DSGVO - Eigentümerdaten u. Kreditdaten durch Bauträger veröffentlicht

  • Die Mitarbeiterin (m)eines Bauträgers hat heute per Mail an ALLE 47 Eigentümer einer Eigentümergemeinschaft eine Übersicht versandt, aus der die Namen der Eigentümer jeder einzelnen Wohneinheit hervorgehen und ob die Immobilie selbst genutzt wird oder vermietet werden soll.
    Darüber hinaus habe ich durch angehängte ZIP-Dateien die Bestätigungen für die KfW für ALLE 47 Eigentümer erhalten.

    Nun weiß ich also, wer alles Schuldner bei der KfW ist (was mich gar nicht interessiert) und alle Miteigentümer wissen gleiches von mir.


    Nachdem ich die Mitarbeiterin und den Syndikus des Bauträgers informiert hatte, folgte unverzüglich der Anruf durch die Mitarbeiterin mit einer aufrichtigen Entschuldigung - aber die Daten sind trotzdem raus.


    Welche Rechte / Pflichten habe ich, muss ich etwas veranlassen?

  • Entschuldigung für die Antwort.


    Wir geben hier und an vielen anderen Stellen unsere persönlichen und privatesten Daten bereitwillig preis. Daran hat auch die DSGVO

    Datenschutz-Grundverordnung – Wikipedia

    nichts geändert.


    Zur Zeit darf man sogar in Gaststätten die Liste der letzten Gäste einsehen ;)

    (Ja, ist eigentlich falsch, aber tatsächlich nicht so selten.)


    Das Datenschutz grundsätzlich wichtig ist, ist schon klar. Dafür ist aber in erster Linie jeder selbst verantwortlich.


    Die gesetzlichen Rahmenbedingungen schaffen ist legitim und sinnvoll, daraus aber eine Manie zu erzeugen, meiner Meinung nach falsch. (neuestes Beispiel ist die Corona-App, die nur wegen des Datenschutzes nicht zeitnah kam und dann auch noch viel zu teuer wurde)


    Wieviele Daten liegen eigentlich tatsächlich in den USA, ohne dass die Nutzer sich dessen bewusst sind? Da sind die Daten nicht wirklich geschützt. Das ganze lässt sich natürlich noch steigern.


    Lange Rede, kurzer Sinn. Da Du den "Fehler" nicht gemacht hast, musst Du auch nicht handeln.

    Genausowenig wie Dich die Daten der anderen interessieren, werden vermutlich die anderen an Deinen Daten ein Interesse haben.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • 1. Erstmal alles ignorieren, was de Bakel in #2 schreibt, weil es nichts mit deinem Fall zu tun hat. :D


    2. Möglichkeiten eruieren und nach eigenem Gusto weiter verfolgen:


    Möglichkeit 1: nichts tun.
    Möglichkeit 2: Meldung an den Landesdatenschutzbeauftragten
    Möglichkeit 3: Hinweis an Bauträger, dass er verpflichtet ist den Vorfall selbst beim Landesdatenschutzbeauftragten zu melden

    Der gesunde Verstand ist die bestverteilte Sache der Welt, denn jedermann meint, damit so gut versehen zu sein, dass selbst diejenigen, die in allen übrigen Dingen sehr schwer zu befriedigen sind, doch gewöhnlich nicht mehr Verstand haben wollen, als sie wirklich haben. ~ René Descartes

  • Wenn mit den Eigentümedaten auch Namen und Adressen verteilt wurden und ggf. die Bankverbindung der Eigentümer (Referenzkonto für KfW / Auszahlungskonto) wird es kritisch.


    Das wäre schon mal eine gute Grundlage für Kriminelle, Bestellungen bei Online-Shops auszulösen.


    Der GAU wäre, wenn auf den KfW-Unterlagen auch noch irgendwo Unterschriften auf Formularen zu sehen wären.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Darüber hinaus habe ich durch angehängte ZIP-Dateien die Bestätigungen für die KfW für ALLE 47 Eigentümer erhalten.

    Was für eine Bestätigung ist da gemeint, eine Art Bestätigung nach Durchführung vom BT für die Bauherren, das alles so gebaut wurde wie für die KfW-Förderung gefordert?

    Nun weiß ich also, wer alles Schuldner bei der KfW ist (was mich gar nicht interessiert) und alle Miteigentümer wissen gleiches von mir.

    Eine wie oben genannte Bestätigung könnte aber auch für "ALLE 47 Eigentümer" pauschal erstellt worden sein, unabhängig vom konkreten Bedarf des einzelnen...

    Das du alle deine Miteigentümer mit Name, Anschrift und Nutzungszweck bei solch einem Wohnkonstrukt zwingend kennen musst, hätte ich jetzt einfach mal vorrausgesetzt. Ich kann mir da nicht recht vorstellen, wie man in solch einen "Gemeinschafts-Vertrag" mit irgendwelchen Unbekannten zusammen drinnen hängt. Da schaudert mich schon der blosse Gedanke daran..


    Der GAU wäre, wenn auf den KfW-Unterlagen auch noch irgendwo Unterschriften auf Formularen zu sehen wären.

    Zumindest die Unterschrift des Erstellers des Formulars sollte zu sehen sein...Damit kann man schon recht viel anstellen. Social engineering, z.B.

  • Ich sehe es wie karo1170. Ihr seid eine EigentümerGEMEINSCHAFT, da ist Name und Zweck (Eigennutzung oder Vermietung) ja kein Geheimnis. Spätestens in der ersten Eigentümerversammlung lernt ihr euch sowieso kennen.

    Und das ALLE Eigentümer Kredite bei der KfW haben glaube ich auch nicht. Von daher wird es eine pauschale Bestätigung sein.


    Also viel Lärm um nichts?