Holzfassade Erker gammelt - Renovierungsplan so ok?

  • Hallo zusammen,


    der Holzerker meines Hauses aus Bj. 1998 gammelt nach 22 Jahren im unteren Bereich (Westseite), siehe Fotos. Ich bin handwerklich nicht ungeschickt und möchte die Sache selber reparieren.

    Mein Plan:

    - Profilholz mit möglichst identischen Maßen auf die bestehende Fassade setzen (nach unten ca. 1-2 cm überstehen lassen, um Altholz zu kaschieren)

    - wegen der Haltbarkeit statt Fichte jetzt Lärche oder Douglasie

    - Holz vor der Montage wie folgt behandelt: 1x Holzschutzgrund (beidseitig), 2x Isoliergrund, 1 x weiße Deckfarbe --> Hersteller Rem... (darf ich die Firma hier nennen?)

    - das gesägte und gestrichene Profilholz Brett für Brett mit Druckluft-Pisole und Klammern direkt auf die bestehende Fassade setzen.


    Ist die Vorgehensweise soweit ok?

    Herzlichen Dank für eure Tipps!

    Viele Grüße


    Mike

  • der Holzerker meines Hauses aus Bj. 1998 gammelt ...

    Die Bilder zeigen eine mit Holz verkleidete (Dach-) Gaube, keinen Erker.

    Ist die Vorgehensweise soweit ok?

    Nein, denn das, was da (durch vermutlich holzzerstörende Pilze) "gammelt", wird nach der zusätzlichen Verkleidung weiter "gammeln", bei einer direkt aufgebrachten Verkleidung sogar noch schneller als bisher - und am Ende fällt dann irgendwann auch diese Schicht ab.


    Statt das "vergammelte" Holz zu verdecken und weiter gammeln zu lassen, wäre es sinnvoller, herauszufinden, was zum Gammeln führte und dies dauerhaft abzustellen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Moin Skeptiker,


    danke für deinen Beitrag!

    Das Holz ist nur im unteren Bereich angegammelt. Als Ursache vermute ich, dass die Deckfarbe nicht regelmäßig erneuert wurde und über die Jahre Wasser ins Holz eindringen konnte. Das betrifft aber nur einige Zentimeter unten an der Kante.

    Da das Profilholz trocken und auch sonst in Ordnung ist, denke ich, dass die fehlende Pflege die Ursache sein könnte.

    Wenn das so wäre, also kein Pilz und Feuchtigkeit im Holz ist, wäre dann mein o.a. "Renovierungsplan" soweit ok?

  • Da ist garantiert irgendwelcher Pilz drin. Der muss nicht wie ein Champignon gleich riesen Fruchtkörper ausbilden. Der stirbt auch nicht wie ein Mensch, wenn er kein Wasser mehr bekommt.

    Meine Beiträge sind Meinungsäusserungen

  • Das Holz ist nur im unteren Bereich angegammelt. Als Ursache vermute ich, dass die Deckfarbe nicht regelmäßig erneuert wurde und über die Jahre Wasser ins Holz eindringen konnte. Das betrifft aber nur einige Zentimeter unten an der Kante.

    Das mag dazu beigetragen haben. Das Holz ist nicht weit genug aus dem Spritzbereich hochgezogen (mind. 15 cm).. Möglicherweise ist es aber auch zusätzlich rückseitig nicht geschützt / beschichtet.

    Da das Profilholz trocken und auch sonst in Ordnung ist, denke ich, dass die fehlende Pflege die Ursache sein könnte.

    Nein, jedenfalls nicht alleine.

    Wenn das so wäre, also kein Pilz und Feuchtigkeit im Holz ist, wäre dann mein o.a. "Renovierungsplan" soweit ok?

    Nein.


    Du bist mit dem alten Holz weiter und mit dem neuen Holz wieder im Spritzbereich, so dass das vorgeschädigte Holz auch in Zukunft wieder nass wird. Durch die fehlenden Hinterlüftung kann das neue Holz in Zukunft noch weniger abtrocknen und hinter der Abdeckung geht es den holzzerstörenden Pilzen gut.


    Sanierung geht anders.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • sieht so aus wie Holz eben an so einer Stelle aussieht nach über 20 Jahren...

    Man kann es eventell etwas kaschieren ... müsste es dazu genauer betrachten ob nur oberflächliche Schäden oder mehr


    oder eben richtig sanieren indem die alte Schalung weg kommt und ne neue drauf

    einfach ne neue Schalung darauf nageln ist Pfusch

  • Ok, Männer vom Fach würden das anders lösen, aber ich würde ie alte Schalung nur ungern abnehmen: zusätzlicher Aufwand und dann das Entsorgungsproblem. Außerdem wäre ich sehr unter Zeitdruck: was mache ich, wenn ich die schalung abreiße und es regnet, bevor ich die neue drauf habe. Entspannter lässt es sich halt arbeiten, wenn die alte Schalung draufbleibt. Weiterer Vorteil: bessere Dämmung!

    An die alte Schalung würde übrigens kein Regen mehr rankommen, da die neue Schalung unten 2 cm überstehen wird und ich eine Abschlussleiste anbringen werde.

    Wenn die neue Schalung (Lärche!!!) auch wieder 20 Jahre hält, wäre ich ja schon zufrieden. Das sollte doch machbar sein...

  • Lustig: Du fragst ob das geht was Du da vorhast, hörst dann von *allen* Experten dass es keine gute Idee ist, aber Du weißt es wohl doch besser. Warum hast Du dann eigentlich gefragt?

  • Die jetzige Schalung hält doch sicherlich auch noch 20 Jahre. Was soll schon der kleine optische Mangel? Von unten sieht man das sicherlich nicht. Damit hast Du noch weniger Arbeit.

    Du musst immer einen Plan haben. Denn wenn Du keinen hast, dann wirst Du Teil eines anderen Planes...

  • sieht so aus wie Holz eben an so einer Stelle aussieht nach über 20 Jahren...

    Man kann es eventell etwas kaschieren ... müsste es dazu genauer betrachten ob nur oberflächliche Schäden oder mehr


    oder eben richtig sanieren indem die alte Schalung weg kommt und ne neue drauf

    einfach ne neue Schalung darauf nageln ist Pfusch

    Ok, ihr habt mich überzeugt - ich will nicht pfuschen, sondern es mit eurer Hilfe richtig machen! :)

    Ich nehme also die alten Profilbretter ab, sobald das neue Holz geliefert und vorbehandelt ist.

    Wie gehe ich da am besten vor? Die alten Bretter sind mit Klammern getackert. Meine Idee wäre es, mit einem kleinen Kuhfuß die alte Verschalung runterzunehmen. Da drunter dürften wohl OSB-Platten oder ähnliches sein, oder?


    Das neue Profilholz wird sibirische Lärche sein und mit 1x Holzschutzgrund (beidseitig), 2x Isoliergrund, 1 x weiße Deckfarbe vorbehandelt. Ist die von mir favorisierte Firma ("Remm...") soweit ok oder hättet ihr einen anderen Hersteller gewählt?


    Zum Schluss nagel ich das Profilholz Brett für Brett mit Druckluft-Pisole und Klammernfest.

    Wäre das so ok?

    Danke und einen schönen Sonntag.

  • Erst einmal würde ich nachsehen, wie der bisherige Aufbau genau ist.

    Dann kann man überlegen, wie man ggf. den neuen Aufbau abwandelt, um zukünftig derartige Schäden möglichst zu vermeiden.


    Vielleicht kann man sogar die bisherige Verschalung belassen und nur unten einkürzen, um dann diesen spritzwassergefährdeten Bereich durch z.B. eine Blechverwahrung dauerhaft zu schützen. Die müßte selbstverständlich dahintergreifen.

  • Die senkrechte Anordnung der Schalung lässt befürchten, dass die Lattung waagerecht angebracht wurde und damit keine Hinterlüftung gegebene ist, zumindest keine ausreichende.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Danke für eure Beiträge!

    Erst einmal würde ich nachsehen, wie der bisherige Aufbau genau ist.

    Dann kann man überlegen, wie man ggf. den neuen Aufbau abwandelt, um zukünftig derartige Schäden möglichst zu vermeiden.

    Wie mache ich das? Sobald ich die Bretter abreiße, um nachzusehen, verliere ich den Wetterschutz, oder?

  • Wie mache ich das?

    mit

    1. einem Kosmetik-Spiegel unter / hinter die Verkleidung schauen
    2. einem Forstnerbohrer oder einer Lochsäge Kontrolllöcher mit einem Durchmesser ab ca. 50 mm, besser 68 mm bohren, dann siehe 1.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • So, ich habe mir meinen Kuhfuß geschnappt und das Profilbrett direkt am Fester etwas gelöst.

    :thumbsup:

    Die Profilhölzer sind offensichtlich direkt auf eine Holzplatte genagelt und dazwischen befindet sich eine stabile schwarze Folie (siehe Fotos).

    Was nun?

    Meine Befürchtung ...

    ... dass die Lattung waagerecht angebracht wurde und damit keine Hinterlüftung gegebene ist, zumindest keine ausreichende.

    ... ist also tendenziell zutreffend. Eigentlich ist der Zustand aber noch schlimmer: Es gibt keine Lattung und damit auch keine Hinterlüftung, nicht nur keine ausreichende. Damit kann das Holz bei auftretender Feuchte rückseitig nicht abtrocknen - bleibt feucht und wird so zum perfekten Biotop für holzzerstörende Pilze. Und das Ergebnis von deren Ernährung sehen wir auf der Vorderseite.


    Lösung: Schalung komplett ab und einmal neu, aber richtig. Das heißt von innen nach außen:

    • Konterlattung (senkrecht), als Hinterlüftungsquerschnitt
    • Lattung (waagerecht), als Hinterlüftungsquerschnitt
    • Schalung

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Prima Sleptiker, so machen wir das! :bier:

    Aber wie genau? Was für Latten und welche Abstände der Latten sollte ich wählen? =o

  • Prima Sleptiker, so machen wir das! :bier:

    Aber wie genau? Was für Latten und welche Abstände der Latten sollte ich wählen? =o

    Ist der "Schreibfehler" eventuell Absicht gewesen?

    Verflucht sei, wer einen Blinden irren macht auf dem Wege!

    5.Mose 27:18

  • Aber wie genau? Was für Latten und welche Abstände der Latten sollte ich wählen? =o

    Weichholz, sägerauh...?


    Und wer bei solch einer kleinen Gaube kein Gefühl für die passenden Abstände hat, sollte vielleicht besser von Eigenleistung absehen.


    Egal, wer es dann macht:

    Nicht vergessen, unten den Abstand von der Dachhaut auf das nötige Maß zu vergrößern!

  • Moin,

    der kleine Verschreiber war natürlich nicht beabsichtigt - das l liegt halt direkt neben dem k, sorry. :D


    Julius : ok, ich nehme also sägerauhe Weichholz-Dachlatten und werde den Abstand nach unten max. groß wählen.

    Eine Sache habe ich noch nicht ganz verstanden:

    Bisher sind die Profilbretter ja direkt auf die OSB-Platten genagelt. Durch die neue doppelte Lattung (waagerecht u. senkrecht)

    entsteht dann ja an den seitlichen Kanten und unten ein ca. 3-4 cm breiter Spalt. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine?!

    Wie schließe ich diese Lücken oder muss das offen bleiben, damit die Durchlüftung gewährleistet ist? Kann ja irgendwie auch nicht sein...X/

  • Durch die neue doppelte Lattung (waagerecht u. senkrecht) entsteht dann ja an den seitlichen Kanten und unten ein ca. 3-4 cm breiter Spalt.

    ja, das ist korrekt und auch so gewollt.

    Wie schließe ich diese Lücken

    garnicht, die der Spalt ist für die Hinterlüftung zwingend erforderlich. Oben benötigt die Luftschicht das Gegenstück dazu.

    oder muss das offen bleiben, damit die Durchlüftung gewährleistet ist?

    ja!

    Kann ja irgendwie auch nicht sein...X/

    Wieso nicht? Das Bauteil heißt "vorgehängte hinterlüftete Fassade" (VHF) und ist eines der leistungsfähigsten Bauteile im Fassadenbau! Das soll sogar genau so!


    Wenn Du Dir Sorgen wegen eindringender Insekten machst: Dafür gibt es Abhilfe!

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sieht das dann oberhalb des Fensters bei den "Holzresten" nicht etwas komisch aus wenn die so weit abstehen? Bei den langen Brettern die bis zur Dachhaut geführt sind wird man das ja gar nicht wahrnehmen - aber über dem Fenster.....?!

  • Sieht das dann oberhalb des Fensters bei den "Holzresten" nicht etwas komisch aus wenn die so weit abstehen? Bei den langen Brettern die bis zur Dachhaut geführt sind wird man das ja gar nicht wahrnehmen - aber über dem Fenster.....?!

    Das könnte / müsste man zeichnerisch überprüfen.

    mit Gruß aus Berlin, der Skeptiker


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  • Sieht das dann oberhalb des Fensters bei den "Holzresten" nicht etwas komisch aus wenn die so weit abstehen? Bei den langen Brettern die bis zur Dachhaut geführt sind wird man das ja gar nicht wahrnehmen - aber über dem Fenster.....?!

    Olli, das sehe ich auch als Problem. Die "Holzreste" sind nur 11cm lang, wenn ich da oben noch Platz für eine Durchlüftung lassen muss, werden sie noch kürzer und dann der Abstand - das sieht bestimmt sehr unschön aus. Mhm...

  • Dann ordnet man über dem Fenster die Verschalung eben horizontal an?

    Wäre eine Idee, aber ob das aussieht? Da hätte man letztlich ein Brett senkrecht, während alles andere waagerecht ausgerichtet ist...

    Noch eine andere Sache: Wie dichtet man die Kante ab, da wo die Front- mit der Seitenverschalung zusammentrifft? Mit Silikon?