Verbot Schottergärten

  • wie ja heute bekanntgegeben wurde, soll in Baden-Württemberg ein Verbot von Schottergärten kommen bzw. seien diese laut Landesbauordnung seit ca. 1990 nicht mehr zulässig gewesen.

    Was genau ist unter solchen Schottergärten zu verstehen? Wenn die ganze Hausfront lieblos mit Schotter zugekíppt wird, finde ich das ja auch schrecklich. Wenn mann mit kleinen Bereichen ein paar Akzente damit setzt, finde ich sowas ganz hübsch und ist meiner Meinung nach auch mit Naturschutz in Einklang zu bringen.
    Bei uns gibt es viele Gärten, die mit kleinen Bereichen mit verschiedenen Steinsorten versehen sind. Wenn man den Pressemitteilungen Glauben schenkt, müssten diese allesamt entfernt werden.

    Gibt es dazu irgendwelche genaueren Definitionen?

    Gruß

  • . Wenn mann mit kleinen Bereichen ein paar Akzente damit setzt,

    wenn....

    finde ich sowas ganz hübsch und ist meiner Meinung nach auch mit Naturschutz in Einklang zu bringen.

    auch dann ist as mit dem naturschutz so eine sache . schwierig , weil irgendwelche reptilien , die sich auf sowas wohlfühlen könnten , bräuchten dann auch irgendwelche unterschüpfe und auch so ein bisschen insektenbeute . nur beides gibt es nicht . den die spärliche bepflanzung ist dann auch so bescheiden gewählt, das sich da nichts wohlfühlt .


    und mittlerweile hat diese seuche schon ganze neubaugebiete erobert .


    vor allem verändern diese schotterflächen das mikroklima in den sowieso schon engbebauten stadtteilen , nach hintengibt es die riesenterrasse , ein paar m² golfrasen vor der lorbeerkirschenhecke und die vorgärten sind durchgehend mit splitt und schotter zugeschissen .

    ganz elendig ist dann , dass auch noch jeses schotterfeld eine andere farbe hat , man will sich ja vom nachbar abheben .....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • vor allem verändern diese schotterflächen das mikroklima in den sowieso schon engbebauten stadtteilen ,


    Das halte ich fuer durchaus moeglich. Genauso wie asphaltierte Radwege und tonnenweise Glas-Beton-Stahlbauten. Dafuer kann man dann die Daecher begruenen und bebienen oder was auch immer. Aber, wenn man dort wohnen und leben moechte, ja, das ist ein urbanes staedtisches Umfeld. Da wuerde ich nicht eine weiche Wollgraswiese , rauschende Baumwipfel und das Vogelzwitschern am Morgen erwarten.


    nach hintengibt es die riesenterrasse , ein paar m² golfrasen vor der lorbeerkirschenhecke und die vorgärten sind durchgehend mit splitt und schotter zugeschissen .

    Geschmackssache, es gibt garantiert Menschen, die genau das als Erfuellung ihres Lebenstraumes betrachten. Wenn du andere Ideale hast, ist das auch gut. Aber bitte, lass anderen Menschen ihre Chance, so zu leben, wie sie es fuer sich ertraeumt haben ohne sie dafuer zu verurteilen.

    Ein ganz grosser Deutscher hat das mal recht griffig formuliert: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“

    ganz elendig ist dann , dass auch noch jeses schotterfeld eine andere farbe hat , man will sich ja vom nachbar abheben .....

    Tja, auch in der natuerlichsten Natur gibt es nicht nur gruen in RAL 6010. Da stoert das nur niemanden...

  • Geschmackssache,

    sicherlich.


    nur soll man nicht versuchen ,sich das so

    finde ich sowas ganz hübsch und ist meiner Meinung nach auch mit Naturschutz in Einklang zu bringen.

    schönzureden .

    und dann am besten einmal im monat zum hambacher forst fahren

    und freitags dann greta huldigen ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Um es nochmal klarzustellen: Die reinen Schottergärten gefallen mir auch nicht. Darum geht es auch nicht. Ich hab in meinem Garten 98 % kein Schotter. Eine kleine Fläche (ca. 5 qm) ist mit Schotter bedeckt. Darin wachsen verschiedene Ziergräser. Mir ging es nur darum, ob auch bei solchen kleinen Flächen die Steine entfernt werden müssen.

    Gruß

  • ob auch bei solchen kleinen Flächen die Steine entfernt werden müssen.

    das kann ich dir nicht sagen , ich wohne in NRW .

    sowas dürfte auch kein problem sein . und man kann durchaus stein als gestaltungselement mit entsprechender bepflanzung richtig gut in szene setzen .

    ich habe selbst einen echten steingartenhügel(alpinum) vor der tür und habe jeden tag freude an den wildbienen und hummeln die am thymian und majoran und dem anderen gelumpe tummeln ....


    aber keinen toten schotter/splittgarten

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ein ganz grosser Deutscher hat das mal recht griffig formuliert: „Jeder soll nach seiner Façon selig werden“

    Na ja, so ganz groß war der kleine Fritz nun auch wieder nicht. Weder physisch noch psychisch.

    Auch sein gern zur Begründung der verschiedensten Absonderlichkeiten zitierter Satz zeugt weniger von seiner weisen Toleranz und Güte als vielmehr von egoistischem Eigennutz, um die Fähigkeiten der Hugenotten für sich nutzbar zu machen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich finde das gut. Wobei ich gelesen habe, dass der Trend vom Schotter weg hin zu Parkplätzen und komplett versiegelten Flächen geht, aber da greift ja eigentlich die GRZ.

    Gerade in Reihenhaussiedlungen aus den 70ern ist mir dieser Wandel sehr aufgefallen. Man sieht noch deutlich, wo die ersten Bewohner drin sind ( Blumen, Rasen...) und wo jüngere Einzug hielten ( Pflaster, Schotter,...)


    Und mal ehrlich, wenn ich so überlege, wie wenig Arbeit mein Blumenfeld macht und wieviel dann so Schotterteile machen. Mit der Zeit kommt nämlich auch da das „Unkraut“. Bei meinen Blumen geh ich 2x im Jahr ran, damit auch der Mohn wieder eine Chance hat. Und ich liebe, was da so überraschendes blüht und wie es hummelt und bienelt und wespelt.









    Ich habe ca. 7 verschiedene Bienen-, Wespen und Hummelarten gezählt und ich könnte mir vorstellen, dass eigentlich noch mehr herumschwirren, ich die aber nicht sehe oder bestimmen kann.


    Besonders überrascht war ich, wie klein Bienen sein können. Auf einem Mohn müsste ein Sandbienchen zu sehen sein. Die sind nicht größer als Ameisen.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ich finde, hier wird zum einen alles über einen Kamm geschert und zum anderen zu sehr pauschal vorverurteilt. Mein Grundstück ist ca. 1.200 qm groß, davon

    ca. 800 qm reine Grünfläche. Rasen, sehr viel Lavendel, Hortensien, div. Büsche, viel Bienen- und Hummelfreundliche Gewächse. Ein kleines Stück (ca. 6 qm) ist mit Zierschotter bedeckt, wo sich 5 Ziergräßer befinden, die dort sehr schon gedeihen. So ähnlich sieht es bei uns im alten Dorfkern überall aus.

    Ganz anders in den Neubaugebieten, wo sich immer mehr Leute aus den umliegenden Kleinstädten ansiedeln. Dort werden tatsächlich ganze Straßen mit Schotter zugekippt. Die Grundstücke in den Neubausiedlungen haben durchschnittlich eine Größe von ca. 450 qm. Die ursprünglichen Stadtbewohner sind oftmals mit 100 qm Rasenfläche überfordert. Ausserdem passt ja zu diesen sterilen Neubauten (weis, grau, schwarz) gar keine Blumenwiese. Hinzukommt, dass mittlerweile bei uns 8 von 10 Grüngutannahmestellen geschlossen wurden.
    Selbst die Kommunen haben ja mittlerweile vieles eingeschottert, weil gar kein Personal mehr vorhanden ist, um alles zu pflegen.
    Ich selber mag die Schotterwüsten auch nicht, aber es gibt auch hier riesige Unterschiede.
    Es bleibt wohl abzuwarten, wie die Sache letztendlich umgesetzt wird. Wenn aber hier einfach pauschal ein Verbot durchgesetzt wird, werden sich hierdurch viele andere Probleme auftun, wenn die Beschwerden wegen verwahrloster Gärten aufkommen.

    Gruß

  • das hat unsere stadtverwaltung herausgebracht :Leitfaden_Schottergaerten_2 Stand 2020-02-26.pdf

    soso, Regenwasser kann nicht versickern im "Schotter" ?


    bzgl dem Gesetzenentwurf aus dem grünen Ländle:


    Schotterungen von privaten Gär-ten sind grundsätzlich keine andere zulässige Verwendung im Sinne des § 9 Ab-satz 1 Satz 1 LBO


    => maximal unbestimmt. Was ist eine Schotterung?

  • Zukunftsweisend sind wahrscheinlich Kiesgärten im Stil von Beth Chatto. Der Boden wird abgemagert und mit trockenhheitsverträglichen Stauden und Gräsern bepflanzt.

    Unsere Stadtgärtnerei hat die öffentlichen Bereiche schon alle so umgestellt. Sehen wunderschön aus und brauchen weniger Gießaufwand und Pflege.

    Auf Wunsch beraten sie kleinere Gemeinden im Kreis oder liefen ihnen das Erden-Kiesgemisch.


    Im Nachbarort und hat eine Bürgergemeinschaft ein entsprechendes großes Beet angelegt. Ich muss gestehen, dass ich öfter einen Umweg fahre, um zu sehen, was jetzt dort wieder wächst und blüht. In meinem Wohnort wurde gleich nachgezogen und auch hier eine kleinere Anlage im Beth-Chatto-Stil gemeinsam angelegt und gepflegt.


    Schotter braucht man also nicht reinzukippen, und anstelle von Verboten würde vielleicht Aufklärung und Anleitung eher helfen.

  • Ich habe in meinem "Mini-Schottergarten" ein sehr dünnes und wasserdurchlässiges Vlies eingelegt. Und selbst das Wasser, welches hier nicht versickern sollte, fließt direkt in den angrenzenden "Erdgarten", wo es wunderbar versickern kann.

    Gru

  • Ja - auch hier haben schon einige Gemeinden statt "gepflegter" Grünflächen Wildblumenwiesen angelegt. Dazu wurde der Boden zuvor abgemagert.

    Das hat außer der bunten Vielfalt an Blumen, die dort wachsen, auch den Vorteil, dass diese Flächen nur noch einmal im Jahr gemäht werden müssen.

    Leider gibt es aber immer noch Leute, die sich an dieser "Unordnung" stören. X/

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!


  • Gräser will man aber gleich mitverbieten, da diese weder einheimisch noch Bienenfreundlich sind.

    Aber dafür gibt´s ja staatliche Zuschüsse für den Kauf eines "umweltfreundlichen" Audi etron.

    Gruß

  • Gräser will man aber gleich mitverbieten, da diese weder einheimisch noch Bienenfreundlich sind.

    Woraus leitest du dies ab?

    ich zitiere hier mal vollständig den Gesetzesentwurf

    Zitat

    6.Nach § 21wird folgender § 21a eingefügt:

    § 21aGartenanlagen

    Es ist darauf hinzuwirken, dass Gartenanlagen insektenfreundlich gestaltet werden und Gartenflächen vorwiegend begrünt werden. Schotterungen von privaten Gärten sind grundsätzlich keine andere zulässige Verwendung im Sinne des § 9 Ab-satz 1 Satz 1 LBO. Gartenflächen sollen ferner wasseraufnahmefähig belassen oder hergestellt werden.“

    so und seit 2010 steht in §9 Absatz 1 LBO BW

    Zitat

    § 9

    Nichtüberbaute Flächen der bebauten Grundstücke, Kinderspielplätze


    (1) Die nichtüberbauten Flächen der bebauten Grundstücke müssen Grünflächen sein, soweit diese Flächen nicht für eine andere zulässige Verwendung benötigt werden. Ist eine Begrünung oder Bepflanzung der Grundstücke nicht oder nur sehr eingeschränkt möglich, so sind die baulichen Anlagen zu begrünen, soweit ihre Beschaffenheit, Konstruktion und Gestaltung es zulassen und die Maßnahme wirtschaftlich zumutbar ist.

    Also aus meiner Sicht ist der neue §21a BW Naturschutzgesetz nur eine Konkretisierung der der schon lange gültigen LBO.

    Ein Verbot von Gräsern sehe ich auch nicht. Da steht "Insektenfreundlich" und nix weiter.


    Ich sehe auch ein Steingarten oder gestalterische Element aus Steinen nicht gefährdet.

    Eine Schottergarten stellt sichtlich keine Begrünung nach LBO da.

  • Ich habe in meinem "Mini-Schottergarten" ein sehr dünnes und wasserdurchlässiges Vlies eingelegt.

    solche vliese verstopfen mit der zeit . ist aber jetzt nicht das riesige problem .

    vielmehr stellen die schotterliebhaber fest , dass auf den (gerne als unkrautvlies von discountern und baumärkten angebotenen) press- und wirrgeweben die spontanvegetation besonders gut gedeiht und deswegen wird flächendeckend auf undurchlässige folien umgestellt . und dann ist es mit flächigem versickern essig .


    S.D. , bei deinem 6m² stück sollte wohl keiner was zu meckern haben

    wenn ich in unserer strasse (unsere siedlung heisst eigentlich gartenstadt Gartenstadt Hüttenau – Wikipedia , das bild bei wikki ist in der paralellstrasse aufgenommen ) einmal die vorgärten ansehe , sind letztendlich 70% der vorgärten gepflastert und/oder geschottert .vollflächig.


    die vorgärten auf dem bild gibt es noch als blumen/wiesenflächen , nur die linden auf der linken seite des bildes sind mittlerweile 30m hoch und die stabilste hat irgendwas um 3,5m umfang .:thumbsup:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Wozu braucht es überhaupt eine Bauordnung

    und überhaupt , was soll dieses ganze reglementieren , wir sind doch eigenveranwortliche freie bürger , und wenn die polizei oder ordnungsamt die klappe aureisst , gibt es halt was aufs maul .....:eek:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ...wenn ich in unserer strasse (unsere siedlung heisst eigentlich gartenstadt Gartenstadt Hüttenau – Wikipedia , das bild bei wikki ist in der paralellstrasse aufgenommen ) einmal die vorgärten ansehe , sind letztendlich 70% der vorgärten gepflastert und/oder geschottert .vollflächig

    70 % ? Sehr schade, aber bei den Ausstellungen der Baustoffhändler kriegste das ja alles vorgeführt. Dagegen kommen die Staudengärtner nicht an.

  • Wie sehen die Häuser heute aus?

    die drei nahezu unverädert .

    sonst ist die siedlung weitgehend erhalten , viele häuser haben einen anbau bekommen , hier und da ist der damalige stall einer garage gewichen .


    und viele der vorgärten mussten dem schotter weichen ......:wall:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

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  • Und wie halten die Leute ihre Kiesflächen sauber? Wird da tonnenweise Glyphosat drauf gekippt? Und dann wundert man sich, dass es kaum noch Insekten gibt und schiebt alles auf die Landwirtschaft... Im Sinne der Klimaänderung meine ich auch, dass man diese Menschen dazu zwingen muss ihre Böden so zu gestalten, dass sie die Austrocknung und Verödung nicht weiter fördern. Auch der Humus verschwindet so immer mehr, der sowieso immer weniger wird, was man so hört. Da ist doch ein ganzer Rattenschwanz was dahinter steckt, der doch nur durch entsprechende Regelungen noch in den Griff zu bekommen ist.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...