Asbest in Alu-Fensterprofil?

  • Hallo zusammen,


    wir haben neulich eine kleine Durchführung von 60mm unterhalb von Alu-Fenstern durchgeführt und sind versehentlich auf Asbest gestoßen.

    Die Wohnung wurde 1977-1979 gebaut aber vor 2 Jahren komplett renoviert.

    Im Wohnzimmer ist eine normale Alu-Fenster-Front und darunter sind die Flächen mit Alu verkleidet, also dies gehört zu den Fenstern.


    Von der Balkon-Seite wurde mit der Lochsäge durch das Alu gebohrt und falls Staub entsand ist dieser größtenteils drinnen geblieben. Es war sehr gut intakte Glaswolle dazwischen. Innen war zu dem Zeitpunkt nur das Bohrloch sichtbar.

    Von der Innenseite kam die Lochsäge nur durch den Putz, so haben wir den das kleine Loch von 60mm mit Hammer und Schraubenzieher Richtung Balkon geklopft. Die Fläche war aber vom Putz bedeckt.


    Das Material war sehr hart und gepresst, es entstand etwas Staub vom Bohrloch aber sonst nur sehr wenig. Keine Staubwolken oder sowas. Ich weiß natürlich aber auch um die Größe der Fasern, Unsichtbarkeit etc.


    1) Weiß jemand welches Asbestprodukt auf dem Foto ist? Ich vermute eine Zementfaserplatte, stark gepresst. Wobei diese ja eigentlich nicht Innen verwendet wurden.

    2) Warum kleidet man Alu-Fenster mit Asbestplatten aus, tut dazwischen Glaswolle obwohl außen noch Alu ist? Bzw. ist jemandem bekannt dass Asbest in diesem Bereich verwendet wurde?

    3) Wie hoch kann man sich die Belastung vorstellen? Wir haben danach alles entfernt, gründlich in der Wohnung feucht gewischt und seitdem auch gelüftet (Viel Wind die Tage).


    Schwirren die Fasern quasi in der Luft und werden immer wieder aufgewirbelt? Bspw. haben wir auf dem Balkon Kunstrasen und dort könnten sich vielleicht noch irgendwo Fasern befinden. Das Loch haben wir dann mit Bauschaum und Gummi abgedichtet.



    Herzlichen Dank für die Antworten!

  • welches Asbestprodukt

    Ob die Platte überhaupt Asbest enthält, weißt Du nicht und wir auch nicht. Wenn Du's wissen willst -> ab ins Labor damit.


    Ansonsten: Wie viel hast Du in deinem Leben schon (auch passiv) geraucht und bist über abgasverpestete Straßen gegangen? Hast Du dich da auch jedesmal gefragt, wie gefährlich das gerade ist?

  • Probe geht heute auf dem Weg ins Labor.


    Die verpesteten Straßen, das Rauchen und andere Faktoren sind natürlich schädlich und da fragen wir uns sicher nicht wie gefährlich das gerade ist. Das lässt sich ja ohnehin leider nicht vermeiden.


    Trotzdem würde ich gerne, falls sich jemand gut mit Asbest auskennt, aus Interesse wissen wie hoch die Belastung hier sein könnte.

    Wenn es Asbest ist, dann denke ich mal stark gebundenes? Es lässt sich definitiv nicht leicht auseinanderbrechen bzw. eindrücken.


    Gab es überhaupt Platten (ca. 4-5mm) die mit so einer gelbbraunen Trägerschicht versehen waren?

  • Die Belastung ist NULL, solange da keiner drin rumbohrt. Es gibt zigtausende Häuser, die komplett mit asbesthaltigen Fassadenplatten verkleidet sind. Die werden erst zum (lösbaren) Problem, wenn sie entsorgt werden müssen.

  • Ich hätte jetzt gesagt, das ist alles mögliche ausser Asbest...

    Nicht alles, wo Fasern drin sind, enthält Asbest Fasern (die auf dem Bild sind auch viel zu grob)


    Meine Meinung

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • WIeso Asbest?

    Entweder man weis es ganz sicher oder man vermutet es und weis es nicht.

    Wie sagte schon "Travis Dane": "Der Anfang jeder Katastrophe ist eine beschissene Vermutung." :D


    Man sollte schon in der Realität bitte bleiben. Wunschdenken hilft halt nicht.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • wasweissich

    Klar, nicht alles was Fasern enthält ist Asbest, korrekt. Die Fasern hier sind schon etwas grob und deutlich sichtbar. Eher wie dünne Fäden. Verglichen mit Asbest Fotos sieht es aber schon sehr ähnlich aus.


    Das Material war ziemlich hart und gepresst, das würde dann in Richtung Faserzement gehen denke ich. Aber das ist irgendwie "weder noch", also es nicht so hart wie eine Eternitplatte aber auch nicht weich wie die Leichtbauplatten.


    chieff

    Die paar Wohnungen sind in einem Einkaufscenter-Komplex mit Büroturm, da wurde 1998-2005 eine Asbestsanierung gemacht. Ob man die paar Tafeln in den Alu-Profilen der Wohnungen vergessen hat weiß ich nicht.


    Ich frage mich auch wieso man Alu-Fenster so aufbauen würde: Alu, Faserzementplatte, Glaswolle, Faserzementplatte, Putz


    Wir haben heute mal die Probe ans Labor geschickt.

  • Asbestfasern sind aber keine weiche Fasern!


    Man sollte vorher fragen, bevor man etwas macht, wenn man eh in einem Haus lebt, das verdächtig sein könnte. Aber was red I scho...


    Ab ins Labor damit und dann 30 Jahre Angst haben, es könnte was passieren...

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Ich frage mich auch wieso man Alu-Fenster so aufbauen würde: Alu, Faserzementplatte, Glaswolle, Faserzementplatte, Putz

    Vielleicht Schallschutz? Mehr Masse.



    Wahrscheinlich ein Fassadenelement feelfree

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • feelfree

    Erstmal lesen, dann kommentieren:) Die Front besteht aus Fenstern und Alu, der Bereich ist der unter den Fenstern. Das Glas ist oben, sonst wäre es ja kein Fenster.


    Frau Maier

    Ja das ist klar, im Nachhinein ist man immer schlauer. Aber auf die Idee zu kommen dass sich unterhalb der Fenster Asbest-Platten befinden wenn die Wohnung komplett renoviert ist und man dort eher Holz oder Rigips vermuten würde ist natürlich auch nicht so naheliegend..Fragen hätte da auch nicht viel gebracht, woher soll denn jemand wissen was die vor 40 Jahren da verbaut haben. Wenn es bekannt war müsste es ja im Zuge der Asbest-Sanierung entfernt werden.

  • Nein, Asbest muss nicht entfernt werden, solange man es nicht bearbeitet. Gebundenes Asbest ist problemlos und stellt keine Gefahr dar. Auch das Loch wird keine Gefahr darstellen. Das bisserl Faser das frei gekommen ist, stellt keine Gesundheitsgefahr dar, wenn es überhaupt Asbest enthält. Gefährlich wird es, wenn Du in einem größeren Haus gleich die ganze Fensterfront derart bearbeiten willst und somit einer längeren Zeit Asbest ausgesetzt bist, was ja hoffentlich nicht der Fall sein dürfte.


    Also, Panik herunterfahren und sich des Lebens erfreuen. Alles halb so wild. :bier:

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Eine ganze Fensterfront zu bearbeiten und zu schleifen habe ich definitiv nicht vor:)) Ja das denke ich auch, zumal die Lochsäge nur durch den Putz kam und die kleine Fläche dann Richtung Balkon rausgeklopft wurde. Danach gleich alles entfernt und gründlich gewischt und gelüftet, viel mehr kann man ja nicht machen.


    Mal sehen was das Labor sagt, ob es überhaupt Asbest ist.

  • Wenn es bekannt war müsste es ja im Zuge der Asbest-Sanierung entfernt werden.

    nein, in diesem Fall nicht!


    Es handelt sich um einen typisches Panelfeld aus Wetterschicht, Dämmung (Wärme + Schall), Innenoberfläche

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Skeptiker

    Man hat halt damals eine Asbest-Sanierung gemacht im Büroturm (asbesthaltigen Schottungen und Rohrverkleidungen, alle Verkleidungen der Wärmepumpen, die asbesthaltig waren , wurden durch asbestfreie Verkleidungen ersetzt), daher dachte ich wäre es vielleicht naheliegend auch die paar Platten in den paar Wohnungen zu ersetzen.


    Also wurden die Fensterfronten aus dem Werk schon so geliefert? Hat man damals für sowas überhaupt Asbestplatten verwendet?

  • Hat man damals für sowas überhaupt Asbestplatten verwendet?

    Das könnte auch PCB oder Uran .. oder oder sein....

    Woher soll man das wissen?

    Interpretiere doch nicht so viel rein. DU hast eine Probe genommen und ins Labor geschickt :thumbsup:, Warte das Ergebniss ab. Dann weist du was du da vor die hast. NIemand kann dir mir sicherheit über das Internet sagen was du da hast. Du weist mehr über deine Wohnung als wir nur erahnen können. Wir waren nie vorort und haben nie eine Baubeschreibung gelesen von dem Objekt, geschweige wer da dran mal was verändert hat.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • ... dachte ich wäre es vielleicht naheliegend auch die paar Platten in den paar Wohnungen zu ersetzen.

    Weshalb? Es gibt keine Notwendigkeit, denn die Fasern sind doch wunderbar gekapselt!

    Also wurden die Fensterfronten aus dem Werk schon so geliefert?

    Möglicherweise. Auch heute werden solche Panele prinzipiell ähnlich hergestellt und verbaut.

    Hat man damals für sowas überhaupt Asbestplatten verwendet?

    Weiß ich nicht. Ich würde wegen erforderlicher Wärmedämmung eher auf künstlicher Mineralfaser ("KMF") tippen. Die hat aber auch einen Nachteil: Sie ist ähnlich ungesund wie Asbest und darf heute auch nicht mehr verbaut werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich bin gespannt auf das Ergebnis.


    Im Endeffekt hast Du danach getan, was getan werden konnte mit Wischen und Lüften.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung


  • das sieht aus wie Gipskarton. Evtl als Brandschutz gedacht. Allerdings wurde sowas (auch Asbest) normalerweise eher in den Rolladenkästen oder Jalousiekästen bei Bürobauten verbaut.

  • Ihr wundert Euch, warum "so viele" Asbestfragen kommen?

    Ob die Platte überhaupt Asbest enthält, weißt Du nicht und wir auch nicht. Wenn Du's wissen willst -> ab ins Labor damit.


    Ansonsten: Wie viel hast Du in deinem Leben schon (auch passiv) geraucht und bist über abgasverpestete Straßen gegangen? Hast Du dich da auch jedesmal gefragt, wie gefäherlich das gerade ist?

    Die Frage wurde doch schon mit der ersten Antwort beantwortet ;)

    GOOGLE hat seine Algorythmen. Frage - Thema - Antworten = könnte interessant sein (+ Steigerung) --> ganz vorn in der Suche.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • P.S.: keine (wirkliche) Gefahr

    Das Lborergebnis wäre schon "interessant", obwohl es die meisten hier erratn können ;)

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • An alle die das Ergebnis schon "kannten": Natürlich war es Asbest, wie schon vermutet.


    Asbest ( Typ ) KL KMF WHOFasern Probenbeschreibung Einschätzung des Prüfers, nicht Teil des Prüfberichtes Probentyp ES/ B


    ja ( Chrysotil ) 3 nicht nachgewiesen MP 1

    Klasse 3 (5-20 %)

  • Kannst du den Bericht mal einscannen/abfotografieren? Anonymisiert natürlich.

    Danke

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Klar, kein Problem.

    Habe auch mit dem Labor telefoniert, also der Anteil dürfte bei so 10% liegen, Zementfaserplatte wahrscheinlich.


    Blöderweise haben wir ja das bisschen Staub aufgesaugt, aber den Sauger haben wir dann entsorgt.


    Die Expertin im Labor meinte auch dass Sie sich nicht vorstellen kann dass nach ordentlichem wischen und saugen mit Hepa-Filter überhaupt noch was da ist.

    Durch das Lüften und saugen kann sich meiner Meinung nach natürlich in der ganzen Wohnung was verteilt haben aber genauso gut kann es ja vom Winde verweht worden sein.