zulässige Fugenbreite bei Steganlagen

  • Hallo,

    es handelt sich um eine Steganlage in einem Badesee.

    Belegt ist diese mit Kunststoffbohlen.

    Die Fugenbreite liegt im Mittel bei 6-8 mm und ist damit wohl in Ordnung.


    An einzlnen Stellen (wo die Steganlage abknickt) sind aber Fugen mit bis zu 20 mm Breite vorhanden.

    Wenn ich mir da einen Kinderzeh vorstelle macht es irgendwie "aua".


    Ist jemanden eine Regelung zur zulässigen Breite solcher Fugen bekannt?

    Bei Gitterrosten gibt es ja beispielsweise die BGI 588, wonach die Maschenbreite im öffentlichen Verkehrsraum in eine Richtung 10 mm nicht überschreiten soll.

    Sowas in der Art suche ich für öffentlich zugängliche Steganlagen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • :D

    Ich habe es missverstanden. Dachte das ist ein schwimmender Steg aber nicht jeder Steg ist schwimmend.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • de Bakel

    Bist Du Errichter des Steges? Dann mach den Schlitz zu.

    Bist Du Urlauber und hast Angst um Deine Kinder? Dann mach sie auf die Gefahrenstelle aufmerksam.

    Geht Dich der Steg irgendwas an? Dann sprich mit dem Eigner.

    Hast Du das nur im Vorbeigehn gesehen? Dann vergiss es ganz schnell wieder.


    Das gesamte Leben ist kreuzgefährlich und nicht jedes Steinchen an dem sich ein Zehchen stoßen kann, ist baurechtlich geregelt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ich bin für die Gemeinde tätig, die die Anlage errichtet hat. Dummerweise wurde die Anlage schon von der Bürgermeisterin "abgenommen". Ob da juristisch noch was zu drehen ist ist egal, weil es politisch nicht gewollt ist.


    Wir werden uns mit dem Unternehmer jetzt nicht einig ob die Fugenbreite noch zulässig oder schon ein Mangel ist.

    Weder der eine noch der andere kann belastbare Fakten für seine Meinung vorweisen, so das Meinung gegen Meinung steht.

    Wenn wir was vorweisen können, ist der Unternehmer zur Mangelabstellung bereit, sonst Änderung nur gegen Geld.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • naja, die Abnahme kehrt ja dahingehend nur die Beweislast um. Das Kind ist also noch nicht in den Brunnen gefallen.


    ich sehe das ähnlich wie Du, 20mm halte ich durchaus für kritisch.


    In verschiedenen Publikationen lese ich von einer maximalen Fugenbreite von 10mm...

    vielleicht gibt es ja vom Hersteller der Terrassendielen eine Verlegeanleitung, in der eine Aussage zu den Fugenbreiten gemacht wird?


    Und hier können die Fachregeln 02 des Zimmererhandwerks "Balkone und Terrassen" bestellt werden:

    Fördergesellschaft Holzbau und Ausbau mbH: Fachregeln des Zimmererhandwerks 02 (Ausgabe Dezember 2015)


    Und wenn das nicht hilft: sicher gibt es bei Euch in der Gemeinde auch jemanden, der Sicherheitbegehungen an Spielplätzen etc. macht. Frage den mal. ggf. hat er konkrete Vorgaben bzw. kennt er einen Ansprechpartner, den er fragen kann...

  • Sag das doch gleich.😉

    Um da eine Abdeckleiste anzubringen kann es sich doch nicht um größere Summen handeln. Wenn Du es unbedingt klären willst, dann schau mal in Sportstätten- oder Spielplatz-Normen.

    Aber bis Du da was gefunden hast, ist die Leiste längst dran.

    Die Firma legt vermutlich keinen Wert auf Folgeaufträge?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Passt jetzt nicht zu 100%, aber: vom Informationsdienst Holz gibt es Musterzeichnungen für Holzbrücken. In diesen Zeichnungen wird eine Fugenbreite zw. 5 und 13 mm und im Mittel 8 mm vorgegeben. Ist jetzt mit Sicherheit erstmals keine Norm, aber vielleicht finden sich dort auch noch normative Verweise (in Richtumg Brückenbau). Siehe auch Hier, allerdings auch wieder Brückenbau und auf die schnelle ohne normativen Verweis.

  • advocatus diaboli sagt: gilt dann nur für holzbrücken.

    wir haben das für holzdecks (stege, terrassen) früher mit 1cm gemacht - wegen holzschutz.

    gilt immer noch.

    die "Fachregeln des Zimmererhandwerks 2015 Balkone und Terrassen" schreiben 6-10mm vor - aber, siehe 1. zeile

  • Besten Dank schon mal für die Hinweise. Die "Fachregeln des Zimmererhandwerks" könnten ja einen Lösungsansatz hergeben.

    Zumindestens ist in einer älteren Fassung ja eine max. Breite von 10 mm genannt.


    Gleich mal bestellen ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Naja, Stege sind schon so ein Ding. Da macht man sich Sorgen, dass die Fugen nicht all zu groß sind, aber rundherum ohne Schutz und man kann ins Wasser fallen und ertrinken. Mehr noch, man darf ohne Sicherheitsvorkehrungen in ein schwankendes Boot überwechseln, also keine Landungsbrücke mit Reling usw. Schräg wird es bei schwimmenden Stegen. Da bewegen sich die Stege zwischen Pfählen auf und ab, ohne Berührungsschutz, wo man sich die Finger abquetschen könnte. Dazu werden zwischen Steg und Land Brücken verwendet, die ein weit größeres Spaltmaß zwischen Steg und Brücke haben als alles erlaubte und wo man auch seine Hand dazwischen halten und zerquetschen kann. Aber man macht sich Sorgen über die Abstände von den Planken. Immerhin, wird am Steg gearbeitet, muss der Arbeiter sich anbinden, damit er nicht ins Wasser fällt. Ein zweiter Mann sollte noch anwesend sein und ein Rettungsring in der Nähe sollte auch sein, für den Fall der Fälle. Denn er könnte da rein fallen, die anderen kurioserweise nicht...


    Hach ja... Deutschland und seine Normen...

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  • Frau Maier natürlich ergeben sich bei einer Steganlage Gefahren.

    Das man da ins Wasser fallen kann ist jedoch klar erkennbar und zudem in der Regel "gewollt".

    Was nicht ohne weiteres erkennbar ist, sind so blöde kleine Fugen in denen dann Kinderzehen plötzlich festhängen können :D

    Ich möchte nicht abwarten, bis das von einem Gericht geklärt werden muss.


    P.S.: Hinsichtlich der Normen, Gesetze, Regeln, Vorschriften usw. gibt es viele Beispiele, wo die einzelnen Regelungen nicht aufeinander abgestimmt sind.

    Gerade vor kurzem hier: Rutschhemmung der Fliesen

    (Wobei die Forderung nach R9 entsprechend Arbeitsstättenrecht bzw. R10 entsprechend BG ja streng genommen auch nur für die Angestellten und nicht für die Gäste gilt.)

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    5.Mose 27:18

  • Mit das erste, was man als Kajakfahrer lernt, ist, sich NICHT in den Fugen von Steganlagen gegen Abtreiben zu sichern. Warum? Was passiert mit den Fingern im Fall eines feuchten Ausstiegs? Genau. Sie bleiben stecken.


    Aua!


    Von daher halte ich die 8 mm schon für sinnvoll.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • es handelt sich um eine Steganlage in einem Badesee.

    Da es sich hier um eine Badestelle handelt, ist die Gefahrenquelle "ins Wasser fallen" nachrangig.

    Es ist ein Barfußbereich und eine ggf. "öffentliche Badeanstalt".

    Da würde ich eher nach Vorschriften suchen, in denen es um den sicheren Betrieb von Bädern und Schwimmeinrichtungen geht.

    Zum Beispiel Vorschriften/Richtlinien zum Bäderbau oder bei den DGfdB-Richtlinien.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Mit das erste, was man als Kajakfahrer lernt, ist, sich NICHT in den Fugen von Steganlagen gegen Abtreiben zu sichern. Warum? Was passiert mit den Fingern im Fall eines feuchten Ausstiegs? Genau. Sie bleiben stecken.

    Off-Topic:

    Das erste was ich als Kajakfahrer gelernt habe: in Schleuse viel Abstand zwischen mir und den Hausboot:

    "Moin, öfters hier unterwegs? - Nö, erstes Mal mit dem Boot unterwegs, aber der Vermieter hat mich vorhin eingewiesen!"

    Na halleluja, rechts die Schleusenwand, links 5m Hausboot mit entsprechender Verdrängung und Amateurkapitän, dazwischen meine Frau und ich im Faltboot. Da kriegt "einquetschen" nochmal eine andere Dimension!


    Ich gebe aber zu, dass ich das hochkant gestellte Paddelblatt beim Ein- und Ausstieg manchmal in den Fugen vom Steg verkeile, das geht natürlich bei 20mm besser als bei 8mm Fuge... :D

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -