Bewehrung unter der Betonbedeckung sichtbar

  • Offenbar ist die Betonbedeckung unterschritten, da sich Bewehrungsmatten durch die feuchte Oberfläche abzeichnen:



    Es müssen die Matten sein, da die Quadrate eine Kantenlänge von 15cm haben.


    Ich wäre sehr dankbar für Tipps, was zur Schadensbehebung nachhaltig funktioniert, bzw. für Warnungen vor untauglichen Billiglösungen, die der Architekt zur Beschwichtigung vorschlagen könnte.


    Vielen Dank für jede Hilfe.

  • Wie wärs damit die obere Lage freizulegen an an einer kleineren Stelle? Sofern der Abstand passt, kann ma die Stelle immer noch fachgerecht schließen mit passenden Betoninstandsetzungsmaterial.

  • Wie wärs damit die obere Lage freizulegen an an einer kleineren Stelle? Sofern der Abstand passt, kann ma die Stelle immer noch fachgerecht schließen mit passenden Betoninstandsetzungsmaterial.

    Das kann man machen, aber die einschlägigen unabhängigen Prüfinstitute bieten das zu überschaubaren Kosten schon lange zerstörungsfrei an. Man sollte den Aufwand für eine fachgerechte Betoninstandsetzung nicht unterschätzen, das ist nämlich mehr als einen Eimer Beton in das Loch kippen. Abgesehen davon variiert die Betonüberdeckung in der Fläche oft signifikant, so dass es mit einer Stichprobe allein bei weiten nicht getan ist!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Um was für ein Bauteil handelt es sich?

    Was sagen Unternehmer, Architekt/Bauleiter und Tragwerksplaner (Statiker)?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Architekt der Bauleitungsauftrag hat, meint: "Ganz normal: Beton trocknet entlang der Metallmatten-Streben halt schneller. Man kann ja mal aufmachen, wenn man kritisch ist."


    Der Statiker, der die Decke rechnete, fühlte sich für die Abnahme nicht beauftragt, hat es gemacht, weil Baustelle nahe seines Zuhauses ist. Er hat zunächst eine tiefe Eisenmatten beanstandet, dann aber die überhöhte "Korrektur" nicht mehr abgenommen.


    Baufirma und Architekt wussten vor Betonage um Überhöhung der Eisenmatten und wollten das Problem mit "2-3cm" dickere Betonage lösen. Auf der Baustelle reichte aber der Beton nicht und im Ergebnis hatte die Decke eine Dicke nach Plan (aber eben mit überhöhten Eisenmatten).


    Mittlerweile sind auf dem Beton Wannen im Eisenmattenraster und entlang des Metaldrahts Risse sichtbar:



    Ein Bekannter (Bauingenieur) meint beschwichtigend, "Schön ist's nicht, aber Einstürzen wird's auch nicht".


    Es kommt noch eine Bitumenschicht und Alwitrafolie drüber.


    Wie seht ihr das? Sind kritische Langzeitschäden zu erwarten? Was wären realistische Schadensbehebungsmaßnahmen

  • Zum zerstörungsfreien Messen der Betondeckung gibt es Bewehrungssuchgeräte, die auch die Betondeckung messen können (nicht nur finden). Die mit den Rollen kann man über die Betonfläche rollen und bekommt in der Auswertung für jeden "überrollten" Stab die Betondeckung.


    Beispiel einer Betondeckungsmessung



    Dem Foto nach schätze ich mal ganz grob so ca. 0.5 bis 1cm. Ich befürchte fast, dass an einigen Stellen schon ein Kraten mit einem Nagel reichen könnte.


    Für den Statiker ist das OK. Passen Betonsorte, Betonqualität und die untere Lage zum Plan und zur Berechnung ist alles OK.

    Die Wirschaftlichkeit, die Dauerhaftigkeit und die Gebrauchstauglichkeit liegen i.d.R. nicht im Prüfumfang des Statikers.


    Schadenbehebung ist schwierig, weil eine Wiederherstellung der erforderlichen Betondeckung i.d.R. mit einem Auftrag von zusätzlichem Material verbunden ist. Das erhöht das Eigengewicht und mindert die Raumhöhe.

    Wenn die Raumhöhe (Mindestraumhöhe nach LBO) auf 1cm ausgeknautscht wäre, wird es kompliziert, dann werden u.U. die darüberliegenden Geschosse höher und damit rechnerisch auch die First- und die Traufhöhe. Dann kommt die Baugenehmigung bzw. der Bebauungsplan ins Spiel.


    Ob man den zusätzlichen Materialauftrag im Fußbodenaufbau wieder einsparen kann, muss geprüft werden, ist aber vermutlich eher selten möglich.


    Statisch kann es zu Problemen kommen, wenn die Decke als Mehrfeldplatte gerechnet ist weil dann die obere Bewehrung über den Zwischenwänden in der Zugzone liegt.

    Gruß
    Holger
    --
    Früher, da war vieles gut. Heute ist alles besser.
    Manchmal wäre ich froh, es wäre wieder gut.
    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Wir haben die Stelle nun aufgeklopft: 4cm.


    Also falscher Alarm. Sorry dafür, aber einige konnten offenbar damit auch neues in Sachen Bildbegutachtung lernen. Das ist nicht(!) sarkastisch gemeint.


    Danke für die vielen Hinweise.

  • 4cm ???

    Und dann sieht man auf der Oberfläche die exakte Mattenlage?

    Das ist ungewöhnlich.


    Dipps Warst Du bei der Betonage dabei?


    ich vermute hier mal Verarbeitungsfehler, wenn da wirklich 4cm Beton über der Bewehrung sind.

    Das passt dann aber nicht zu dem Fotos mit dem Zollstock.

    Gruß
    Holger
    --
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    (Andreas Marti; Schweizer)

  • Jain. Auf den Fotos war ne "schöne" Welle abwärts zu sehen. Wenn da aufgestemmt wurde (und das Foto an anderer Stelle entstand), passt das schon

    Deshalb: Ein Untersuchungspunkt sagt nicht viel aus!

    Abgesehen davon variiert die Betonüberdeckung in der Fläche oft signifikant, so dass es mit einer Stichprobe allein bei weiten nicht getan ist!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ich sehe am letzten Foto, dass ihr auf einer Höhe des halben Baumes seid. Was ist denn mit Absturzsicherung?

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...