Instabil bzw. sinnvoll? PP4-Ytong (Kimmstein) unter eine 17,5er Kalksandsteinmauer

  • Wandaufbau Außenwand besteht aus Kalksandstein 17,5 cm (1.400 kg/Kubikmeter) + 18 cm Dämmung + 1 cm Luft + 9 cm Klinker


    Bodenplatte wird von oben gedämmt. Deshalb muss bzw. möchte GU/GÜ mit PP4-Ytong als Kimmstein (Lambda 0,7) arbeiten und darauf dann den Kalksandstein mauern? Das fühlt sich für mich komisch an, da es doch vermutlich auch passende Kalksandstein-Kimmsteine gibt, welche vermutlich stabiler sind ( KS Kimmsteine / KS Wärmedämmsteine ).


    Frage:

    a) Sind PP4-Ytong als Kimmstein genauso stabil wie Kalksandstein-Kimmsteine ?

    b) Sollte man den GU/GÜ bitten andere Kimmsteine zu verwenden ? Wenn ja, welche?

    c) Sind Kalksandstein-Kimmsteine deutlich teurer als PP4-Ytong.

    d) Mache ich mir hier unnötig Sorgen? Wir hatten den Kalksandstein auch aufgrund der hohen Rohdichte wegen Einbruchschutz (stabile Verankerung RC3 Fenster) gewählt. Nun wirkt das auf mich wackelig, weil der brösseligste Stein ganz unten sitzt.

    e) Sind PP4-Ytong als Kimmstein problematischer bei Feuchteschäden, als Kalksandstein-Kimmsteine ?

  • a) Kommt auf die abzutragenden Lasten an. Im Eigenheimbereich sollte die Festigkeit ausreichend sein.

    b) Ich persönlich würde es machen, weil ich nicht gern verschiedene Materialien mische. Da sich die Quell- und Schwindmaße aber ähneln, kann man es machen. Welche - sh. Deinen Link

    c) Da fehlt mir die Marktübersicht, glaube aber schon.

    d) ja

    e) Nein, zumindestens nicht wesentlich. Ein Feuchteschaden solte aber besser vermieden werden ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Danke für die schnelle Antwort !


    Ergebnis meiner heutigen Telefonrecherche:


    Ich habe diesbezüglich gerade mit einem Ing. eines Kalksandsteinherstellers telefoniert. Er äußerte seine Bedenken, da der KS-Hohlblockstein auf einen Porenbetonstein gesetzt wird, welcher eine deutlich geringere Festigkeit hat. Somit würden der Bereich der Löcher nicht auf dem Ytong-Stein halten und somit nur der Rest des Steines an den restlichen Stellen des Ytong-Steins. Das könnte nach hinten los gehen. Bei einem KS-Vollstein auf einem Ytong-Stein wäre es Geschmackssache. Die Stabilität würde für den KS-ISO-Kimmstein sprechen und der geringe Lamdawert von 0,13 vs. 0,33 für den Ytong-Stein.


    Der Statiker hatte keine Bedenken.


    Der Ing. welchen den KFW-Ausweis erstellt würde mit den PP4-Ytong verbauen lassen, aber der ISO-Kimmstein aus Kalksandstein wäre auch ok.

  • Ehrlich? Beide halten, hat ja auch der Statiker bestätigt. Für Einbruchschutz sind die paar cm da unten nicht wirklich relevant. Ich würde auf den Ytong gehen, aber ich bin vorbelastet (erstelle Energieausweise)

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • Ehrlich? Beide halten, hat ja auch der Statiker bestätigt. Für Einbruchschutz sind die paar cm da unten nicht wirklich relevant. Ich würde auf den ...

    ... KS gehen, der Homogenität wegen, aber ich bin da vorbelastet ... als ... keine Ahnung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Kater432 : Es ist eine biegesteife und zweifach bewehrte Bodenplatte (siehe Skizze).


    Wir haben uns heute für ISO-Kimmsteine KS entschieden. Es war einfach so ein Gefühl. Vermutlich sind wir zu vorsichtig. GÜ hätte auch normalerweise auf Streifenfundament gebaut. Jedoch bauen wir nun gegen Aufpreis auf einer Bodenplatte,

    Dateien

  • Lass Dir mal ein Detail vom Sockelbereich geben. Da lauern einige konstruktive Herausforderungen.

    Ich denke da z.B. an die Entwässerung und die Lage der Abdichtungslagen.

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    5.Mose 27:18

  • Moin moin aus Hamburch ,

    tja, die lieben Kimmsteine sind besondere Schmuckstücke und möchten sensibel behandelt werden. Der tiefere Sinn der Kimmschicht liegt ursprünglich in der Herstellung einer planebenen Untergrundfläche für die aufgehenden Wände. So weit, so gut . Sobald aber die Kimmsteine mit thermischen Eigenschaften bestückt werden, ist das entstehende Bauwerk besonders vor eindringender Nässe zu schützen. In der Praxis habe ich häufig beobachten können, daß sich Keller während der Erstellungsphase knöcheltief mit Regenwasser füllen können. Eigentlich kein Problem , da Beton,Estrich,MW,etc. wasserunempfindlich sind.....wenn da nicht die Kimmsteine mit den wärmedämmenden Eigenschaften wären, die leider das Wasser teilweise wie ein Zuckerwürfel aufsaugen....und leider auch lange behalten. Das in dem Stein gefangene Wasser braucht manchmal Jahre, um wieder aus dem Bauwerk hinauszudiffundieren. ( ....und man hat noch großes Glück,wenn es ausschließlich Regenwasser ist ....häufig diffundieren auch Urinsalze gleich mit aus und verwandeln einen eigentlich gepflegten Keller olfaktorisch in ein öffentliches WC ). Man kann es regelmäßig an den ausgeblühten Wasserrändern der Kellerinnenwände bei den Gewährleistungsabnahmen betrachten. Bitte nicht mißverstehen , der Grundgedanke ( Ausgleichsschicht bei gleichzeitiger Wärmebrückenminimierung ) ist richtig, zerschellt aber wie vieles Andere an den Klippen der harten Praxis. Mein Tip wäre, daß auf den Schutz vor eindringendem Wasser ( auch Flugschnee ) während der Bauphase besonders geachtet werden sollte.....oder gleich eine dickere Wärmedämmung unter die Bodenplatte. Viel Glück