Tragfähigkeit (Scherung) 8cm Wand (mutmaßlich Rabitz)

  • Hallo zusammen,


    zum Aufhängen eines Hängestuhls und andrer Klettermöglichkeiten, möchte ich ich im Zimmer meiner Tochter einen Balken (8x12x374) zwischen zwei gegenüber liegenden Wänden anbringen (s. Skizze). Konzeptionell hatte ich das schon einmal montiert in unserer alten Wohnung. Dort waren die Wände aber vertrauenserweckender beschaffen.


    Konkret unsicher bin ich mir bei der in der Skizze links dargestellten Wand. Diese ist 8cm dick lässt sich unter Freisetzung von hellgrauem Staub (s. Bild) weich bohren, weshalb ich eine Rabitzwand vermute.


    1. Frage : seht ihr das auch so?


    Das Gebäude ist aus dem 50er Jahren und wurde Ende der 90er konkret saniert. Ob die Wände in diesem Zuge angefasst wurden, weiß ich nicht. Ich vermute nein, weil in diesen Wänden noch original einbauschränke sind.


    2. Frage : Wie belastbar ist so eine Wand auf Scherung?


    Der Balken soll auf beiden Seiten auf Auflagen derselben Dicke liegen, die mit jeweils 4 10x160mm Schrauben befestigt werden (s. Skizze). Die Konstruktion soll am Ende sich selbst, mich und Kind (also ca 200-300kg) tragen.


    3. Frage : schätzt ihr das Vorhaben allgemein als denkbar und sicher ein?


    Man könnte das ganze noch in die Decke sichern, da gibt's Beton.


    VG, Markus


  • eine Rabitzwand vermute.

    Rabitzgewebe war ein mit Ziegelschlämme verstärktes Metallgitter, mit dem Schächte o.ä. vor dem Putzen verschlossen/überspannt wurden, um einen Putzuntergrund zu haben. Aus Rabitz konnte man ohne andere Baustoffe keine Wände erstellen!

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Diese ist 8cm dick lässt sich unter Freisetzung von hellgrauem Staub (s. Bild) weich bohren

    Es könnte sich um eine Porenbetonwand handeln (zB Ytong), die gibt es in Formaten von 5, 7 und 10cm. Bei einer verputzten, 8cm dicken Wand, würde ich mal von max. 7cm "echter Wand" ausgehen. Das ist nicht eben viel.


    Ist die Wand nachträglich reingekommen ("...wurde Ende der 90er konkret saniert..."), ist auch die Frage inwieweit diese einen kraftschlüssigen Verbund zum anschließenden Mauerwerk hat.


    Insgesamt eine eher fragile Angelegenheit.

  • Hängestuhls und andrer Klettermöglichkeiten

    Da wäre ich sowieso sehr vorsichtig, weil so ein Hängestuhl - wenn auch nur leichte - dynamische Kräfte in die Wandbefestigung einleitet und bei Kindern, die ja immer sehr kreativ sind, auch horizontale Kräfte auftreten, wenn z.B. Seile zum hangeln 'drangeknotet werden.


    weich bohren

    ist schon mal keine gute Basis.

    Es gibt spezielle Befestigungsmittel für "weichen" Untergrund, z.B. für porosierte Dämmziegel, Porenbeton oder Gipfkarton, aber es muss auch die Tragfähigkeit der Wand an sich gewährleistet sein.


    Man kann unter den Riegel (das Tragholz an der Wand) noch eine Stütze stellen und mehrfach an der Wand befestigen und den Riegel mehrfach an der Wand befestigen, ...

    aber dann kann man auch gleich ein schönes Holzgestell bauen.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Rabitzgewebe war ein mit Ziegelschlämme verstärktes Metallgitter, mit dem Schächte o.ä. vor dem Putzen verschlossen/überspannt wurden, um einen Putzuntergrund zu haben. Aus Rabitz konnte man ohne andere Baustoffe keine Wände erstellen!

    Leider nicht ganz zutreffend, Stichwort Drahtputzwände.

    Immobilien-Fachwissen von A bis Z | Online-Lexikon

    Drahtputzwand - Enzyklopädie - Brockhaus.de


    Sind allerdings nur selten anzutreffen. Hatte die erst einmal mit einer kleinen Fläche im Altbau.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Wikipedia zu Rabitz. Das Stahlgeflecht habe ich in 30 Jahren Altbaupraxis noch nicht angetroffen. Ich halte es mittlerweile für reine Theorie.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Mit Stahl habe ich es auch noch nicht gesehen aber mit Holzlattung und Sparschalung.

    Dachlatten senkrecht

    Sparschalung ein Brett kein Brett

    Rabitzdraht und geputzt


    Deutlich häufiger, aber immer noch selten, sind da schon geputzte HWL-Platten.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich halte es mittlerweile für reine Theorie.

    Das Gewebe ist keine Theorie. Ich habe hier (Bj. 59) mit Rabitzgewebe überspannte Holzständer und habe letztes Jahr wirklich noch eine neue Rolle im Baumarkt gesehen.

    Ekliges Zeug beim Verarbeiten. Tonscherben sind recht scharf unf bröseln in kleinen Stücken ab. Die findet man ÜBERALL (Ich meine überall) wieder.

    Von den Wänden kenne ich nur geflieste Trennwände in einer Großdusche (Turnhallenumkleide) Da waren die Wände aber auch mit "Dachpappe" abgedichtet,

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das Gewebe ist keine Theorie.

    ich schrieb:

    Wikipedia zu Rabitz. Das Stahlgeflecht habe ich in 30 Jahren Altbaupraxis noch nicht angetroffen. Ich halte es mittlerweile für reine Theorie.

    Den Fettsatz hatte ich gewählt, um das Wesentliche zu betonen:

    Stahlgeflecht ≠ Drahtgeflecht!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • In Altstädten findet man diese Matten auch da und dort, wenn man saniert. So ungewöhnlich ist es auch nicht. Dürfte aber regional unterschiedlich sein.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Das, was der Kollege Ralf Dühlmeyer vermutlich meint, kenne ich unter dem Namen "Ziegeldrahtgewebe".


    Unter dem Begriff Rabitzwand verstanden wir hier eine Wand fugenlos in einem Stück.

    Dazu wurde an der entsprechenden Stelle eine komplette Holzschalung errichtet und diese dann mit einem Gemisch aus Koksasche

    (Steinkohlenschlacke gemahlen) mit Gips und natürlich Wasser, beworfen und nach erreichen der gewünschten Schichtdicke abgezogen.

    Die Schalung konnte bald danach abgebaut und an der nächsten Stelle verwendet werden. Es wurden teilweise noch einige Drähte (ca 5 mm) von tragender Wand zu tragender Wand und von der Decke zum Fußboden gespannt.

    Später kenne ich die Verwendung von fertigen Schlackeplatten in ähnlicher Weise.

    Das bei MarkusK scheint eher Porenbeton (Ytong) zu sein.

    Richtig tragfähig sind alle Varianten nicht.

    LG Hans

  • Gemisch aus Koksasche

    (Steinkohlenschlacke gemahlen) mit Gips und natürlich Wasser, beworfen und nach erreichen der gewünschten Schichtdicke abgezogen

    welche schichtdicken wurden damit erreicht?

    die wandrückseite hätte dann brettschalungsstruktur?

  • Die Wände waren einheitlich immer recht genau 50 mm im Rohzustand. Ich weiß nicht, wie die Maurer das immer so genau hin bekommen haben. Brettschalungsstruktur ist richtig, je nach Körnung der Schlacke. Nach beiseitigem Verputz ziemlich genau Gesamtstärke 80 mm.


    LG Hans