Neubau /Sanierung selber durchführen Baurecht

  • Hallo Ihr lieben,

    Ich habe da mal ne Frage:

    (Ich weis im Netz gibt es schon ähnliche Fragen, aber richtig beantworte wurde es nicht )


    Wenn ich einen Haus Renovieren / Neubauen möchte darf ich dann alle arbeiten

    (Ich meine damit auch wirklich alle arbeiten vom Mauer, über Elektrik , wasserleitungen und Dachdecker arbeiten ) selbst durchführen ?

    Also arbeiten die , wenn man sie gewerblich macht einen Meitertitel voraussetzen.

    es geht ums Prinzip uns die Rechtliche Lage.


    Wir müssen ja hier zwischen Haus sanieren / Renovieren

    und Haus Neubau unterscheiden.

    Denn (bei einer Renovierung , brauche ich ja z.B keine Zähler installieren und deswegen abnehmen lassen , und deswegen auch kein meister titel . oder ?


    Also folgender 1. fall :

    Haus kaufen und Renovieren,

    Dach wird neu gemacht (sparen , Dämmung .etc )

    Elektrik wird neu verlegt.

    Wasser Leitungen werden neu verlegt .

    Ist dies Rechtlich erlaubt ohne einen Meister hierfür zu beauftragen ?

    Wenn man selbstständige einfache helfer (Ohne Meister titel) hat die man bezahlt .

    Der Unterschied zu Fall 2 (Neubau) ist, dass hierbei die alten Zähler für Gas / Strom ja bestehen bleiben und nichts neu beantrag werden muss.


    nun 2. Fall

    Haus wird neugebaut

    Mauerarbeiten selber machen mit Helfer.

    Elektroarbeiten selber machen mit Helfer .

    Dacharbeiten selber machen mit Helfern.

    Gas und Wasser leitungen selber machen mit helfern.

    Also alles Tätigkeiten mit Meistetitel, aber es geht ja darum dass man sein eigenes Haus macht .

    Hierbei müssen die Zähler für Gas und Strom ja beantrag werden, und dafür brauche ich ja dann jemanden mit Meister oder ?

    und wie sieht es mit Mauer und dacharbeiten aus? muss man dafür auch irgendwas beantragen ?



    Vielen Dank

    Marie

  • Solange Du für Dich arbeitest, ist es kein Problem.


    Helfer bei der Berufsgenossenschaft anmelden und gut.


    Probleme wird es bei den Versorgern und beim Bezirksschornsteinfegermeister geben.

    Die Versorger schließen nicht an, wenn hinter der Installation kein Fachbetrieb steht und der Schornsteinfeger nimmt nicht ab, ohne Fachbetrieb dahinter. Auch die Hofzufahrt kann, da wo der öffentliche Bereich berührt wird, problematisch werden.


    Ansonsten gibt es nur Ärger, dann aber richtigen, wenn etwas passiert.

    Zudem ist nichts mit Gewährleistung und den Zeitfaktor sollte man nicht unterschätzen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Ich meine damit auch wirklich alle arbeiten vom Mauer, über Elektrik , wasserleitungen und Dachdecker

    Um all das technisch korrekt planen zu und selber ausführen zu können müsste man schon ein echtes Multitalent sein!


    Ich kann zB ein Haus planen. Ich könnte möglicherweise auch die ein oder andere baulich relevante Tätigkeit so solide ausführen, dass es zumindest zufriedenstellend für mich wäre.


    Ich könnte definitiv nicht ein Dach erneuern/ neu decken oder Elektro- o. Sanitärleitungen verlegen. Und dies obgleich ich mir selber eine gewisse Fachkenntnis attestieren würde.


    Euer Endergebnis könnte es evtl. später zu einem der Privatsender schaffen, in denen dann Bauruinen irgendwie geradegebogen werden...wäre doch schade darum, oder?


    Was de Bakel bzgl. Fachbetrieben schrieb muss ich jetzt ja nicht wiederholen.


    In Summe erscheint mir Euer Anliegen im besten Falle abenteuerlich, im schlimmsten Falle existenzbedrohend.


    Vor 50 Jahren wäre das Mauern eines Hauses (Euer Fall 2) noch relativ gut gegangen. Es gab wenige unterschiedliche Steinsorten mit idR recht üppigen Lastreserven. Selbst etwas planerisch Unkorrektes hielt auf wundersame Weise dennoch. Heute sind Baustoffe optimiert, müssen dafür aber auch genauso korrekt verbaut werden.

  • Zunächst mal danke für die Antworten.

    Es geht mir hierbei auch grunsätzlich um die rechtliche Lage als um das alles wirklich selber meistern zu können.

    @ Thomas na dann hoffe ich mal das wir , falls wir es zu den Pivatsendern schaffen sollte, auch ne gute Entschädigung für die Drehgenehmigung bekommen :D


    Ok Verstehe, also kann ich mit einem Architekten zunächst die Baugenehmigung machen, falls das klappt,

    darf ich dann von Null aus alles selber machen mit helfern (Klar, an die Versichrung denken )

    brauche ich zwingen einen Bauleiter hierfür?


    Wie meinst du das mit der Hofzufahrt ?

    könntest du das bitte näher erläutern? Also was kann man der an der Hofzufahrt machen dass den öffentlichen Bereich berührt?

    Einen Zaun installieren, meinst dud as ?





    Rein rechtlich darf ich das also ,Es gibt also kein Gesetzt/Paraggraphen der sagt, man darf nicht sein einene Wände Mauern/Dach Decken, Elektrik Machen, Heizung .Wasser Leitungen verlegen ?

    Nur wenn man es gewerblich macht braucht man einen Meistertitel , richtig?

    Denn das internet ist ja auch voll mit Anleitungen, wie man das alles selber machen kann. Auch auf den Seiten von Baumärkten und Herstellern, von daher darf man das-hätte ich auch gedacht.


    Den Meister braucht mal also für die Abnahmen der Strom und Gas/Wasser Zähler.

    Gibt es auch abnahmen für Mauern und Dach?

    Also muss man der Behörde vorzeigen dass ein Meister die Mauern gemacht hat oder den Dach gedeckt hat?


    LG

  • Ja, Mara, so sehe ich das. Du darfst das fast alles. Elektor/ Heizung/ Sanitär bedürfen eines Freiwilligen der die fachgerechte Ausführung bestätigt (und dann dafür auch seine Rübe hinhält). Den Rest darfst Du meines Wissens selber machen. Bist dann aber auch umfänglich selber für alles verantwortlich. Dabei geht es dann aber nicht nur darum, dass die Wände gerade gemauert werden (das ist im Zweifelsfall dein Problem, wenn es nicht gerade ist....kann ja auch chique aussehen, wenn's gewollt ist ;) ), sondern es geht auch um die Baustellensicherheit (Unfallverhütungsvorschriften usw.). Ist eine Fachfirma am Werkeln, so darf man davon ausgehen, dass die, weil ja Fachfirma, schon wissen was zu tun ist. Ist dann noch ein Bauleiter vor Ort, sollte eigentlich nichts schief gehen (andererseits sagt Murphys Law etwas anderes...).


    Macht man alles selber, ist man auch selber für alles verantwortlich. Tritt ein Bauhelfer (= Laie) in einen Nagel und verletzt sich (keine Sicherheitsschuhe an), so kann es auf Dich/ Euch zurückfallen. Fällt einer vom Gerüst, weil Gerüst nicht fachgerecht ausgebildet war: Euer Problem. Usw. usf.


    Auf jeden Fall musst Du die Bauhelfer bei der Bau-Berufsgenossenschaft anmelden und für deren Versicherungsschutz zahlen. Inwieweit dieser greift und ob es Fachkräfte vor Ort bedarf, würde ich bei denen mal nachfragen. Das Risiko für Euch und für die Versicherung steigt natürlich im selben Maß wie Fachwissen fehlt.

    (Mit Fachwissen meine ich hier explizit nicht die Erfüllung AaRdT, sondern wirklich "nur" das Unfallrisiko).

  • Ich hatte Deine Frage so verstanden, dass es um die theoretische Möglichkeit geht.


    Lies Dir mal den 7 Teil der NBauO durch.

    VORIS NBauO | Landesnorm Niedersachsen | Gesamtausgabe | Niedersächsische Bauordnung (NBauO) vom 3. April 2012 | gültig ab: 13.04.2012

    Besonders interessant ist dabei:

    Das heißt, immer dann, wenn sich später herausstellen sollte, dass Bauteile oder auch nur eine wesentliche Beschaffenheit von der BauO oder ihren nachgeordneten Regelwerken abweicht, Du dafür allein in der Haftung bist.


    Für die Richtigkeit von etwas zu haften, was man nicht kennt ... würde ich mir als Baulaie ersparen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


    Der Betreiberverein dieses Forums freut sich über Spenden von Fragenden, denen hier kostenlos geholfen wurde. Kurze Wege führen über Paypal oder eine Banküberweisung.

  • Skeptiker


    Die gilt ja für Unternehmer.

    Wenn man ein Gewerbe hat in dem man Dächer Deckt, dann braucht man einen Dachdeckermeister.

    Aber wenn es um das eigene Haus geht, ist man ja Bauherr und kein Bauunternehmer, oder?

  • Skeptiker


    Die gilt ja für Unternehmer.

    Wenn man ein Gewerbe hat in dem man Dächer Deckt, dann braucht man einen Dachdeckermeister.

    Aber wenn es um das eigene Haus geht, ist man ja Bauherr und kein Bauunternehmer, oder?

    Falsch.

    "Dieses Gesetz gilt für bauliche Anlagen, Bauprodukte und Baumaßnahmen. Es gilt auch für andere Anlagen und Einrichtungen sowie für Grundstücke, an die in diesem Gesetz oder in aufgrund dieses Gesetzes erlassenen Vorschriften Anforderungen gestellt werden."

    § 1 (1) NBauO


    "Die Bauherrin oder der Bauherr einer nicht verfahrensfreien Baumaßnahme hat zu deren Vorbereitung, Überwachung und Ausführung verantwortliche Personen im Sinne der §§ 53 bis 55 zu bestellen, soweit sie oder er nicht selbst die Anforderungen nach den §§ 53 bis 55 erfüllt oder erfüllen kann."

    § 52 (2) NBauO


    Wenn Du also in Eigenleistung tätig wirst, bist Du auch Unternehmer im Sinne der NBauO und musst die entsprechenden Pflichten erfüllen.


    Oben ist der Link. Ließ bitte erstmal.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Also, für die Planung und Statik brauchst Du ggfs. eine vorlageberechtigte Person und die Gewerke, die Thomas schon aufgeführt hat.


    Ansonsten kann ich nur sagen, es ist ein freies Land, wir dürfen sehr vieles und müssen ziemlich wenig. Das ist einer Gründe warum ich bei meiner privaten Haftpflichtversicherung auch den Fall eingeschlossen habe, dass mir von einer nicht versicherten Person ein Schaden zugefügt wird.

    The avoidance of taxes is the only intellectual pursuit that still carries any reward.
    - John Maynard Keynes -

  • Nun will die TEin aber einer Tätigkeit nachgehen, von der sie offenkundig sehr wohl weiß, dass sie diese, zumindest nach unseren Richtlinien, nicht "kann" (= nicht erlernt hat, kein Zeugnis vorweisen kann). Das wäre mir so lange egal, so lange es das eigene Eigentum (Baustelle) betrifft. geht da was in die Brüche, ist man eben selber schuld, hat (neben dem Spott) auch noch den Schaden.


    Etwas schwieriger wird es bei der Verhinderung von Schäden an fremdem Eigentum oder an fremden Personen (Helfern?).


    Kann man das, trotz eines eklatanten Mangels an Fachwissen, einfach "machen". "Ich mach das!" ?


    Natürlich kann man sich Helfer hinzubitten, die durch intensives Studium, von Youtube-Videos meinen eine gewisse Fachkenntnis erworben zu haben. Aber wie sieht es mit Dingen wie Baustellensicherheit, Herstellen einer Baugrube usw. aus (Böschungswinkel? Berme? Sicherung der Böschung? Absturzsicherung(en); deren fachgerechte Befestigung?).


    Oder die Geschichte mit dem Dachstuhl? Jemand der schwindelfrei ist mag die Grundvoraussetzungen haben, an Fachwissen dürfte es dennoch mangeln.


    Wer also als "blutiger Anfänger" an so ein Werk geht....hat der dann Versicherungsschutz? Versicherungen schließen m.W. häufig grobe (!) Fahrlässigkeit aus.

  • im Sinne der §§ 53 bis 55 zu bestellen, soweit sie oder er nicht selbst die Anforderungen nach den §§ 53 bis 55 erfüllt oder erfüllen kann

    Nun kann es ja durchaus sein, dass einer der "Helfer" über entsprechende Fach- u. Sachkunde verfügt.


    Ob der dann damit einverstanden ist, dass er im Falle des Falles dafür wird gerade stehen müssen, steht auf einem anderen Blatt.

  • Füe einen Neubau brauchst Du einen Bauantrag und auf dem Antragsformular wird nach einem Bauleiter gefragt. Das kannst Du wahrscheinlich nicht sein. Für die Anträge Elt, Wasser (und ggf. Abwasser) brauchst Du einen Konzessioninhaber. Du wirst keine Konzessionen haben.

    Reicht ?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Skeptiker Die gilt ja für Unternehmer. Aber wenn es um das eigene Haus geht, ist man ja Bauherr und kein Bauunternehmer, oder?

    Lies die Definitionen der NBauO und die Aufgabenverteilung:

    Wenn Du keine Unternehmer nach § 54 NBauO bestellst, übernimmst Du deren Aufgaben selbst. Wenn Du die hierfür erforderliche Qualifikation weder dem Wissen nach noch formal besitzt, stehst Du vor einer sehr großen Herausforderung - eigentlich vor einer Unmöglichkeit.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Naja, was die Technik angeht, so kann man diese auch selber machen. Man muss nur mit einem Fachbetrieb zusammen arbeiten, damit dieser die Arbeiten auch abnimmt, damit der Versorger die Bude auch anschließt. Das Problem sehe ich nur darin, dass man z.B. als nichtgelernter Elektriker kaum eine Installation hin bekommt, die ein Meister auch abnehmen würde. Das andere Problem ist einen Fachbetrieb zu finden, der bereit ist einen zu begleiten, abgesehen davon, dass es auch nicht so billig ist. Dann kann man es gleich vom Fachbetrieb ausführen lassen. Das Eigenbau hat in den 50ern noch funktioniert, vielleicht noch 60er, aber inzwischen sind die Anforderungen so groß, dass es kaum durchführbar ist. Bedenke wie viele Mannstunden es braucht ein komplettes Haus zu bauen, mit allem drum und dran. Zeit hat man nur am Feierabend und am Wochenende. Da ist man vom Arbeiten eh fertig und darf noch daheim schuften. Das hält man nicht lange durch. Das andere Problem sind die Bekannten die helfen. Wie lange werden die durchhalten, so just for fun? Irgend wann wenn es ihnen zu viel wird wollen die auch Kohle sehen und dann wird es rechtlich interessant.


    Also kurz: Vergiss es!

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • Wie ist das mit Spätfolgen? Angenommen, das Haus wird in 10 Jahren (ohne anfängliche Verkaufsabsicht) verkauft und dem Käufer fällt dann später ein Balken auf den Kopf. Dabei wird festgestellt, dass der Balken nicht fachmännisch eingebaut war.

  • Wie ist das mit Spätfolgen? Angenommen, das Haus wird in 10 Jahren (ohne anfängliche Verkaufsabsicht) verkauft und dem Käufer fällt dann später ein Balken auf den Kopf. Dabei wird festgestellt, dass der Balken nicht fachmännisch eingebaut war.

    § 319 StGB

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Alles Klar, Also man darf es, nur könnte ( wird !) es schwer ..

    Das Thema hat sich dann damit geklärt , Danke euch :)