Kalksandstein als Hohlblocksteine oder Vollstein im Einfamilienhausbau

  • Wandaufbau Außenwand besteht aus Kalksandstein 17,5 cm (1.400 kg/Kubikmeter) + 18 cm Dämmung + 1 cm Luft + 9 cm Klinker


    GU/GÜ baut mit 17,5 cm Kalksandstein als Hohlblockstein (1.400 kg/Kubikmeter) alle tragenden Wände im EG. Statiker sagte mir heute, dass die statische Berechnung auf 1.800 kg/Kubikmeter ausgelegt ist und wir uns entscheiden könnten, ob wir einen Vollstein verbauen lassen wollten.


    Fragen:

    a) Hat der Hohlblockstein außer schlechtere Schallschutzeigenschaften einen Nachteil gegenüber einem Vollstein (unser Haus wird in ruhiger Dorfnebenstraße errichtet)? Ist dieser Nachteil gravierend, insbesondere wegen des Klinkers davor.

    b) Ist der Vollstein schwerer zu verlegen bzw. deshalb zeitintensiver zu verarbeiten, was die Kosten deutlich erhöhen würde?


    Bemerkung:

    Wir haben eine rund 160 qm und 26 cm dicke Filigrandecke (dicker weil großes Wohnzimmer ohne Pfeiler) und zudem mehrere große 3 m hohe und 2,3 m breite Fensterelemente im Süden und Westen.


    Frage:

    c) Soll man, damit das Haus nicht "wackelt" im Erdgeschoss lieber Vollsteine verbauen lassen?

    d) Im OG sind die Schlafzimmer und nur 11,5 er KS Hohlblocksteine verbaut. Ist das nicht schallschutztechnisch (Kind musiziert) problematisch und sollte man hier auch auf Vollstein umsteigen?

  • Liegt möglicherweise ein Missverständnis vor? Es gibt zwar nach den Informationen des Herstellerverbandes auch noch Hohlblocksteine, aber ich habe diese schon lange nicht mehr auf einer Baustelle gesehen. Üblich sind doch heute eher KS-Plansteine als Vollsteine, allenfalls Lochsteine "KSL", weil heute eher geklebt als mit dicker Lagerfuge gemörtelt wird.


    Wenn der statisch dimensionierte Stein eingesetzt und richtig verarbeitet wird, wackelt nichts.


    Schallschutz hängt bei massiven Wandbildnern primär von der flächenbezogenen Maße ab. Wieviel Masse es sei soll, hängt vom angestrebten Schallschutzniveau ab.


    Aber Achtung: Trockenbauwände sind bei geringerer Wandstärke akustisch so gut wie immer besser und dabei auch noch dünner und leichter als Massivwände und erleichtern die Installationsführung. Außerdem müssen sie nicht geputzt werden und danach der Putz auch nicht trocknen. Ich verstehe nicht, weshalb man nichttragende Innenwände überhaupt anders baut.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Liegt möglicherweise ein Missverständnis vor? Es gibt zwar nach den Informationen des Herstellerverbandes auch noch Hohlblocksteine, aber ich habe diese schon lange nicht mehr auf einer Baustelle gesehen.

    Sehe ich ähnlich.

    (unser Haus wird in ruhiger Dorfnebenstraße errichtet)?

    Schallschutz dürfte da kaum ein Problem sein. Lass einfach dem Unternehmer die Wahl, womit er lieber arbeitet. Es kann nur günstiger werden. Nachteile für Dich, kann ich nicht erkennen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Meint der GU wirklich Lochsteine oder nennt er sie nur so, weil sie Löcher haben?

    KS-Vollsteine dürfen einen Lochanteil von 15% (bezogen auf die Lagerfläche) haben. Das sind i.d.R. die Grifflöcher.

    Wichtig wäre die Druckfestigkeitsklasse, insbesondere bei großen weitgespannten Decken mit hohen Auflagerlasten und ggf. Kantenpressung.

    Wir haben eine rund 160 qm und 26 cm dicke Filigrandecke (dicker weil großes Wohnzimmer ohne Pfeiler)

    Ist bei dieser Decke und 175er wandstärke die Durchbiegung, Kriechen und Schwinden, und ggf. Kantenpressung betrachtet worden oder sogar ein Deckenlager (für mittigen Lasteintrag) geplant?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • GANZ HERZLICHEN DANK an ALLE für die ganzen Antworten!!!


    Heute hatten wir Termin beim GÜ (Ausführungsplanung). Gestern hatte mir der Statiker erzählt, dass unser GÜ mit ?Hohlllochsteinen" (1.400 kg/Kubikmeter baut. Das hatte ich das erste mal in meinem Leben gehört. Bei der Recherche stieß ich dann auf Lochsteine (KSL) und Hohlblocksteine. Dann meine "panische" Nachfrage hier im Forum. Er sagte aber auch, dass wir auch 1.800 kg Vollstein verlegen lassen könnten, da die Statik des Hauses dies aushalten würde bzw. dafür ausgelegt sei.


    Die einzige definitive Info des GÜ ist: 1400 kg/Kubikmeter Kalksandstein


    Nun haben wir gerade die Architektin gefragt, mit welchen Kalksandsteinen gebaut wird: Sie antwortete mit den Worten " keine Ahnung - ich müsste häufiger mal auf die Baustelle". OK ! Nun bekam Sie den Arbeitsauftrag dies herauszufinden. Ich bin echt entsetzt. Es ist ein Hausbauer, welcher bereits tausende Häuser errichtet hat.


    Architektin erzählte, das KS-Steine dämmtechnisch super schlecht seien und die Löcher eher wärmetechnisch gut seien ........ Ähmmm, ich bekam da ein sehr schlechtes Gefühl bei dieser Aussage. OK, KS wird ja deshalb gedämmt und ich denke ein Vollstein wäre einfach stabiler bei einer schweren Decke.


    OLger MD : Das Wohnzimmer ist von den 160 qm nur 55 qm groß. Deshalb wollte Statiker keine 22 cm sondern eine 26 cm dicke Filigrandecke. Die 160 qm werden in der Mitte nochmals mit einer 17,5 er KS -Wand abgefangen. Und die beiden Hälften zu je 80 qm (55 qm Wohnzimmer + 25 Küche & Speisekammer) mit einer tragenden Wand dazwischen & 80 qm (mit weiteren 2 tragenden Wänden dazwischen). Der Statiker ist ein externes mittelständisches Büro.


    Soll ich mir die Statik besser schicken lassen? Wobei ich nicht informiert bin, ob mir diese derzeit ausgehändigt werden muss.


    Ich fragte gestern den Statiker, ob es nicht besser sei, die Wand, welche die beiden 160 qm Häften teilt mit 24 er KS-Steinen zu mauern. Das wäre völlig überzogen bei einem zweistöckigen Einfamilienhaus, so meinte er.

  • Architektin erzählte, das KS-Steine dämmtechnisch super schlecht seien und die Löcher eher wärmetechnisch gut seien

    Da hat sie ja im Prinzip ja nicht unrecht... Trotzdem wenn ich sowas höre und mir vorstelle, dass dieser Mensch vielleicht maßgeblich mein Haus plant, in dem ich jahrezehntelang wohnen möchte, dann würde mir glaube ich das <x kommen,,,

  • Nun haben wir gerade die Architektin gefragt, mit welchen Kalksandsteinen gebaut wird: Sie antwortete mit den Worten " keine Ahnung - ich müsste häufiger mal auf die Baustelle". OK ! Nun bekam Sie den Arbeitsauftrag dies herauszufinden. Ich bin echt entsetzt.

    Ich wäre es auch. Ist die Kollegin (bzw. ihr/e Arbeitgeber/in) direkt von Dir mit Grundleistungen nach HOAI beauftragt oder ist sie Mitarbeiterin bzw. Beauftragte des dann GÜ?

    Architektin erzählte, das KS-Steine dämmtechnisch super schlecht seien und die Löcher eher wärmetechnisch gut seien ........ Ähmmm, ich bekam da ein sehr schlechtes Gefühl bei dieser Aussage.

    berechtigterweise, ich bekäme es auch

    Trotzdem wenn ich sowas höre und mir vorstelle, dass dieser Mensch vielleicht maßgeblich mein Haus plant, in dem ich jahrezehntelang wohnen möchte, dann würde mir glaube ich das <x kommen,,,

    Und ich würde sie ganz ernsthaft fragen, ob sie wirklich in der Lage ist, ihren Beruf verantwortlich auszuführen.

    ich denke ein Vollstein wäre einfach stabiler bei einer schweren Decke.

    Das ist laienhaft gedacht und so allgemein nicht richtig. Die Steine haben eine jeweils geprüfte charakteristische Druckfestigkeit. Solange dieser Wert durch die auftretenden Lasten nicht überschritten wird, ist alles im Lot, denn mehr wird nicht benötigt, egal ob Vollstein oder HL. Mehr hilft hier auch nicht mehr.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Das Haus selbst wurde von einem freien Architekten entworfen (Entwurfsplanung). Ab Leistungsphase 4 hat der GÜ übernommen. Der gefühlte qualitative Beratungsunterschied zum freien Architekten ist enorm (gefühlt wie Tag und Nacht). Niemals wieder würde ich zum GÜ gehen und nur noch mit meinem ursprünglichen Architekten bauen.


    Die Architektin des GÜ scheint viele Dinge an der Front mit dem Kunden zu klären und andere arbeiten im Hintergrund.


    Danke für den Hinweis bezüglich laienhaften Denkens. Ich verstehe es so: Sofern der Statiker die Freigabe für den Stein gibt, ist somit alles sicher und stabil. Alles darüber hinaus ist unnötig.


    Architektin sagte irgendwann auch: Vermutlich wir es ein Lochstein sein, das erklärt sich aus der Geschichte des Unternehmens. Wir haben immer mit Löchern , ähmm Steinen mit Löchern gebaut. Aber ich bringe es für Sie in Erfahrung. ..... Recht irritierend solche Aussagen

  • Wir haben immer mit Löchern , ähmm Steinen mit Löchern gebaut.

    Daher ja auch meine Frage oben und der Hinweis, dass auch ein Vollstein Löcher haben können.

    Bei den roten Ziegeln haben Vollsteine i.d.R. gar keine Löcher.


    Bedenke bitte auch, dass der Statiker für den GU/GÜ arbeitet und nicht für Dich und daher für den GU/GÜ optimiert die Sache betrachtet.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Daher ja auch meine Frage oben und der Hinweis, dass auch ein Vollstein Löcher haben können.

    Bei den roten Ziegeln haben Vollsteine i.d.R. gar keine Löcher.


    Bedenke bitte auch, dass der Statiker für den GU/GÜ arbeitet und nicht für Dich und daher für den GU/GÜ optimiert die Sache betrachtet.


    Welche Möglichkeiten haben ich nun, den Statiker zu "kontrollieren"? Der Statiker hat von sich aus eine 26 cm dicke (GU/GÜ wollte 22 cm) dicke Filigrandecke gefordert (damit sich diese nicht biegt, aufgrund der relativ großen Spannweite im Wohnzimmer mit rund 55 qm) und hat an einer Wand 17,5 (anstatt 11,5) gefordert. Ich fürchte, dass es nur das Mindestmass an Änderungen sein wird.


    Frage: Habe ich bei einem GU/GÜ einen Anspruch darauf, mir die Statikerpläne zu erhalten. Ich bat gestern die Architektin einmal in den Statikerplan zu schauen. Darauf hin sagte Sie mir, dass Sie diese nicht in ihren Unterlagen liegen würde, sondern nur als pdf in ihrem Büro vorhanden sei.