Messdifferenzen bei Warmwasser

  • In unserem Haus haben wir in letzter Zeit Probleme mit den Warmwasser-Berechnungen.


    Unsere in die Jahre gekommene Heizanlage verfügt über einen 300-l-Buderus-Boiler „TBS-Isocal“, Bauart ST301.


    Es gibt jährliche Mengendifferenzen zwischen kalt eingespeister und warm verbrauchter Wassermenge in Höhe von knapp 20%.

    Der Kaltwasserzulauf wird mit einem Schütz-Zähler Qn 2,5 gemessen.

    Die Warmwasserentnahmen der einzelnen Wohnungen werden mit Zählern Qn 1,5 gemessen.


    Ist soviel Schwund/Verdunstung in Form von Messdifferenzen möglich und zulässig?

  • Wenn alle Entnahmen gemessen werden braucht man dafür eigentlich keine Zulaufmessung. Diese ist gerade bei Warmwasser mit fehlern behaftet. (Thermisch + Verluste über Sicherheitsventile ect.

    Nicht umsonst steht in der HkVo, das Differenzmessungen zu vermeiden sind.

    :thumpsdown:

  • Richtig, die Zulaufmessung fuhrt nur zu Verwirrungen (s.o.).

    Die Zähler haben eine Mindestwassermenge, unter der sie gar nicht anlaufen. Dieser Zustand geringen Durchflusses tritt natürlich bei dem Summenzähler fast nie ein, während ein tropfendes Einlaufventil am Spülkasten sehr häufig auftritt.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Ist soviel Schwund/Verdunstung in Form von Messdifferenzen möglich und zulässig?

    Es handelt sich hier nicht um "Verdunstung" sondern einfach um Messungenauigkeit. Was hier zulässig ist, ist für Europa in der MID (Richtlinie 2014/32/EU) geregelt, siehe Anhang III (MI-001 für Wasserzähler).


    https://eur-lex.europa.eu/lega…=CELEX:32014L0032&from=EN


    Neben den Eichfehlergrenzen gibt es noch die Verkehrsfehlergrenzen die national geregelt sind. Für Deutschland betragen diese das Doppelte der Eichfehlergrenzen.


    Für einen Durchfluss zwischen Q1 (Mindestdurchfluss) und <Q2 (Übergangsdurchfluss) darf der Eichfehler +-5% betragen, der Verkehrsfehler somit +-10%.


    Bei einer Kombination wie von Dir beschrieben, also mehreren Wohnungszählern und einem Summenzähler, wäre die von Dir genannte Messdifferenz denkbar. Man kann die Zähler aber überprüfen lassen, die Kosten trägt der Auftraggeber. Sollte sich herausstellen, dass die Zähler fehlerhaft sind, dann ist der Betreiber verantwortlich, dieser kann sich unter Umständen an seinem "Lieferanten" schadlos halten (Stichwort, Alter der Zähler, Einbau usw.). Achtung, vorher unbedingt klären, wer Eigentümer der Zähler ist. Man sollte sich auch darüber im Klaren sein, dass die Befundprüfung an einem Zähler teurer ist als der Zähler selbst.


    Die Messungenauigkeit ist ärgerlich aber nicht zu ändern, so lange man keine teure Messtechnik verbauen möchte. Andererseits dient die Anzeige meines Zählers nur dazu, meinen prozentualen Anteil (an der Summe der Wohnungszähler) an den gesamten WW Kosten (Summenzähler) zu ermitteln. Die Differenz zwischen Summenzähler und Summe der Wohnungszähler wird also anteilig auf die einzelnen Wohnungen umgelegt.

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  • Alle Zähler wurden 2016 eingebaut und sind bis 2020 bzw. 2021 geeicht.

    Hier gibt es keine Differenzmessungen.

    Es geht um 3 Wohnungen. Davon haben zwei je 2 Warmwasserzähler und die dritte 1.

    Da z. B. in einem Jahr 60 m³ Zulauf gemessen wurden, während die Entnahmen aller 5 Zähler gerade mal 50 m³ ergaben, stellte sich die Frage, ob eine solche „Fehlmenge“ tatsächlich alleine durch erlaubte Messdifferenzen zustande kommen kann.


    Jetzt habe ich noch eine abschliessende Frage an den Moderator:
    Ich verstehe, dass 10% Messdifferenz möglich und zulässig sind.

    Du sagst auch, dass bei einer Kombination wie von mir beschrieben, also mehreren Wohnungszählern und einem Summenzähler, die vonn mir genannte Messdifferenz denkbar ist.

    Gelten diese 10% für jeden einzelnen Zähler, also hier dann 60%?

  • Sagte ich nicht schon, das es ganz davon Abhängig ist was zwischen Zulaufzähler und Aller Messzähler der Wohnungen hängt?

    A) Tollerenzen

    B) Sicherheitsventil

    C) Heizungsnachfüllung,

    D) Gartenwasser

    E) was auch immer.


    Natürlich gibt es Differenzmessung. sie wird aber wohl nicht angewendet. Was mir nicht klar dabei wird, warum überhuapt 2016 ein Zulaufzähler eingebaut wurde.

    Noch als Hinweis! Wer glaubt, das 1m³ Wasser mit 3€/m³ an der Hauptwasseruhr auch 1m³ mit 3€/m³ am Wohnungszähler ist, macht die NK-Abrechnung falsch!

    Verrechnet der Wasserversorger 300m³ mit beispielweise 900€, ist die Nk Abrechnung auf die 900€ zu fixieren und nicht auf die 300m³ oder auf die Summe der m³ aller Zähler. Es ist unzulässig, (als Beispiel) die Summe aller Zähler (als Annahme) 320m³ mit 3€/m³ zu verrechnen.!!

    :thumpsdown:

  • Gelten diese 10% für jeden einzelnen Zähler, also hier dann 60%?

    Das ergibt so keinen Sinn.


    Wenn die 4 Zähler jeder für sich um 10% abweichen. dann weicht auch die Summe um 10% ab.


    Bsp.:

    Zähler1 Soll 50m³, Anzeige 55m³

    Zähler2 Soll 10m³, Anzeige 11m³

    Zähler3 Soll 40m³, Anzeige 44m³

    Zähler4 Soll 50m³, Anzeige 55m³

    Summe Soll = 150m³, Summe Anzeige 165m³


    Dein Fall mit 60m³ auf dem Summenzähler und 50m³ als Summe der Einzelzähler ist denkbar, wenn beispielsweise der Summenzähler eher an der Obergrenze der Toleranz liegt und die Wohnungszähler an der Untergrenze. Es wäre natürlich auch denkbar, dass es Zapfstellen nach dem Summenzähler gibt die durch die Wohnungszähler nicht erfasst werden. Anhand der bisherigen Infos kann man also nicht sagen, dass ein Zähler fehlerhaft ist (darauf möchtest Du wohl hinaus).

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  • Vielleicht noch als Ergänzung.


    Falls Du Zähler überprüfen lassen möchtest, dann rufe mal beim Eichamt in Köln an (sofern Deine Ortsangabe korrekt ist).


    selbstdarstellung-bs-ea-koeln-2017-10-16.pdf


    Dort kann man Dir genau sagen, mit welchen Kosten gem. Gebührenordnung zu rechnen ist. Du kannst dort auch vorbei gehen, und normalerweise ist auch die Anwesenheit während der Prüfung möglich. Ob Letzteres aktuell wegen Corona gestattet ist. das wird man Dir am Telefon sagen können. Ich würde mal mit Kosten von ca. 150,- € für eine Befundprüfung mit Prüfschein rechnen, aber ein Blick in die Gebührenordnung sorgt für Klarheit. Warmwasserzähler kosten geringfügig mehr als Kaltwasserzähler.


    Zu den o.g. Kosten musst Du noch mit Montagekosten durch einen Heizungsbauer rechnen, aber nicht vergessen, vorher muss der Eigentümer zustimmen, Du darfst nicht so einfach einen Zähler ausbauen (lassen).

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  • Wozu denn den ganzen Aufwand treiben?

    Ich hatte doch schon geschrieben, welch großen Schlupf die Trockenläufer haben und dass die eine gewisse Mindesdurchlaufmenge brauchen, um überhaupt anzulaufen.

    Das alles kann der TE mit einem Eimer selbst überprüfen.

    Ähnlich der Heizung sollten die Dinger besser Wasserkostenverteiler heißen.




    Wenn Dich ein Laie nicht versteht, so heißt das noch lange nicht, dass du ein Fachmann bist.



    M.G.Wetrow

  • Erst mal Grundlegendes klären:


    Wer ist "wir", was ist "unser Haus"?

    Bist Du/seid Ihr Eigentümer? Wenn ja, des ganzen Gebäudes oder nur einer (Eigentums-)Wohnung?

    Oder Mieter?


    Wie viele Wohneinheiten?

    Wie viele der "1,5er"-Unterzähler gibt es (fürs Warmwasser)?

    Denn deren "Anlaufverluste" addieren sich (absolut, nicht nur prozentual)!


    Wer erstellt die Abrechnung?

    Wird diese korrekt erstellt (also das Meßergebnis des Haupt-WW-Zählers NICHT in irgend einer Weise berücksichtigt oder höchstens für die Ermittlung des Energieanteils der Trinkwasererwärmung)?


    Gibt es einem Wärmemengemesser für die Ladung des Trinkwaserspeichers?


    Wie wird der Verbrauchsanteil der Heizkosten ermittelt (Heizkostenverteiler als Verdunster bzw. elektronische) oder Wärmemengenmesser?


    Sind die Zähler gemietet oder gekauft?