Frage zum Umgang bzw. Folgen beim Umgang mit Asbest

  • Hallo,


    ich bin aktuell etwas ratlos und sehr stark verunsichert.


    Ausgangslage ist eine alten Holz-Gartenlaube an der hinten ein kleiner Schuppen angebaut ist bzw. war.

    Dieser Schuppen hat ein Asbest-Wellplattendach gehabt sowie eine Holzgestell auf dem asbesthaltige Platten genagelt waren (der Rest des Gartenhauses ist frei von Asbest).


    Foto: 179fff.jpg


    Zum Abriss des Anbaus habe ich eine Firma beauftragt, die mit "Sondermüll und Asbestentsorgung" geworben hat.

    Es wurde mir zugesichert fachgerecht zu arbeiten (BigBag, Masken, kein Zerbrechen der Eternit und Wandplatten).


    Was ist passiert ... die seitlichen Wandplatten ließen sich angeblich nicht so entfernen und wurden mit einem Spaten abgeschlagen.

    Ich war bei der Aktion nicht dabei, sonst wäre ich eingeschritten. Die Arbeiter hatten

    lt. einem Anwohner keine Masken / Schutzanzüge getragen oder Folien untergelegt.

    Lediglich kurz vor Fertigstellung habe ich das Unheil gesehen und bin auch einmal außen in dem Bereich wo die Bruchstücke lagen rum gelaufen (als die Bruchstücke entfernt waren).


    Die Bruchstücke wurden ohne Rückfrage in meine! Schubkarre verladen und vom Grundstück zum Transporter der Firma befördert.


    Nun ist die Frage welche Folgen solch eine Aktion hat?

    Ich schlafe die letzten Tage extrem schlecht, da ich mir große Gedanken mache.

    Auf meiner Fußmatte im Auto bilde ich mir ein glitzernde Partikel gefunden zu haben...bin ja auch einmal drum herum gelaufen zum schauen.


    Wie ist diese Aktion zu bewerten?

    Was ist mit dem Sandboden (überdeckt mit Kienäpfeln , Wild gewachsenem Gras etc.) auf den die ganzen Bruchstücke gefallen sind bzw. über dem die Platten herausgeschlagen wurden?

    Ist die Erde bzw. das Gras nun dauerhaft kontaminiert oder verfliegen die Fasern sofort beim zerschlagen in die Luft?

    Kann ich gefahrlos dort lang laufen oder kontaminiere ich mir meine Sachen / Schuhe etc.?

    Was ist mit der Schubkarre?


    Zwischenzeitig (2 Tage nach der Aktion) war es auch etwas windig und hat geregnet ...


    Die Gartenlaube selbst soll in einem halben Jahr ebenfalls abgerissen werden und die Erde ein paar cm abgeschoben werden.

    Dennoch macht es mich aktuell fertig wie gefährlich es ist, sich in dem Bereich dort hinten zu bewegen und was ich nun tun sollte.


    Ich hoffe hier einen fachmännischen Rat zu finden, der mich wieder ruhig schlafen lässt.

    Mich nimmt die ganze Aktion sehr mit. Ich habe mich das ganze Wochenende zu diesem Thema belesen und fühle mich sehr unwohl.

    Gefühlt denke ich bei jedem Staubkorn / Faser die ich irgendwo sehe an diese Aktion und mache mir Gedanken.


    Vielen Dank!

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  • Zunächst einmal war es richtig, eine Fachfirma zu beauftragen, auch wenn die nach Deiner Schilderung nicht wirklich fachgerecht gearbeit hat.


    Im übrigen sehe ich, spätestens nach dem Regen, keine akute Gefährdung mehr.


    Wenn Du sicher gehen willst, infomiere das LAVG formlos, ähnlich Deiner Frage. Da natürlich mit Ross und Reiter.

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    Die freuen sich immer, wenn Sie von dunkelgrauen Schafen hören ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Vielen dank für deine Antwort de Bakel!


    Ich habe erst überlegt die Arbeiten selbst auszuführen und bin mir sicher, dass wäre deutlich professioneller gelaufen.

    Aber nun ist es eh zu spät. Die Firma werde ich definitiv melden, so etwas geht wirklich gar nicht.

    Aussage als ich Sie auf die fehlenden Schutzmaßnahmen ansprach: "Bei uns ist es eh alles zu spät"


    Kann man eine Gefährdung wirklich ausschließen, sodass ich ruhig schlafen kann?

    Ich möchte den Garten, die Schubkarre normal nutzen und mir nicht beim Betreten mit Straßenschuhen Fasern irgendwo hin verschleppen?


    Wie viele Fasern werden denn bei so einer Aktion freigesetzt? Der Regen löst die ja nicht auf ... sind die nicht nach wie vor im Boden über dem die Platten gebrochen wurden bzw. auf dem die Platten gestützt sind und werden jedes mal neu aufgewirbelt und verteilt (z.B. beim Harken der Kienäpfel, Rasenmähen etc.)?


    PS. Sind die Wand-Platten eigl. schwach oder stark gesundender Asbest?


    Die Sache macht mir wirklich stark im Kopf zu schaffen ...

    Ich will weder andere noch mich selbst bei den weiteren Arbeiten auf dem Grundstück gefährden!

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  • Beitrag von abc987 ()

    Dieser Beitrag wurde von Skeptiker aus folgendem Grund gelöscht: Doppelpost ().
  • Hintergrund meiner Gedanken:

    Ich habe beim intensiven belesen mehrere Berichte gefunden, in denen nach einer Kärcherreinigung von Asbestplatten Böden abgetragen werden mussten und Anlagen gereinigt wurden. Die Frage ist halt, ob beim zerbrechen der Platten in viele Stücke nicht ein ähnliches Schadensbild auftritt.

  • Dieser Schuppen hat ein Asbest-Wellplattendach gehabt sowie eine Holzgestell auf dem asbesthaltige Platten genagelt waren

    Sind es nachweislich Asbestzement-Platten gewesen oder waren es


    Zerbrechen der Eternit und Wandplatten

    doch "nur" Platten aus Faserzenent / Eternit, ohne Asbestanteile ?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Internet kann auch Mist bilden. Hier bei H gibts ne Schutthalde eines ehem. Herstellers von asbesthaltigen Plattenbaustoffen. Klar, kein Bau- oder Ackerland, ob abgedeckt weiß jetzt nicht, aber die Behörden streiten sich drüber, wie saniert werden soll und wers bezahlen soll. Wenn akute Gefahr davon aussginge, wäre die Halde schon weg und man strtite sich HINTERHER ums Geld.


    Also wieder runterkommen

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Die Gefahr geht von feinsten, lungengängigen Fasern aus die eingeatmet werden. Die entstehen, wenn man da mit Winkelschleifer, Bohrmaschine oder ähnlichem rangeht.


    Auch wenn theoretisch schon eine Faser Krebs auslösen kann, ist in der Praxis schon eine wesentlich höhere und längere Exposition erforderlich.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Sind es nachweislich Asbestzement-Platten gewesen oder waren es


    doch "nur" Platten aus Faserzenent / Eternit, ohne Asbestanteile ?

    Aufgrund der Baujahres des Gebäudes, gehe ich mit einer sehr hohen Wahrscheinlichkeit davon aus, dass beides mit Asbest belastet war.

    Nachweis fehlt aber. Ich hätte und habe es als Asbest behandelt.

  • Internet kann auch Mist bilden. Hier bei H gibts ne Schutthalde eines ehem. Herstellers von asbesthaltigen Plattenbaustoffen. Klar, kein Bau- oder Ackerland, ob abgedeckt weiß jetzt nicht, aber die Behörden streiten sich drüber, wie saniert werden soll und wers bezahlen soll. Wenn akute Gefahr davon aussginge, wäre die Halde schon weg und man strtite sich HINTERHER ums Geld.


    Also wieder runterkommen

    Bin prinzipiell bei dir, aber ich möchte dort ja wohnen und bis es soweit ist auch noch selbst Beräumungen vornehmen ohne ständig das Zeug einzuatmen oder mit ins Auto / Wohnung zu schleppen.

  • Die Gefahr geht von feinsten, lungengängigen Fasern aus die eingeatmet werden. Die entstehen, wenn man da mit Winkelschleifer, Bohrmaschine oder ähnlichem rangeht.


    Auch wenn theoretisch schon eine Faser Krebs auslösen kann, ist in der Praxis schon eine wesentlich höhere und längere Exposition erforderlich.

    Beim zerbrechen der Platten in viele keine Stücke werden doch sicher auch erhebliche Mengen freigesetzt.

    Fallen die zu Boden oder werden die direkt im Wind verdünnt und verteilt?


    Ich bin mir absolut unsicher wie es weiter gehen kann. Wirklich Ruhe finde ich glaube erst, wenn irgendwann alles abgerissen ist und der Boden abgeschoben wurde.

  • Beim zerbrechen der Platten in viele keine Stücke werden doch sicher auch erhebliche Mengen freigesetzt.

    Wie kommst Du darauf? Nimm mal irgendeine beliebige, nicht asbest-belastete Platte (Gipskarton z.B.) und brich sie auseinander. Dann schaust Du wieviel Staub das produziert. Anschließend nimmst Du noch Flex und Bohrer und bearbeitest die Platte damit und vergleichst den angefallen Flex/Bohrstaub mit dem Brechversuch.


    Die Wahrscheinlichkeit, dass Du morgen beim Über-die-Straße-laufen überfahren wirst halte ich für höher als die dass Du irgendwann mal an Lungenkrebs wegen einer Asbestfaser erkrankst.

  • Was die Wahrscheinlichkeit einer Erkrankung angeht gebe ich dir recht. Dennoch möchte ich auch keine Risikofaktoren im Garten haben.

    Beim Brechen werden mehrere 10.000 Fasern / m³ freigesetzt (wenn man dem was man so liest glauben kann).

    Die müssen ja irgendwo hin. Keine Ahnung ob die weggeblasen werden oder sich absetzen / anheften.


    Die Platten sind zerschlagen worden und zu Boden gefallen. Sicherlich liegen dort auch kleinere Bruchstücke im mm Bereich die vllt. mal durch Rasenmäher, Harke etc. aufgewirbelt werden.



    Ich nehme das vllt. etwas zu ernst und mache mir zu viele Gedanken aber es beschäftigt mich halt (wie gesagt, konnte / kann kaum schlafen wegen dieser Aktion).

    Es beruhigt mich ehrlich gesagt, etwas gegenteiliges zu lesen.

  • Es geht um Faserlängen im µm-Bereich, als 1/1000 mm.

    (Hoffentlich bin ich jetzt nicht mit den Nullen durcheinander gekommen.)


    Was Du mit bloßen Auge sehen kannst, ist ungefährlich.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Beim Brechen werden mehrere 10.000 Fasern / m³ freigesetzt (wenn man dem was man so liest glauben kann).

    Schon alleine diese Aussage ist doch vollkommener Unsinn. Wieviele Kubikmeter hattest Du denn z.B. zu entsorgen? Und macht es nicht einen Unterschied, ob ich jede Platte einmal in der Mitte durchbreche oder das Teil so lange mit dem Hammer bearbeite, bis es sich in <5mm Brösel aufgelöst hat? Jedesmal entstehen also 10000 Fasern? Glaub' einfach nicht alles und ja, der Wind und der Regen haben dafür gesorgt, dass keine Gefahr mehr besteht.

  • Die Angabe Fasern / m³ bezog sich auf den die Anzahl der Fasern pro m³ Luft die beim Brechen einer Platte entstehen sollen.


    Insgesamt waren es ca. 25m² Plattenfläche. Die Hälfte davon wurde halt in viele keine Stücke zertrümmert.


    Danke für die beruhigenden Worte ;)

  • Und was ist, wenn die Platten garnicht mit Asbest durchzogen waren? :eek:

    Die Angst und auch der Auftrag zum Abbau der Platten (wahrscheinlich zu einem erhöhten Preis) gründet auf einer Vermutung.

    Lass deinen Gartenbereich und deinen noch stehenden Schuppen auf Asbestfasern testen. Wenn nichts gefunden wird, ist gut und du kannst wieder schlafen und dir über andere Dinge den Kopf zerbrechen.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Ich würde also sagen, dass ihr meint, dass man sich keine übertriebene Gedanken machen muss wenn man den Bereich um den Abriss nun betritt und mit den Sachen ins Auto etc. steigt?

  • Ich würde also sagen, dass ihr meint, dass man sich keine übertriebene Gedanken machen muss

    Übertriebene Gedanken sind nie gut.

    Nachdenken kann aber nicht schaden und wenn Du Sorgen hast, dass Deine Umgebeung mit gesundheitsschädlichen Fasern stärker als der Durchschnitt belastet ist, hilft Dir nur eine Beprobung und Analyse in einem Labor. Mehr kann Dir hier niemand sagen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Hast Du schon eine Probe in ein Labor eingeschickt, wie es vorgeschlagen wurde? Labore findest Du im Internet jede Menge und auf deren Seite ist auch eine Beschreibung wie Du die Probe zu nehmen hast. Danach wirst Du in Ruhe schlafen können und es kostet auch nicht sooo viel.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...