Flachdach Fertiggarage in Holzständerbauweise

  • Guten Tag,

    Ich hoffe auf Eure Hilfe / Einschätzung des Zustands des Flachdaches unserer Fertiggarage in Holzständerbauweise, welche im April 2019 von einem selbstständigen Monteur montiert wurde. Als absolute Baulaien konnten wir zur Ausführungsqualität des Daches nichts feststellen bis uns dieses Frühjahr auffiel, dass der Wasserablauf eingeschränkt ist und nach heftigen Regenschauern oft tagelang Pfützen stehen bleiben. Wir sind derzeit auf der Suche nach einem Dachdecker, der uns die Dachattika erneuert mit mehr Überstand damit die Garage nun entgegen unserer ursprünglichen Annahme / Hoffnung im Warmedämmverbundsystem verputzt werden kann. Wir fragen uns ob die Dachfolie so fachmännisch und korrekt verarbeitet wurde, insbesondere was die Falten- und Wellenbildung sowie den vermeintlichen Materialüberschuss in den Ecken angeht. Über die Folie kann ich nur sagen, dass es sich wohl um eine EPDM Folie aus dem Hause Carlisle handelt, die genaue Produktbezeichnung liegt uns leider nicht vor. Die Unterkonstruktion sind einfache OSB Platten. Falls ihr zur Beantwortung weitere Informationen braucht oder Rückfragen habt, immer gerne her damit. Ich versuche im Rahmen meiner Möglichkeiten zu antworten. Vielen Dank im Voraus für eure Mühen. Liebe Grüße,

    Anka

  • Zum Dach mögen sich die hiesigen Dachdecker(meister) äußern, das ist deren Gebiet.


    Welche Erwartung habt ihr an das Wäremdämmverbundsystem? Die Garage soll ja wohl kaum beheizt werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Die Außenschale der Garage besteht aus zementgebundenen Spanplatten die sich bereits durchgebogen haben und die Fugen zwischen den einzelnen Platten gehen immer mehr auseinander. Das mit WDVS war das Konsenz von ca. 5 verschiedenen Verputzern letztes und dieses Jahr. Es geht darum eine gerade Ebene zu schaffen auf der der Putz aufgetragen werden kann. Hoffe das hilft. Vielen Dank.

  • Die Außenschale der Garage besteht aus zementgebundenen Spanplatten die sich bereits durchgebogen haben und die Fugen zwischen den einzelnen Platten gehen immer mehr auseinander. Das mit WDVS war das Konsenz von ca. 5 verschiedenen Verputzern letztes und dieses Jahr. Es geht darum eine gerade Ebene zu schaffen auf der der Putz aufgetragen werden kann.

    Wenn die Unterkonstruktion bereits verzogen ist, hilft es doch nichts etwas darauf zu kleben, Davon wird sie nicht wieder eben. Es ist sogar zu befürchten , dass sie sich noch weiter verformt.


    Die vorhandenen Platten würde ich entfernen und durch zementgebundene Fassadenplatten ersetzen, z. B.

    Beide Platten und weitere am Markt verfügbare sind an sich schon ohne weiteres wetterbeständig, können aber bei entsprechendem Gestaltungswunsch auch mit Fassadenfarbe beschichtet oder auch direkt geputzt werden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ok. Es geht darum existierende Höhenunterschiede auszugleichen. Die Kosten der Garage sind bereits jetzt sehr viel höher als ursprünglich angenommen und werden mit dem Verputzen und der neuen Attika nicht günstiger. Jetzt auch noch die Außenschale auszutauschen sprengt vollkommen den Rahmen.

  • Ok. Es geht darum existierende Höhenunterschiede auszugleichen.

    Die Absicht habe ich verstanden. Das beabsichtigte Vorgehen kostet aber deutlich mehr Geld als der Austausch der Platten, welches auch in DIY erfolgen könnte. Die Platten an sich sind sicher dauerhaft wetterbeständig. Mehr als eine Eimer Fassadenfarbe braucht es dazu nicht. Allein die Dämmung und der Putz kosten schon mehr. Und der weiche Untergrund bleibt dabei weiter vorhanden und entfaltet potentiell ein zunehmendes Eigenleben. Es ist fast nie sinnvoll die Nachteile ungeeigneter Baustoffe durch weitere Bauteile kompensieren zu wollen, denn ungeeignet bleibt ungeeignet, Man nennt das Ergebnis dieses Vorgehens dann


    :pfusch:


    Aber wenn Du es lieber behalten möchtest. Ich ahne schon, worauf es beim Dach hinausläuft ...


    Hat die Fertiggarage in der Werbung oder besser noch im Kaufvertrag bestimmte zugesicherte Eigenschaften ("haltbar", "dauerhaft"), so dass man eventuell gegen den Verkäufer Ansprüche auf Einhaltung dieser Eigenschaften stellen kann. Ich nehme an, die Materiallieferung und die Montageleistung wurden getrennt eingekauft?

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • 🤣 Wortlaut "langlebig, leise, nahtlos, einfach, dauerhaft". Laut Hersteller extrem dehnbar um die Temperaturunterschiede Sommer und Winter ausgleichen zu können. Ein gewisses Maß an Falten- und Wellenbildung sei normal. Aber der beeinträchtigte Wasserablauf kann ja langfristig Schäden verursachen nehme ich an 🤷 DIY wird schwierig. 4 linke Hände 🙈 die Außenwände sind 11cm starke Fertigbau-Elemente, die zementgebundenen Spanplatten ("Cetrisplatten") mit aber Millionen Tackerklammern angebracht. Ich glaub nicht, dass die so einfach oder überhaupt zu entfernen sind. Laut Garagenfirma haben die Witterungsbeständigkeitsklasse 3 aber ein Jahr ohne Verputz haben wahrscheinlich zum verziehen keinen unwesentlichen Beitrag geleistet wie ich befürchte. Ja, Material und Montage wurden getrennt verkauft. Montage war eine Vermittlung der Garagenfirma.

  • Hallo, wäre es möglich noch eine Einschätzung der hiesigen Dachdecker(Meister) zu bekommen bitte? Das wäre super 😊 und würde uns sehr helfen... Vielen Dank

  • Hallo Skeptiker, rein Interesse halber um die weitere Vorgehensweise abzuwägen - wie müsste man vorgehen um die aktuellen Platten zu entfernen? Die sind ja wie gesagt mit ziemlich vielen professionellen Tackerklammern an der Rahmenkonstruktion befestigt. Außerdem müsste man doch wahrscheinlich die Fugen nachher füllen mit Acryl / Silikon und die neuen Platten verspachteln etc? Vielen Dank schonmal bzw. Nochmal 😊 einen schönen Abend noch

  • Hallo Skeptiker, rein Interesse halber um die weitere Vorgehensweise abzuwägen - wie müsste man vorgehen um die aktuellen Platten zu entfernen? Die sind ja wie gesagt mit ziemlich vielen professionellen Tackerklammern an der Rahmenkonstruktion befestigt. ...

    Kuhfuss, Zeit und Schweiß.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Kuhfuss, Zeit und Schweiß.

    Und vielleicht noch ein Stück Sperrholz oder Hartholz zur Druckverteilung. Eine Kneifzange oder ein Zummermannshammer könnten auch helfen, muss man ausprobieren.


    Ich würde, wenn eine Handkreussäge vorhanden ist, probeweise eine Platte mit minimalem Abstand zum Ständer schneiden, die verbliebenen Plattenreste seitlich herausschlagen und dann die Klammern noch mit Zange und Freunden (s.o.) herausziehen. Vielleicht geht's besser, vielleicht auch nicht.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wie müsste man vorgehen um die aktuellen Platten zu entfernen? Die sind ja wie gesagt mit ziemlich vielen professionellen Tackerklammern an der Rahmenkonstruktion befestigt.

    siehe oben

    Außerdem müsste man doch wahrscheinlich die Fugen nachher füllen mit Acryl / Silikon und die neuen Platten verspachteln etc?

    ich bin ja ein erklärter Freund der offenen, mindestens aber sichtbaren, Fuge. Ich würde deshalb genau das nicht machen. Und nein, ich würde auch die Platten nicht spachteln, weshalb auch? Die V4A-Schrauben würde ich sauber anordnen und ebenfalls sichtbar lassen.


    Vor einem Anstrich könnte man über ein Verspachteln der Schrauben nachdenken. Beim Überputzen wäre es eh entbehrlich. Achtung, vorm Putzen prüfen, ob ein Haftvermittler erforderlich ist und wenn ja, welcher!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Moin,


    folgende Sachen fallen mir negativ auf:


    - direkte Befestigung der Attikaabdeckung

    - Wandanschlußschiene waagrecht verlegt ( dahinter ist doch eine Wand, warum wurde die Wandanschlußschiene nicht an dieser angebracht??:eek:

    - Attika nicht getrennt eingefasst ( Flächenbahnen sind durchgezogen )

    - Eckausführung ( hier gibt es auch Formteile oder die Möglichkeit, die Eckausbildung mit einer Zuschnittbahn sauber aus zu führen )

    - Wellenbildung in der Abdichtung

    Das stehende Wasser ist erst mal kein Problem, dass lässt sich in diesem Neigungsbereich nicht vermeiden.

  • Vielen Dank de Bakel, Skeptiker und Elopant für die Kommentare. 😊

    Elopant, ich hätte noch ein paar kurze Rückfragen ob ich deine Kommentare als absoluter Laie richtig verstanden hab.

    -Ich nehme an die direkte Attikabefestigung bezieht sich darauf, dass die Attika mit Schrauben befestigt wurde und das eine andere bessere Technik gibt? Allerdings fürchte ich, dass dies durch die Garagenfirma auch so vorgesehen ist wie ausgeführt.

    -wegen der Wandanschlussschiene haben wir ehrlich gesagt nicht weiter gedacht, ich fürchte das bestätigt nochmal unser Laientum 🙈 bin nicht sicher ob es Sinn machen würde bei der Garagenfirma nachzuhören wie dies vorgesehen ist?


    - Attika nicht getrennt eingefasst ( Flächenbahnen sind durchgezogen )

    - Eckausführung ( hier gibt es auch Formteile oder die Möglichkeit, die Eckausbildung mit einer Zuschnittbahn sauber aus zu führen )


    Diese beiden Punkte verstehe ich leider gar nicht fürchte ich. Bezieht sich dies auf die Verarbeitung der Folie oder die Attika?


    Sonnige Grüße,

  • Moin,

    -Ich nehme an die direkte Attikabefestigung bezieht sich darauf, dass die Attika mit Schrauben befestigt wurde und das eine andere bessere Technik gibt? Allerdings fürchte ich, dass dies durch die Garagenfirma auch so vorgesehen ist wie ausgeführt.

    Auch für die Garagenfirma git es Fachregeln, an dies sie sich zu halten haben.... Die Attikaabdeckung wird normalerweise mit Vorstoßblechen befestigt, das sieht aus wie 2 L-Winkel, die Dachseitig und Fassadenseitig auf der Attika angebracht werden, darauf wird dann die Attikaabdeckung aufgesteckt ( die seitliche Abkantung der Attikaabdeckung hängt sich in die Vorstoßbleche ein ). Das hat den Vorteil, dass die Attikaabdeckung sicher gehalten wird, sich aber trotzdem noch ausdehnen kann. Man darf zwar bei kurzen Teilstücken direkt befestigen, diese Befestigungen müssen mit Hauerbuckel o.ä. aber überdeckt werden.

    wegen der Wandanschlussschiene haben wir ehrlich gesagt nicht weiter gedacht, ich fürchte das bestätigt nochmal unser Laientum 🙈 bin nicht sicher ob es Sinn machen würde bei der Garagenfirma nachzuhören wie dies vorgesehen ist?

    Sinn würde machen, die Wandanschlußschiene im senkrechten Bereich an der Wohnhausfassade? anzubringen, das ist auch der Einsatzzweck der Wandanschlußschiene

    - Attika nicht getrennt eingefasst ( Flächenbahnen sind durchgezogen )

    Die Bahnen aus der Fläche gehen an der Attika hoch, diese ist jedoch mit einer Extrabahn einzufassen.

    - Eckausführung ( hier gibt es auch Formteile oder die Möglichkeit, die Eckausbildung mit einer Zuschnittbahn sauber aus zu führen )

    Bei deiner Ausführung wurde die Flächenbahn an der Attika hochgeführt, die entstehende Falte in der Bahn im Eckbereich ( 1. und 2. Bild ) kann auch so ausgeführt werden, dass dort keine Falten sind, hierfür gibt es Formteile ( fertige Innenecke ) oder man stellt sich diese selbst her sodass die Innenecke auch nach einer Innenecke aussieht und nicht nach einem Irgendwas mit einem Berg an überflüssigem Material.

  • Kuhfuss, Zeit und Schweiß

    oder Bello (ab 4 kg), weniger Zeit, mehr Schweiß.


    Wenn man bei Klammerbestigungsrückbauerstmal einen Anfang hat, geht´s wie ein Reissverschluss.


    Bei Einsatz eines 6 kg-Hammers merkt man auch, ob die Aussteifung passt. Also Vorsicht.

  • Vielen Dank für die detaillierten Ausführungen, Elopant.


    Frau Maier, das täuscht auf dem Bild. Das Bild ist etwas unglücklich aufgenommen. Die Garage steht frei auf Bodenplatte. Das Gras des unbebauten Nachbargrundstück wurde nur lange nicht gemäht.