Nächste Eskalationsstufe: Dachdecker stellt Behinderungsanzeige

  • Hallo zusammen,


    wir nicht im Bilde ist, der folgende Thread beschreibt die Arbeitsqualität unseres Dachdeckers: Flachdach Oberlage drauf, erstes mal Regen, ordentliche Pfützen oder ist's schon ein See?


    Jedenfalls ging dem Dachdecker letzte Woche eine Mängelrüge (wir haben den DD nach "simplen" BGB Vertrag beauftragt, keine VOB und keine sonstigen AGBs) durch den Architekten zu. Darin wurden die Mängel an den einzelnen Arbeiten mit Fotos aufgelistet und durch ein angehängtes Gutachten (Architekt hatte einen ö.b.v.S. aufs Dach geschickt) ergänzt (SV hat weitere Mängel gefunden).


    Jetzt ist uns (den Bauherrschaften) eine Retour des DD zugegangen. Er stellt damit eine Behinderungsanzeige und behauptet, dass der Architekt, weil er die Arbeiten des DD bemängeln würde und eine Abnahme verweigern würde, den DD an der Fortführung der Arbeiten hindere. Denn ohne Abnahme sei die Fertigstellung der Attika und weiterer Anschlüsse nicht möglich.


    Zudem weist er die Mängelrüge und das Gutachten vollständig zurück. Die Begründung läge dem Architekt vor (dort ist wohl eine E-Mail mit persönlichen Schuldzuweisungen und Diskreditierungen gegen den Gutachter eingegangen), weiter oder auf einzelne Mängel wird gar nicht eingengen.


    Zum Schluss kommt noch eine Frist bis wann die Behinderung beseitigt werden solle.


    Was ist davon zu halten?


    Danke für eure Hilfe, nach wie vor!

  • Wie?? Soll der Architekt gekündigt werden?

    ... vermutlich nicht, eher die verpfuschte Leistung als fachgerecht anerkennen und durchwinken.


    Entweder das (ganz schlechte Idee) oder zum Anwalt. Zur Zeit muss der Dachdecker beweisen, dass seine Leistungen mangelfrei sind. Einfaches leugnen von offensichtlich vorhandenen Mängeln ist da keine Lösung.


    Da jetzt aber jeder Schritt rechtlich leicht daneben gehen kann, guten Anwalt für Baurecht einbinden.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich halte das auch für eine Finte. Sehe aber auch einfache Argumente die vermeintliche Behinderungen abzuweisen, oder?


    Zum einen wurde bisher keine Abnahme verlangt. Das allein nimmt der Behinderungsanzeige die Grundlage. Zudem können unfertige Arbeiten gar nicht abgenommen werden und für Teilabnahmen (fertiger abgrenzbarer Leistungen) muss vertraglich eine Teilabnahme vereinbart sein, sonst gibt es nur eine Abnahme für das gesamte Werk am Ende.


    Daher überlege ich, die Behinderungsanzeige entsprechend zurückzuweisen und nochmals die Mängelbeseitigung zu fordern.


    Dazu glaube ich, dass die Behinderungsanzeige eigentlich ein Erpressungsversuch ist, damit fehlerhafte Arbeiten abgenommen werden.

  • Frag Deinen Anwalt

    Ok, das ist halt nochmal eine Eskalationsstufe drüber. Ich habe das Gefühl, dass es dann unweigerlich zu einem langen Rechtsstreit kommt. Zwar sehe ich keinen Grund diesen zu scheuen, aber am Ende verursacht es deutlich höhere Kosten...

  • „Frag den Anwalt“ heißt ja nicht: „ winke mit einem Schreiben des Anwalts“


    Heißt also für mich: Rechtlich richtig reagieren. Es muss ja ( noch) nicht der Briefkopf eines Anwalts auf dem Papier sein.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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