Dränanlage nach DIN 4095

  • Im Zuge meiner Altbausanierung wird zurzeit eine Dränanlage eingebaut. Da ich Zweifel an der korrekten Ausführung habe, habe ich mir die DIN 4095 gekauft und habe jetzt noch ein paar Verständnisfragen, bei denen Ihr mir hoffentlich helfen könnt.


    1.

    Unter 5.2.2 heißt es u.a. "Die Auflagerung auf Fundamentvorsprüngen ist im Regelfall unzulässig". Bezieht sich das auf die "Regelausführung" im Sinne von Abschnitt 4.2 für die keine besonderen Nachweise erforderlich sind? D.h., wenn wie bei mir die Dränleitung eben doch (zumindest teilweise) auf dem Fundamentvorsprung aufgelagert wird, müsste die Dränanlage als "Sonderausführung" nach Abschnitt 4.2 geplant werden, was wohl kaum jemals jemand machen wird (hier sicher nicht)?


    Oder meint der Verweis auf den "Regelfall" in Abschnitt 5.2.2 nur, dass es Ausnahmen gibt, die dem Ganzen aber nicht den Charakter als "Regelausführung" nehmen? Welche Ausnahmen kämen da in Betracht (wohl wissend, dass in Abschnitt 5.2.2 eben auch steht "In keinem Fall darf der Rohrscheitel die Oberfläche der Rohbodenplatte überschreiten")? Konkret verweist der Bauunternehmer bei mir darauf, dass dann kein ausreichendes Gefälle mehr zum Kanal bestehen würde. Mein Reflex darauf war, auf die Notwendigkeit eines Pumpschachts zu verweisen.


    2.

    Bei den "Ausführungsbeispielen" nach Abschnitt 5.2.3 ist in Bild 4 der Fall von Dränelementen vor der Abdichtung der Kellerwand beschrieben. Bei uns hat der Bauunternehmer eine Noppenfolie mit Dräntextil an der Wand angebracht, die unten auf dem Fundamentvorsprung aufsteht. Wenn ich es recht sehe, liegt dann einfach ein in Geotextil eingewickeltes Paket aus Dränrohr und Kies davor. Wenn ich nun aber das Bild 4 richtig verstehe, müsste dieses Geotextil an dem Dränelement mit hoch gezogen werden (bis 15cm unter Geländeoberkante gemäß Abschnitt 5.2.1)?


    Mein Problem rührt insbesondere auch daher, dass auf die Abdichtung (SG Weber D24) weder auf dem Fundamentvorsprung noch auf dem sich dann anschließenden senkrechten Fundamentteil gegen mechanische Beschädigungen geschützt ist. Neben dem Fundament, wo ja eigentlich die Dränleitung liegen sollte, ist mit sehr groben Schotter aufgefüllt worden. Das ist sicherlich so nicht in Ordnung.


    Leider wird in den Bildern 3 und 4 zu Abschnitt 5.2.3 nicht der Fall von Dränelementen mit Fundamentvorsprung dargestellt, so dass ich mir hier sehr unsicher bin, wie diese zwei Ecken korrekt auszubilden sind.


    Außerhalb der Norm habe ich ein Detail gefunden, in dem der Fundamentvorsprung mit einer Dämmplatte egalisiert wird und man dann einfach das Dränelement gerade runterzieht. Dämmung kommt hier aber nicht in Betracht.


    3.

    In Abschnitt 6.2, Tabelle 6 wird die Beschaffenheit der Dränschicht mineralischer Baustoffe für den Regelfall beschrieben. Soweit hier die Dränschicht "um Dränrohre" betroffen ist, kommt u.a. "Kies z.B. Körnung 8/16mm (nach DIN 4266 Teil 1) und Geotextil" in Betracht. Die Dicke soll hier 10cm betragen. Bedeutet dies, dass die Schicht allseitig 10cm dick sein muss, also auch unten und seitlich (zum Fundament)? Hier verstehe ich dann wiederum Bild 4 nicht ganz, wo es so aussieht, also ob die Dränleitung nicht auf einer 10cm-Schicht aufliegt. Wiederum verstehe ich nicht ganz, wie im Fall eines Fundamentvorsprungs das Detail vom Übergang des Dränelements bis zur Sohle der Kiesschicht auszubilden ist.

  • kein ausreichendes Gefälle mehr zum Kanal bestehen würde. Mein Reflex darauf war, auf die Notwendigkeit eines Pumpschachts zu verweisen.

    Drainage als Freispiegelentwässerung. Die wird dann (bei entsprechedem Füllgrad des Kanals) zu BEwässerung - oder wie?

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  • Drainage als Freispiegelentwässerung. Die wird dann (bei entsprechedem Füllgrad des Kanals) zu BEwässerung - oder wie?

    Deshalb hatte ich ja auch meine Bedenken angemeldet. Der aktuelle Planungsstand ist, dass die Dränleitungen in einen Sammelschacht entwässern, von dem aus weggepumpt wird.