Dachuntersichten verfärben sich, bitte um Hilfe bei Ursachenforschung

  • hallo zusammen,


    dies ist mein erster beitrag hier und ich würde mich freuen, wenn ihr mir helfen könntet. falls infos fehlen, lasst es mich bitte wissen.


    kurz zu meinem anliegen:


    wir haben ende 2017 mit dem hausbau begonnen. das dach samt dachuntersichten aus dreischicht holzplatten wurde mitte dezember 2017 fertiggestellt. seit letztem herbst stelle ich verfärbungen an den dachuntersichten fest. diese sind überall rund um das haus zu sehen. mal mehr, mal weniger. ich kann mir bisher keinen 100% schlüssigen reim drauf machen. der rohbauer, der die untersichten und das dach mit machte, meinte nur "ist halt holz". unser architekt brachte das thema feuchtigkeit ins spiel. fragt sich nur, wo die herkommt.


    der aufbau des ganzen dachs, von innen nach außen, ist folgender maßen:

    rigips decken

    dampfbremsfolie

    24cm sparren mit zwischensparrendämmunng

    6cm weichfaserplatte

    dörken delta foxx unterspannbahn

    konterrahmen / lattung

    nelskamp f 8 1/2 ziegel


    die dachuntersichten sind traufseitig an den konterrahmen der lattung geschraubt, giebelseitig wurde die lattung zur befestigung genutzt. die unterspannbahn liegt auch auf den untersichten auf.


    die untersichten wurdem vom rohbauer vorgestrichen. allerdings, wie mir scheint, nur auf der sichtseite. nicht an den stirnseiten oder oben. der verputzer hat dann 2x deckend mit acrylfarbe gestrichen. sagt er. dabei war ich nicht. den gegenbeweis kann ich momentan nicht antreten.




    ich habe einige bilder gemacht und hoffe, man erkennt was. zum einen sieht man die gelblichen / bräunlichen verfärbungen. zum anderen erkennt man hoffentlich, dass man die einzelnen streifen der 3S-platten teils sehr deutlich erkennt.


    hat da "nur das holz die farbe gesaugt" oder liegt da ggf. was größeres vor?


    ich freue mich auf eure beiträge und bedanke mich schon einmal


  • ja. der ergab einen wert von 0,4. die einheit kenne ich nicht. aber war wohl ziemlich gut und wäre noch besser ausgefallen, wenn die kellertüre nicht etwas mehr luft durchgelassen hätte als normal. was aber bekannt und in dem fall wurscht war. warum fragst du?


    wir haben eine überdachte terrasse. die überdachtung läuft nach der hauswand weiter über die terrasse, das haus ist dort quasi 1/3 überdachte terrasse, 2/3 wohnen / essen. dort, an der terrasse, sieht es genau so aus wie beim rest

  • Euer Holz wurde augenscheinlich mit einem Acryllack gestrichen. Hier drücken

    sich dann nach und nach Holzinhaltstoffe durch.

    Gerade bei Acryllacken sind dringend die Herstellervorschriften bezüglich

    der Ausführung zu beachten.

    Sonst passiert genau dies!



    LG Oliver

  • wir hatten auch gelbliche Verfärbungen bei unserer weißen Holzfassade.

    Gestrichen mit Acryldispersion.


    diese sind nach einiger Zeit wieder verschwunden. Warum, vermag ich nicht zu sagen. Ausgeblichen von der Sonne?

  • wir hatten auch gelbliche Verfärbungen bei unserer weißen Holzfassade. Gestrichen mit Acryldispersion. ... sind nach einiger Zeit wieder verschwunden. Warum, vermag ich nicht zu sagen. Ausgeblichen von der Sonne?

    Ich meine mich an eine mir damals obskur erscheinende Geschichte zu erinnern, mit der mir ein Malermeister Vergilbungen von weißen Acryllacken erklären wollte. UV-Licht hatte auch damit zu tun. Ich habe sie nicht verstanden und mir entsprechend auch nicht gemerkt.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Abtropfendes Kondesat aus Luftundichtigkeit wäre als Ursache denkbar gewesen. Aber so - nicht.

    danke. dann wäre das kondensat sogar durch die 10cm styrodur-verkleidung vor den sparren bzw. durch die weichfaserplatten gegangen. meinst du es lohnt sich, zur sicherheit mal den putz an 1-2 stellen abzuklopfen bis ich an der styrodur-isolierung bin und ggf noch etwas tiefer rein zu gehen?

  • Ich würde mal den Erbauer fragen was genau er für einen Beschichtungsaufbau ausgeführt hat.

    Dieses Schadensbild kann auftreten wenn z.B. keine passende Grundierung/Absperrung aufgebracht wurde.

  • was würdet ihr tun?


    die 3S-platten kann ich nicht wegmachen. die sind fest. aber ich überlege gerade, ob ich kunststoffverkleidungen drüber mache. gegen direkte bewitterung ist das dann ja geschütz. luftfeuchtigkeit bekommen die bretter immer noch ab. soll ich da vorher nochmal drüber streichen?

  • Wäre nicht das erste Mal, dass an Dachuntersichten Kondensatbildung entsteht.

    Abhängig vom Beschichtungsmaterial (was ist da wirklich drauf?) könnte das Kondensat einziehen und beim Verdunsten, Holzinhaltstoffe mit an die Oberfläche transportieren.


    Ich meine mich an eine mir damals obskur erscheinende Geschichte zu erinnern, mit der mir ein Malermeister Vergilbungen von weißen Acryllacken erklären wollte. UV-Licht hatte auch damit zu tun. Ich habe sie nicht verstanden und mir entsprechend auch nicht gemerkt.

    Ich denke er meinte "Alkyd"harzlacke bzw. Ölfarben.

    Da gab es (gibt es manchmal immer noch) eine sogenannte Dunkelvergilbung.

    Das hat mit Ölen bzw. den Fettsäuren zu tun, worauf ich jetzt nicht näher eingehe.

    Das heißt, wenn da z. B. Türen längere Zeit in einem dunklen Keller aufgehoben wurden,

    sind die oft deutlich dunkel und auch gelb geworden.

    Wenn die dann längere Zeit wieder im (UV)Licht waren, haben sie nahezu original ihre ursprüngliche Helligkeit wieder erreicht.

    Gruß Werner :)

  • hallo zusammen,


    das thema lässt mir noch nicht so recht ruhe und ich wollte das mit dem von der dampfbremse abtropfenden kondensat, auch wenn es anhand des blower door test ergbnisses eher ausgeschlossen ist, nochmal kurz verifizieren.


    ich hab euch den schematischen aufbau vom dach mal angehängt und ein bild aus der bauphase, wo man es von außen sehen kann. meine frage ist, wäre es möglich, dass bei der konstruktion abtropfendes kondensat der dampfsperre die ursache für die verfärbungen sein könnte?


    vielen dank für eure antworten, auch die bisherigen, ihr seid klasse!


  • ... wäre es möglich, dass bei der konstruktion abtropfendes kondensat der dampfsperre die ursache für die verfärbungen sein könnte?


    Möglich ist immer fast alles und im Konjunktiv sowieso.


    Aber noch einmal zur Klarheit: Ist es eine Dampfbremse (Skizze) oder eine Dampfsperre (Text)?

    Wie soll Kondensat vom unteren Ende einer Dampfsperre (ich folge mal dem Text) abtropfen, durch den Wandaufbau nach außen und dann am Styrodur der außenseitigen Dämmung hoch zum fleckigen Holz kommen - und nur dort hin?


    Ich würde eher über einen Weg oberhalb der Unterspannbahn nachdenken.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • danke euch beiden. dass die gelbverfärbungen eher aus dem holz zu kommen scheinen, war bisher als wahrscheinlichste lösung angesehen worden. dafür spricht zumindest, dass die verfärbungen je ein brett der untersichten umfassen und wie mit dem lineal gezogen sind. seht ihr das nach wie vor so? zumal die dampfsperre, keine bremse, (mein fehler) aufgrund des blower door test dicht zu sein scheint, hatten man ja schon vermutet


    denn


    Ich würde eher über einen Weg oberhalb der Unterspannbahn nachdenken.

    wenn ich das richtig verstehe, müsste ja feuchtigkeit, wenn es daran liegt, durch die unterspannbahn kommen. diese ist aber dicht. laut hersteller regendicht klasse 2. was mich in dem fall dann stutzig macht, ist, dass es giebel- wie traufseitig auftritt und teils sogar direkt am giebel oben anfängt. direkt an der hauswand ist bei den extremsten verfärbungen nix zu sehen. die gehen erst ein paar cm weiter los.


    Bei Luftundichtigkeiten - ja. Warum sollte es ausgeschlossen sein?

    da ich es nicht weiß, bin ich ja hier :)




    was würdet ihr tun? ich kann / will das dach von oben her ungern aufreissen. da ist alles geklammert und die regendichte unterspannbahn drunter.


    wenn ich vom haus innen, trotz kontrollierter wohnraumlüftung und ohne dachboden da alles bis zum giebel offen ist, feuchtigkeit von innen nach außen hätte, dann müsste doch auch die dachdämmung schimmeln, oder? die dämmung ist jetzt seit 2 jahren drin. ich hab einen raum, wo ich die rigipsdecke runter machen könnte, wo es nicht so stört. sollte ich diesen weg gehen und mal reinschauen?

  • sorry, kleine korrektur! ich hab eine dampfbremse drin. in der rechnung steht dampfbremsfolie sd-wert ca. 100. stöße mit siga krall abgeklebt. verklebung mit kartuschenkleber an den wänden und tackerband unter den tackerklammern. so steht es in der rechnung

  • wenn ich das richtig verstehe, müsste ja feuchtigkeit, wenn es daran liegt, durch die unterspannbahn kommen. diese ist aber dicht. laut hersteller regendicht klasse 2.

    Dass die Unterspannbahn dicht ist, habe ich nicht bezweifelt. Die Frage ist nur, wo sie endet. Sie soll ja gewährleisten, dass unter die Deckung gelangte Feuchtigkeit sicher in die Traufe / Regenrinne abgeleitet wird.


    Wenn die Unterspannbahn nun aber schon vor der dem Traufblech endet,



    also auf den Positionen 1, 2 oder 3. so könnte dies Deine Verfärbungen erklären.


    Als eine andere Möglichkeit sol,lte man überprüfen, ob es an den "Dachuntersichten", wie Du sie nennst zur Kondensation kommt und das Kondensats dann zur Fleckenbildung führt. Als Quelle warmer, feuchter Luft wären z.B. Badezimmer- oder Küchenfenster denkbar.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • danke dir. die unterspannbahn geht bis zu den außenkanten der dachuntersichten (hab ich da den falschen fachbegriff?). daher ist feuchtigkeit von oben, so die spannbahn ihren dienst tut, wovon ich ja ausgehen muss, eigentlich ausgeschlossen.


    fenster kann ich eigentlich auch ausschließen. gerade an der nord-ost-wand, wo an der dortigen traufseite die gelbfärbungen (neben der wetter- / westseite) am stärksten sind, ist nur ein fenster im EG und das ist nie auf.


    dass umgebungsfeuchte aus dem garten etc. dort kondensiert und unter der dachuntersicht traufseitig stehen bleibt wäre eine option? das haus ist mit durchgefärbtem rauputz verputzt aber nicht gestrichen. grad auf der wetterseite zum garten hin ist die hauswand von kondens- / umgebungsfeuchte oft schon fast nass. diese feuchtigkeit dürfte der putz auch zu einem guten stück aufnehmen, nehme ich an?

  • dass umgebungsfeuchte aus dem garten etc. dort kondensiert und unter der dachuntersicht traufseitig stehen bleibt wäre eine option? das haus ist mit durchgefärbtem rauputz verputzt aber nicht gestrichen. grad auf der wetterseite zum garten hin ist die hauswand von kondens- / umgebungsfeuchte oft schon fast nass. diese feuchtigkeit dürfte der putz auch zu einem guten stück aufnehmen, nehme ich an?

    Damis wären wir ja fast wieder bei meiner Glaskugelthese :thumbsup:

    Wäre nicht das erste Mal, dass an Dachuntersichten Kondensatbildung entsteht.

    Abhängig vom Beschichtungsmaterial (was ist da wirklich drauf?) könnte das Kondensat einziehen und beim Verdunsten, Holzinhaltstoffe mit an die Oberfläche transportieren.

    Gruß Werner :)

  • ich frag nochmal anders bzw. was anderes von weiter oben:


    wenn ich die rigipsdecke und dampfbremse aufmache und in der dämmung und den sparren kein schimmel ist, ist dann alles gut und die dampfbremse funktioniert? und merke ich "von hand" ob da zu viel feuchtigkeit drin ist? an unserem pultdach hab ich schon mal in öffnungen der deckenspots reingeschaut

    das material fühlte sich dort trocken an, kein schimmel zu sehen, und die finger fühlten sich danach an wie wenn man in talkum gefasst hätte


    der weg von feuchtigkeit von innen nach außen ist dann, wenn das so ist, unwahrscheinlich bis nicht möglich, oder?

  • Sichtbarer Befall mit Schimmelpilzen ist immer ein Indiz für Feuchtigkeit, also ein bauphysikalisches Problem. Umgekehrt ist aber die Abwesenheit sichtbarer Schimmelpilze kein Beleg dafür dass alles trocken ist. Es kann z.B. auch einfach an organischem Material fehlen oder aktuell nicht der optimale Temperaturbereich gegeben sein.


    Wenn sich Baufeuchte mit den Finger fühlen lässt, besteht auch ohne Schimmelpilze ein massives Problem. Baufeuchte lässt sich nur messtechnisch verlässlich nachweisen.


    Der übliche Untersuchungsweg ist, zuerst Feuchte festzustellen und dann ihre Ursache zu suchen / finden.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • wenn ich die rigipsdecke und dampfbremse aufmache

    :eek::wall::rb:

    Da die Dampfbremse meist auch die luftdichte Ebene ist, wird diese dabei zwangsläufig zerstört. (Und kann meist nicht richtig repariert werden)

    Gehen die Öffnungen der Deckenspots etwa durch die Dampfbremse??? Oder sind da "Hüte" drüber? Mit Hitzeschutz?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Sichtbarer Befall mit Schimmelpilzen ist immer ein Indiz für Feuchtigkeit, also ein bauphysikalisches Problem. Umgekehrt ist aber die Abwesenheit sichtbarer Schimmelpilze kein Beleg dafür dass alles trocken ist. Es kann z.B. auch einfach an organischem Material fehlen oder aktuell nicht der optimale Temperaturbereich gegeben sein.


    Wenn sich Baufeuchte mit den Finger fühlen lässt, besteht auch ohne Schimmelpilze ein massives Problem. Baufeuchte lässt sich nur messtechnisch verlässlich nachweisen.


    Der übliche Untersuchungsweg ist, zuerst Feuchte festzustellen und dann ihre Ursache zu suchen / finden.

    dankeschön. was mir jetzt ein bißchen fehlt, ist, wie ich konkret vorgehen soll. ich bin laie und hänge hier, fernab meiner heimat und ohne connections zu handwerkern, leider ziemlich in der luft. Ralf Dühlmeyer schreibt (ich geh gleich auf seine frage ein) dass die dampfbremse nicht zerstört werden darf. aber wie soll ich denn feuchtigkeit in der dämmung feststellen, wenn ich nicht die dampfbremse öffne? und wenn ich sie öffne, wie bzw. mit welchen messgeräten kann ich die feuchtigkeit prüfen? die dinger mit der metallkugel sind ja für holz, stein, putz ganz tauglich. aber für die dämmung?


    gebt mir doch bitte ein paar konkrete schritte, die ich tun kann. ich bin leicht am verzweifeln.


    :eek::wall::rb:

    Da die Dampfbremse meist auch die luftdichte Ebene ist, wird diese dabei zwangsläufig zerstört. (Und kann meist nicht richtig repariert werden)

    Gehen die Öffnungen der Deckenspots etwa durch die Dampfbremse??? Oder sind da "Hüte" drüber? Mit Hitzeschutz?

    die spots gehen nicht durch die dampfbremse. die sind in der rigipsdecke drin. drüber sind abstandshalter, die die folie und dämmung auf abstand von den spots halten. und ja, ich hab die folie ein paar cm aufgeschnitten und dann mit siga rissan mehrlagig zugeklebt. ich hoffe, das ist ok. aber das rissan klebeband wird ja auch für durchführungen etc. genommen. und sollte somit die dichtigkeit weiter gegeben sein. oder?

  • Also ich würde schlicht gar nix machen. Das Holz hat sich ein bisschen verfärbt, so what?

    wenn es so ist, wäre ich ja froh. mehr als alles andere. aber manches sieht halt schon sehr komisch aus und dass die farbe am übergang putz-holz aufreisst ist auch seltsam. ggf. auch erklärbar. aber nicht von mir.


    wenn ich es logisch zusammentrage, spricht auch das meiste dafür dass es nur verfärbt ist:


    - es ist überall am haus, vom giebel bis zum trauf, allseitig, so durchgängig undicht und defekt sollte weder das dach noch die dampfbremse sein

    - die wetterseite und nordseite sind stärker betroffen als südwesten und - osten

    - auch an der terrasse, wo keine dämmung und baufeuchte eine rolle spielen weil dahinter "hohl", tritt es auf

    - die verfärbungen betreffen jeweils nur einzelne bretter, sieht aus, wie mit dem lineal gezogen

    - direkt am haus sieht es oft noch normal aus (abriss mal außen vor), erst in etwas abstand kommen die verfärbungen

    - verfäbrte bretter an der giebelseite gehen bis zur traufkante und die verfärbungen gehen also 40-50cm über die hauskante raus



    wenn ich hier aber die horrorgeschichten lese, was sein könnte, krieg ich bammel. zumal ich noch gewährleistung habe und dann lieber in dem zeitraum noch schaue bevor ich in 10 jahren das böse erwachen habe und keinen mehr zur rechenschaft ziehen kann

  • Da die Durchfärbung je nach Brett komplett abzeichnet, wird es kein Feuchtigkeitsschaden sein.


    Um auf Nummer sicher zu gehen, besorg dir ein Holzfeuchtemessgerät und miss selbst, optimal wäre jedoch im Winter zu messen.


    In deinem Fall wurde die Grundierung unsachgemäß ausgeführt und ein falscher Lack wohl genutzt.


    Im Aussenbereich auf Holz immer Alkydharzlack (muss stinken) benutzen.


    Bei Metallflächen, Türen wie Zäune nimmt man 2k Acryl-Pur Lack, benutze aktuell sehr gerne MIPA Lacke, da diese innerhalb von Stunden durchtrocknen und dies eine Autolackqualität ohne Vergilbung ergibt.

  • es ist ein bekanntes Problem, dass Dachuntersichten, welche nach oben hin durch relativ leichte Dacheindeckungen abgedeckt sind und keinen nennenswerten Wärmedurchlasswiderstand oder -Speicherfähigkeit aufweisen, zu Kondensatbildung neigen.


    Um mal ein Extrem zu heranzuziehen: ähnlich wie ein leichtes Blechdach - nur nicht in diesem starken Maße.


    Ursache ist häufig das Auskühlen der Dacheindeckung infolge Strahlungsaustausch mit dem kalten Nachthimmel, vor allem bei klarem Himmel, so dass zunächst die Dacheindeckung und bei oben genanntem geringen Wärmeschutz bzw. geringer Masse später auch die Dachuntersicht Oberflächentemperaturen teils unter Lufttemperatur erreicht.

    Physikalisch der gleiche Effekt wie Kondensat- oder sogar Reifbildung auf nahezu waagrechten Autoglasscheiben mit geringer Wärmespeicherkapazität.


    Diese Auskühlung unter Lufttemperatur begünstigt Kondensatausfall auf der Untersicht infolge Kondensation der Luftfeuchte an der kalten Oberfläche. Erst bei gewissem Wärmeschutz bzw. Speicherfähigkeit wird die Untersicht hinsichtlich der Temperatur ausreichend zur Dacheindeckung thermisch entkoppelt.

    Die Feuchtigkeit kommt also aus der Luft.


    Klar, Oberflächen, die aufgrund ihrer Material- oder Beschichtungseigenschaften einen geeigneten Nährgrund für Schimmel bilden, sind eher anfällig...


    Abhilfe könnte teils eine zusätzliche Wärmedämmung auf der Oberseite oder eine deutlich schwerere Verkleidung schaffen.

    Aber man muss sich klar sein: je nach Witterungs- und Temperaturverhältnissen wird jede Holzoberfläche im Außenklima mal mehr und mal weniger Kondensat an der Oberfläche haben und letztlich auch einer gewissen Verwitterung ausgesetzt sein...

  • Erst bei gewissem Wärmeschutz bzw. Speicherfähigkeit wird die Untersicht hinsichtlich der Temperatur ausreichend zur Dacheindeckung thermisch entkoppelt.

    Die Feuchtigkeit kommt also aus der Luft.

    danke für die sehr fundiert und konkret klingende antwort. ich hatte schon gedanken in diese richtung. da die identischen platten auch an der terrassenüberdachung und dem vordach an der haustür sind, dort jedoch so gut wie keine solche spuren zeigen, hatte ich die vermutung, dass es an der hitze vom dach liegen könnte. oder, da diese platten später als die untersichten montiert wurden, dass die untersichten beim verbau im dezember feuchter eingebaut wurden als der rest, der irgendwann im märz oder anfang april kam und so mehr restfeuchte in den untersichen war