Regenrückhaltebecken zum Teich umfunktionieren und den Garten bewässernn

  • Servus allerseits,


    im Sommer habe ich eine relativ große Garten und Rasenfläche zu bewässern und habe aus diesem Grund bereits über eine Brunnenbohrung oder alternativ Zisterne nachgedacht.


    Die Zisterne fiel aufgrund des Aufwands und Kosten schnell flach, die Brunnenbohrung ist wiederrum mit zuviel Auflagen verbunden.


    Auf dem Grundstück befindet sich jedoch ein 250m2 großes Regenrückhaltebecken mit einem Notüberlauf, dieser ist nur 40cm oberhalb des Zulaufs.


    Als Sickergrube ist der Lehmboden nicht optimal, da die Versickerung eher schlecht ist, jedoch liegt das Becken satte 2m unterhalb des tiefsten Gulli, davor ist noch ein Sammelschacht mit den ganzen Zuläufen und schlussendlich dem Abgang zum Teich.


    Der Plan sieht jetzt vor, den Notüberlauf über KG Rohre etwa 1,2m hoch zu setzen, so dass man einen maximalen Füllstand von 1,4m erreicht.

    Auf diese Weise verdreifache ich das Puffervolumen und das Becken trocknet auch bei Trockenheit nicht aus.


    Jetzt überlege ich wie man das Wasser zur Bewässerung am besten nutzen könnte, ohne zuviel Schlamm mit abzusaugen.


    Meine Idee, aus Tiefborde ein Betonfundament mitten im Teich erstellen, darauf ein KG400 Rohr auflegen und teilweise mit Beton festbetonieren.


    Das Rohr wird per Flex geschlitzt und drumherum kommen Filtermatten als Grobfilter, im Rohr die Pumpe samt Druckschalter.


    Was hält ihr von der Idee und vorallem ist es ratsam aus Dach- und Parkplatzflächen das Wasser für den Garten zu nutzen?

  • Ist das Regenrückhaltebecken Teil einer öffentlichen Regenwasserentsorgungskonzeption oder einer behördlichen Beauflagung oder reines Privatvergnügen?

    Durch den planmäßigen Aufstau verringerst Du die Rückhaltekapazität. Darfst Du das?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Das Rohr wird per Flex geschlitzt und drumherum kommen Filtermatten als Grobfilter, im Rohr die Pumpe samt Druckschalter.

    nicht gut.


    sickerringe , gelocht oder haufporig (fals das ganze nicht mit öffentlichem/wasserrecht kolidiert)

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • Ist das Regenrückhaltebecken Teil einer öffentlichen Regenwasserentsorgungskonzeption oder einer behördlichen Beauflagung oder reines Privatvergnügen?

    Durch den planmäßigen Aufstau verringerst Du die Rückhaltekapazität. Darfst Du das?

    Das Becken steht auf Privatgrund, dient aber dem Nachweis der Dach- und Hofflächenentwässerung.


    Die Aufstaukapazität verringert sich nicht, da das Becken über einen Notablauf verfügt und ich dessen Ablauf hochsetze, d.h. ich erhöhe sogar die Aufnahmekapazität.


    Bei Starkregen hat man ein deutlich höheres Puffervolumen.

  • gibt es ab DN1000 , hat man vernünftig platz für pumpentechnik und wartung.deckel gibt es auch gescheit passend .......

    Danke, dass hört sich sehr gut an, hatte jetzt nur die Sickerringe mit Löchern gefunden, kannst du mir evtl. auch gerne per PM den offenporigen 1000er Sickerring nennen?


    Bzgl. der Pumpe:


    Möchte gerne knapp 2m Hohe überwinden und zusätzlich 100m Strecke.


    Hast du eine Empfehlung für eine zuverlässige Pumpe mit Druckabschaltung?


    Der Luxus wäre, wenn ich die Strecke mit PE Rohr im Garten überbrücke und einfach an den Adapter meinen Gartenschlauch anschließe und die Pumpe startet von selbst. :thumbsup:

  • Das Becken steht auf Privatgrund, dient aber dem Nachweis der Dach- und Hofflächenentwässerung.


    Die Aufstaukapazität verringert sich nicht, da das Becken über einen Notablauf verfügt und ich dessen Ablauf hochsetze, d.h. ich erhöhe sogar die Aufnahmekapazität.


    Bei Starkregen hat man ein deutlich höheres Puffervolumen.

    Das stimmt nur, wenn das Becken nach jedem Regen geleert wird. Was hinsichtlich Gartenbewässerung aber ja gerade nicht das Ziel ist. Da wäre das Ziel ja, dass das Becken meist gefüllt ist.

    Ein Hochwasserrückhaltebecken soll vor dem Regen aber leer sein, weshalb der Ablauf auch so weit unten ist. Wahrscheinlich ist der Abfluss auch kleiner als der Zufluss, wodurch sich das Becken während des Regens füllen kann, danach aber wieder leer fließt.

  • danach aber wieder leer fließt.

    ich denke , dass sich keiner beschweren wird , wenn ein rückhaltebecken mehr wasser aufnimmt und es dann wo möglich noch nicht mal abgibt .

    offenporigen 1000er Sickerring

    sollte dir ein baustoffhändler beschaffen können (wenn ich sowas brauche , macht er es für mich, daher habe ich jetzt keine adressen ... )

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • ich denke , dass sich keiner beschweren wird , wenn ein rückhaltebecken mehr wasser aufnimmt und es dann wo möglich noch nicht mal abgibt .

    Solange das planmäßige Rückhaltevolumen zurückgehalten werden kann, mit Sicherheit niemand, das stimmt. Dann müsste das Becken aber deutlich größer sein als erforderlich. Wenn das Becken aber bereits voll ist, da es ja nun für Dauerstau genutzt wird, kann es kein Regen mehr zurückhalten. Es wird ja einen Geund geben, warum auf dem Grundstück ein Regenrückhaltebecken vorgesehen wurde. Ein RRB ist planmäßig leer und nicht auf Dauerstau ausgelegt.

  • Ein RRB ist planmäßig leer und nicht auf Dauerstau ausgelegt.

    das ist so richtig . wenn aber , wie oben beschrieben das gesamtvolumen durch das erhöhen des überlaufs deutlich vergrössert wird und das rückhaltevolumen praktisch nur weiter nach oben verlegt wird , sehe ich jetzt keine grossen nachteile .

    habe schon rückhaltebecken mit betonmulde gesehen , die letztendlich ein kleiner teich mit ganz viel sickerfähigem uferbereich und dann erst ein überlauf waren ....

    die vernunft könnte einem schon leid tun....

    sie verliert eigentlich immer

  • das ist so richtig . wenn aber , wie oben beschrieben das gesamtvolumen durch das erhöhen des überlaufs deutlich vergrössert wird und das rückhaltevolumen praktisch nur weiter nach oben verlegt wird , sehe ich jetzt keine grossen nachteile .

    habe schon rückhaltebecken mit betonmulde gesehen , die letztendlich ein kleiner teich mit ganz viel sickerfähigem uferbereich und dann erst ein überlauf waren ....

    Ist ja auch alles richtig, ich würde bezweifeln, dass das Gesamtvolumen durch das Hochsetzen des Überlaufs vergrößert wird. IMHO wird es verkleinert, da immer ein Teil des Volumes mit Wasser gefüllt ist, wogegen zur Zeit des Becken meist mehr oder weniger leer ist. So wie ich es sehe, läuft es bei Regen nur deshalb voll, weil weniger Wasser ablaufen kann, als reinläuft, da, wie gesagt, der Abflussquerschnitt wahrscheinlich kleiner ist als der Zulaufquerschnitt. Dann ist es relativ egal, dass der Überlauf "nur" bei 40 cm ist. Das Becken kann trotzdem volllaufen.

    Ich will ja auch nicht sagen, dass es nicht funktioniert. Man muss es halt nur bedenkenlos und ggfs. nachfragen, ob der Plan so ausgeführt werden darf.

  • Richtig.

    Der Überlauf fungiert als Ablaufdrossel, um das Kanalnetz nicht zu überlasten. Sonst brauchte es kein RRB.

    Das Rückhaltevermögen wird definitiv durch die planmäßige Teilfüllung reduziert.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ist ja auch alles richtig, ich würde bezweifeln, dass das Gesamtvolumen durch das Hochsetzen des Überlaufs vergrößert wird. IMHO wird es verkleinert, da immer ein Teil des Volumes mit Wasser gefüllt ist, wogegen zur Zeit des Becken meist mehr oder weniger leer ist. So wie ich es sehe, läuft es bei Regen nur deshalb voll, weil weniger Wasser ablaufen kann, als reinläuft, da, wie gesagt, der Abflussquerschnitt wahrscheinlich kleiner ist als der Zulaufquerschnitt. Dann ist es relativ egal, dass der Überlauf "nur" bei 40 cm ist. Das Becken kann trotzdem volllaufen.

    Ich will ja auch nicht sagen, dass es nicht funktioniert. Man muss es halt nur bedenkenlos und ggfs. nachfragen, ob der Plan so ausgeführt werden darf.

    Noch zur Ergänzung:

    Das ist gedanklich vergleichbar mit einem Waschbecken, bei dem der Abfluss leicht verstopft ist. Das Wasser kann immer noch abfließen, aber langsamer als es aus dem Wasserhahn einfließt. Wenn der Hahn geschlossen wird, leert sich das Becken wieder. Der TE hat nun vor, das Becken immer 3/4 voll zu lassen. Beim nächsten Regen steht also nur noch 1/4 des Volumens als Puffer zur Verfügung.

    Kann sein, dass das zur Entwässerung von Hif und Dach reicht. Muss aber nicht.

  • Das Becken läuft aktuell maximal nur 40 cm hoch, da Zu- und Ablauf sehr dicht beieinanderliegen, d.h. aktuell handelt es sich um eine Sickergrube, diese liegt mehr als 2m unter dem tiefsten Einlaufpunkt. (Gulli)

    Das ganze Regenwasser von den Dach- und Hofflächen wird in einem Sickerschacht gesammelt und anschließend weitergeleitet bis zum Becken, wo es dann knapp 40cm aufstaut und dann wieder über den Notüberlauf auf eine Wiese abläuft.
    Ich habe mir heute mal die Mühe gemacht und die Höhen per Laser vermessen und mein "Periskop" verbaut.


    Unterkante Notablauf liegt jetzt knapp 25cm unterhalb des tiefsten Hofeinlaufs (ab Unterkante KG Rohr im Erdreich), so habe ich bei einer "Sintflut" immernoch Reserven.


    Der Ablauf samt Gefälle ist als KG200 Rohr auch sehr groß dimensioniert, da gehen im Notfall schon enorme Wassermengen durch. :)
    Anliegend mal zwei Fotos zur Veranschaulichung.


    Die nächsten Tage schmeisse ich erstmal meine Schmutzwasserpumpe in den Teich und kann fleissig bewässern.

    Ich warte jetzt erstmal die nächsten Regenfälle ab und beobachte das System, wenn alles wie gewünscht funktioniert und mir hoffentlich nicht der Hof "absäuft",

    nehme ich das Periskop wieder ab und lasse alles trocken laufen, so kann ich mich an die Schachtringe (danke an wasweissich für den Tipp) machen und die Pumpe samt Druckleitung installieren.

  • Streng genommen stellt das vermutlich eine Änderung an einer (so wie sie aktuell ist) genehmigten Entwässerungsanlage dar.

    Müsste man dann also Nachgenehmigen. Oder zumindest mal Fragen.

    Solange jedoch das Delta 250 m³ von dem im ersten Post gesprochen wird immer entleert sollte das eigentlich möglich sein.

    Exempel= RRB mit 250m² welches sich immer entleeren sollte wird auf 400 m³ vergrößert. Somit steht dem nutzer ein Nutzvolumen von 150 m³ zur Verfügung.

    Es muss aber gewährleistet sein, dass die 250 m³ immer nach einem Regen entleeren können damit der nächste Regen aufgefangen werden kann die nicht entleerenden 150 m³ können dann genutzt werden. Die Idee ist grundsätzlich ganz gut.


    Es gibt in der Praxis auch RRB mit Dauerstau.

    Davon geht man aber immer weiter weg bzw. Im neusten kommenden Regelwerk werden sie verschwunden sein, da die Becken dazu neigen ein eigenes Leben zu entwickeln (können im Sommer umkippen mit Gestank, Algen und allem was dazu gehört). Ist praktisch ein eigenes Biotop dann.

    Außerdem sollte man beachten, dass aufgrund der Absetzwirklung im Becken (Sedimente usw.) sich über die Jahre das Volumen reduziert.


    Alternativ mal im Internet nach einer Schwimmenden Entnahme für Regenwasser kucken. Da hängt der Entnahmesieb ca. 15 cm unter der Wasseroberfläche.

    Fahre seit Jahren damit sehr gut in meiner Zysterne (ehemalige Klärgrube). Die Entnahmestelle hängt dann nicht im Schlammigen Grund und auch nicht bei den Blättern und Gestrüpp an der Oberfläche und allemal günstiger als ein Schachtring.


    Der Ablauf samt Gefälle ist als KG200 Rohr auch sehr groß dimensioniert, da gehen im Notfall schon enorme Wassermengen durch.

    P.S.: KG 200 ist in der Regenwasserentwässerung auch nicht mehr als ein Strohhalm und das Erste was verstopft ist.

    Bitte Plan B überlegen wohin das Wasser alternativ kann wenn das Rohr zu ist.

  • Danke Seaway für den Tipp mit der schwimmenden Entnahme.


    Die letzten zwei Wochen hat es stark geregnet, aber der Teich ist noch immer nicht bis zum Begrenzer voll, fehlen noch gute 50cm. 🥴


    Eine passende Pumpe habe ich organisiert, der 3/4 Schlauch steht auch schon bereit.


    Berichte, wenn endlich mal die Begrenzung überschritten ist. 🙂👍

  • Kurze Info, trotz Lehmboden versickert deutlich mehr als angenommen.


    Zusätzlich grenzt das Becken an einen Wald, der Wall ist zwar über 2m dick, jedoch gleicht sich der Pegel im Becken relativ schnell an das Niveau des Waldes an, so dass ein großer Teil des Wassers dort versickert. :thumpsdown:


    Vom Aspekt der Versickerung eine super Idee, da ich jetzt sehr viel mehr Reserve habe.


    Abee man wird höchstens eine 3-wöchige Trockenzeit mit dem Teich gießen können.


    Vorher wusste ich nicht wohin mit dem Wasser, jetzt kann es nicht mehr stark genug regnen. X/


    Eine zweite Alternative wäre nun das Becken stärker auszuheben, damit würde man sich noch mehr Reserve schaffen.


    Habe persönlich aktuell aber wenig Lust mit Spaten und Schubkarre die Erde auf ne Baggerschaufel zu verfrachten.


    Komme jetzt nicht mehr mit Bagger in den Teich, da die Grünanlagen fertig sind. :(

  • Kurzer Zwischenbericht:


    Die 40 Euro Material und 1 Stunde Arbeit haben sich voll ausgezahlt, durch die Verdoppelung des Speichervolumens kann das Becken jetzt problemlos extreme Starkregenniederschläge aufnehmen.


    Zusätzlich kann ich trotz Trockenheit mit der schwimmenden Ansaugung der Pumpe problemlos den Garten bewässern.


    Bin auf den regnerischen Herbst gespannt, aber durch den Damm hinweg entwässert das Becken schön gleichmäßig in den anliegenden Wald, statt wie zuvor über den 85cm tiefer liegenden Notabfall alles zu überschwemmen.

  • Dann bin ich ja mal auf die Berichte im Herbst gespannt. Aber obacht. Mit so großen Wassermengen sollte man vorsicht walten lassen und auch die Standsicherheit des Damms beachten.