Schlitze für Elektroleitung haben Stahlbewehrung freigelegt

  • Hallo zusammen,


    mal zwischendurch etwas außerhalb unserer Probleme mit dem Flachdach:


    Die Elektriker haben die Schlitze für die Leitungen im Rohbau gemacht. Leider mussten an zwei Stellen auch in Stahlbetonteilen gebohrt und geschlitzt werden. Einmal handelt es sich um einen vertikalen Schlitz in einer Betonstütze (Fensterlaibung für Hebe-Schiebe-Anlage). Dort wurde entlang des Schlitzes Bewährungsstahl freigelegt. Es handelt sich um horizontale Stahlringe, die quasi um die dicken senkrechten Bewehrung-Stäbe verlaufen. Der Schlitz ist etwa 3-4cm breit und nun sieht man halt dort alle 15-20cm von unten nach oben diese Stahlringe bzw. 3-4cm von diesen.


    Die Wand wird dort jetzt im nächsten Schritt verputzt. Jetzt frage ich mich, ob man zum Schutz des Stahls noch etwas vorher unternehmen sollte, oder ob das irrelevant ist.


    Danke und viele Grüße!

  • Ein Hurra auf die (fehlende) Planung. Hier wären Leerrore angesagt gewesen.


    Die Bügel sind Teil der Tragkonstruktion.

    Ob die Stütze auch mit "zerschnittenen" Bügeln funktioniert, kann nur der Statiker vor Ort beurteilen. Hängt von Belastung, Stürtzlänge usw. ab.


    Sofern die Stütze noch funktioniert, kann der Schlitz mit einem Zementmörtel geschlossen werden.

    Auf keinen Fall den Elektrischen mit Gips ranlassen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ja fehlende Planung ein Dauerbrenner bei unserem Bau.


    Die Bügel sind immerhin nicht durchgeschnitten, quasi "nur" die Oberseite sichtbar. Der Elektriker hat also gerade tief genug zum Freilegen der Oberseite des blanken Stahls geschlitzt.


    Zementmörtel wäre also zum Auffüllen am besten. Was ist, wenn die Putzer diesen Schlitz jetzt auch mit Putz zukleistern? Das werden die bei den Schlitzen im Mauerwerk so handhaben...

  • Es geht vorwiegend um den Korrosionsschutz.

    Das übernimmt normalerweise der Beton. Deshalb Zementmörtel und keinen Kalk oder gar Gips.


    Den Korrosionsschutz kann man aber auch durch entsprechend geeignete Anstriche aus Betoninstandsetzungssystemen hinbekommen. Nur fehlt da eigentlich dann der systemspezifische weitere Aufbau.


    Da Dein Architekt ja anscheinend nicht so besonders gut ist, würd ich den Statik mit ins Boot holen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Danke für eure Hinweise: Also ein Auffüllen mit Innen-Putz wäre schon einmal schlecht und ich muss das verhindern? Ich muss das recht konkret wissen, da die Pützer die Tage anrücken...


    Statiker muss ich dann also noch befragen.

  • Danke für eure Hinweise: Also ein Auffüllen mit Innen-Putz wäre schon einmal schlecht und ich muss das verhindern? Ich muss das recht konkret wissen, da die Pützer die Tage anrücken...

    Das geht sogar sehr konkret: Ja, unbedingt verhindern!

  • Leider wurden schon wieder Fakten geschaffen, bevor ich eingreifen konnte... Die Stahlbewehrungsringe liegen jetzt ca. 5cm unter einer Putzschicht.

    DU bist Bauherr?

    Was für eine Putzschicht?

    DU bist der, der bestimmt was gebaut und vertragsgerecht ist.


    Tausche den "Arichtekten".

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    5.Mose 27:18

  • naja, so einfach ist das nicht ( Tausche den Architekten) Bzw. ist da überhaupt jemand? Wie ist das Vertragsverhältnis?


    Aber jetzt schau mal, das Du den Statiker herbekommst. Wichtig! Mit dem klärst Du das weitere Vorgehen.

    .

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  • so schnell kommt man von einem technischen problem zu einem mindestens organisatorischen, wenn nicht juristischen problem...


    ohne zu wissen, wer (a., twp?) wie (direkt, indirekt) mit was (welche leistungsphasen) von wem beauftragt ist (oder auch nicht), liegt den meinungen zum weiteren bauprozess was zugrunde? genau .. nichtwissen. keine gute basis.


    apropos "statiker holen": wenn bei einem meiner bauwerke tatsächlich sowas wie oben passiert, ist die ansage gaaaanz einfach. der verursacher soll gefälligst ein belastbares sanierungskonzept vorlegen (und ggfs. danach sanieren lassen). kosten für sonderfachleute auf bauherrenseite (zur prüfung und weil die helden der stützenzerstörung sowas eh nicht organisiert kriegen: instandsetzungskonzept, überwachung!) dürfen zu lasten des verursachers gehen.

  • Hi zusammen,


    also wir bauen ja mit Architekt in Einzelvergabe. Die Statik hat ein externes ING Büro gemacht. Gerade mit denen telefoniert. Ich sollte Fotos schicken und die schauen sich an, ob das so bleiben kann, oder nicht. Schonmal hilfsbereit.


    Ich halte euch auf dem Laufenden, wie es weiter geht...


    Danke!