Mängelrüge mit angemessener Fristsetzung

  • Hallo zusammen,


    der "Fall" ist hier geschildert. Dank der Hilfe hier aus dem Forum weiß ich, dass die Dachdeckerarbeiten an unserem Flachdach gravierende Fehler und Ausführungsmängel enthalten. Ein Sachverständiger ist bereits eingeschaltet.


    Nach unserem Verständnis haben wir einen Vertrag mit dem Dachdeckerbetrieb nach BGB. Der nächste Schritt, der jetzt erfolgen soll, ist eine Mängelrüge (vor Abnahme).


    Wie muss nun eine "angemessene" Fristsetzung in dieser Mängelrüge erfolgen?


    Welche weiteren Formulieren müssen wir unbedingt in die Mängelrüge aufnehmen?


    Vielen Dank!

  • Wie muss nun eine "angemessene" Fristsetzung in dieser Mängelrüge erfolgen?

    Ich persönlich halte bei Feststellung von Mängeln nach Abschluss von Arbeiten eine Frist dann für angemessen, wenn der Mangel in dieser Frist mit üblichem Personal- und Geräteeinsatz und bei üblichen Materiallieferzeiten beseitigt werden kann. Dabei gehe ich von einer Vorlauffrist von einer Kalenderwoche aus, denn der AN ist ja üblicherweise auch noch anderweitig vertraglich gebunden. Bei der Feststellung von Mängeln im laufenden Baubetrieb und bei Anwesenheit von Mitarbeitern der Firma entfällt der Vorlauf natürlich.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker


    Danke. Also es ist gerade so, dass der Dachdecker ja schon weiß, dass etwas im Argen liegt und keine weiteren Arbeiten mehr erfolgt sind. Der Architekt hatte die Probleme bei ihm wohl schon angesprochen und jetzt war noch der Sachverständige oben.


    Verstehe ich dich richtig, dass du eine Woche Vorlauf geben würdest plus die Zeit, die für die Korrektur-Arbeiten ausreichend sein sollte und das ergibt die Frist?

  • Verstehe ich dich richtig, dass du eine Woche Vorlauf geben würdest plus die Zeit, die für die Korrektur-Arbeiten ausreichend sein sollte und das ergibt die Frist?

    zuzüglich ggf. erforderlicher Materialbeschaffungszeit

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Skeptiker Ah, okay. Also Vorlauf- plus Materialbeschaffungszeit plus Zeit für Arbeit an sich. Wie bestimmt man aber nun die Zeit für die Arbeiten an sich? Insgesamt haben die Dachdecker bisher vielleicht insgesamt zwei Wochen auf dem Dach gearbeitet...

  • Wie bestimmt man aber nun die Zeit für die Arbeiten an sich?

    Erfahrungswert


    Euer Architekt (habt ihr doch, oder?) sollte Euch das mit einer Genauigkeit von + / - einem Tag sagen können. Im konkreten Fall sagt schreibt es vielleicht einer der Dachdecker(meister) aus dem Forum hier.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ja, architekten haben wir, aber der zeigte schon bei der Mängel-Entdeckung Schwächen...


    Sollte man denn für jeden festgestellten Mangel (wird sicher ne kleine Liste in unserem Fall) eine einzelne Mängelrüge stellen, oder alles zusammen in einer?

  • ... auch wenn EUER Architekt überfordert ist, es ist Teil seiner Leistungspflicht.

    Wenn er sich dazu nicht in der Lage fühlt, weil es Rechtsfragen angeht (in diesem Fall eher eine Ausrede), muss er euch dies so sagen.


    Ansonsten hat Skeptiker schon alles geschrieben.

    Da die Firma am Dach bisher rund 2 Wochen gearbeitet hat, sollte eine Woche für die Durchführung der Mangelbeseitigung reichen.

    Wenn Du also eine 3 Wochen-Frist setzt, ist die schon großzügig bemessen.


    Ansonsten beschreibe die Mängel so allgemein wie möglich und fordere eine fachgerechte Beseitigung. Als Baulaie ist es nicht Deine Aufgabe der Fachfirma ihren Job zu erklären.


    Ich füge im allgemeinen noch einen Passus ein, dass der Unternehmer sich bis zum ... erklären soll, ob er die Mängel anerkennt und beseitigen wird und falls die Frist dem Unternehmer unzureichend erscheint, einen Terminvorschlag zu machen, bis wann er die Mängel abstellen kann.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ja, architekten haben wir, aber der zeigte schon bei der Mängel-Entdeckung Schwächen...

    Mag sein. Es ist aber seine Aufgabe, die Mängel zu finden und ihre Beseitigung einzufordern. Für mich ergibt sich dies aus den Grundleistungen der LP8, die ja beauftragt zu sein scheint.

    Sollte man denn für jeden festgestellten Mangel (wird sicher ne kleine Liste in unserem Fall) eine einzelne Mängelrüge stellen,

    nein

    oder alles zusammen in einer?

    ja.


    Es gibt dafür - je nach Größe des Bauvorhabens und der Arbeitsqualität der AN mitunter Listen mit vielen Dutzend, hunderten oder gar tausenden Mangelpunkten. Sie sollten nur sicher wieder auffindbar sein. Es gibt sogar spezielle Software zur Verwaltung der Mangelabarbeitung in Projekten wie Planradar.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich füge im allgemeinen noch einen Passus ein, dass der Unternehmer sich bis zum ... erklären soll, ob er die Mängel anerkennt und beseitigen wird und falls die Frist dem Unternehmer unzureichend erscheint, einen Terminvorschlag zu machen, bis wann er die Mängel abstellen kann.


    Danke für deinen Input. Kannst du diesen Passus, den du noch einfügst ggf. mir zur Verfügung stellen? Klingt vernünftig. Nimmst du für diesen Passus bis wann sich der Unternehmer erklären soll als Datum auch die Frist zur Mängelbeseitigung, oder z. B. "nur" eine Woche?

  • Skeptiker


    Noch eine Nachfrage zu einzelnen Mängelrügen je Mangel oder eine mit Liste aller Mängel:


    Müssen wir in der Formulierung irgendwas beachten? Was ist, wenn zB einige Mängel bestritten werden oder keine Mängel sind von der Liste, ist dann die gesamte Mängelrüge in Frage gestellt?


    Danke!

  • Müssen wir in der Formulierung irgendwas beachten?

    Auflistung aller einzelner Mängel, fortlaufende Nummerierung mit nachvollziehbarer und eindeutiger Ortsangabe der einzelnen Mängel. Nur die Mängel selbst sind zu benennen, weder die vermuteten Ursachen, noch die gewünschten Wege zu ihrer Beseitigung.

    Was ist, wenn zB einige Mängel bestritten werden ...

    Dann werden diese eben bestritten.

    ... oder keine Mängel sind von der Liste, ...

    Das entscheidet im Zweifel in ferner Zukunft ein Gericht.

    ist dann die gesamte Mängelrüge in Frage gestellt?

    Nein.


    Deshalb die Empfehlung, sie fortlaufend zu nummerieren, damit man sie auseinander halten kann.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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