Stahlbetonsockel als Eigenleistung beim Fertighaus gefordert

  • Hallo Forum,

    Wir sind in der Bauvorbereitung für ein schlüsselfertiges Haus mit integrierter Garage in Holzständerbauweise.

    Lediglich in der Garage sind Leistungen ausgenommen, Estrich, Garagentor, und Hochzug liegen vertraglich bei uns.

    Der Hausanbieter hat uns die Bau-Detailplanung zur Abnahme zukommen lassen.

    Darin finden wir auf einmal eine 50cm Stahlbeton-Wand in der integrierten Garage, deklariert als vom Kunden zu erbringen.


    Ich hab zwar Verständnis, dass eine Baufirma das Gewährleistungsrisiko - in diesem Fall durch mögliche Feuchtigkeit in den Wänden - reduzieren will,

    aber wir wollen natürlich keine tragende Wand bzw. Wandsockel in einem Fertighaus selbst bauen.

    Welche Alternativen gibt es?

    Wie kann eine Holzwand so abgedichtet werden, dass sie auch in einer Garage kein Wasser zieht? Wasserdichter Putz ? Epoxitharz? Verplankung?


    Danke im Voraus!!!

  • Darin finden wir auf einmal eine 50cm Stahlbeton-Wand in der integrierten Garage,

    50cm dick oder 50cm hoch oder 50cm lang ?

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • ... Bauvorbereitung für ein schlüsselfertiges Haus mit integrierter Garage in Holzständerbauweise.

    Bitte Planauszüge einstellen: Grundrisse, Ansichten, mind. ein Schnitt!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Ich hab zwar Verständnis, dass eine Baufirma das Gewährleistungsrisiko - in diesem Fall durch mögliche Feuchtigkeit in den Wänden - reduzieren will,

    Nein, da hätte ich nun wirklich überhaupt kein Verständnis.

    Oder hättest Du auch Verständnis, wenn Du einen neuen Golf kaufst und Du die Karosserieteile vorher selbst verzinken müsstest? Nicht? Warum nicht, geht doch höchstens um ein paar zenhtausend Euro.

    Bei eurem Haus aber geht's um ein bisschen mehr, und das sollte auch etwas länger halten als ein Auto...

  • Darin finden wir auf einmal eine 50cm Stahlbeton-Wand in der integrierten Garage

    Eine Wand in der Garage könnte die Nutzbarkeit stark einschränken.


    Außerdem steht im Titel:

    "Stahlbetonsockel"


    Ein Sockel ist aber natürlich etwas anderes als eine Wand!


    Was man tatsächlich häufig bei FH-Anbietern hat, ist dass die Bodenplatte vom Erwerber zu stellen ist. Wird dann idR von einer Baufirma nach Plänen des FH-Anbieter gefertigt. Kostet aber natürlich extra.

  • Was man tatsächlich häufig bei FH-Anbietern hat, ist dass die Bodenplatte vom Erwerber zu stellen ist. Wird dann idR von einer Baufirma nach Plänen des FH-Anbieter gefertigt. Kostet aber natürlich extra.

    Äußerlich schönt man damit den Preis um die Kosten der Bodenplatte, inhaltlich ist man das gesamte Problem der Gründung los und legt es dem Bauherrn in die Tasche. Also eine win-win-win-Situation für den "Fertighaus"-Verkäufer, der eigentlich keine fertigen Häuser verkauft, sondern unfertige ohne Fundament. "Die Räder für den Neuwagen bringt der Erwerber zur Abholung mit. Die Radmuttern und Montage sind Sache des Erwerbers."

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Hallo,

    Danke erstmal! Den Anbieter können wir natürlich nicht mehr wechseln, da der Vertag ja unterschrieben ist.

    Der Sockel soll unter die Wand des Brandschutzwand zum Nachbarn. also 50 cm hoch, 8 Meter lang. 20 cm breit (?)


    Originaltext der Baufirma

    Zum Nachbargebäude ist aufgrund der Gegebenheit das eine Wind- und Wasserdichte Verklebung der Fertighauswand mit dem Fundament nicht erfolgen kann eine Stahlbetonwand ihrerseits Notwendig.

  • Ja Bodenplatte ist unsere Sache. Nur war nie die Rede davon, dass wir für 8 Meter Wand eine 50 cm Stahlbetonmauer bzw Sockel bauen.

  • Originaltext der Baufirma

    Zum Nachbargebäude ist aufgrund der Gegebenheit das eine Wind- und Wasserdichte Verklebung der Fertighauswand mit dem Fundament nicht erfolgen kann eine Stahlbetonwand ihrerseits Notwendig.


    Anscheinend verfügt der Fertighausanbieter nicht über allzuviele Baukenntnisse, dafür aber über einen Hofpoeten...

  • Und wer hat die Statik für die Bodenplatte erstellt? Oder habt ihr womöglich noch gar keine Statik?

    Ungeplante Gewerke korrelieren meist mit ungeplanten Ausgaben, stellt euch schonmal darauf ein.

    Also als nächstes soll die Hausbaufirma den Lastabtragungsplan bereitstelen, der geht zur Bodenplattenfirma, die macht die Statik und die Vorgaben für den Pfahlgründer

  • Also als nächstes soll die Hausbaufirma den Lastabtragungsplan bereitstelen, der geht zur Bodenplattenfirma, die macht die Statik und die Vorgaben für den Pfahlgründer

    Sehr geile Kombination. Ihr habt also keine Statik, keine geplante Gründung, aber die Firmen, die es ausführen sollen, stehen schon fest. Nur der Preis noch nicht.

    Ich befürchte, diese 50cm hohe Wandscheibe, für was auch immer die gebraucht wird, wird dabei kostentechnisch euer kleinstes Problem.

  • Äußerlich schönt man damit den Preis um die Kosten der Bodenplatte, inhaltlich ist man das gesamte Problem der Gründung los und legt es dem Bauherrn in die Tasche. Also eine win-win-win-Situation für der Fertighaus-Verkäufer, der eigentlich keine fertigen Häuser verkauft, sondern unfertige ohne Fundament.

    Die erheblichen Kosten für Bodenplatte und Pfahlgründung waren schon frühzeitig bekannt und wurden auch nicht verschleiert. Auch das der Planungsaufwand für die Vorarbeiten an uns hängen bleibt war soweit bekannt, nur von dieser ominösen Mauer war nie die Rede.

    Nur was tun? Es müsste doch möglich sein eine Holzwand so abzudichten, dass sie auch in einer Garage nicht angegriffen wird!?

  • Sehr geile Kombination. Ihr habt also keine Statik, keine geplante Gründung, aber die Firmen, die es ausführen sollen, stehen schon fest. Nur der Preis noch nicht.

    Ich befürchte, diese 50cm hohe Wandscheibe, für was auch immer die gebraucht wird, wird dabei kostentechnisch euer kleinstes Problem.

    Naja, wir haben kalkulatorische Angebote der Bodenplatte und der Pfahlgründung. Klar können die sich nach Lastabtragungsplan noch ändern. Bodenplatte und Phahlgründer sind aber beides ortsansässige, solide Firmen, sodass ich davon ausgehe, dass wir mit dem geplanten 50t€-Schein auskommen

  • Steht denn die Garagenausenwand direkt an was anderem? WIe weit ragt die Bodenplatte aus dem Erdreich? steht beim Nachbarn Erdreich an (durch Geländegefälle?

    Ich schätze es wird dritteres sein. Um bei Gott, wenns um Wasser und Holz geht, dann lieber ein 50 cm Sockel der beides voneinander dauerhaft trennt.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Steht denn die Garagenausenwand direkt an was anderem?

    Vermutlich ja, warum sonst sollte der TE sonst von einer "Brandschutzwand" sprechen...


    Der Sockel soll unter die Wand des Brandschutzwand zum Nachbarn. also 50 cm hoch, 8 Meter lang. 20 cm breit (?)

    Und dann wiederum waere die Kombination aus Holzwand, gut durchfeuchtet, doch geradezu perfekt fuer den Brandschutz...

  • Vermutlich ja, warum sonst sollte der TE sonst von einer "Brandschutzwand" sprechen...


    Und dann wiederum waere die Kombination aus Holzwand, gut durchfeuchtet, doch geradezu perfekt fuer den Brandschutz...

    OK das war witzig...der Doppelhaus Nachbar bestand auf einer Brandschutzwand. Aber mal zurück zum Thema...wenn ich die Sockelwand akzeptiere bin ich Wochenlang am Anbieter suchen wer mir so etwas ausmisst, baut und der ganze Bau verzögert sich dadurch ins nächste Jahr. Das bedeutet jede Menge Ärger und 5-stellige Mehrkosten für Mauer und der verpassten Mwst Senkung.

    Irgendeine Idee wie eine Holzwand normal aufgestellt, verankert und ausreichend abgedichtet werden kann? Dann erkläre ich es dem Häuslebauer und die Bauphase könnte starten.

  • ..wenn ich die Sockelwand akzeptiere bin ich Wochenlang am Anbieter suchen wer mir so etwas ausmisst, baut und der ganze Bau verzögert sich dadurch ins nächste Jahr.

    wieso? der pfahlgründer/bodenplattengiesser müsste doch in der lage sein , einen sockel draufzubetonieren .


    die anschlussbewehrung müsste er sowieso hinbasteln ....:eek:

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • potentiell richtig zu bauen hiesse, sich vom gedanken an die alleskönnende holzwand zu verabschieden.

    die ur"planung" und das planungssoll zu prüfen, hiesse, sich vom gedanken an wohlwollende bau"partner" zu verabschieden.

    beide zusammen - no go.

  • ... der Doppelhaus Nachbar bestand auf einer Brandschutzwand. ...

    Die hier baurechtliche und bautechnisch vermutlich benötigte Qualifikation heißt grundsätzlich "Brandwand" und ist diesem Zusammenhang nur sinnvoll in Mauerwerk oder Stahlbeton auf einem ebensolchen Fundament herstellbar. Mir ist keine Konstruktion bekannt, die in Holz zugelassen ist, allenfalls in GK, aber der ist wiederum hier wegen der Feuchte nicht geeignet. Bei Dir kommt es auf die Gebäudeklasse an, vermutlich GK 2. Da wäre ersatzweise vermutlich eine REI 60 Wand zugelassen. Das geht problemlos in Mauerwerk, aber nicht in Holz.

    ... wenn ich die Sockelwand akzeptiere bin ich Wochenlang am Anbieter suchen wer mir so etwas ausmisst, baut und der ganze Bau verzögert sich dadurch ins nächste Jahr.

    Naja, ganz so schwierig ist das nun auch wieder nicht.

    Das bedeutet jede Menge Ärger und 5-stellige Mehrkosten für Mauer und der verpassten Mwst Senkung.

    Wie gesagt: Die Wand muss REI 60 sein. Das geht in Holz in D momentan (noch) nicht, zumindest nicht so ganz einfach. mls kennt sich damit vermutlich aus. Ein Fundament in Holz geht schon wegen der Bodenfeuchte nicht - außer vielleicht mit Eichenstämmen. Und ganz so teuer wird es in MW / StB auch nicht werden. Die billigste und schnellste Lösung wäre garantiert Mauerwerk, vielleicht Schalungssteine, bewehrt natürlich.

    Irgendeine Idee wie eine Holzwand normal aufgestellt, verankert und ausreichend abgedichtet werden kann? Dann erkläre ich es dem Häuslebauer und die Bauphase könnte starten.

    Bauphysikalisisch nicht möglich und in D - meines Wissens - nicht zulässig, jedenfalls nicht im bezahlbaren und schnell realisierbaren Spektrum.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Das bedeutet jede Menge Ärger und 5-stellige Mehrkosten für Mauer

    Gerade mal nachgeschaut: Unsere DHH wurden ursprünglich mit einem gemeinsamen Flachdach geplant, aber während der Bauphase wurde entschieden, dass die Dächer sauber getrennt werden und die Attika (also eine Art niedrige betonierte Wand ;-) ) auch an den Haustrennwänden ausgeführt wird.

    Berechnet wurden uns für die beiden bewehrten Attikas mit den Maßen B=17,5cm, H=35cm L=7m, für beide Häuser zusammen: 4,5 Facharbeiterstunden, ca. 50 Euro Stahl und Kleinbeträge für die Trennfuge. Waren keine 300 Euro pro DHH. Ok, ist 7 Jahre her und nicht direkt vergleichbar, aber da ja bei dir auch


    ortsansässige, solide Firmen

    am Werk sind, dürften da eigentlich kaum 4-stellige Beträge rauskommen und wenn, dann höchstens im untersten Bereich.

  • der Doppelhaus Nachbar bestand auf einer Brandschutzwand.

    Ganz so einfach ist das nun nicht.


    Grundsätzlich muss eine grenzständige Wand natürlich schon manchmal irgendwie feuerfest sein. Und zwar dann, wenn zB der Nachbar angrenzend auch etwas baut/ gebaut hat.


    Das gilt dann aber für beide, also für Euch und für den Nachbarn! Wie sieht denn des Nachbarn Wand aus?


    Brandschutz: Da ich es noch nicht so ganz verstanden habe, muss ich nochmals nachfragen: Dieser 50cm Sockel soll dem Brandschutz dienen? Wieso ist dieser dann beachtliche 50cm hoch (Achtung: Ironie!)? Feuer hat durchaus die Eigenschaft nicht nur am Boden zu glimmen, sondern auch mal in die Höhe zu schießen. Will sagen: ein 50cm Sockel kann wohl nichts mit dem Brandschutz zu tun haben. Da müsste schon die gesamte Wand aus Beton sein.


    Hier mal etwas zum Thema Brandwand (aus der BayBO):

    Art. 28
    Brandwände

    (1) Brandwände müssen als raumabschließende Bauteile zum Abschluss von Gebäuden (Gebäudeabschlusswand) oder zur Unterteilung von Gebäuden in Brandabschnitte (innere Brandwand) ausreichend lang die Brandausbreitung auf andere Gebäude oder Brandabschnitte verhindern.
    (2) Brandwände sind erforderlich
    1.als Gebäudeabschlusswand, ausgenommen von Gebäuden ohne Aufenthaltsräume und ohne Feuerstätten mit nicht mehr als 50 m3 Brutto-Rauminhalt, wenn diese Abschlusswände an oder mit einem Abstand von weniger als 2,50 m gegenüber der Grundstücksgrenze errichtet werden, es sei denn, dass ein Abstand von mindestens 5 m zu bestehenden oder nach den baurechtlichen Vorschriften zulässigen künftigen Gebäuden gesichert ist,


    Anmerkung: Ich gehe davon aus, dass Euere Garage mehr als 50m³ Rauminhalt haben dürfte.


    Und wenn Brandwand, dann...


    (5) 1Brandwände sind 0,30 m über die Bedachung zu führen oder in Höhe der Dachhaut mit einer beiderseits 0,50 m auskragenden feuerbeständigen Platte aus nichtbrennbaren Baustoffen abzuschließen; darüber dürfen brennbare Teile des Dachs nicht hinweggeführt werden. 2Bei Gebäuden der Gebäudeklassen 1 bis 3 sind Brandwände mindestens bis unter die Dachhaut zu führen. 3Verbleibende Hohlräume sind vollständig mit nichtbrennbaren Baustoffen auszufüllen.


    Die unterstrichene Passage mag für die 50cm perfekt gelingen, darüber sieht es aber eher mau aus.


    Von daher frage ich mich: Wie kommt Euer FH-Anbieter auf eben diese 50cm Sockel? Was sollte der bringen?


    Wie will er die restliche wand technisch korrekt ausführen? Wäre die Umstellung auf einen Carport evtl. eine Lösung?

  • Ich habe noch irgendwie im Hinterkopf, das Brandwaende aus nichtbrennbaren Baustoffen zu errichten sind.

    (Auch wenn diverse Hersteller von Holzbauteilen anderes verlauten lassen...)

  • Das ganze - oder besser die Begründung - ist suspekt.

    Garage IN einem Wohnhaus und nur eine Wand zum Nachbarn ein Stück hoch brandsicher ?? Was ist mit dem Rest - oder darf man in BY sowas bauen? Keine T30 Tür rauchdicht, kein Brandschutz für die Decke und die übrigen Wände? Merkwürden, merkwürden.


    Und was hat Abdichtung/Feuchte mit Brandschutz gemeinsam? (Ausser, das nasses Holz schlechter brennt)


    :glaskugel:

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen