Asbestfasern im Putz?

  • Hallo liebe Mitglieder,


    Mir ist gestern beim Putzen der neuen Wohnung für den Einzug ein Stück Putz in die Hände gefallen. Daraus schauten bereits dünne, kurze Fasern raus, von der Farbe her etwa transparent/durchsichtig (s. Fotos, am besten ran zoomen, besser habe ich es leider nicht fotografieren können). Am realistischsten ist das letzte Foto. Als ich dann die Wände mit dem Putz genauer angeschaut habe, konnte ich viele solcher Fasern entdecken,die daraus hinaus stachen. (s. Foto1) mitunter muss man dafür aber sehr genau schauen,um die Fasern zu erkennen. Das hat mich nun beunruhigt, da ich nicht weiß, wie alt der Putz tatsächlich ist und da früher in Putzen auch Asbestfasern zu finden waren.

    Was ist das bzw. warum sind Fasern in dem Putz zu finden? Sind diese bedenklich, denn sie können sich aus dem Putz auch lösen und möglicherweise eingetamet werden?

    Es handelt sich um eine Wohnung in Sachsen. Baujahr vermute ich irgendwas zwischen 1920 und 1950.

  • Zum Nachweis von Asbestfasern sind mikroskopische Untersuchungen erforderlich. Was mit bloßem Auge sichtbar ist, ist i.d.R. nicht lungengängig. (von Speeren, Pfeilen u.ä. mal abgesehen)


    Es handelt sich um einen faserarmierten Putz, der mit Sicherheit nicht aus der Erbauungszeit stammt.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Es handelt sich um einen faserarmierten Putz, der mit Sicherheit nicht aus der Erbauungszeit stammt.

    Es dürfte sich um einen "Streich- oder Rollputz" handeln oder um eine "flüssige Rauhfaser".

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • vielen Dank schon mal.

    Zum Nachweis von Asbestfasern sind mikroskopische Untersuchungen erforderlich. Was mit bloßem Auge sichtbar ist, ist i.d.R. nicht lungengängig. (von Speeren, Pfeilen u.ä. mal abgesehen)


    Also gilt der Umkehrschluss, Fasern, die man mit bloßen Auge erkennen kann, sind nicht Asbest?


    Oder ist mit der Aussage gemeint, dass es zwar Asbest sein könnte, aber wenn dann nicht lungengängig ist?


    Die Hausverwaltung meinte, es sei mineralischer Putz. Kann das sein? Sind in solch einem Putz auch Fasern vorhanden? Wenn ja,was für welche??

  • Asbest in Putzen gab es vmtl bis in die 80er Jahre. Der ist aber in keinem Fall mit dem Auge erkennbar, sondern nur in geringem Prozentsatz im Putz und meist dispers verteilt.

    Kann also sein, dass man zwei Proben mit negativem Ergebnis hat und trotzdem Asbest drin ist (bei der dritten).

    Allerdings bei der gewöhnlichen Nutzung auch kein Problem.

    Ja, beim Wandern z.B. in der Schweiz kann man auch auf sichtbaren Asbestfasern rumlaufen.

  • wenn ich aber in die Wand bohre, verteile ich doch damit mögliche fasern..?


    Oder würdest Du auch ausschließen, dass es sich in dem Fall überhaupt um Asbestfasern handelt? Ich Frage mich halt, was dann für Fasern in einem minetalsichen Putz sein können?

  • Ich Frage mich halt, was dann für Fasern in einem minetalsichen Putz sein können?

    Asbestfasern, künstliche Mineralfasern ("KMF"), "Glasfasern" (auch KMF) ... "Mineralischer" Putz ist oft als Gegensatz eu einem "Kunstharz"-putz gemeint.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Asbestfasern, künstliche Mineralfasern ("KMF"), "Glasfasern" (auch KMF) ... "Mineralischer" Putz ist oft als Gegensatz eu einem "Kunstharz"-putz gemeint.

    Ok,jetzt bin ich doch verunsichert. Also können das auf den Fotos doch Asbestfasern sein?

  • Also können das auf den Fotos doch Asbestfasern sein?

    Keine Ahnung, ich erkenne Asbestfasern nicht mit dem bloßen Auge, schon garnicht auf Fotos. Ich erkenne sie vermutlich noch nicht einmal unter einem Mikroskop. Es können vor allem erstmal andere Fasern sein wie KMF.


    KatMat , als jemand, der etwas davon versteht, schrieb dazu:

    Asbest in Putzen ... ist aber in keinem Fall mit dem Auge erkennbar, sondern nur in geringem Prozentsatz im Putz und meist dispers verteilt.

    und de Bakel

    Zum Nachweis von Asbestfasern sind mikroskopische Untersuchungen erforderlich. Was mit bloßem Auge sichtbar ist, ist i.d.R. nicht lungengängig. (von Speeren, Pfeilen u.ä. mal abgesehen)

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Ok,jetzt bin ich doch verunsichert. Also können das auf den Fotos doch Asbestfasern sein?

    nein, das war von Skeptiker eher polemisch gemeint.

    ...


    Also gilt der Umkehrschluss, Fasern, die man mit bloßen Auge erkennen kann, sind nicht Asbest?

    ...

    ja (auch wenn das stark vereinfacht ist)


    Auch Asbestfasern kann man mit bloßem Auge erkennen. "Gefährlich" sind aber die kleinen "lungengängigen" Fasern.


    "Nebenan" läuft ein ähnlicher tread. Ich bin jetzt aber zu faul, den Link nochmal raus zu suchen :P

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Vielen Dank!


    Ich kenne Armierung in Zusammenhang mit Putzen nur als ein Armierungsgewebe. Nach so einem "Gewebegitter" sieht es bei uns allerdings nicht aus. Oder was bedeutet faserarmiert noch?


    Könnten es also auch KMF sein? Falls ja, gilt dafür bzgl der Größe das gleiche wie bei Asbestfasern? Also erst in mikroskopischer Größe lungengängig?


    Bleibt noch die Frage, dass ja neben den sichtbaren " Größeren" möglicherweise auch kleinere Fasern im Putz sein könnten,die ich demzufolge nicht mit bloßen Auge erkennen kann? Ich habe schon bei euch gelesen,dass es schwer ist,das überhaupt festzustellen (auch per Probe,da es an anderer Stelle als an der Entnahmestelle wieder anders aussehen könnte). Was mache ich in diesem Zusammenhang, wenn ich in die Wand bohre und damit die möglicherweise kleinen nicht sichtbarern Fasern freisetze? Sowas könnte ich dann gar nicht verhindern oder?


    Ich frage deshalb so genau nach und bin ziemlich ängstlich in Bezug auf Asbest und das aktuelle Risiko in der Wohnung, da ich etwas lungenvorerkrankt bin und kleine Kinder im Haushalt leben.

  • Also nur mal so nebenbei erwähnt.


    Es werden in Putzen (egal ob mineralisch oder Kunststoff) sehr oft KMF mit eingemischt, da dadurch das Risiko einer mögliche Rissbildung (z. B Trocknungsschwundrisse) im Trocknungsvorgang reduziert wird.

    Das wird oft nicht einmal besonders angegeben sondern ist mitunter als gängiges "Additiv" angesehen.

    Diese Fasern sind aber nicht separatisiert freisetzbar und damit auch nicht gesundheitsgefährdend

    Gruß Werner :)

  • Also zum Verständnis. Da muss es keine Armierungsgewebe oder so ein Gitter geben,sondern die werden einfach so beigemischt?


    Bleibt noch die Frage, dass ja neben den sichtbaren " Größeren" möglicherweise auch kleinere Fasern im Putz sein könnten,die ich demzufolge nicht mit bloßen Auge erkennen kann? Ich habe schon bei euch gelesen,dass es schwer ist,das überhaupt festzustellen (auch per Probe,da es an anderer Stelle als an der Entnahmestelle wieder anders aussehen könnte). Was mache ich in diesem Zusammenhang, wenn ich in die Wand bohre und damit die möglicherweise kleinen nicht sichtbarern Fasern freisetze? Sowas könnte ich dann gar nicht verhindern oder?

    Diese Fasern sind aber nicht separatisiert freisetzbar und damit auch nicht gesundheitsgefährdend

    Das verstehe ich nicht,denn durch bohren in die Wand müssten die doch auch separat freisetzbar sein?

  • Blume65 wir können Dir aus der Ferne nicht sagen, dass bei Dir alles in Ordnung ist oder eben nicht.


    Deine Angst ist meiner Meinung nach zwar unbegründet. Wenn Du aber Sicherheit brauchst nimm pi*Daumen 10 grüne Scheinchen und lass die Räume auf "Gefahr- und Schadstoffe" untersuchen.

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Die "Fasern" welche solchen Putzen zugesetzt werden, sind in der Regel Polypropylen, ähnliche Kunststoffe oder in den höherwertigen Materialien sogar Carbon.

    Ja, es sind auch Glasfasern oder Mineralfasern in den billigeren und einfacheren Materialien dabei, aber egal welche, sie sind in der Regel größer,

    als jene, die man als "lungengängig" bezeichnet.

    Wenn sie das nicht wären, hätten sie keine armierende Wirkung.


    Die Fasern selbst sind im Bindemittel des (z. B.) Kunstharzputzes gebunden.

    Logischer Weise werden "Stäube" beim Bohren freigesetzt, aber die solltest so oder so nicht unbedingt inhalieren

    Gruß Werner :)

  • Deine Angst ist meiner Meinung nach zwar unbegründet. Wenn Du aber Sicherheit brauchst nimm pi*Daumen 10 grüne Scheinchen und lass die Räume auf "Gefahr- und Schadstoffe" untersuchen.

    Das ist durchaus eine Option. Auch bei Paranoia (nicht böse gemeint)

    Und kostet auch keine 10 Grüne, sondern deutlich weniger. ;)

    Gruß Werner :)

  • Also zum Verständnis. Da muss es keine Armierungsgewebe oder so ein Gitter geben, sondern die werden einfach so beigemischt?

    richtig

    Was mache ich in diesem Zusammenhang, wenn ich in die Wand bohre und damit die möglicherweise kleinen nicht sichtbarern Fasern freisetze? Sowas könnte ich dann gar nicht verhindern oder?

    Du kannst mit einer geeigneten Absaugung dafür sorgen, dass sich der Bohrstaub nicht im Raum verteilt.


    Aber: Das Material ist zwar (hochgradig) krebsverdächtig, aber dieser Verdacht bezieht sich auf täglichen ungeschützten Umgang damit, vor allem bei der Arbeit. Insofern sollte man die Gefahr kontrollieren und minimieren, aber auch verhältnismässig bleiben. Wenn Du Dir die bspw. die konkreten Maßnahmen der TRGS 519 oder der TRGS 521durchliest, wird Dir schnell klar werden, dass es vor allem um eine gründliche Reinigung nach den Arbeiten geht. Maßnahmen zum Infektionsschutz im Krankenhaus sind im Vergleich erheblich drastischer. Insofern: Keine Panik und gründlich absaugen und waschen!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • ich weiß. Danke dennoch für eure Geduld.


    Ich versteh glaube noch nicht was armierende Wirkung bedeutet? Und muss ich mir das so vorstellen,dass da in diese flüssige Masse des Putzes einfach Fasern reingeschüttet werden? Ich kenne nur solche Armierungsgewebe, die sehen aus wie ein Gitter. So ist es aber an der Wand bei uns nicht.

  • Ihr würdet euch als Experten da wohl keine großen Sorgen machen in diesem Fall oder wie würdet ihr damit umgehen?

  • Ich kenne nur solche Armierungsgewebe, die sehen aus wie ein Gitter

    Ja und? Funktionieren deswegen andere Systeme nicht? Früher hat man z.B. Haare von Kühen (Schlachttieren) als "Armierung" in den Lehmputz gemengt. Meinst Du, das nicht funktioniert und die Altvorderen hatten bloß Langeweile?

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Warum so unfreundlich (auch wenn Du in der Sache Recht hast)?

    Das war doch kein Anzweifeln seitens des Fragestellers, sondern nur die Mitteilung seiner bisher nicht umfänglichen Kenntnis!


    @ blume65

    Zitat

    Es handelt sich um eine Wohnung in Sachsen. Baujahr vermute ich irgendwas zwischen 1920 und 1950.

    Es ist davon auszugehen, daß der gezeigte Putz nicht aus der Erbauungszeit des Gebäudes stammt, sondern deutlich später (wohl erst nach 1989) im Rahmen einer Sanierung/Renovierung aufgetragen wurde.

    Auch ich hätte keinerlei Bedenken bei solchem Material.


    Unschöne Emissionen (anderer Natur) würde ich eher vom Laminat, evtl. seiner Unterlage etc. erwarten.

    Aber auch nicht jede Art von potentiellem Schadstoff stellt für jeden Bewohner ein tatsächliches gesundheitliches Problem dar (auch nicht zwingend bei Vorerkrankungen).

    Kommt neben der Art außerdem ja auch auf die Menge/Konzentration an.


    Tipp:

    Man gewöhne sich richtiges Lüften an!

    Das bewirkt viel Gutes.


    Schließlich sind die Haupt-Schadstoffquellen in den meisten Wohnungen nicht Gebäudebestandteile, sondern Möbel, kleinere Einrichtungs-/Gebrauchsgegenstände sowie Geräte...

  • Danke Julius auch dir nochmal für deine Meinung.

    Ich will nichts anzweifeln, da hast du vollkommen Recht. Schließlich bin ich hier die absolute Laie (weibliche Form??). Meine Fragen resultierten nur aus Unwissenheit und Angst.