Größe Heizungsanlage

  • Hallo zusammen,


    wenn der Beitrag nicht hierher gehört, dann bitte verschieben.


    Unser Bauprojekt befindet sich gerade in der Feinplanung. Wir bauen über einen regionalen Bauträger, der einzelne Gewerke unterbeauftragt, u.a. die Heizungs- und Sanitärinstallation. Nun habe ich erfahren, dass für uns eine 5,8 kW Heizungsanlage vorgesehen ist und ich habe Bedenken, dass diese zu klein ist. Mir ist bewusst, dass wir derzeit milde Winter haben und die Anlage sicherlich reichen würde. Aber was ist, wenn wir mal wieder Winter mit -20 bis -25 Grad haben. Ich möchte nicht, dass wir jetzt Geld sparen (bspw. geringe Bohrtiefe), aber dafür die nächsten Jahre das Haus nicht warm bekommen und hohe Stromkosten haben, weil die Anlage auf Volllast fahren muss bzw. schnell der Heizstab anspringt, um das Haus warm zu bekommen. Ich habe selber mal kurz überschlagen, was wir für eine Anlage benötigen (spezifischer Wärmebedarf 40-50 x 145 qm) und finde, das Ergebnis kann eine Anlage mit 5,8 oder 7,5 kW sein. Somit führt diese Rechnung zu keinem Ergebnis und ist für mich zu einfach gerechnet, da ich mir nicht vorstellen kann dass alle Parameter berücksichtigt werden.


    Kurz ein paar Hintergrundinfos zu unserem Bauvorhaben:


    - circa 145 qm Wohnfläche, 1,5 geschossig

    - Erdwärmepumpe mit 100m Bohrtiefe (eine Bohrung unter der Bodenplatte - Bohrung direkt unter HWR um ineffizienten zu vermeiden)

    - zentrale Lüftungsanlage

    - Fußbodenheizung

    - Bäder sind nicht untereinander sondern liegen in den zwei Etagen gegenüber

    - Anlage von Viessmann Vitocal 222 G mit 220l Pufferspeicher (oder doch lieber eine von Bosch nehmen?)

    - Mauerwerk Blähton

    - kein Keller, kein Kamin
    - 5 Personen Haushalt


    Könnt ihr mir bitte weiterhelfen, welche Anlagengröße für unsere Voraussetzungen die richtige ist?

  • Um das zu beantworten, muss erst einmal eine Heizlastberechnung erstellt werden. Ich würde den Bauträger zunächst danach fragen.

    Gefährlich ist's, wenn Dumme fleißig werden!

  • ok, die Berechnung werde ich morgen beim Heizungsinstallateur anfragen. Gibt es sonst vielleicht irgendwelche Erfahrungswerte oder Annahmen mit vergleichbaren Häusern?

  • So wie Rose24 schreibt, ist es korrekt.

    Es gibt für jede Region Norm-Außentemperaturen, auf die eine Heizung auszulegen ist. Meist liegt die bei -12--14°C.

    Das basiert auf Werten, die teilweise sehr weit zurückliegen, weil diese Tabellen nicht jährlich korigiert werden.

    Man liegt damit schon sehr sicher im Bereich einer Überdimenesionierung, auf die Klimaentwicklung bezogen.

    Selbst wenn es mal für ein paar Tage tiefere Tagesdurchschnittstemperaturen geben sollte, reagieren die RLT stark verzögert, weil die Speichermasse der Gebäude dagegensteht und man von einer allgemeinen Akzepanz einer um ein oder zwei Grad niedrigeren Innentemperatur im Ausnahmefall ausgeht.


    Worüber Du Dir wirklich Gedanken machen solltest, ist Dein Wunsch nach Effizienz:

    Bohrung direkt unter HWR um ineffizienten zu vermeiden)

    Dagegen ist erstmal nichts einzuwenden, auch wenn ein paar Meter Leitungslänge wegen des niedrigen Temperaturgefälles kaum ins Gewicht fallen.


    Was aber tatsächlich "energievernichtend" ins Gewicht fällt, ist:

    Bäder sind nicht untereinander sondern liegen in den zwei Etagen gegenüber

    Damit schaffst Du Dir einen wahren Effiizienskiller durch lange Leitungswege, Wärmeverluste der Warmwasserleitungen und Aufheizung der Kaltwasserleitungen.

    Hierüber solltet Ihr nochmal gründlich nachdenken.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Könnt ihr mir bitte weiterhelfen, welche Anlagengröße für unsere Voraussetzungen die richtige ist?

    Aus den Angaben lässt sich keine Heizlast abschätzen, aber die 6kW klingen zumindest nicht völlig abwegig. Grundlage für eine Heizungsplanung ist eine Heizlastermittlung nach EN12831, die sollte vorliegen bevor man weiter "plant". Hier kommt auch die KWL mit in´s Spiel, also ob mit oder ohne WRG.


    Für die Dimensionierung des Wärmeerzeugers muss dann noch die WW-Erzeugung mit berücksichtigt werden, zumindest so lange die WP das auch noch erledigen soll.


    Die Bohrtiefe sollte ausreichend sein, je nach Bodenverhältnissen auch üppig. Mangels Infos zu den Bodenverhältnissen kann man das aber noch icht zuverlässig bewerten. Der BT hat also noch Hausaufgaben zu erledigen, bevor man bewerten kann, ob die o.g. WP für den geplanten einsatz geeignet ist.

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  • Gibt es sonst vielleicht irgendwelche Erfahrungswerte oder Annahmen mit vergleichbaren Häusern?

    Welche Energie-/Dämmwerte haben die Hüllflächenbauteile?

    145 m² Bunglow auf den Standard 1969 brauchen mehr Heizleistung als ein Passivhaus Standard 2018. So what

    Und selbst wenn hier jetzt einer sagen würde Besser 10 kW und Du gehst damit zum GÜ, was glaubst Du, macht der dann:
    Dir nen Vogel zeigen?

    Dir ein Mehrpreisangebot schreiben?

    Dir einen grösseren Wärmeerzeuger schenken?

    Die Heizung auf Ergas umstellen?

    So ganz ohne Berechnung. Oder selbst mit.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Wir bauen über einen regionalen Bauträger, der einzelne Gewerke unterbeauftragt, u.a. die Heizungs- und Sanitärinstallation.

    Noch einmal zur sprachlichen Klarheit: Kauft ihr ein fertiges Haus mit Grundstück von einem Bauträger oder lasst ihr auf Eurem Grund ein Haus von einem Generalunternehmer ("GU") / - übernehmer ("GÜ") bauen


    Bauträger = Kaufvertrag = ihr seid Käufer (nicht Bauherr oder Auftraggeber)

    GU / GÜ = Werkvertrag = ihr seid Auftraggeber und Bauherr


    Das stellt Euch rechtlich völlig anders, weshalb es eine ganz wesentliche Frage für das Unterfangen ist!

    Nun habe ich erfahren, dass für uns eine 5,8 kW Heizungsanlage vorgesehen ist und ich habe Bedenken, dass diese zu klein ist.

    Dafür gibt es auf Basis einer

    Heizlastermittlung nach EN12831

    eine Berechnungsmethoden, die sicher zu einem brauchbaren Ergebnis führt. Sie ist eine anerkannte Regel der Technik ("a.R.d.T.") und vom BT / GU zwingend anzuwenden. Danach braucht man nicht mehr raten oder mutmaßen. Für eine Berechnung muss man aber bezahlen und das Geld möchte man oft lieber anders oder garnicht ausgeben.

    - Erdwärmepumpe mit 100m Bohrtiefe (eine Bohrung unter der Bodenplatte - Bohrung direkt unter HWR um ineffizienten zu vermeiden)

    Woraus ergibt sich die Sondenlänge von 100 m? Ist sie das einfache (Schätz-) Produkt aus "eine Bohrung x maximal zulässige Bohrungstiefe = X m" oder wurde sie anhand bekannter Kennwerte konkret errechnet? Dann wäre die Übereinstimmung verblüffend.


    Aufgrund der vorgestellten Werte liegt die Vermutung nahe, dass nichts gerechnet wird, kostet ja nur Geld, sondern so gebaut wird wie immer, "Ist bis jetzt immer warm geworden". Effiziente Planung geht anders. Und ob 3 oder 5 oder 9 m Kälteleitung im Haus macht keinen nennenswerten Effizienzunterschied. Da ist die Leistungsfähigkeit der Gebäudehülle relevanter.


    Theoretisch ist eine Bohrung unter einem Gebäude möglich. Die mir bekannten drei Bohrbetriebe hier in der Gegend weigern sich aber alle, so zu bohren: "Da kommt man ja nie wieder heran!". Ob es technische Gründe gibt, die dagegen sprechen, weiß ich nicht - ist nicht mein Spezialgebiet.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für die zahlreichen Antworten.


    Gemäß der Definition von Skeptiker bauen wir unseren Neubau mit einem GU und sind Bauherren.

    Ich habe ebenso das Gefühl, dass "wie immer" gebaut wird. Denn nach Rückfragen bei der Bohrfirma habe ich erfahren, dass das GU bei EFH immer nur eine 100m Bohrung bei EFH macht. Darum werde ich morgen die Heizungsplanung + Bohrtiefe hinterfragen. Die Heitlastberechnung ist dahingehend sinnvoll, dass dann vllt nicht 100m gebohrt werden müssen, sondern nur 70. Das gesparte Geld kann für die Berechnung reinvestiert werden.


    Die erhöhten Kosten, weil die Bäder etagenmäßig gegenüber liegen, müssen wir nun leider tragen. Gibt es da noch Tipps, was wir beachten bzw einbauen sollen, um die Kosten etwas zu minimieren?


    Noch eine Frage. Werden die zusätzlichen Anforderungen an die Heizung, wie gegenüberliegende Bäder, zentrale Lüftungsanlage mit WRG oder die erforderliche Bohrtiefe in der Heizlastberechnung des Installateurs mit berücksichtigt?

  • Kann bei einer Heitlastberechnung "geschummelt" werden? Kann der Installateur mit dieser Berechnung zur Verantwortung gezogen werden?

  • Einzig die Wärmerückgewinnung geht in die Heizlast ein. Die anderen Dinge ergeben sich quasi erst daraus.

    Der höhere Invest für die zersplitterte Anordnung der Bäder (Küche vielleicht nochmals ganz woanders?) ist noch das geringste Übel. Ist ja nur Euer Geld.

    Ein Bad liegt dann womöglich über ruhebedürftigem Wohnraum mitsamt der Schallschutzproblematik und das Wasser wird ewig durch ganze Haus spazierengefahren.

    Warum müsst Ihr "die Kosten leider tragen"?

    Wer hat denn diesen Entwurf verbrochen?




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • ich habe Bedenken, dass diese zu klein ist. Mir ist bewusst, dass wir derzeit milde Winter haben und die Anlage sicherlich reichen würde. Aber was ist, wenn wir mal wieder Winter mit -20 bis -25 Grad haben. Ich möchte nicht, dass wir jetzt Geld sparen (bspw. geringe Bohrtiefe), aber dafür die nächsten Jahre das Haus nicht warm bekommen und hohe Stromkosten haben, weil die Anlage auf Volllast fahren muss bzw. schnell der Heizstab anspringt, um das Haus warm zu bekommen

    Ich möchte etwas zu deinen Bedenken sagen.

    Was du hier berücksichtigen musst, ist laufende Kosten und Investition.


    Natürlich erzeugt eine klein dimensionierte WP bei dauerhaft sehr kalten Temperaturen hohe Betriebskosten, wenn direkt-elektrisch, also mit Heizstab, zugeheizt wird.


    Aber die Überdimensionierung kostet ja auch Geld. größere Pumpe, tiefere Bohrung. Da sind schnell ein paar tausend € zusammen.

    Im Vergleich dazu sparst du im "Worst-Case-Jahrhundert-Winter" vielleicht 100€.


    Meine persönliche Erfahrung: GÜ (mit Sani) bieten das Haus erstmal mit einer 11kW WP an. Da mir das schon sehr viel vorkam, hab ich mir auch das 8kW Modell der Pumpe mit Alternativpreis reinnehmen lassen.

    Heizlastberechnung ergab dann 6,5kW. mit ~1kW für Warmwasser hat man mit der 8kW, die ja zusätzlich noch über 9kW Heizstab verfügt, Reserven.

    Für mich war klar, 8kW WP. Sani und GÜ wollten aber das 11kW. Kamen mit den verrücktesten Ideen. "Ja was ist denn wenn es mal wieder 3 Wochen -20° Grad, ist doch ne kalte Gegend... :wall:"

    Ich hab mich durchgesetzt. Ich hab in den 4 Wintern nie den Heizstab zum heizen gebraucht, obwohl als Bivalenzpunkt -12 Grad berechnet habe.

    Ich hab den Heizstabd komplett deaktiviert. Trotzdem gut, dass er da ist - ich hab ichn schon 2x aufgrund einer Störung an der WP gebraucht. Ohne ihn wärs kalt geworden...

  • SirSydom, danke für deinen Beitrag. 11 kW würde mir auch zuviel vorkommen, allerdings 5,8 kW bei 145 qm zu wenig. Allein der 5 Personen Haushalt mit 0,25 kW pro Person habe ich meine Zweifel, ob die Anlage reichen würde. Ich frage morgen nach der Heitlastberechnung. Ich bin echt gespannt, was da rauskommt.

  • Kannst du das bitte begründen

    Weil die Quelle entscheidend für die Effizienz einer WP ist.


    Die Richtwerte für die mögliche Entzugsleistung passen dann, wenn sich der Boden auch genau so verhält, was aber niemand garantieren kann. Eine bessere Quelle sorgt aber für höhere Soletemperaturen, und die wiederum für einen effizienten Betrieb der WP. Folglich würde ich mich lieber bei der Quelle (Bohrung) auf die sichere Seite legen, denn da kann man später kaum mehr etwas ändern. Die WP selbst kann man zur Not austauschen, die Bohrung aber nicht. Da kann man später nur mit weiteren Bohrungen ergänzen.


    Die mögliche Entzugsleistung kann bei 20W/m liegen (Sand, Kies) oder auch bei 100W/m (Grundwasser fließend). Über die Bohrtiefe verteilt findet man mehrere Schichten mit unterschiedlichem Verhalten, so dass ein pauschaler Ansatz, wie beispielsweise 50W/m in meinen Augen nicht zielführend ist. Auch die Rechnung mit 1.800h p.a. passt nicht für jeden Fall. Bevor man nun die Sonde grenzwertig betreibt, der gar zeitweise überlastet, würde ich immer dazu raten, lieber ein paar Meter mehr zu bohren. Das kostet einmalig ein paar Euro, aber die Sonde liefert über Jahrzehnte Energie. Im ersten Betriebsjahr funktioniert jede Sonde, eine gute Sonde liefert aber auch nach 10 oder 20 oder 30 Jahren hohe Soletemperaturen. Deswegen mein Rat, bei der Sonde besser nicht sparen, denn was man da vermurkst, das kann man später durch Optimieren nicht mehr reinholen.

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  • allerdings 5,8 kW bei 145 qm zu wenig.

    glaube ich nicht! Ganz grob überschlagen:

    Da bleiben dir 5kW zum Heizen. Hört sich wenig an, aber deine Wohnfläche ist ja auch nicht so wahnsinnig üppig.

    Zum Vergleich meine Daten: 6,5kW für 220m². Und mein Haus ist nicht top gedämmt, sondern auf KFW70 Niveau von 2016 (H't 0,33).

    Ich meine, selbst wenn du mit heutigen Mindestanforderungen baust, sollten 5kW leicht reichen. Bleiben 800W fürs Warmwasser, was auch reichen sollte.


    Ist es eigentlich eine modulierende, oder eine Fix-speed Wärmepumpe? Gerade letztere haben auch Probleme wenn überdimensioniert.

  • Ist es eigentlich eine modulierende,


    Die genannte 222-G kann die Heizleistung nicht regeln. WW wird mit 9kW erzeugt, Heizung je nach Modellvariante (5,8kW, 7,5kW, 10,4kW bei B0/W35 Spreizung 5K). Man könnte mal in das Leistungsdiagramm schauen, da liefern die bei B5 oder B10 sicherlich noch mehr Leistung. Es wäre gut denkbar, dass das kleinste Modell ausreicht, zumal wenn die Quelle immer ordentliche Soletemperaturen bereitstellt.


    Es würde mich wundern, wenn die Heizlast überhaupt in den Bereich 6kW oder höher kommt, aber das weiß man ja sobald die Heizlastermittlung vorliegt.

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  • 11 kW würde mir auch zuviel vorkommen, allerdings 5,8 kW bei 145 qm zu wenig

    Mir nicht. Vergleichsobjekt, allerdings Reihenhaus / Townhouse rd. 650 m3 (etwas über 200 m2) mit effektiv 8 kW. Das könnte schon passen. Sondenlänge dort 140 m. Lustigerweise haben dort die anderen gleichgroßen Nachbarn alle je 2 Sonden à 100 m - "machen wir immer so".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sondenlänge dort 140 m. Lustigerweise haben dort die anderen gleichgroßen Nachbarn alle je 2 Sonden à 100 m - "machen wir immer so".

    "machen wir immer so" kann nicht so ganz stimmen, weil 1. die Entzugsleistung nachgewiesen werden muss und 2. es nicht unbedingt vorteilhaft ist, wenn die Sonden das geradeso schaffen. Ob es 2x 100 m sein müssen, sei dahingestellt, aber 140 m für 8 kW scheinen mir recht ausgelutscht.

    __________________
    Gruß aus Oranienburg
    Thomas

  • allerdings 5,8 kW bei 145 qm zu wenig.


    Warum?


    Wir beheizen 210 Quadratmeter nach KFW55-Standard mit 6 KW und machen WW für 4 Personen. Im letzten "Winter" hatte ich die modulierende EWP aus diversen Gründen auf etwa 3,8 KW gedrosselt. War kein Thema, nur an zwei Tagen im januar lief sie 48h durchgehend mit dieser Leistung, sonst deutlich weniger. Im Winter davor (unser erster im Haus) war ein wenig mehr Leistung nötig, aber die Betriebsstunden mit Vollgas waren einstellig und laut Log nicht nötig, das lag an der damals noch suboptimalen Abstimmung.


    Sei froh, dass dein Unternehmen eben keine massiv überdimensionierte Anlage anbietet, sondern eine nur leicht überdimensionierte Anlage. Bei modern gebauten 145 qm mit KWL mit WRG solltest du eher um 5 KW landen, vielleicht noch weniger. Genaueres verrät die Heizlastberechnung, die ich hier für zwingend halte.


    Ich würde auch noch einmal scharf drüber nachdenken, ob es eine Fixed-Speed-WP sein muss. Das ist Technik von vorgestern und kann sich bei ungeschickter Auslegung ganz schnell tottakten (dazu findest du etliche Threads im HTD). Wenn dazu dann noch ein Heizungspuffer verbaut ist, nimmt das Unheil rasch seinen Lauf. Sowas ist absolut unnötig - der Puffer ist der Estrich, denn der ist eh da und kommt mit viel weniger Delta-T aus.


    Fixed-Speed: Zu kalt. Rums, Kompressor mit Vollgas an. Läuft ein paar Minuten (oder länger bei einer wirklich gut abgestimmten Anlage), dann Rums, Kompressor aus. Pause von Minuten bis Stunden, dann wieder von vorne.


    Modulierend: Läuft im Kernwinter durch und regelt die Kompressordrehzahl je nach Heizbedarf. Im letzten Kernwinter hatten wir 4 Takte in ca. 2 1/2 Monaten. Das schaffen schlecht ausgelegte Fixed-Speed in der Stunde. Im Übergang taktet dann auch eine modulierende Maschine, aber bei guter Auslegung halt nur einmal am Tag.


    "Viel hilft viel" gilt bei einer WP gerade nicht. Groß kostet mehr und durch die Überdimensionierung wird noch mehr getaktet -> Effizienz geht runter. Dann lieber an ein oder zwei Tagen im Jahr ein paar KWh mit dem Zuheizer nachschieben, als das ganze Jahr über eine miese Effizienz zu haben. Unsere 6 KW-Maschine (Nibe F1155-6PC) kann notfalls mit 6,5 KW zuheizen... das wären dann 12,5 und somit weit jenseits aller Notwendigkeiten. Außer zum Testen lief der ZH bei uns noch nie.

  • Nochmals danke für die ganzen Antworten. Ich habe mit unseren Heizungsinstallateur gesprochen. Er hat eine Heizlastberechnung durchgeführt. In dieser kommen wir etwa auf 5,6 kW. Das ist für mich erstmal beruhigend. Nach euren Erfahrungsberichten und der Berechnung bin ich mittlerweile der Meinung dass die Anlage reichen wird. Was mir nun Kopfschmerzen bereitet ist, dass es sich bei der genannten Anlage um eine fixed Speed Anlage handelt. Sie wird zwar durch die BAFA gefördert, aber was bringt es mir, wenn sie sich tottaktet sowie die Betriebskosten über die Jahre höher ausfallen. Danke nochmal für den Hinweis! Ich lasse mir nochmal vom Heizungsabauer alternativen nennen. Vllt existiert eine modulierende für einen geringen Aufpreis, bei vergleichbaren Leistungsdaten.

  • aber was bringt es mir, wenn sie sich tottaktet sowie die Betriebskosten über die Jahre höher a

    Lass Dich nicht verrückt machen, die Anlage wird sich nicht zu Tode takten. Der Mythos um das Takten eines Wärmeerzeugers stammt noch aus den Zeiten als man völlig überdimensionierte Ölkessel verbaut hat, die im Minutentakt ein- und ausgeschaltet wurden. Da führte der Taktbetrieb zu einer deutlichen Verschlechterung der Effizienz, weil die Dinger während der Startphase eine erhöhte Emission erzeugten (Stabilisierung der Verbrennung etc.). Zudem führte der Taktbetrieb zu einem erhöhten Verschleiß (Elektroden usw.). Das war schlecht für die Umwelt und für den Geldbeutel, aber die Entwicklung ist ja nicht stehen geblieben.


    Hier reden wir über eine WP die passend zur Heizlast ausgelegt wird (nach Deiner Aussage), die über einen Sanftstart verfügt (kein hartes Schalten des Kompressors) und bei der man das Laufverhalten auch über die Regelung beeinflussen kann (Stichwort Mindestlaufzeit, Zwangssperren.....). Ob die nun während der Übergangszeit 20 oder 30 Takte pro Tag hat ist völlig egal, mein Kühlschrank taktet auch, und das seit über 25 Jahren.


    Das soll jetzt kein Plädoyer für die Überdimensionierung von Wärmeerzeugern sein, sondern ist als Hinweis zu verstehen, dass es kein schwarz/weiß gibt, sondern dass man auch mit den Graustufen sehr gut leben kann.


    Wichtig ist, dass die Hydraulik der Anlage passt, dass der WP immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht (Mindestdurchfluss), und dass die Regelung und Hydraulik (im Betrieb) optimiert werden. Dann kann die Anlage selbst eine moderate Überdimensionierung verkraften, ohne dass das zu Nachteilen führt.


    Er hat eine Heizlastberechnung durchgeführt.

    Schön, dann vereinbare, dass die Heizlastermittlung nach EN12831 und die Heizflächendimensionierung als Ausdruck mit in die technischen Unterlagen der Anlage kommen, dann hast Du diese wichtigen Zahlen immer griffbereit.

    Das Thema Anlagendokumentation wird in der Praxis gerne mal vernachlässigt, und dann gibt es bestenfalls eine Bedienungsanleitung.

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  • Sie wird zwar durch die BAFA gefördert, aber was bringt es mir, wenn sie sich tottaktet

    Auch das solltest du nicht überbewerten! Wenn eine fixed-Speed WP einigermaßen ordentlich eingestellt ist und die Hydraulik einigermaßen passt, dann taktet die zwar, aber auch das ist kein Drama. Vergleiche mal deinen Kühlschrank. Ist auch eine Kältemaschine. Meiner taktet jede Stunde...


    Den Aufpreis für die modulierende würde ich mal mit mind. 1.000€ ansetzen.


    Ist egentlich ein Pufferspeicher geplant? Wenn ja wie groß?

    Heizflächen Fußbodenheizung?


    Sie wird zwar durch die BAFA gefördert

    Achtung! Dazu reicht es nicht, dass die in der Liste der Bafa gelistet wird. Dazu müssen auch die Individuell berechnete Effizienz passen. Ist das der Fall?

    Es geht um viel Geld!

  • Ist egentlich ein Pufferspeicher geplant? Wenn ja wie groß?

    220l, steht im ersten Posting. Wäre das erste, was ich weglassen würde, weil unnötig und effizienzvernichtend.


    Wichtig ist, dass die Hydraulik der Anlage passt, dass der WP immer ausreichend Wasser zur Verfügung steht (Mindestdurchfluss), und dass die Regelung und Hydraulik (im Betrieb) optimiert werden.

    "Wenn"... genau das ist der Knackpunkt.


    Viele Heizungsbauer bekommen das aber nicht auf die Reihe. Wenn man mal im HTD querliest, dann tauchen etliche dieser Anlagen auf, bei denen genau das nicht funktioniert. Gerade die Kombination aus Pufferspeicher und Einzelraumregelung (von der vermutlich keine Befreiung beantragt wurde und die somit verbaut werden muss) führt zu einem regelungstechnischen Albtraum. Wenn man es da nicht hinbekommt, die Volumenströme primär- und sekundärseitig sauber abzugleichen (mit ERR eine grosse Herausforderung), dann läuft die Anlage schnell ineffizient und kann ganz schnell ins wilde Takten verfallen. Zudem muss man bedenken, dass diese Art von Aufbau mit Pufferspeicher noch weitere Komponenten mitbringt (zweite Pumpe, Mischer), die Geld kosten und Fehlerquellen darstellen.


    Den Aufpreis für die modulierende würde ich mal mit mind. 1.000€ ansetzen.

    Ich bin mir nicht einmal sicher, ob die 1155 von Nibe oder eine der anderen Anlagen mit dem gleichen Kältemodul wirklich deutlich teurer ist als das oben erwähnte Modell.


    Er hat eine Heizlastberechnung durchgeführt. In dieser kommen wir etwa auf 5,6 kW.

    Mit oder ohne Berücksichtigung der Lüftung?


    Wenn mit, dann ist das ziemlich hoch für das doch recht kleine Haus. Unsere 210qm KFW55 kommen bei der Heizlastberechnung auf 5,7 KW.


    Sind da "Angstzuschläge" für das Warmwasser mit drin?

  • Noch eine Ergänzung (war leider schon zu spät, um noch zu editieren):


    Gerade in Kombination mit einer Tiefenbohrung würde ich empfehlen, über das Thema "Passivkühlung" nachzudenken. Wenn man das konsequent und früh anschaltet, dann funktioniert das auch mit einer FBH sehr gut. Mit BKA würde es natürlich noch besser gehen... haben wir aber auch nicht, weil wir leider auf den falschen Ratgeber gehört haben.


    Wir verbrauchen gerade 19,4 W Strom (+ den ohnehin nötigen Standbyverbrauch der WP), um damit das Haus mit einer Kühlleistung von knapp 2 KW zu kühlen. Das hat auch im letzten Sommer bei knapp 40C geholfen, drinnen bei etwa 24C zu bleiben (natürlich zusammen mit vernünftiger Verschattung mit automatischer Steuerung).


    PC gibt es integriert und zum Nachrüsten, wobei letzteres eher unverschämt teuer ist. Bei integrierten Lösungen ist der technische Aufwand überschaubar - ein Wärmetauscher und ein Mischer und die Software zur Ansteuerung des Letzteren.