Mängelanzeige - wie danach weiter

  • Hallo,


    wir haben ein kleines Problem mit dem Tischler, der unsere Fenster eingebaut hat.


    Wir würden gern wissen, wie es nach der Mängelanzeige weiter geht. Vielleicht könnt ihr uns bei dem Thema weitere Infos geben.


    Kurz zu der derzeitigen Situation:


    -Fenster inkl. Montage über einen Baustoffhändler bestellt.

    -Fenstermontage und der Tischler machten einen guten Eindruck

    -nach einigen Wochen, hatten wir ein Vorgespräch mit einem Stukateur für den Innenputz. Dieser zeigte uns einige Mängel.

    -Baugutachter kommen lassen.

    -Mängelanzeige gestellt.

    -Mängel wurden von Tischler „behoben“

    -CORONA

    -Gutachter war nun wieder da und hat feststellen müssen, dass nicht alle Mängel behoben sind und die, die der Tischler behoben hat, nur stümperhaft behoben wurden.

    -Baustoffhändler erneut kontaktiert. Dieser weigert sich weitere Maßnahmen zu ergreifen.


    Wie geht es jetzt weiter? Rechtsanwalt und klagen?
    wie stehen generell die Chancen, dass Mängel richtig behoben werden?
    was machen wir jetzt mit den nachfolgenden Firmen?
    wenn wir jetzt weiter machen, wird es immer teurer, die Mängel zu beheben? Selber können wir die Fehler durch einen anderen Tischler auch nicht beheben lassen! Dafür ist der Schaden jetzt schon zu hoch.

  • ...

    -Baustoffhändler erneut kontaktiert. Dieser weigert sich weitere Maßnahmen zu ergreifen.


    Wie geht es jetzt weiter? Rechtsanwalt und klagen?
    wie stehen generell die Chancen, dass Mängel richtig behoben werden?
    was machen wir jetzt mit den nachfolgenden Firmen?
    wenn wir jetzt weiter machen, wird es immer teurer, die Mängel zu beheben? Selber können wir die Fehler durch einen anderen Tischler auch nicht beheben lassen! Dafür ist der Schaden jetzt schon zu hoch.

    Rechtsanwalt einschalten wäre schon die sichere Variante.


    Da sich der Vertragspartner "endgültig und abschließend" geweigert hat, könnt Ihr die Mängel auf seine Kosten beseitigen lassen. Das Problem ist nur, diese gerichtsfest zu dokumentieren und ggf. die Angemessenheit der Mängelbeseitigungskosten zu beweisen.


    Die Lösung dazu heißt Beweissicherungsverfahren. Das kostet aber (viel) Zeit und zusätzliches Geld.


    ... Selber können wir die Fehler durch einen anderen Tischler auch nicht beheben lassen! Dafür ist der Schaden jetzt schon zu hoch.

    Wie ist das zu verstehen?


    Wenn es ohne Mängel weiter gehen soll, würde ich die Mängel auf meine Kosten beseitigen lassen und anschließend in aller Ruhe versuchen, das Geld zurück zu bekommen. Das kann natürlich auch total daneben gehen und Ihr bleibt auf den Kosten sitzen.

    Ist eine Abwägungs- und Mentalitätsfrage.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • -Gutachter war nun wieder da und hat feststellen müssen, dass nicht alle Mängel behoben sind und die, die der Tischler behoben hat, nur stümperhaft behoben wurden.

    Wurde das beweisbar und mit angemessener Fristsetzung zur Behebung bei der richtigen Partei (s.u.) angezeigt?

    Falls nein, dann nachholen.


    -Baustoffhändler erneut kontaktiert. Dieser weigert sich weitere Maßnahmen zu ergreifen.

    Wie ist die Vertragsbeziehung zum Baustoffhändler und Tischler? Hat der Baustoffhändler den Einbau nur vermittelt oder habt ihr beim Baustoffhändler Fenster inkl. Einbau beauftragt?
    Falls ersteres, dann ist der Baustoffhändler nicht euer Ansprechpartner, da der Werkvertrag über den Einbau mit dem Tischler besteht. Oder sind die Fenster selbst mangelhaft?
    Falls zweiteres, dann ist nur der Baustoffhändler euer Ansprechpartner.


    -CORONA

    Corona ist per se kein Grund, die Mängelbeseitigung zu verweigern.
    Der Auftragnehmer müsste in diesem Fall schon detailliert begründen, warum er an der Mängelbeseitigung gehindert war und was er alles gegen die Behinderung unternommen hat.
    Flapsig gesagt reicht es nicht aus, einfach Corona in den Raum zu rufen und dann ist man entschuldigt.

  • Auf jeden Fall Anwalt. Es ist weder klar, ob die Mängelrüge formal richtig erfolgte noch ob die an den Richtigen ging.


    Nicht die Advocard ist des Anwalts Liebling, sondern der Formfehler. (Kennt noch irgendwer die Werbung mit Anwalt Liebling, Manfred Krug)

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Hallo und besten Dank für die Antworten. Zur Beseitigung von Unklarheiten:


    Fenster wurden inklusive Montage bei dem Baustoffhändler bestellt. Baustoffhändler hat den Auftrag an einen seiner Tischler weiter gegeben. Das heißt, wir konnten uns diesen nicht aussuchen.


    Der Schaden ist insofern schon massiv, weil bei einer Instandsetzung das WDVS beschädigt werden würde.

    Corona war nicht im Bezug auf mängelbeseitigung genannt. Sondern das der Sachverständige nicht sofort anwesend sein konnte.

  • Wenn es ohne Mängel weiter gehen soll, würde ich die Mängel auf meine Kosten beseitigen lassen und anschließend in aller Ruhe versuchen, das Geld zurück zu bekommen.

    Das geht aber nur, wenn man dem AN eine ausreichende Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt hat und dieser die Frist verstreichen läßt oder sich endgültig weigert, die Mängel zu beseitigen.
    Sonst wird man auf den Kosten sitzen bleiben trotz aller Ruhe. Außerdem sollte man auch beweisen können, dass die Mängel vor der Ersatzvornahme bestanden haben.

  • Das geht aber nur, wenn man dem AN eine ausreichende Frist zur Mängelbeseitigung gesetzt hat und dieser die Frist verstreichen läßt oder sich endgültig weigert, die Mängel zu beseitigen.
    Sonst wird man auf den Kosten sitzen bleiben trotz aller Ruhe. Außerdem sollte man auch beweisen können, dass die Mängel vor der Ersatzvornahme bestanden haben.

    Ich hasse diese "halben" Zitate.

    Da sich der Vertragspartner "endgültig und abschließend" geweigert hat, könnt Ihr die Mängel auf seine Kosten beseitigen lassen. Das Problem ist nur, diese gerichtsfest zu dokumentieren und ggf. die Angemessenheit der Mängelbeseitigungskosten zu beweisen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Da sich der Vertragspartner "endgültig und abschließend" geweigert hat

    So? Hat er das? Gibt das deine Glaskugel her?

    TE sagt nur:

    Baustoffhändler erneut kontaktiert. Dieser weigert sich weitere Maßnahmen zu ergreifen.

    Wir wissen daraus nicht, ob das endgültig und abschließend ist, da wir weiterhin nicht wissen, ob dem Händler die Mängel ausreichend und klar zur Kenntnis gebracht wurden, noch, ob eine Frist zur Beseitigung gesetzt wurde, noch dazu, ob das alles beweisbar ist.
    Dein pauschaler Ratschlag kann also durchaus im Debakel enden ... Nomen est omen ...