Auflager Holzbalken

  • Hallo zusammen,


    ich glaube ich treibe hier gerade alle am Bau Beteiligten zur Weißglut mit meiner Nörgelei zu einem Punkt - aber ich kann da einfach nicht locker lassen.


    Problem:


    Die Bestandsbalken 6x18 (geschrumpft auf 6x17) meiner OG-Decke und gleichzeitig DG-Fussboden wurden seitlich aufgedoppelt mit 8x16 Balken. Laut Statiker soll die Auflagefläche auf dem Ringanker für die Balken >= 10cm sein.

    Die neuen Balken wurden mit Gewindestangen an die Bestandsbalken verschraubt. Oben sind sie halbwegs bündig mit den Bestandsbalken. Und nun ist der Kasus Knaxus die Auflager auf dem Ringanker.


    Umgesetzt wurden folgende Lösungen:


    1. Lösung - es ist gar kein Kraftschluss möglich, da der obere Klotz gegen den Bestandsbalken stößt und nicht weit genug "rausgeschoben" werden kann

    2. und 3. Kraftschluss nur an der Kante des Balkens - keine richtige Auflage.


    Ich hatte vorgeschlagen stattdessen den Balken unter Spannung mit Holzbrettern zu unterfüttern und ggf. noch Justierklötze oder Dachpappe soweit bis der Balken auf das ganze kraftschlüssig draufdrückt. Aussage vom Trockenbauer und auch Statiker: das funktioniert nicht - das bekommt man nicht kraftschlüssig hin. Genauso ist es zwar bei den Bestandsbalken gemacht, aber OK - dann ist dem wohl so. Grundsätzlich finden beide die Lösung mit den Keilen OK bzw. die richtige - ich glaube nur, keiner von beiden bedenkt das der obere Klotz an den Bestandsbalken anstößt und nicht soweit verschoben werden kann, das ein Kraftschluss erfolgt. Ich hatte nun als letztes vorgeschlagen, vom oberen Klotz etwas abzusägen, so das er dann wenn man ihn reinschlägt ein Kraftschluss entsteht:



    In meinen Augen keine Lösung wäre:



    Kommentare von allen Beteiligten zu meinen letzten Einwänden habe ich keine mehr bekommen.

    Ende der Woche ist der Bauausführende wieder zusammen mit dem Architekten auf der Baustelle - und wenn dann alle sagen "ist doch super so!"..........


    Ich glaube ich habe nun auch so oft "nachgefasst" in diesem Thema das alle kurz vorm explodieren sind.... und ich weiss nicht so recht wie ich mich verhalten soll :( Ich bin halt schon ein Erbsenzähler und kann mich unheimlich an solchen Details festbeissen - wahrscheinlich sehr zum Leid der Ausführenden.

  • dauerhaft tragende keile? noch nie gemacht und noch nie, selbst bei schlimmen fingern, gesehen ..

    entweder statik ändern oder ausführung ändern. oder beides.


    und wenn dann alle sagen "ist doch super so!"

    .. dann wird das verschriftlicht.

  • Moin,


    wer soll das verschriftlichen?


    Der Statiker (der das Haus nie gesehen hat, und die Statik nur nach Bestandsplänen erstellt hat) sagt: Keile sind ausreichend - so viel Last gäbe es eh nicht abzutragen (nur warum dann überhaupt die Balken?) - man müsse nur über ein Verrutschen der Keile nachdenken - z.B. mit einer Schraube.


    Der Trockenbauer sagt - Keile - machen wir schon immer so - die Tragen Tonnen von Lasten.


    Der Architekt hat da keine eigene Meinung und verlässt sich auf die anderen beiden.


    Ich sage - gleichmäßiger Lastabtrag nicht möglich, was ist wenn das Holz arbeitet, die Keile verrutschen und sich das Auflager damit "auflöst".


    Wenn ich da komme mit "das will ich schriftlich" werde ich nichts außer ein müdes Lächeln ernten... da gefühlt alle Beteiligten meinen dass das toll ist und meine "Querelen" nicht nachvollziehen können.


    Beste Grüße,

    OlliL

  • Moin,


    ich habe nun nochmal mit dem Statiker und dem Architekten gesprochen. Der Statiker sagt, die abzutragende Last ist wirklich gering. Der hauptsächliche Nutzen der verstärkenden Balken ist das durchbiegen der Bestandsbalken zu verhindern. Er sagt, die Keile sind ausreichen. Es ist jedoch wichtig:


    - gleichmäßiger Lastabtrag - also die Keile sollen möglichst Plan auf dem Balken und dem Untergrund aufliegen

    - die Keile müssen zwingend vor verschieben gesichert werden.


    Somit haben wir nun aktuell folgende mögliche Lösungen - vereinbart wird die Winkel-Lösung.

  • hmmm .. ich glaub, forum lesen hilft zur erlangung vernunftgesteuerten und faktenbasierten skeptizismus ;)

    das "arbeiten" ist eine "querschrumpfung" infolge trocknung.


    man könnte den verstärkungsträger am altträger in auflagernähe ausreichend kraftschlüssig anbinden - dann bräuchte der kein keilauflager.

  • Jo - angeblich schrumpft das KVH nicht so sehr, aber man muss halt auch mal mit Vibrationen über Jahrzehnte rechnen und generell Verwindung usw. - das war meine Argumentation. Der Kraftschluss durch "unterlegen" wird sich so oder so irgendwann auflösen denke ich. Wichtig ist halt, das dann da dennoch etwas drunter liegen bleibt. Dann senkt sich von mir aus die Konstruktion um 1mm - aber eben nicht um 3cm ;)


    Ich denke mit dem gleichmäßigen verkeilen + Winkel als Sicherung kann man nun ganz gut leben.


    Unter den Bestandsbalken liegt z.B. ein Holzbrett und 1-n Lagen Dachpappe (zur Feinjustage). Da gibt es nun nach 40 Jahren einige, die kann man mit blosen Fingern rausziehen, und andere da muss man schon ordentlich mit dem Hammer gegenwuchten..... Holz arbeitet halt.....

  • Wäre ich der Bauherr, würde ich nicht weiter diskutieren, sondern schlicht anordnen, daß jeweils genau passende Klötze eingesetzt werden! Also in voller Dicke UND Fläche des Auflagers.

    Das ergibt mit Sicherheit einen besseren dauerhaften Kraftschluß als jegliche "Keilerei", mag sie auch noch so gut "verschiebegesichert" sein...

  • Warum stopft man da kein Mörtel 'drunter?

    Der ist - korrekt ausgeführt - immer passgenau, kippelt nicht, und wenn die Oberfläche des Ringbalkens rauh genug ist rutscht da auch nichts weg.

    Notfalls 'ne Folie zwischen Mörtel und Holz falls es Bedenken wegen der Feuchtigkeit gibt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)