Hybride Bauweise Holz/Beton in Fertigbauweise realisieren

  • Hallo zusammen,

    wir befinden uns in der Vorplanung und da wir an ei bestehendes Haus anbauen und wir relativ offene Räume mit großer Spannweite bevorzugen, hat unsere Architektin vorgeschlagen eine Brandschutzwand aus Sichtbeton und Betondecken in Kombination mit Glas/Holzwänden zu realisieren.

    Ursprünglich wollten wir ein Holzhaus in Fertigbauweise v.a. wegen der Gewährleistung, des schnellen Aufbaus und des Raumklimas.


    Die Idee der Hybriden Bauweise gefällt mir gut, frage mich aber ob sich das mit den oben genannten Vorteilen der Fertigbauweise realisieren lässt.

    Habt ihr da Erfahrungen/ Meinungen?


    Viele Grüße,

    Alex


    Haus wird 12x11m Grundfläche mit Keller und OG+DG im Münchner Raum

  • Ursprünglich wollten wir ein Holzhaus in Fertigbauweise v.a. wegen der Gewährleistung, des schnellen Aufbaus und des Raumklimas.

    du bist am falschen Damper.. Gewährleistung hat nichts mit der Bauweise zu tun. Eine ähnlich allumfassende Gewährleistung bekommst du immer, wenn du mit Generalübernehmer baust.


    Und welchen Vorteil hat Holz beim Raumklima? Es wird schnell heiß, schnell kalt und das Formaldehyd kommt auch noch dazu? Ich sehe da nur Nachteile im Bezug aufs Raumklima.

  • @SirSyrdom

    Das ist Geschmackssache denke ich, ich finde die Raumluft für mich sehr angenehm im Vergleich zu Massivwänden und schätze ökologische Materialien(Holzfaserdämmung).


    Ich meine auch tatsächlich den GÜ, wie. Z.B. ein Fertighausanbieter mit dem wir in der Informationsphase gestartet sind, aber für den das Vorhaben warsch. Zu komplex werden könnte.


    Ich frage mich eben wie das mit einem GÜ realisiert werden kann, da die gertigbauteile (Holz,Beton) ja aus verschiedenen Produktionen kommen.

  • Betondecke mit 11x12m? als Fertigteil? das wird spannend bis unmöglich. Vielleicht als Filigrandecke mit Ortbeton. Und wenn man keine Fugen mag in der Brandschutzwand auch hier nur als Element mit Ortbetonfüllung.

    Das läuft dann aber eher darauf hinaus das es ein Betonskelet gibt mit Holzwänden zwischenrein. (Anders kann ich mir das gerade nicht vorstellen, ohne jegliche Grundrisse oder Zeichnungen.

    :bier: Es gibt jetzt eine App, die blinkt, wenn man ohne Mundschutz trinkt, es sei denn, es ist Frankenwein, denn der frisst ein Loch hinein.

  • Es gäbe auch die Möglichkeit das OG als Tragstruktur für das EG zu bauen. So was wie eine bewohnte Holzbrücke. Schau dich mal in Österreich um, in Tirol und Vorarlberg! Dort gibt es jede Menge sehr interessante Konstruktionen. Wie weit man das in Deutschland realisieren kann ist eine andere Frage.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Also Bezüglich Raumluft ist es sicherlich jedem seine Entscheidung was er für Material wählt.


    Da aber die wenigsten wohl nacktes, unbehandeltes Holz als Wandmaterial haben, bin ich durchaus der Meinung von SirSydom.

    Wobei jede Region seine bevorzugten Baumaterialien hat...


    Wenns rein nach ökologischen Aspekten geht, dürfte man kein Einfamilienhaus bauen..., ich bin aber ebenfalls für rote Ziegel und Kalkputz mit Silikatfarbe.

    Das Dämmmaterial der Wand wird man in der Regel bei keiner Wand in der Nase haben...

  • Zum Holz: Nachbarn haben Blockbohlenbau. Sommers wie winters empfinde ich das sehr angenehm. Also ich kann das nachvollziehen.


    Kannst Du mal den Grundriss einstellen? Es klingt für mich einfach etwas schwierig und die Frage ist, ob man nicht irgendwie anders eine Lösung finden könnte.

    Nothing is forever, except death, taxes and bad design


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  • erstmal danke für die Antworten und Sichtweisen auf das Thema. Einen Grundriss gibt es zu diesem Zeitpunkt noch nicht, sobald dieser erstellt, liefere ich ihn hier nach :)


    (Teilung ist: EG×1/2OG & 1/2OG+DG bei 11x12m Grundfläche)


    Also Raunklima scheint tatsächlich jeder anders zu empfinden, ich hatte in Musterparks die Gelegenheit abwechselnd in einem Massiv/Ziegelhaus, Betonhaus und Holzhaus in Holzrahmen Bauweise zu sein und habe letzteres als am angenehmsten empfunden.


    Die Komplexität des Bauvorhabens liegt hier eindeutig in den ineinander verschachtelten Wohnflächen der 2 Wohnungen über die Eragen verteilt und damit einhergehend die Anforderungen an Schallschutz und Deckenkonstruktion mit 6m Spannweiten.

  • die "hybride bauweise" bei der nachfolgenden beschreibung irritiert mich.

    früher war hybrid die zusammensetzung zweier werkstoffe zu einem bauteil, praktisch wurde damit dann zB stahlverbund- oder holzbetonverbundbauweise tituliert. wie das klassisch in der architekturtheorie ist? Skeptiker ?

    inzwischen scheinen wohl sogar mischkonstrukte aus betontragwerk mit holz-glas-fassade hybridisiert zu sein. naja, wenns der verklausulierung oder dem termdropping dient, isses gut :D


    nach meiner interpretation der zielvorstellung ist das alles relativ normal, und wenn´s hybrid sein muss, dann ist eine halbfertigteilelementdecke hybrid (und da wird sogar -teilweise- vorgeFERTIGt), fassaden/wände aus holz-glas oder alu-glas sind eh hybrid und holzwände in einem massivbau würde ich zwar nicht als hybrid bezeichnen, aber wenn´s dem frieden dient: is hybrid und is n alter hut.


    ich frag mich nur: wo ist das problem? ach so, fertigbau. ist (eigentlich) kein problem. jedenfalls kein fertigbauspezifisches. vielleicht ist aber eher das ziel, einen general-/totalübernehmer zu finden? wer weiss .. ;)

  • Ich habe es so verstanden, dass er auch das Betongedöns als Fertigteile haben will. Also komplett Fertigteile und dazu mit extrem großen Spannweiten.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • ich frag mich nur: wo ist das problem? ach so, fertigbau. ist (eigentlich) kein problem. jedenfalls kein fertigbauspezifisches. vielleicht ist aber eher das ziel, einen general-/totalübernehmer zu finden? wer weiss ..

    Da haette ich doch glatt eine Idee fuer den TE "Ais", mal beim Kollegen aus den Nachbarthread


    Stahlbetonsockel als Eigenleistung beim Fertighaus gefordert


    anfragen..der scheint schon einen Schritt weiter beim Thema "Komplexe Konstrukte kompliziert konzipiert" zu sein.

  • Hallo zusammen,

    [...] und da wir an ein bestehendes Haus anbauen und wir relativ offene Räume mit großer Spannweite bevorzugen, [...]

    Relativ offen heißt, es sind Unterzüge und Überzüge aus Beton möglich und

    - Betonstützen werden mit einem schönen Regal umbaut

    - unter dem Unterzug hängt eine ausziehbare Leinwand für den Beamer

    - ein raumhohes Regal reicht bis 30cm unter UK Decke und geht optisch fast nahtlos in einen Unterzug über

    - eine Trennwand im OG kann als Überzug genutzt werden, darunter muss sich keine Wand befinden, nur Stützpunkte für den Überzug

    - Betonstützen in den Ecken, Binder und Riegel aus Beton oder Holz, der Rest ist Dämmung und Holzverkleidung und Verglaste Wandöffnungen


    Das erfordert eine sehr detaillierte Planung und Berechnung, kann dann aber schnell zusammengesteckt und verkleidet werden.


    Bedenke: sollten Regale oder Hängeschränke (z.B. Küche) an die leichten Wände oder Raumabtrennungen angehängt werden wollen, sollte das in der Wandkonstruktion berücksichtigt werden.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Da haette ich doch glatt eine Idee

    :lach:  :D


    Off-Topic:

    das wollte ich so direkt nicht sagen - immerhin habe ich auch mal einen richtig qualitätsbewussten allesmacher kennenlernen dürfen - und was mittlerweile quer durch alle beete ins kraut schiesst, spottet jeder beschreibung

  • früher war hybrid die zusammensetzung zweier werkstoffe zu einem bauteil, praktisch wurde damit dann zB stahlverbund- oder holzbetonverbundbauweise tituliert. wie das klassisch in der architekturtheorie ist? Skeptiker ?

    zuviel der Ehre, mls , bin auch eher Praktiker! Aber im akademischen Diskurs bezeichnet "Hybrid" in der Architektur seit ca. 30Jahren Mischnutzungen größerer oder großer Gebäude, oft auf den ersten Blick unvereinbar konträr erscheinender Teilnutzungen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Off-Topic:

    also früher - damals - im 22. Jahrhuntert, zu Zeiten von Spock&Co, waren "Hybride" was ganz anderes gewesen sein werden. \\///

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Hallo Olger,


    danke für die super Tipps! Verstehe ich das richtig?:

    1. Gewerk Beton gießt Betondecke samt Stützen - also eine Art Hausgerippe aus Beton

    2. Gewerk (GÜ) füllt Außenwände mit Holz/ Glas und Innenwände samt Installationen und Technik und macht Außerdem das Dach

    3. Gewerk Innenausbau macht feinschliff wie Schreinerarbeiten und Bodenverlegen (Streichen traue ich mir selbst zu :))


    Wäre das anwendbar? Andere Vorgehensweise sinnvoller? VG Alex

  • Andere Vorgehensweise sinnvoller?

    Ja: Zu einem Architekt gehen, LPh 1-8 buchen.


    Zu einem GÜ würde ich dann gehen, wenn der in seinem Standard-Portfolio bzgl. Bauweise etc. sowieso das hat, was ich ungefähr haben will.

    Soll es individueller sein und wie bei euch sogar ein Anbau an eine Bestandsgebäude, dann gehe ich zu jemandem, der dafür ausgebildet wurde.

  • Hallo Olger,


    danke für die super Tipps!

    Nichts gegen OLger MD , aber so unglaublich innovativ ist das Konzept nicht. Es ist in D gute einhundert Jahre alt und nennt sich "Stahlbetonskelett" mit einer "Vorhangfassade" - die hier allerdings aus Holz, statt wie die ersten Beispiele aus Glas besteht. Und da hinein wird der Ausbau aus nichttragenden Bauteilen gestellt. Mit "Hybrid" hat das nicht so arg viel zu tun. Als eine hybrides Bauteil würde ich eher eine Decke als Holz-Beton-Verbundkonstruktion oder vorgespannte Stahlverbundstützen bezeichnen.

    1. Gewerk Beton ... Hausgerippe aus Beton

    2. Gewerk (GÜ) füllt Außenwände mit Holz/ Glas und Innenwände samt Installationen und Technik und macht Außerdem das Dach

    3. Gewerk Innenausbau macht feinschliff wie Schreinerarbeiten und Bodenverlegen (Streichen traue ich mir selbst zu :))

    Die Arbeit mit einem GÜ für Fassade, Dach und die Ausbaugewerke (Trockenbau, Heizung, Sanitär, Elektro, Estrich) stelle ich mir sehr lustig vor - wenn er weder den Rohbau erstellt hat, noch die Türen einbaut und auch kein Parkett verlegt.

    Entweder Vergabe von Einzelgewerken oder den GU. Aber welchen Vorteil soll letzteres haben? Der GU schlägt auf die Gewerke ca. 15 Prozent auf. Soviel kostet die unabhängige Planung und Bauleitung.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • danke für die super Tipps!

    Es war nur so ein Gedankengang, wie man übliche industrielle Fertigbauweise im Kleinformat realisieren könnte.

    Im Gewerbe- und Industriebau ist das schon lange Standard. Nur eben mit anderen Baustoffen, selten mit Holz.


    Musst nur jemanden Finden, der es plant und realisiert - innerhalb des Budgets.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Warum nicht das ganze Haus aus Holz bauen, wenn man Holz so gut findet?

    weil das beschäftigung mit dem thema, abbau von fremd- und vorurteilen vor allem aber verbrauch von zeit bedeutet?

    wenn man sich *intensiv* damit beschäftigen möchte, kann man auch eine anforderungsmatrix aufstellen (lassen) - dann sieht man, ob holz oder ein mix mit/ohne holz das richtige ist.

  • Vor allem der richtige Mix von Holz und Beton. Ne Vorhangfassade aus Holz macht aus einem Haus noch kein Holzhaus. Wie weit sich das Holzhausfeeling da noch einstellt ist fraglich.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Warum nicht das ganze Haus aus Holz bauen, wenn man Holz so gut findet?

    Da die Wohnungen ineinander verschachtelt sein werden, habe ich Bedenken bezüglich dem Trittschall bzw. Generell Hellhörigkeit des Hauses (die Geräusche aus dem Schlafzimmer sollten besser nicht im Schlafzimmer der anderen Wohnung drängen, die direkt obendeüber geplant ist 😏) Holzbalken-Decken übertragen den wohl mehr bzw. haben hier schlechtere Eigenschaften als massive Decken.


    Bezüglich Holzhausfeeling ist es natürlich richtig, dass das in eine andere Richtung gehen würde, ich frage mich allerdings ob es spürbar das Feeling ändern würde, wenn Decken eben nicht aus Holz wären - Das große Feeling dürften ja die Wände beitragen, oder täusche ich mich da womöglich? VG Alex

  • In Bayern werden Mehrfamilienhäuser aus Holz gebaut und auch diese müssen den geltenden Regeln entsprechen. Es ist also machbar. Der Ball liegt also bei dir, was Du willst. Wenn Du in einem Holzhaus leben willst, musst Du das Holzhaus auch spüren, also Thema Materialehrlichkeit. Sonst kannst Du es auch wie unsere Altvorderen machen und den einen oder anderen Raum mit Holz vertäfeln lassen, kannst die Decken mit Fake-Holzbalken "aufhübschen", dazu noch Parkettböden und gut ist. Gibt auch ein Holzfeeling. Wird so auch in vielen bayrischen Häusern zwangsgejodelt.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...