ich denke halt nur... wenn ich mit nem Stapler der ja ne ungünstige Lastverteilung noch dazu bei 40x40 Gehwegplatten hat, mit ner Palette die locker 1t wiegt über so n Weg fahre..... da sollten mir so oder so Fragen kommen.

  • Ich denke halt nur... wenn ich mit nem Stapler der ja ne ungünstige Lastverteilung noch dazu bei 40x40 Gehwegplatten hat, mit ner Palette die locker 1t wiegt über so n Weg fahre..... da sollten mir so oder so Fragen kommen.

    Die, welche sich Gedanken machen lassen dich das ausdrücklich anweisen, schriftlich. Sonst Bordsteinkante.

    Die kennen den Ärger.

    Die anderen, da wäre mein Hinweis auf prekäre Arbeitsbedingungen im Liefergewerbe.

    Ich wäre auch eher für die "selber" methode, muss man halt das Restrisiko einschätzen

  • Von der Vers. bestellter Gutachter war inzw. da und vertrat mir ggü. mündlich die Meinung das der Weg zwar unterspült gewesen sei, aber halt schon der Staplerfahrer den Weg kaputt gemacht habe. 2qm Platten aufnehmen, verdichten, Platten rein - fertig.


    Heute Brief von der Versicherung - der Weg war unterspült - das konnte der Fahrer nicht erkennen - somit konnte er ja gar nichts dafür und die Ansprüche werden in Grund und Höhe als unberechtigt abgewiesen.


    Jaja - Versicherung müsste man sein! Nunja - ich werde der Sache nun nicht weiter nachgehen und mir selber 4 Säcke Split kaufen und auffüllen. Aus die Maus.

  • Haftpflichtversicherungen sehen es als ihre Pflicht an, ihre Kunden vor unberechtigten Haftungsansprüchen zu schützen - und damit auch sich selbst vor Zahlungen. Die verbreitete Annahme, Versicherungen zahlten quasi immer und mit der Gießkanne entbehrt jeder Grundlage.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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