Putz bröckelt ab im Sockelbereich Balkon

  • Hallo zusammen,


    bereits vor ca. 2 Jahren fing der Putz an manchen Stellen leicht an abzubröckeln, ich hatte dann letztes Jahr eine Rinne vorgebaut und die Noppenfolie angebracht, der Balkonbelag ist auf Split verlegt.

    Ursache wird vermutlich aufsteigende Feuchtigkeit sein, wie sollte das vermieden bzw. instandgesetzt werden?


    Vielen Dank im Voraus für Rückmeldungen

  • Off-Topic:

    Ursache wird vermutlich aufsteigende Feuchtigkeit sein


    So ist es, Ursache richtig erkannt.


    Der Putz steht wahrscheinlich auf der wasserführenden Abdichtung des Balkons auf und bindet in die Splittschicht ein. Es dürfte der Feuchteschutz aus z.B. einer Dichtschlämme, die den Putz von unten und seitlich bis mindestens 5 cm über OK Belag gegen Feuchtigkeit schützt fehlen. Insofern saugt sich der Putz mit Wasser voll. Kommt dann Frost, gefriert der durchfeuchtete Putz. Durch Volumenvergrößerung verliert der Putz die Lust, an der Wand haften zu bleiben. Er wird abgesprengt ---> Ergebnis siehst Du oberhalb des Belags.


    Der fehlende umlaufende Feuchteschutz muß nachgerüstet werden.

  • Ursache wird vermutlich aufsteigende Feuchtigkeit sein, ...

    Jein, die eigentliche Ursache ist die mangelhafte Abdichtung des Sockels. Die gilt es fachgerecht herzustellen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Eine " ( Vertikal-) Abdichtung " sollte der TE hinter dem Putz selbstverständlich auch noch haben. Hier geht´s allerdings nicht um " Abdichtung ", sondern um den fehlenden Schutz des Putzes gegen Feuchtigkeit.


    Ist ein eigenständiges Kapitel und gehört eigentlich nicht in die Normung zur Bauwerksabdichtung.

  • Danke für die schnelle Antworten.

    d.h. hätte in den Planungsumfang des Architekten gehört?

    Der war bis LP9 beauftragt, Abnahme des Gebäudes war vor knapp 10 Jahren, macht es da noch Sinn, da hinterherzugehen oder ist die Gewährleistung sowieso abgelaufen?


    Reparatur wäre nach Ausbesserung des Putzes die Dichtschlämme und dann erst die Farbe?

  • Wenn der Archi auch die LPH 9 beauftragt hatte, dann begann die5-jährige Verjährung erst mit dem Ablauf der Gewährleistungsfrist der zuletzt abgenommenen Handwerkerleistung. Also rund 10 Jahre nach endgültiger Fertigstellung und Abnahme. Bitter und aus diesem Grund wird die LPH 9 heute von kaum einem Archi noch übernommen.


    Kosten für Abräumen und Wiederverlegen des Belags + Putzüberarbeitung wäre, weil Ausschreibungs- und/oder Bauüberwachungsfehler, Sache des Archis. Zusätzlicher Feuchteschutz wäre Sowieso-Kosten und daher Dein Bier. Anstrich über Sockelputz wieder Archi ( es sei denn es hätte jetzt nach 10 Jahren eh neu angestrichen werden müssen ).


    Jetzt mußt Du rechnen und sicherheitshalber natürlich nochmals den Archi-Vertrag genau durchlesen ( lassen ).


    Die Sanierung ist keineswegs trivial. Du mußt den Putz restlos oberhalb der Horizontalabdichtung des Balkons so weit entfernen, dass Du das WDVS und den Putz auch von der Unterseite mit der Dichtschlämme " einpacken " kannst. Ist hierfür die Aufbauhöhe des Balkons nicht vorhanden, hilft nach der Putztrennung nur noch eine umlaufende verkleidung mit einem Zinkblech.


    Noch besser wäre natürlich ein wärmegedämmter Sockelanschluß = Vertikalabdichtung wird vor der Dämmung der Wand bis 15 cm über OK fertiger Belag hochgeführt und davor gibt ein Trittblech zur Kaschierung der Abdichtung. In diesem Fall wird muß der Balkon fast komplett erneuert werden. Wenn es ansonst eine Wärmebrücke mit der Gefahr des Tauwasserausfalls in dem angrenzenden Raum geben sollte???

  • okay, also ist der Aufwand doch grösser, als auf den ersten Blick angenommen.


    Ich habe bereits mal dem Architekten eine email geschrieben, aber bisher hat er sich mit einer Reaktion zurückgehalten.

    Um die Verjährung zu vermeiden, empfiehlt sich ein Anschreiben per Einschreiben mit Rückschein?